MOTORMOBILES

Das Automagazin im Internet

Sommerpause am Gebrauchtwagenmarkt: Preise fallen leicht, Nachfrage verschiebt sich deutlich

Gebrauchtwagen - Bildnachweis: Hyundai

 

Marktbeobachtung Gebrauchtwagen: Mehr Angebot, andere Nachfrage – Preise im Wandel während der Ferienzeit

Der Sommer bringt für viele Autobesitzer und potenzielle Käufer eine ruhigere Phase, was sich auch auf den Gebrauchtwagenmarkt niederschlägt. Nach aktuellen Daten von AutoScout24, einer der führenden Online-Plattformen für Fahrzeughandel in Deutschland, haben sich die Durchschnittspreise für gebrauchte Fahrzeuge zu Beginn der Sommerferien im Juli geringfügig nach unten bewegt. Im Schnitt werden Gebrauchtwagen von Händlern mit etwa 27.600 Euro angeboten, was gegenüber dem Juni knapp 0,6 Prozent weniger ist. Dies markiert zwar eine kleine Abkühlung gegenüber dem kurzfristigen Trend, doch der langfristige Blick zeigt, dass sich die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat weiterhin leicht auf einem höheren Niveau bewegen – um 0,3 Prozent.

AGPI – Sommer 2025 – Bildnachweis: AS24

Diese Entwicklung ist dabei nicht auf alle Antriebsarten oder Fahrzeugsegmente gleichermaßen übertragbar. Während konventionelle Verbrenner, vor allem Benziner, im Juli preislich etwas nachgeben, bleibt die Nachfrage nach elektrisch betriebenen Fahrzeugen und jungen Jahreswagen stabil bis gesteigert. Gerade diese Teilmärkte zeigen eine zunehmende Attraktivität, was sich in einer höheren Nachfrage und stabilen Preisen widerspiegelt.

Die saisonale Beweglichkeit der Preise zeigt sich daran, dass Kunden in der Ferienzeit erfahrungsgemäß weniger Interesse am Kauf von Gebrauchtwagen zeigen. Folglich reagieren Händler mit moderaten Preisnachlässen, um Käufer anzuziehen und Lagerbestände zu reduzieren. Diese Tendenz dürfte jedoch nur temporär sein, mit einer erwarteten Aufwärtsbewegung der Preise im Herbst, wenn das Kaufinteresse traditionell wieder steigt.

Im Detail betrachtet sind die Preisabfälle bei den verschiedenen Antriebsarten deutlich unterschiedlich. Die Kosten für gebrauchte Benziner sanken im Juli vergleichsweise stärker und liegen im Durchschnitt bei etwas über 25.000 Euro. Dies spiegelt möglicherweise eine nachlassende Attraktivität wider, die unter anderem durch die gestiegene Beliebtheit von Alternativen beeinflusst wird. Dieselwagen allerdings verzeichnen mit einem leichten Rückgang auf etwa 28.200 Euro eine vergleichsweise stabile Preisentwicklung, was auf den weiterhin vorhandenen Bedarf an Dieselfahrzeugen, etwa im gewerblichen Bereich oder bei Vielfahrern, hindeutet. Hybride Fahrzeuge und Elektroautos zeigen die geringsten Preisveränderungen. Gebrauchte Hybridmodelle sind mit etwa 38.200 Euro durchweg wertstabil geblieben, während Elektroautos mit einem Durchschnittspreis knapp unter 35.000 Euro lediglich geringfügig preislich nachgaben. Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Elektromobilität und staatlicher Förderprogramme bleibt dieser Bereich für viele Käufer interessant.

Auch bei den Fahrzeugsegmenten gehen die Entwicklungen auseinander. Kompaktmodelle und Fahrzeuge der oberen Mittelklasse weisen stabilere Preise auf und scheinen in ihrer Popularität und Zahlungsbereitschaft der Käufer eher gefestigt. Im Gegensatz dazu sind Sportwagen und Vans beziehungsweise Kleinbusse im Juli günstiger geworden. Insbesondere Sportwagen erlebten mit einem Rückgang von mehr als 1,5 Prozent den stärksten Preisnachlass, was auf eine eventuell zurückhaltendere Kauflust in dieser Nische hinweist. Vans, die oftmals von Familien als Reisemobile oder Alltagsfahrzeuge genutzt werden, sind ebenfalls preisgünstiger und liegen derzeit bei rund 24.600 Euro im Durchschnitt.

Das Fahrzeugalter spielt ebenso eine Rolle für die Preisentwicklung, wobei Jahreswagen – Fahrzeuge, die nur wenige Monate bis ein Jahr alt sind – eine Sonderstellung einnehmen. Trotz der insgesamt rückläufigen Nachfrage verzeichnen Jahreswagen eine leichte Preissteigerung, bedingt durch ihre hohe Attraktivität bei Käufern, die nach nahezu neuwertigen Autos mit noch aktuellen Garantien und niedrigem Kilometerstand suchen. Der durchschnittliche Preis dafür liegt bei über 43.000 Euro. Demgegnüber sind Fahrzeuge bis drei Jahre alt und solche im Alter von zehn bis zwanzig Jahren verbreiteterweise günstiger erhältlich. Ältere Fahrzeuge unterliegen tendenziell einem stärkeren Wertverlust, vorbehaltlich Zustand und Laufleistung.

Ein weiterer signifikanter Befund betrifft die Nachfrage nach verschiedenen Fahrzeugtypen während der Sommermonate. Trotz eines allgemeinen Rückgangs des Marktinteresses um rund 1,5 Prozent im Juli gegenüber Juni konnten einige Segmente Zuwächse verzeichnen. Die Nachfrage bei Elektroautos erhöhte sich mit einer Steigerung von knapp acht Prozent am deutlichsten. Kleinwagen und Kompaktklasse-Modelle, die für den urbanen Alltag beliebt sind, konnten ebenfalls mehr Aufmerksamkeit verbuchen. Im Bereich der Jahreswagen stiegen die Suchanfragen um etwa zwei Prozent, was die Bereitschaft zahlreicher Käufer widerspiegelt, sich moderne, dennoch gebrauchte Fahrzeuge zuzulegen.

Interessant ist auch die Entwicklung im Angebotsvolumen: Während die Nachfrage etwas nachlässt, steigt das Angebotsvolumen insgesamt leicht an. Besonders mehr Benziner und Hybridfahrzeuge finden sich mittlerweile im digitalen Fahrzeugmarkt wieder. Das Angebot an Elektrofahrzeugen sank marginal, hingegen haben die älteren Fahrzeuge zwischen zehn und zwanzig Jahren mit einem Zuwachs im Angebot von etwas über vier Prozent eine größere Präsenz gezeigt.

Insgesamt spiegeln diese Entwicklungen die saisonalen Schwankungen und die anhaltenden Trends der Automobilbranche wider. Die Gebrauchtwagenpreise zeigen im Sommer eine vorübergehende leichte Korrektur nach unten, ohne jedoch grundlegende Marktveränderungen zu markieren. Die steigende Nachfrage nach E-Autos und jungen Gebrauchten unterstreicht andererseits die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität und die Bereitschaft der Käufer, für neuwertige Fahrzeuge mehr zu investieren. Die Diversifizierung der Angebote und die regionale Verteilung der Kaufinteressen beeinflussen weiterhin den Gebrauchtwagenmarkt maßgeblich.

Für Interessenten bedeutet dies, dass der Sommer 2025 eine günstige Gelegenheit bieten könnte, um gezielt attraktive Gebrauchtwagen zu erschwinglichen Preisen zu finden. Die zu beobachtenden Bewegungen signalisieren jedoch eine mögliche Preiserholung im Herbst, wenn mehr Käufer ihre Kaufentscheidung treffen und das Angebot wieder gezielter nachfragt. Entsprechend empfehlen Experten, die Entwicklungen im Auge zu behalten und gegebenenfalls schnell auf günstige Angebote zu reagieren.

Die Daten von AutoScout24 bieten mit ihrer großen Reichweite und der Vielzahl an Inseraten eine belastbare Orientierung für die Preisentwicklung auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt. Ergänzende Trends wie politische Rahmenbedingungen, Förderungen für Elktromobilität, wirtschaftliche Entwicklungen und technologische Innovationen werden die zukünftige Entwicklung weiterhin beeinflussen und sollten bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden.