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Spaniens neuer tschechischer Exporstschlager: Produktionsstart des Skoda Epiq in Pamplona

Dritter im Bunde: Skoda startet die Produktion des neuen Epiq im spanischen Pamplona - Bildnachweis; Skoda

Der spanische Befreiungsschlag: Produktion des Skoda Epiq läuft an

Es ist ein offenes Geheimnis der Automobilindustrie: Die wahre Revolution der Elektromobilität entscheidet sich nicht in den abgehobenen Luxussegmenten, sondern im harten, von Centbeträgen diktierten Überlebenskampf der automobilen Einstiegsklasse. Während die Wolfsburger Konzernmutter noch schmerzhafte Debatten über Werksschließungen im Heimatland führt, rollt in Nordspanien klammheimlich die vielleicht wichtigste elektrische Hoffnung des Volkswagen-Konzerns an. Der tschechische Automobilhersteller Skoda hat im Volkswagen-Werk Navarra nahe Pamplona offiziell die Serienproduktion seines neuen Einstiegs-Stromers Epiq gestartet. Dies markiert nicht nur einen Meilenstein für die Marke selbst, sondern ist ein strategisches Lehrstück für die Hebelwirkung der markenübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der sogenannten Brand Group Core des Volkswagen-Konzerns. Nach der aktuellen Generation des Flaggschiffs Superb ist der Epiq erst das zweite Modell im europäischen Portfolio der Tschechen, das außerhalb der tschechischen Stammwerke vom Band läuft, und das allererste Skoda-Modell überhaupt, das in Spanien gefertigt wird.

Technische Spezifikation im DirektvergleichSkoda Epiq 35 EssenceSkoda Epiq 40 EssenceSkoda Epiq 55 EssenceSkoda Epiq 55 Selection
Antriebsart / MotorpositionFront / VornFront / VornFront / VornFront / Vorn
Maximale Systemleistung85 kW (116 PS)99 kW (135 PS)155 kW (211 PS)155 kW (211 PS)
Maximales Drehmoment267 Nm267 Nm290 Nm290 Nm
Batteriekapazität brutto / netto38,5 / 37,5 kWh38,5 / 37,5 kWh55,0 / 51,7 kWh55,0 / 51,7 kWh
Batterietyp (Zellchemie)LFPLFPNMCNMC
Maximale Ladeleistung AC / DC11 kW / 50 kW11 kW / 90 kW11 kW / 133 kW11 kW / 133 kW
Ladezeit DC (10 bis 80 Prozent)33 min25 min24 min23 min
Beschleunigung 0–100 km/h11,0 s9,8 s7,4 s7,1 s
Höchstgeschwindigkeit150 km/h150 km/h160 km/h160 km/h
Maximale Reichweite (WLTP)310 - 315 km315 km435 - 440 km430 - 435 km
Leergewicht fahrfertig (EU)1.542 kg1.542 kg1.544 kg1.625 kg
Kofferraumvolumen normal / max.475 / 1.344 l475 / 1.344 l475 / 1.344 l475 / 1.345 l
Grundpreis Deutschland25.900 Euro27.900 Euro32.100 Euro35.600 Euro

Aber dieser Schritt ist weit mehr als eine logistische Verschiebung. Durch das Auslagern der Produktion nach Spanien hält Skoda wertvolle Kapazitäten für andere stark nachgefragte Modelle in den tschechischen Stammwerken frei und sichert gleichzeitig den schnellen Hochlauf der eigenen Elektro-Offensive. Nach der viel beachteten Weltpremiere des Fahrzeugs in Zürich soll der Epiq das dynamische Einstiegssegment der Elektromobilität besetzen und neue Käuferschichten ansprechen, die ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und hohe Alltagstauglichkeit suchen. Die offizielle Marketing-Erzählung verspricht einen Einstiegspreis von 25.900 Euro in Deutschland und preist den kompakten Crossover als perfekten Alltagsbegleiter an. Ein genauer Blick hinter die Kulissen zeigt jedoch, daß dieser Kampfpreis mit tiefgreifenden technischen Abwägungen, Plattform-Vorgaben und deutlichen Klassen-Unterschieden innerhalb der Modellpalette erkauft wurde.

Skoda-Vorstandschef Klaus Zellmer betonte zum Produktionsstart, daß mit der geballten Kraft der Brand Group Core das rein elektrische Fahren erschwinglicher als je zuvor werde. Das Fahrzeug sei konsequent für den realen Alltag konzipiert. Auch der Hinweis auf die jüngsten Verkaufserfolge von Enyaq und Elroq durfte in seiner Argumentation nicht fehlen, um zu demonstrieren, daß erschwinglicher Fortschritt europäische Kunden begeistert. Produktionsvorstand Andreas Dick hob hervor, daß dieser Schritt die Anpassungsfähigkeit und technologische Stärke des globalen Produktionsnetzwerks unterstreiche. Durch das effiziente Ausbalancieren der Kapazitäten im Konzern könne man die Qualität hoch und die Produktionskosten auf einem konkurrenzfähigen Niveau halten, was den Endkunden direkt zugute komme.

Dritter im Bunde: Skoda startet die Produktion des neuen Epiq im spanischen Pamplona – Bildnachweis: Skoda

Technische Sezierung: Das MEB-Entry-Konzept und seine mechanischen Konsequenzen

Um die technische DNA des Skoda Epiq zu verstehen, muss man tief in den Baukasten des Volkswagen-Konzerns blicken. Im Gegensatz zu den größeren Modellen Enyaq und Elroq, die auf dem klassischen Modularen E-Antriebs-Baukasten mit Heckantrieb basieren, nutzt der Epiq als erstes Skoda-Modell überhaupt die neu entwickelte MEB-Entry-Plattform, die auch als MEB+ Entry bezeichnet wird. Dieser technologische Wechsel ist ein fundamentaler Paradigmenwechsel für die kompakten Elektrofahrzeuge des Konzerns. Der Elektromotor wandert hierbei konsequent an die Vorderachse und treibt ausschließlich die Vorderräder an.

Aus Sicht der Raumökonomie ist dieses Layout ein echter Geniestreich. Durch das Verschieben der gesamten Antriebseinheit nach vorn entfällt der Platzbedarf für einen Elektromotor an der Hinterachse, was den Designern völlig neue Freiheiten bei der Gestaltung des Heckbereichs einräumte. Trotz einer extrem kompakten Außenlänge von nur 4.171 Millimetern, einer Breite von 1.798 Millimetern und einer Höhe von 1.581 Millimetern verfügt der Epiq über einen Radstand von 2.601 Millimetern und ein beachtliches Kofferraumvolumen von 475 Litern. Unter dem Kofferraumboden verbirgt sich eine tief ausgeschnittene Wanne, in der problemlos sperrige Gegenstände verstaut werden können, da dort kein Heckmotor im Weg steht. Klappt man die Rücksitze um, vergrößert sich das Ladevolumen auf 1.344 Liter. Ergänzt wird dieses Platzangebot durch einen praktischen Frunk unter der vorderen Haube, der weitere 25 Liter Platz für das Ladekabel bietet. In Sachen Packaging erreicht der Epiq damit ein Niveau, das selbst manche Fahrzeuge aus höheren Segmenten alt aussehen lässt.

Deshalb müssen anspruchsvolle Autofahrer an anderer Stelle mit konstruktionsbedingten Nachteilen leben. Ein Frontantrieb stößt bei drehmomentstarken Elektromotoren konzeptionell schnell an seine Grenzen, da sich das Gewicht beim Beschleunigen nach hinten verlagert und die vorderen Pneus entlastet. Wer sich für die Spitzenmotorisierung des Epiq mit satten 211 PS entscheidet, muss sich insbesondere bei nasser Fahrbahn auf spürbare Traktionsprobleme einstellen. Das maximale Drehmoment von 290 Newtonmetern zerrt unweigerlich an der Vorderachse, bis die elektronischen Regelsysteme rüde einbremsen. Zudem schränken die Antriebswellen an der gelenkten Vorderachse den maximalen Radeinschlag ein. Mit einem Wendekreis von 10,9 Metern ist der kompakte Epiq in engen Parkhäusern und im dichten Stadtverkehr spürbar ungelenkiger als sein heckgetriebener, aber längerer Bruder ID.3. Auch das Fahrwerk zeigt deutliche Sparmaßnahmen: An der Hinterachse kommt anstelle einer aufwendigen Mehrlenker-Konstruktion eine simple Verbundlenkerachse zum Einsatz. Es steht zu vermuten, daß dieses kostengünstige Setup kurze Querfugen und welligen Asphalt weniger elegant herausfiltert, als man es von anspruchsvolleren Fahrwerks-Konstruktionen gewohnt ist.

Die Batterie-Strategie: Das Spannungsfeld zwischen LFP und NMC

Die Energieversorgung des Skoda Epiq ist streng hierarchisch gegliedert und teilt sich in zwei vollkommen unterschiedliche Batterie-Technologien auf, was die Charakteristik der jeweiligen Modellversionen maßgeblich beeinflusst. Für die Einstiegsmodelle Epiq 35 und Epiq 40 greift der Konzern auf die kostengünstige Lithium-Eisen-Phosphat-Chemie (LFP) zurück. Diese Batterien weisen eine Bruttokapazität von 38,5 Kilowattstunden auf, wovon 37,5 Kilowattstunden netto nutzbar sind. LFP-Akkus gelten als extrem zyklenfest, robust und verzichten vollständig auf teure Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel. Allerdings erkauft man sich diese Vorteile mit einer geringeren Energiedichte und einer ausgeprägten Empfindlichkeit gegenüber niedrigen Temperaturen.

Im winterlichen Alltag führt der erhöhte Innenwiderstand kalter LFP-Zellen zu einer spürbaren Reduzierung der Ladeleistung. Während der Epiq 35 Essence am DC-Schnelllader auf eine maximale Ladeleistung von mageren 50 kW limitiert ist, was den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent auf 33 Minuten dehnt, darf der Epiq 40 Essence immerhin mit bis zu 90 kW Strom ziehen. Hier ist der Standard-Ladehub in akzeptablen 25 Minuten erledigt. Die maximale Reichweite dieser beiden Einstiegsmodelle beziffert Skoda nach WLTP-Standard auf rund 310 bis 315 Kilometer, was im realen Mischbetrieb abseits der Stadtgrenzen eher auf ehrliche 220 bis 250 Kilometer hinauslaufen dürfte.

Gänzlich anders präsentiert sich das Topmodell Epiq 55. Hier kommt ein modernerer Akku mit Nickel-Mangan-Cobalt-Chemie (NMC) zum Einsatz, der eine Bruttokapazität von 55,0 Kilowattstunden (51,7 Kilowattstunden netto) bereitstellt. NMC-Zellen bieten eine signifikant höhere Energiedichte und zeigen sich im Winter deutlich ladefreudiger. Am Hypercharger peakt der Epiq 55 bei respektablen 133 kW DC, wodurch die Batterie in nur 23 bis 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt werden kann. Mit einer maximalen WLTP-Reichweite von bis zu 440 Kilometern qualifiziert sich diese Antriebsversion somit auch für längere Urlaubsreisen, wenngleich das reale Autobahntempo die Reichweite naturgemäß einschränken wird.

Die Modell- und Preishierarchie auf dem deutschen Markt

Deshalb blickt die Fachwelt mit Spannung auf die Preisstruktur, denn der versprochene Kampfpreis von 25.900 Euro für das Basismodell Epiq 35 Essence birgt eine entscheidende Einschränkung. Dieses absolute Einstiegsmodell wird in Deutschland erst ab Ende September 2026 bestellbar sein. Wer also zu den Erstbestellern gehören möchte, muss unweigerlich zu den teureren 55er-Varianten greifen, die bereits seit Mitte Mai orderbar sind. Der preisliche Einstieg verschiebt sich dadurch kurzfristig auf mindestens 32.100 Euro für den Epiq 55 Essence. Ein cleverer Marketingschachzug, der die tatsächlichen Anschaffungskosten für die ersten Kunden spürbar nach oben treibt.

Neben der bereits gut ausgestatteten Selection-Linie für 35.600 Euro, die unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Einparkhilfen an beiden Fahrzeugenden und die Fähigkeit zum bidirektionalen Laden beinhaltet, offeriert Skoda das exklusive Sondermodell Edition Eins für ebenfalls 35.600 Euro. Dieses Sondermodell soll laut Herstellerangaben einen rechnerischen Ausstattungsvorteil von bis zu 2.200 Euro bieten. Optisch unterscheidet sich die Edition Eins durch auffällige 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, orangefarbene Applikationen an Exterieur und Interieur, ein schwarz lackiertes Kontrastdach sowie ein sportliches Multifunktionslenkrad mit hochwertigem Kunstlederbezug. Für Dienstwagenfahrer in Deutschland ist das Fahrzeug steuerlich äußerst attraktiv: Da der Bruttolistenpreis weit unter der magischen Grenze von 70.000 Euro liegt, greift für den Epiq die reduzierte 0,25-Prozent-Dienstwagenversteuerung, was die monatliche Belastung auf ein Minimum reduziert. Zudem lässt sich der Anschaffungspreis durch staatliche E-Auto-Förderungen je nach Haushaltskonstellation und Einkommensgrenzen theoretisch um bis zu 6.000 Euro senken.

Die Neuausrichtung in Pamplona: Synergien im Großformat

Die Produktion des Skoda Epiq im nordspanischen Werk Navarra nahe Pamplona ist Teil einer gigantischen industriellen Transformation des Volkswagen-Konzerns, der den Standort mit einer Investition von rund einer Milliarde Euro vollständig auf die Erfordernisse der Elektromobilität vorbereitet. Das im Jahr 1965 gegründete Werk gehört seit 1984 fest zum Konzern und zeichnet sich historisch durch extrem schlanke Strukturen und eine hohe Fertigungsqualität aus. Die rund 5.000 Mitarbeiter montierten dort bislang ausschließlich kompakte Verbrennermodelle wie den T-Cross und den Taigo mit einer täglichen Ausstoßrate von über 1.400 Fahrzeugen.

Nun wird Pamplona zu einem zentralen Pfeiler der elektrischen Volumenoffensive ausgebaut. Die Fabrik teilt sich die Fertigungsaufgaben der neuen Electric Urban Car Family geschickt mit dem Seat-Werk in Martorell nahe Barcelona, was dem gesamten Vorhaben eine enorme Skalierbarkeit verleiht. Während in Martorell die flacheren Steilheck-Modelle Cupra Raval und der Volkswagen ID. Polo montiert werden, konzentriert sich Pamplona auf die modischen Crossover-Modelle. Neben dem Skoda Epiq wird in naher Zukunft auch dessen direkter Wolfsburger Plattformbruder, der Volkswagen ID. Cross, in Pamplona vom Band laufen und dieselbe hochflexible Fertigungslinie nutzen. Diese enge Verzahnung und die gemeinsame Nutzung von Fertigungskapazitäten senkt die Entwicklungskosten für die gesamte Fahrzeugfamilie um geschätzte 600 Millionen Euro und sichert langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Standorte.

Skodas Doppelstrategie: Vom urbanen Epiq zum Flaggschiff Peaq

Der Produktionsstart des Epiq ist jedoch nur die halbe Wahrheit der tschechischen Elektro-Offensive im Jahr 2026, denn die Marke plant eine radikale Verdoppelung ihres elektrischen Portfolios innerhalb weniger Monate. Am anderen Ende der Modellpalette steht das neue Flaggschiff in den Startlöchern: der Skoda Peaq. Dieses monumentale, siebenstiege SUV wird am 23. Juni 2026 im französischen Monnetier-Mornex seine lang erwartete Weltpremiere feiern und stellt das absolute Kontrastprogramm zum kompakten Epiq dar.

Während der Epiq die urbane Einstiegsklasse bedient, zielt der Peaq mit einer stattlichen Außenlänge von 4,9 Metern und einem Radstand von fast drei Metern auf die anspruchsvolle Premium-Konkurrenz. Der Peaq basiert auf der klassischen MEB-Plattform mit Heck- oder Allradantrieb und nutzt deutlich größere NMC-Batterien mit Kapazitäten von 63 Kilowattstunden im Modell Peaq 60 und bis zu 91 Kilowattstunden brutto im Topmodell Peaq 90. Mit Systemleistungen von 150 kW bis hin zu 220 kW im allradgetriebenen Spitzenmodell Peaq 90x und Reichweiten von weit über 600 Kilometern demonstriert Skoda, wie dehnbar die tschechische Markenidentität in der Ära der Elektromobilität geworden ist. Diese fundamentale Spreizung zwischen dem bodenständigen Epiq aus spanischer Produktion und dem luxuriösen Peaq-Flaggschiff soll sicherstellen, daß Skoda-Kunden unabhängig vom Budget die freie Wahl zwischen klassischem Verbrennungsmotor und rein elektrischem Antrieb erhalten.

Deutschlands Importmeister: Skoda auf historischem Erfolgskurs

daß diese ambitionierte Modellpolitik auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament steht, beweisen die jüngsten Absatzzahlen der tschechischen Traditionsmarke, die sich zu einem echten Exporstschlager auf dem europäischen Markt entwickelt hat. Im vergangenen Jahr verzeichnete Skoda Auto Deutschland mit 226.472 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 7,9 Prozent das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte und behauptete sich zum siebzehnten Mal in Folge als unangefochtene Importmarke Nummer eins auf dem hart umkämpften deutschen Markt. Weltweit lieferte das Unternehmen im selben Zeitraum über 1.040.000 Fahrzeuge an Kunden aus und festigte damit seine Rolle als treibende Kraft innerhalb der volumenstarken Markengruppe Core des Volkswagen-Konzerns.

Zudem fungiert Skoda längst nicht mehr nur als reiner Fahrzeughersteller, sondern hat sich zu einem technologischen Zulieferer innerhalb des Konzernverbunds entwickelt. In den tschechischen Stammwerken fertigt und entwickelt Skoda eigenständig hochkomplexe MEB-Batteriesysteme, hocheffiziente Motoren und manuelle Schaltgetriebe für andere Konzernmarken. Diese technologische Unabhängigkeit gepaart mit dem pragmatischen Designansatz Modern Solid soll nun auch dem neuen Epiq den Weg ebnen, um im hart umkämpften Crossover-Segment gegen etablierte Konkurrenten wie den Renault 5 oder den Citroen e-C3 zu bestehen.

Kritische Würdigung und Fazit: Ein gelungener Kompromiss?

Aus Sicht der Redaktion bleibt allerdings ein leiser Zweifel bestehen, ob die Entscheidung für den Frontantrieb bei den leistungsstarken 211-PS-Versionen des Skoda Epiq im realen Fahralltag nicht einen zu großen Kompromiss darstellt. Wer die volle Leistung der Elektromaschine abruft, wird die physikalischen Grenzen der Vorderachse insbesondere bei widrigen Witterungsverhältnissen rasch ausloten – hier wäre ein feinfühliger Heckantrieb, wie ihn die größeren Plattformbrüder bieten, die fahrphysikalisch deutlich harmonischere Lösung gewesen. Auch das starre Festhalten an einer einfachen Verbundlenker-Hinterachse zeigt unmissverständlich, an welchen Stellen der Rotstift der Konzerncontroller angesetzt wurde, um den anvisierten Einstiegspreis überhaupt realisieren zu können.

Dennoch ist das Gesamtpaket des Epiq ein extrem starkes Statement gegen die aufstrebende Konkurrenz aus Asien. Skoda beweist einmal mehr, daß man die Kunst des weglassens beherrscht, ohne daß das Endergebnis billig wirkt. Das herausragende Packaging mit 475 Litern Kofferraumvolumen auf Kleinwagen-Niveau ist schlichtweg Benchmark in dieser Klasse und verkörpert die traditionellen Stärken der Marke perfekt in der elektrischen Ära. Wer über die leichten Traktionsschwächen des Frontantriebs hinwegsehen kann und bereit ist, für die langstreckentaugliche NMC-Batterie den fälligen Aufpreis zu zahlen, erhält mit dem Epiq ein durchdachtes, geräumiges und absolut konkurrenzfähiges Elektroauto, das das Potenzial hat, die automobile Einstiegsklasse nachhaltig zu demokratisieren.