Keine Fahrräder mehr: Porsche treibt Fokussierung auf Kerngeschäft weiter voran - Bildnachweis: Porsche
Porsches Rückkehr zur sportlichen Exzellenz: Eine tiefgreifende Analyse der strategischen Neuausrichtung und des Fokus auf das Kerngeschäft unter Dr. Michael Leiters
In der wechselhaften Geschichte der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG markiert das Jahr 2026 eine Zäsur, die in ihrer Tragweite kaum überschätzt werden kann. Während die Automobilindustrie weltweit mit den Erschütterungen der Transformation zur Elektromobilität, geopolitischen Instabilitäten und volatilen Märkten kämpft, hat man in Zuffenhausen eine Entscheidung getroffen, die als Befreiungsschlag aus der Umklammerung einer allzu expansiven Diversifizierung gewertet werden kann. Die Ära des früheren CEO Oliver Blume, der das Unternehmen ein Jahrzehnt lang führte und den erfolgreichen Börsengang sowie die erste Phase der Elektrifizierung verantwortete, ist in eine neue Phase übergegangen, in der Blume sich nun vollumfänglich seinen Aufgaben als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns widmet. Am 1. Januar 2026 übernahm Michael Leiters das Steuer bei Porsche. Ein Mann, dessen Vita bei Ferrari und McLaren keinen Zweifel daran lässt, daß die künftige Ausrichtung des Sportwagenherstellers kompromisslos auf technischer Exzellenz, Markenexklusivität und einer Rückbesinnung auf das eigentliche Kerngeschäft basieren wird. Diese Neuausrichtung ist keine bloße Reaktion auf kurzfristige Marktschwankungen, sondern das Ergebnis einer schmerzhaften Analyse des Geschäftsjahres 2025, in dem Porsche mit massiven Ergebnisbelastungen und einem dramatischen Einbruch der operativen Umsatzrendite konfrontiert war. Unter dem Leitbild der Strategie 2035 wird das Unternehmen nun konsequent entschlackt, beschleunigt und in seinen Strukturen so rekalibriert, daß die Begehrlichkeit der Produkte wieder über dem reinen Volumen steht.

Die ökonomischen Realitäten hinter der strategischen Wende
Die Notwendigkeit für diesen radikaln Kurswechsel wird beim Blick auf die Finanzkennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2025 deutlich, die als einer der schwierigsten Zeiträume in der jüngeren Unternehmensgeschichte gelten müssen. Der Konzernumsatz reduzierte sich auf 36,27 Milliarden Euro, was einem Rückgang von etwa 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Weitaus besorgniserregender war jedoch der Einbruch des operativen Konzernergebnisses von 5,64 Milliarden Euro auf lediglich 413 Millionen Euro. Diese Entwicklung führte zu einer operativen Konzernumsatzrendite von nur noch 1,1 Prozent, ein Wert, der weit entfernt von den ursprünglichen Ambitionen und dem Selbstverständnis der Marke liegt. Ursächlich für diesen Rückgang waren außerordentliche Aufwendungen in einer Gesamthöhe von rund 3,9 Milliarden Euro. Diese setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen, die die Komplexität der aktuellen Transformation widerspiegeln. Rund 2,4 Milliarden Euro entfielen auf die Neuausrichtung der Produktstrategie und die damit verbundene Reskalierung des Unternehmens. Weitere 700 Millionen Euro wurden durch zusätzliche Belastungen im Bereich der Batterieaktivitäten verursacht, während die Einführung von US-Importzöllen das Ergebnis mit ebenfalls 700 Millionen Euro belastete. Trotz dieser massiven Belastungen betont das Management, daß diese einmaligen Effekte notwendig seien, um die langfristige Profitabilität und Resilienz des Unternehmens zu sichern. Der durchschnittliche Erlös pro Fahrzeug konnte im Automobilsektor sogar auf 121.000 Euro gesteigert werden, was unterstreicht, daß die Preisgestaltung und die Markenmacht trotz der Absatzschwierigkeiten intakt geblieben sind.

Der Rückzug aus der Batterieproduktion: Das Ende der Cellforce-Ambitionen
Ein zentrales Symbol der neuen Nüchternheit ist das Schicksal der Cellforce Group GmbH. Ursprünglich als prestigeträchtiges Leuchtturmprojekt für die deutsche Batteriezellfertigung gestartet, sollte die Tochtergesellschaft in Kirchentellinsfurt Hochleistungszellen für die anspruchsvollsten Sportwagen von Porsche produzieren. Die ursprüngliche Vision sah den Aufbau einer Anlauffabrik mit einer Kapazität von etwa einer Gigawattstunde vor, die später an einem zweiten Standort massiv skaliert werden sollte. Doch die Realität der globalen Lieferketten und die fehlenden Skaleneffekte haben diese Pläne zunichte gemacht. Porsche-Entwicklungschef Dr. Michael Steiner musste einräumen, daß das geplante Geschäftsmodell unter den sich fundamental veränderten Rahmenbedingungen wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Die technische Entwicklung von Zellen mit siliziumbasierten Anoden erwies sich in der Pilotfertigung als weitaus komplexer als angenommen, was insbesondere bei der Skalierung zu hohen Ausschussraten führte. Da Porsche seine Fahrzeuge fast ausschließlich in Europa produziert, hätte eine Skalierung der Zellproduktion an Standorten in Nordamerika, trotz verlockender Subventionen, logistisch wenig Sinn ergeben, da der Transport der Zellen über den Atlantik die Kostenposition weiter verschlechtert hätte.

Infolgedessen wird die eigenständige Produktion von Batteriezellen durch Cellforce eingestellt. Das Unternehmen wird künftig als reine Forschungs- und Entwicklungseinheit fungieren, die sich auf die Zell- und Systementwicklung konzentriert. Dieser Schritt ist mit einem schmerzhaften Personalabbau verbunden, von dem rund 200 der ursprünglich 286 Mitarbeiter in Kirchentellinsfurt betroffen sind. Die Nachricht traf die Belegschaft hart, insbesondere da viele Mitarbeiter in der Überzeugung an das Projekt herangetreten waren, die Zukunftstechnologie Batterie in Deutschland mitzugestalten. Die IG Metall kritisierte den Prozess scharf und wies darauf hin, daß die Beschäftigten teilweise erst aus den Medien vom drohenden Aus erfuhren, während das Management noch kurz zuvor neue Mitarbeiter eingestellt hatte. Die Abschreibungen auf die Produktionsanlagen von Cellforce belasten die Bilanz von Porsche allein im Jahr 2025 mit rund 295 Millionen Euro, während die gesamten Sonderaufwendungen für die Batterieaktivitäten auf bis zu 1,3 Milliarden Euro geschätzt werden. Dieser Rückzug markiert eine 180-Grad-Wende in der E-Mobilitätsstrategie des Konzerns, der nun verstärkt auf externe Partnerschaften und die Kompetenzen des Volkswagen Konzerns setzt, statt die gesamte Wertschöpfungskette im Alleingang abzudecken.

Das Platzen der Mikro-Mobilitätsblase: Porsche eBike Performance
Parallel zum Rückzug aus der Batterieproduktion beendete Porsche im Mai 2026 auch seine Ambitionen im Bereich der elektrischen Mikro-Mobilität. Die Porsche eBike Performance GmbH, die durch die Übernahme des Antriebsspezialisten Fazua und des kroatischen Herstellers Greyp entstanden war, wird aufgelöst. Diese Entscheidung betrifft rund 360 Mitarbeiter an den Standorten Ottobrunn bei München und Zagreb. Noch vor wenigen Jahren klangen die Pläne von Porsche in der Fahrradbranche äußerst ambitioniert: Mit dem Know-how von Fazua wollte man zum führenden Anbieter von Premium-E-Bike-Antriebssystemen aufsteigen. Doch der Markt für E-Bikes hat sich dramatisch gewandelt. Nach Jahren des explosiven Wachstums kämpfen viele Marken heute mit sinkender Nachfrage, massiven Überbeständen und einem aggressiven Preisdruck. Der Antriebsmarkt wird zunehmend von wenigen großen Playern wie Bosch und Shimano dominiert, was es für einen Nischenanbieter wie Porsche eBike Performance extrem schwierig und kostspielig machte, wettbewerbsfähige Systeme in Serie zu produzieren.

Der frisch gekürte CEO Michael Leiters betonte, daß der Fokus wieder voll auf dem Kerngeschäft Automobil liegen müsse, was schmerzhafte Einschnitte bei den Tochtergesellschaften unumgänglich mache. Für bestehende Kunden und Partner von Fazua versicherte Porsche, daß der Service und die Ersatzteilversorgung langfristig gesichert bleiben. Dennoch hinterlässt die Schließung tiefe Spuren in der Branche und zeigt, daß technologische Synergien zwischen dem Automobilbau und der Mikro-Mobilität oft überschätzt werden. Der Rückzug aus der Mikro-Mobilität steht im Einklang mit dem geplanten Verkauf der Anteile an Bugatti Rimac und der Rimac Group, womit Porsche sich konsequent von Beteiligungen trennt, die nicht unmittelbar zum Kern der Marke gehören.
Software-Konsolidierung und das Ende von Cetitec
Auch im Bereich der Softwareentwicklung zieht Porsche Konsequenzen aus der veränderten Marktsituation. Die Cetitec GmbH in Pforzheim, die 2019 übernommen wurde, um die Kompetenz bei der Vernetzung von Steuergeräten und modernen Software-Architekturen zu stärken, wird ebenfalls nicht weitergeführt. Dieser Schritt betrifft rund 60 Mitarbeiter in Deutschland und 30 in Kroatien. Während Cetitec ursprünglich als wichtiger Partner für die neue Elektronik-Architektur galt, haben sich die Entwicklungsschwerpunkte innerhalb des Volkswagen Konzerns verschoben. Die strategische Neuausrichtung sieht eine engere Integration der Software-Aktivitäten direkt bei Porsche sowie eine stärkere Nutzung der Ressourcen von CARIAD vor, der zentralen Software-Einheit des Volkswagen Konzerns. Die Auflösung von Cetitec verdeutlicht das Bestreben, die Komplexität in der Entwicklung zu reduzieren und Doppelstrukturen innerhalb des Konzerns abzubauen.
Strategie 2035: Die Vision von Michael Leiters
Unter der Führung von Michael Leiters hat Porsche die Strategie 2035 entwickelt, die das Unternehmen wieder zu alter Stärke führen soll. Leiters, der als ausgewiesener Experte für Hochleistungssportwagen gilt, setzt auf drei zentrale Säulen: Marke und Kunde, ein gestrafftes Produktportfolio sowie organisatorische Effizienz. Das Prinzip „Value over Volume“ steht dabei über allem. In Märkten wie China, wo der Wettbewerb im Elektro-Luxussegment extrem hart ist, verzichtet Porsche bewusst auf Volumenwachstum um jeden Preis, um die Preisstabilität und die Exklusivität der Marke zu schützen. Die operative Struktur des Unternehmens soll schlanker und schneller werden, indem Hierarchien abgebaut und bürokratische Hürden beseitigt werden.
Ein wesentlicher Teil dieser Strategie ist die Ausweitung des Portfolios in noch margenstärkere Segmente. Leiters plant Modelle und Derivate, die sowohl oberhalb der heutigen zweitürigen Sportwagen als auch oberhalb des Cayenne angesiedelt sind, wie etwa das Projekt K1, ein neues vollelektrisches Flaggschiff-SUV. Gleichzeitig wird die Vielfalt bei Derivaten mit geringer Nachfrage reduziert, um die Komplexität in der Produktion und Entwicklung zu senken. Porsche bekennt sich weiterhin zur Elektromobilität, bleibt aber technologisch offen und bietet bis weit in die 2030er Jahre hinein in jedem Segment einen Mix aus Verbrennungsmotoren, Hybriden und vollelektrischen Antrieben an.

Technologische Speerspitze: Der 911 T-Hybrid als neue Doktrin
Dass technologische Exzellenz auch im Zeitalter der Elektrifizierung den Kern von Porsche ausmacht, beweist die Einführung des neuen 911 Carrera GTS mit T-Hybrid-Technologie. Dieses System ist grundlegend anders konzipiert als die E-Hybrid-Modelle von Panamera oder Cayenne. Statt auf rein elektrisches Fahren setzt der T-Hybrid auf maximale Performance und Gewichtsoptimierung. Das Herzstück ist ein neu entwickelter 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor, der durch einen elektrischen Abgasturbolader und einen in das PDK-Getriebe integrierten Elektromotor unterstützt wird. Der elektrische Turbo nutzt einen integrierten Elektromotor zwischen Verdichter- und Turbinenrad, um den Lader in Sekundenbruchteilen auf Drehzahl zu bringen und so das Turboloch vollständig zu eliminieren. Gleichzeitig kann der Elektromotor im Turbolader als Generator fungieren und überschüssige Energie aus dem Abgasstrom zurückgewinnen, die dann in einer kompakten 400-Volt-Batterie gespeichert wird.
Diese Batterie ist mit einem Gewicht von nur 27 Kilogramm etwa so groß wie eine herkömmliche 12-Volt-Starterbatterie, speichert aber 1,9 kWh Energie. Die zusätzliche Leistung des Getriebemotors von 40 kW (54 PS) sorgt für ein unmittelbares Ansprechverhalten beim Anfahren und unterstützt den Verbrenner bei Volllast. Ein weiterer technischer Clou ist der Entfall des klassischen Riemenantriebs für Nebenaggregate. Klimakompressor und Wasserpumpe werden nun elektrisch betrieben, was den Motor kompakter macht und Raum für die Hybrid-Elektronik schafft. Mit einer Systemleistung von 398 kW (532 PS) und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,0 Sekunden setzt der 911 T-Hybrid neue Maßstäbe für Straßensportwagen, ohne das Gewicht übermäßig in die Höhe zu treiben. Auf der Nürburgring Nordschleife war das neue Modell mit einer Zeit von 7:16,934 Minuten fast neun Sekunden schneller als sein Vorgänger.
Die Marktsituation in Deutschland und die Bedeutung des Standorts Hannover
Trotz der globalen Ausrichtung bleibt Deutschland ein entscheidender Markt und Standort für Porsche. Im Jahr 2025 wurden im Heimatmarkt 29.968 Fahrzeuge an Kunden übergeben. Zwar entsprach dies einem Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, doch zeigten die Zahlen zum Jahresauftakt 2026 mit einem Plus von 4 Prozent eine positive Tendenz. In Norddeutschland kommt dem Porsche Zentrum Hannover eine besondere strategische Bedeutung zu. Das Sportwagenzentrum Petermax Müller in der Podbielskistraße gilt als eines der modernsten und leistungsfähigsten Zentren in Deutschland. Die Geschichte des Standorts reicht bis ins Jahr 1951 zurück, als der Porsche-Dienst in der Hildesheimer Straße begann. Heute ist das Zentrum Teil der Volkswagen Group Retail Deutschland und dient als wichtiger Anlaufpunkt für eine anspruchsvolle Klientel in Niedersachsen.
Das Porsche Zentrum Hannover hat sich konsequent auf die Anforderungen der Elektromobilität vorbereitet. Neben einer umfassenden Ladeinfrastruktur wurde das Personal speziell für die Wartung und den Service von Hochvolt-Fahrzeugen wie dem Taycan und dem neuen vollelektrischen Macan qualifiziert. Die aktuelle Marktsituation in der Region Hannover ist geprägt von einem hohen Interesse an exklusiven Individualisierungen über die Porsche Exclusive Manufaktur. Kunden in Norddeutschland schätzen die Beständigkeit der Marke und reagieren positiv auf die technologische Offenheit der neuen Produktstrategie. Der Standort Hannover fungiert dabei nicht nur als Verkaufsstelle, sondern als emotionaler Ankerpunkt für die Community, was sich auch in Investitionen in Nachhaltigkeit, wie etwa einer eigenen Photovoltaikanlage am Standort, widerspiegelt.

Herausforderungen in den globalen Kernmärkten: USA und China
Die Neuausrichtung von Porsche ist auch eine direkte Antwort auf die massiven Veränderungen in den beiden größten Einzelmärkten USA und China. In Nordamerika, der nach wie vor größten Vertriebsregion, führten importbedingte Verzögerungen und das Auslaufen von Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge zu Schwankungen im Absatz. Trotz eines Rückgangs der Auslieferungen im ersten Quartal 2026 um 11 Prozent auf 18.344 Fahrzeuge bleibt die Nachfrage nach der Markenikone 911 ungebrochen hoch.
Wesentlich komplexer stellt sich die Situation in China dar. Hier verzeichnete Porsche im Jahr 2025 einen massiven Absatzrückgang von 42 Prozent. Der chinesische Markt ist durch einen extrem schnellen Hochlauf der Elektromobilität und einen intensiven Wettbewerb durch einheimische Premium-Anbieter gekennzeichnet, die insbesondere im Bereich der digitalen Features und Software-Integration neue Standards setzen. Porsche reagiert darauf mit einer konsequent wertorientierten Absatzsteuerung. Statt Marktanteile durch Rabatte zu erkaufen, die das Markenimage langfristig beschädigen könnten, hält man an der Preisstabilität fest und setzt auf die Einführung hochmoderner elektrifizierter Modelle wie dem Cayenne Electric, der im November 2025 Weltpremiere feierte. Dieser Elektro-Cayenne ist mit einer 113-kWh-Batterie und einer Systemleistung von 400 kW in der S-Variante das leistungsstärkste SUV in der Geschichte der Marke und soll neue Maßstäbe bei der Ladeleistung setzen.
Die Transformation des Modellportfolios und preisliche Positionierung
Die schrittweise Umstellung des Portfolios auf Elektroantriebe wird trotz der strategischen Rekalibrierung konsequent vorangetrieben. Der vollelektrische Macan, der 2025 erfolgreich eingeführt wurde, verzeichnete bereits im ersten Jahr über 45.000 Auslieferungen, was mehr als der Hälfte des gesamten Macan-Absatzes entsprach. Gleichzeitig wird der Verbrenner-Macan in Märkten außerhalb der EU noch bis Sommer 2026 weiterproduziert, um die weltweite Nachfrage zu bedienen. Die Baureihe 718 (Boxster und Cayman) wurde im Oktober 2025 eingestellt, um Platz für den vollelektrischen Nachfolger zu schaffen, der in Kürze erwartet wird.
Die Preisgestaltung spiegelt den exklusiven Charakter der Marke wider. In Deutschland starten die Einstiegspreise für den Macan Electric bei 81.200 Euro, während der Taycan ab 102.600 Euro erhältlich ist. Die Sportwagenikone 911 beginnt bei 136.300 Euro für das Carrera Coupé und reicht bis zu 271.000 Euro für den Turbo S. Diese Preispolitik unterstreicht das Ziel, über eine hohe Marge pro Fahrzeug die Rentabilität zu sichern, auch wenn die absoluten Absatzzahlen moderat bleiben.
Ausblick: Auf dem Weg zu Porsche-adäquaten Margen
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Porsche eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage. Trotz anhaltender Belastungen durch die Umbaumaßnahmen im hohen dreistelligen Millionenbereich prognostiziert das Unternehmen eine operative Umsatzrendite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent bei einem Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro. Die EBITDA-Marge im Automobilsektor soll auf Werte zwischen 15 und 17 Prozent steigen. Mittelfristig hält Porsche an seinem Ziel fest, zu einer Umsatzrendite von 17 bis 19 Prozent zurückzukehren.
Die Strategie von Michael Leiters ist klar: Porsche wird wieder zu dem, was es am besten kann – einer hocheffizienten Sportwagenschmiede, die technische Grenzen verschiebt und dabei finanziell extrem belastbar ist. Die Abkehr von Randaktivitäten wie der eigenen Zellmassenproduktion oder E-Bike-Antrieben ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck einer unternehmerischen Reife, die erkennt, daß in Zeiten des Wandels nur derjenige überlebt, der seine Ressourcen auf seine wahren Stärken konzentriert. Mit dem 911 T-Hybrid hat Porsche bewiesen, daß die Seele der Marke auch in einer elektrifizierten Welt weiterlebt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese Besinnung auf das Kerngeschäft ausreicht, um die begehrteste Luxusmarke der Automobilwelt zu bleiben, doch die aktuellen Weichenstellungen unter Michael Leiters lassen die Fans und Investoren gleichermaßen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Porsche ist bereit für das nächste Kapitel – schlanker, schneller und begehrlicher als je zuvor.

Ähnliche Berichte
Luxuskombi unter Strom: Der Porsche Taycan 4S Cross Turismo (2026) im Fahrbericht
Rekordjagd im Windschatten von Stellantis: Leapmotor knackt die nächste Marke
Später Konter mit französischer Hilfe: Wie Ford das europäische Pkw-Geschäft radikal umbaut