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Subarus Elektro-SUV Solterra MJ 2026 meldet sich mit 343 PS zurück

Subaru Solterra MJ 2026: Vollelektrisches SUV-Modell in allen Bereichen verbessert und ab Mai 2026 bei den Händlern - Bildnachweis: Subaru

Mehr Dampf, mehr Zugkraft, mehr Reichweite 

Manche Autos brauchen eine zweite Chance, um wirklich zu beweisen, dass sie mehr sind als nur ein Pflichtprogramm für die Flottenstatistik. Der Subaru Solterra startete vor rund drei Jahren als erster vollelektrischer Gehversuch der Marke, blieb jedoch in einigen Disziplinen hinter den hohen Erwartungen der treuen Fangemeinde und der technikaffinen Konkurrenz zurück. Für das Modelljahr 2026 haben die Japaner nun tief in die Struktur der e-Subaru Global Platform eingegriffen, um das SUV fit für eine ambitionierte Elektro-Offensive zu machen. Es geht dabei um weit mehr als nur ein optisches Facelift. Es geht um die Beseitigung konzeptioneller Schwächen bei der Ladeleistung und die Implementierung einer Performance, die man bisher eher von den sportlichen Verbrennern der Marke kannte.

Technik-Kur für den Antriebsstrang

Das Herzstück der Überarbeitung betrifft die Leistungsentfaltung und die Effizienz der Antriebseinheiten. Verfügte das bisherige Modell noch über eine eher verhaltene Systemleistung von 160 kW, so katapultiert die Modellpflege den Solterra in eine neue Liga. Die beiden E-Achsen an Vorder- und Hinterachse leisten nun kombiniert 252 kW, was einer stolzen Ausbeute von 343 PS entspricht. Aber Leistung allein ist im Elektro-Zeitalter nur die halbe Wahrheit. Deshalb hat Subaru die Motorensteuerung grundlegend renoviert und setzt nun auf fortschrittliche Siliziumkarbid-Halbleiter, die Verluste minimieren und das Ansprechverhalten schärfen.

Wie Subaru dem Solterra das Schnellladen im Winter beigebracht hat

In der Praxis resultiert dieser Zuwachs in einem deutlich souveräneren Vorwärtsdrang. Der Standardsprint auf 100 km/h gelingt nun in 5,1 Sekunden, was für ein Fahrzeug dieser Gewichtsklasse einen beachtlichen Sprung darstellt. Dennoch bleibt die Frage, ob diese Dynamik auch auf Langstrecken Bestand hat. Subaru verspricht hier eine Steigerung der Reichweite um 10 Prozent auf nunmehr 511 Kilometer nach WLTP-Norm. Dies ist jedoch kein Resultat eines massiv vergrößerten Akkus (die Kapazität beträgt nun 73,1 kWh), sondern vielmehr das Ergebnis eines optimierten Thermomanagements und einer verbesserten Aerodynamik im Frontbereich.

Der Kampf gegen das Coldgate

Ein kritischer Punkt bei frühen Elektrofahrzeugen von Subaru und dem Kooperationspartner Toyota war die Ladeperformance bei niedrigen Temperaturen. Hier setzt das Modelljahr 2026 mit einer neu integrierten Batterievorkonditionierung an. Ein Wasser-Wärmetauscher sorgt dafür, dass die Hochvoltbatterie bereits auf dem Weg zur Schnellladestation auf die optimale Betriebstemperatur gebracht wird. Subaru gibt an, dass die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent nun in knapp 30 Minuten realisiert werden kann, und das selbst bei widrigen Außentemperaturen von minus 10 Grad Celsius.

Besonders für den deutschen Markt ist zudem die Einführung eines optionalen 22 kW Bordladegeräts für das Wechselstrom-Laden (AC) relevant. In drei der vier Ausstattungslinien lässt sich der Solterra damit an der heimischen Wallbox oder öffentlichen Ladesäulen in weniger als 4 Stunden vollständig füllen. Das ist ein technischer Vorteil, den viele Wettbewerber in diesem Segment nach wie vor vermissen lassen. Es bleibt abzuwarten, ob die versprochene Ladekurve in der harten Realität des deutschen Winters tatsächlich so stabil bleibt, wie die Pressemeldungen suggerieren.

Allrad-Kompetenz und Offroad-Anspruch

Ein Subaru ohne ernsthafte Geländegängigkeit wäre für die Stammkundschaft undenkbar. Deshalb wurde das softwaregesteuerte AWD-System für 2026 nochmals verfeinert. Die Drehmomentverteilung zwischen den Achsen erfolgt nun intuitiver und reagiert schneller auf Schlupf, was besonders auf Schnee und Eis für Stabilität sorgt. Mit einer Bodenfreiheit von 211 Millimetern und dem bewährten X-Mode-System mit Grip Control positioniert sich der Solterra als einer der wenigen echten Geländegänger unter den Elektro-SUVs.

Die technologische Aufrüstung macht auch vor der Anhängelast nicht halt. War der Vorgänger mit 750 Kilogramm eher für den Fahrradträger als für den echten Hängerbetrieb geeignet, so verdoppelt sich dieser Wert nun auf 1.500 Kilogramm bei einer Steigung von 12 Prozent. Das macht den Wagen endlich für eine breitere Zielgruppe interessant, etwa für Pferdebesitzer oder Camper, die bisher vergeblich nach einer elektrischen Alternative im Subaru-Portfolio suchten.

Interieur und Sicherheitsarchitektur

Im Innenraum fallen die Änderungen dezenter, aber funktional aus. Das auffällige 14-Zoll-Infotainment-Display ist nun das zentrale Steuerelement, während die Instrumententafel für eine bessere Ergonomie überarbeitet wurde. Ein neues Panoramadach ohne Mittelstrebe soll das Raumgefühl verbessern, wobei man sich fragen muss, ob dies nicht zu Lasten der Torsionssteifigkeit geht. Subaru verneint dies unter Verweis auf die verstärkte e-Subaru Global Platform.

In Sachen Sicherheit erweitert der Hersteller das bereits umfangreiche EyeSight-Paket. Die 360-Grad-Panoramakamera bietet nun eine Unterbodenansicht, was im Gelände wertvolle Dienste leistet. Zudem wurde der Akustikkomfort durch den Einsatz von Akustikglas und zusätzlichen Dämmmaterialien in den Radkästen optimiert, um das typische Abrollgeräusch von Elektroautos zu minimieren.

Preisstruktur und Marktstart

Der neue Solterra wird ab Mai 2026 bei den deutschen Händlern stehen. Preislich positioniert Subaru das Modell trotz der massiven Leistungssteigerung konkurrenzfähig. Der Einstieg beginnt bei 45.990,00 Euro für die Basisversion. Für die gehobenen Ansprüche stehen die Varianten Comfort, Platinum und Platinum Plus zur Wahl, wobei letztere alle technischen Highlights inklusive des 22 kW Laders serienmäßig an Bord haben. Ein voll ausgestatteter Solterra in der Top-Konfiguration dürfte die Marke von 55.000 Euro überschreiten, was in Anbetracht der gebotenen 343 PS und der Allradtechnik ein marktübliches Angebot darstellt.

Aber der Solterra ist nur der Anfang. Das Modelljahr 2026 markiert den Startschuss für eine größere Offensive, die mit dem kompakten SUV Uncharted und dem Flaggschiff E-Outback fortgesetzt wird. Es bleibt das Gefühl, dass Subaru erst jetzt, mit dem zweiten Anlauf beim Solterra, wirklich in der elektrischen Ära angekommen ist. Ob die Technik-Updates ausreichen, um gegen die europäische und koreanische Übermacht zu bestehen, wird erst ein ausführlicher Vergleichstest klären können.