Testbericht: Fiat 500X Urban 120th Edition mit 120 PS

30. November 2019 23:05 Autor:
Im Test der Fiat 500X Urban 120th Edition

 

Knuddel-SUV mit neuem 3-Zylinder-Motor im Test

Für das aktuelle Modelljahr hat Fiat den 500X optisch aufgefrischt und technisch überarbeitet. Damit soll der sympathische Italiener auch in der zweiten Lebenshälfte die Kunden anlocken, die aus einer immer breiteren Auswahl an Fahrzeugen in dieser Klasse wählen können. Der 500X weist im Fiat-Modellprogramm die höchste Eroberungsquote auf und wurde in fünf Jahren über 500.000-mal gebaut. Mit dem namensgebenden Urahn hat der Fiat 500X nicht viel zu tun: Die Technik teilt er sich mit dem Jeep Renegade. Optisch handelt es sich um den SUV-Ableger des neuzeitlichen Fiat 500. Der konsequente Retro-Stil benötigte zum Facelift nur wenige aber gezielte Modifikationen. Zu erkennen gibt sich das Facelift er an der leicht adaptierten Frontpartie und den Rückleuchten, die jetzt im Stil des Fiat 500 gehalten sind. In ihrer Mitte befindet sich ein Viereck in Wagenfarbe. Damit ist die Familienverwandtschaft noch deutlicher sichtbar. Die Stoßstangen und der Unterfahrschutz wurden ebenfalls modifiziert. Und beim Interieur fallen das neue Lenkrad und neue Instrumente auf. Wer mag, kann seinen 500X auch noch durch diverse Individualisierungen weiter aufhübschen. Je nach Kombination von Sitzbezügen, Verkleidungen und Farben sind sieben unterschiedliche Versionen des Innenraums möglich“, so ein Fiat-Sprecher. Geblieben sind auf jeden Fall der knuffige Look und der italienische Charme.

 

Fiat 500X Urban 120th Edition
Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Die Auffrischung hat dem Fiat 500X auf jeden Fall sehr gut getan. Der 500X ist zweifelsfrei schicker geworden. Die vom klassischen 500er übernommene Knuff-Optik mit markanten „Vier-Augen-Gesicht“ macht aus seiner Zugehörigkeit zur 500er-Baureihe keinen Hehl. Dabei ist er zwar auch rundlich, aber insgesamt kantiger als der klassische Fiat 500. Besonders markant verlängert der Dachspoiler dynamisch die Dachkante des X.

Optisch wirkt der 500X wieder sehr frisch und gefällt mit einem insgesamt sehr guten guten Preis-/Leistungsverhältnis. Auch das Design kann innen wie außen überzeugen, und man fühlt sich auf allen Wegen sehr wohl. Der neue Turbo-Motor ist für alle, die gemächlich ans Ziel kommen wollen, eine gute Wahl. Wer es gerne sportlicher möchte, sollte aber zum stärkeren 4-Zylinder-Motor greifen, der außerhalb der Stadt sicher mehr Agilität bietet.

Interieur

Insgesamt erweisen sich die Platzverhältnisse als ausreichend. Die erhöhte Sitzposition garantiert mehr Übersicht und steigert das passive Sicherheitsgefühl zusätzlich. Der Arbeitsplatz des Fahrers wirkt aufgeräumt. Alle Bedienfunktionen erschliessen sich intuitiv und schnell. Die Kopffreiheit ist im Fiat 500X vorbildlich. So finden zumindest auch vorne zwei großgewachsene Zwei-Meter-Mitmenschen problemlos Platz. Dies sieht man dem kompakten Italiener nun wirklich nicht an. Die konturierten Sitze des Fiat 500X erwiesen sich als bequem, wenn auch nicht uneingeschränkt langstreckentauglich. Hinten geht es etwas enger zu, vor allem für die Beine sucht man knieverdrehend Platz, wenn vorne größere Personen sitzen. Der Kofferraum wirkt größer als es die angegebenen 350 Liter vermuten lassen. Der Kofferraum mit 350 Litern Ladekapazität oder 1.000 Liter bei Verzicht auf die Rücksitze, spielt im direkten Vergleich mit seinen Wettbewerbern im unteren Mittelfeld. Das Infotainmentsystem hatte Fiat bereits vor dem großen Facelift erneuert. Der Touchscreen in sieben Zoll ist zwar nicht der Größte, kann aber mit einer einfachen und guten Bedienung samt guter Darstellung punkten. Die Tuben des Kombiinstruments sowie der Schaltknauf erinnern an Performance-Modelle anderer Marken. Zudem werden viele Detaillogos des Namenszusatz „X“ und auch „500“ zitiert.

Einliter-Turbobenziner

Mit dem Facelift hat der Fiat 500X auch neue Motoren erhalten. Wir haben uns den 500X mit 120 PS starkem 3-Zylinder-Firefly Turbobenziner entschieden. Wie die meisten Hersteller – von Mazda mal abgesehen – setzt Fiat bei seiner neuen Motorengeneration auf downsizing mit wenig Hubraum, nur 3 Zylindern und einen Turbolader. Bei 1.750 U/Min stemmt der 120 PS starke Benziner sein maximales Drehmoment von 190 Nm auf die Kurbelwelle. Das Aggregat verspricht wirtschaftlich zu sein und weniger Geräusche zu verursachen. Der Hersteller versrpricht eine Spritersparnis von bis zu 20 Prozent gegenüber ihren vergleichbaren Vorgängern. wir sind gespannt. Unabhängig davon gilt seit dem Facelift des 500X: Fahrverbote sind für den Fiat tatsächlich kein drohendes Thema. Alle Antriebe genügen der ab 1. September 2019 wirksamen Abgasnorm Euro 6d-temp. Die zwei Neuzugänge, die direkt eingespritzten „Firefly“-Turbobenziner, sind zu diesem Zweck mit einem Ottopartikel-Filter (OPF) ausgerüstet. Technisch ausdiffenziert ist die Konstruktion des Motors, der in einem speziellen Aluguss-Verfahren modular aufgebaut wird. Die Grundeinheit ist ein 0,33 Liter großer Einheitszylinder, der sich in Reihe zu einem Drei- oder Vierzylinder skalieren lässt. Der Einliter-Dreizylinder 1.0 GSE leistet 120 PS, 190 Nm und wiegt keine 100 Kilo. Der moderne Benziner vermag ­gerade für einen Dreizylinder mit seidigem Lauf und mehr als ausreichenden Fahrleistungen in Stadt und Land zu überzeugen. Hier unterstützt das manuelle und sehr harmonisch abgestufte 6-Gang-Getriebe. So ist man im Stadtbetrieb durchaus agil motorisiert. Auf der Autobahn und bei höheren Tempi nimmt die Elastizität spürbar ab. Der Sound des Dreizylinders ist durchaus kernig und unangenehm-aufdringlich wird die Akustik nicht wirklich. Mit den vitalen 120 PS ist der Fiat ausreichend kräftig motorisiert. Aus dem Stand auf Tempo hundert beschleunigt der Fiat in 10,9 Sekunden. Ein Nachteil des Aggregats ist sein Verbrauch bei Leistungsabruf. In der Stadt und auf Landstraßen ging der Verbrauch in Ordnung. Bei schneller Fahrt auf der Autobahn legt der Motor seine gemäßigten Trinkgewohnheiten ab. Der Hersteller gibt einen kombinierten Kraftstoffverbrauch von 5,9 Liter auf 100 km an. Entsprechend einer CO2-Emission von 138 Gramm je gefahrenem Kilometer. Das Fahrzeug fällt damit in die Energieeffizienzklasse „C“. Unser Testverbrauch mit hohem Stadt- und Landtstraßenanteil und zügiger Fahrweise geht mit 6,9 Litern okay.

Fahreigenschaften

Die Fiat-Mannschaft beließ es aber nicht bei optischen Eingriffen. Das Fahrwerk wurde um 13 Millimeter abgesenkt und ist um Dynamik bemüht. Das beim Vorgänger zuweilen mitunter unsanft polternde Fahrwerk haben die Italiener dem neuen 500X abgewöhnt. In Verbindung mit einer direkter abgestimmten Lenkung gewinnt der im süditalienischen Melfi gebaute kleine SUV spürbar an Agilität. Fiat verspricht mehr mehr mögliche Querbeschleunigung sowie 26 Prozent weniger Untersteuer- und 17 Prozent weniger Übersteuerneigung. Über Allrad verfügt nur die Topversion.

Technische Daten Fiat 500X Urban 120th Edition
Hersteller:Fiat
Karosserie:Kompakt-Crossover
Motor:Benzindirekteinspritzer 1.0 FireFly Turbo 88 kW (120 PS
Getriebe:6-Gang manuell
Antrieb:Frontantrieb
Hubraum:999 ccm
Emissionsklasse:Euro 6
Leistung:88 kW (120 PS) bei 5.750 U/min
Drehmoment:190 Nm ab 1.750 U/min
Von 0 auf 100:10,9 s
Höchstgeschwindigkeit:188 km/h
Verbrauch (ECE):5,9 Liter
CO2-Ausstoß134 g/km
CO2-EffizienzklasseC
AbgasnormEuro 6d-TEMP
Kraftstoff:Benzin Super
Böschungswinkel v/h:21°/30°
Rampenwinkel:22°
Bodenfreiheit:157 mm
Wendekreis:11,1 Meter
Kofferraum:350–1.000 Liter
Anhängelast gebremst1.100 kg
Tankinhalt:48 Liter
Leer-/Maximalgewicht:1.395 kg / 1.840 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.265/1.796/1.595/2.612 mm
Basispreis:ab 20.120 Euro
Testwagenpreis:ab 26.020 Euro

Preise und Extras

Das Fiat 500 120th Edition-Jubiläumsmodell präsentiert sich nicht nur mit einem sportlichen Stil, sondern auch mit einem aufregenden Spiel der Gegensätze: Glänzende 17-Zoll-Leichtmetallfelgen in Dark Myron (optional), ein schwarzes Dach und Seitenleisten in Cinema Black treffen beim unserem Testwagen des Fiat 500X 120th Jubiläumsmodell auf eine silberne Karosserie. Der Bi-Color-Look setzt das Fiat 500X 120th Jubiläumsmodells perfekt in Szene.

Jeder 500X kommt bereits ab der von usn gefahrenen Basisausstattung „Urban“ mit LED-Tagfahrlicht, Klimaanlage, Tempomat und neuerdings auch Verkehrszeichenerkennung und Spurhalteassistent sowie asymmetrisch umklappbare Rückbank. Extras wie LED-Scheinwerfer, ein Glasdach, schlüssellosen Zugang oder eine Rückfahrkamera gibt es gegen Aufpreis, und vieles davon auch schon für das Basis-Modell.
Innen besteht der Fiat 500X auch nach dem Facelift aus mäßig unterfüttertem Plastik, darin thront ein 7,5 Zoll großer Infotainment-Screen – serienmäßig ab der zweiten Ausstattungslinie. Die „City-Cross“-Linie (1.700 Euro Aufpreis) bringt einen angedeuteten Unterfahrschutz ans Auto. Außerdem umfasst die zweite Ausstattungslinie 16-Zoll-Alufelgen, ein Multifunktionslenkrad und das Infotainmentsystem Uconnect.
In der Top-Ausstattung „Cross“ (zusätzlich 1.800 Euro Aufpreis) steht der Fiat 500X auf 17-Zoll-Alus, die Innenraum-Temperatur regelt eine Zwei-Zonen-Klimaanlage. Auf dem Infotainment-Screen lassen sich Bilder einer Rückfahr-Kamera (inklusive Parksensoren) oder die Karte des Navigationssystems einblenden.

Ab Werk assistieren elektronische Helfer beim Spurhalten und beim Einhalten der wesentlichen Verkehrsregeln, insbesondere beim jenem des Tempolimits. Diese Aufgabe fällt der automatischen Geschwindigkeitsregelanlage und der Verkehrszeichenerkennung zu. Gegen Aufpreis kann die Reihe der elektronischen Helferlein um das Fahrassistenz-Paket (1.050 Euro) erweitert werden. Dies beinhaltet unter anderem um einen autonomen Notbremsassistenten, einen Totwinkel-Warner, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und eine Rückfahrkamera erweitert werden. Die ACC-Funktion lässt sich erst ab 30 km/h aktivieren.

Gegen Aufpreis fährt der Fiat 500X mit Voll-LED-Scheinwerfern vor, welche sich Fiat mit 890 Euro als LED-Paket – inklusive einer mehrfarbigen Ambientebeleuchtung – vergüten läßt. Diese Nachfolger des einstigen Bi-Xenon-Lichts zeigten im Test eindrucksvoll ihr Potenzial und sind auch unter Sicherheitsgesichtspunkten eine Empfehlung.

Fazit: Der Fiat 500X wird immer besser

Das Facelift hat dem Fiat 500X richtig gut getan. Zum einen sind da die beiden neuen Turbobenziner und zum anderen wurde die Preis-Transparenz erhöht. Hierzu haben die Italiener den Ausstattungswildwuchs beherzt reduziert. Die Optionen für Assistenzsysteme, Individualisierung und Konnektivität dagegen geschickt erweitert.

Fiat 500X Urban 120th Edition
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