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Vom Seat 600 zum Seat Mii

Die Herstellung eines Sseat 600 dauerte 40 Stunden; ein SEAT Mii ist in nur 16 Stunden fertig – Bildnachweis: Seat

 

Fast doppelt so schnell, deutlich weniger Kraftstoffverbrauch

Die Produkte in der Automobilindustrie werden ständig weiterentwickelt. Umso interessanter wird es, wenn man zwei ähnliche Fahrzeuge aus zwei unterschiedlichen Epochen miteinander vergleicht. Werfen wir also einen Blick auf den Seat Mii*, der seit sechs Jahren auf dem Markt ist, und den Seat 600, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feierte und damit zehnmal so alt ist. Wo liegen die größten Unterschiede und wo gibt es trotz der Altersdifferenz weiterhin Gemeinsamkeiten?

Obwohl der Seat Mii als Kleinstwagen das zierlichste Modell des spanischen Herstellers ist, überragt er den Seat 600 in alle Richtungen: Der Oldtimer ist 3,29 Meter lang und damit ganze 27 cm kürzer als der 3,56 Meter lange Seat Mii. Auch bei der Breite (1,38 Meter gegen 1,64 Meter) und der Höhe (1,40 Meter gegen 1,48 Meter) zieht der Seat 600 den Kürzeren.

Der SEAT Mii ist fast doppelt so schnell, verbraucht aber deutlich weniger – Bildnachweis: Seat

Dreimal größeres Kofferraumvolumen

Beide Modelle sind oder waren in ihrer Epoche vielseitig einsetzbare Stadtfahrzeuge. Ein Blick in den Kofferraum zeigt aber, dass der verfügbare Stauraum mit den Jahren nicht nur größer geworden ist: Beim Seat 600 befand sich der Kofferraum nämlich vorne und hatte ein Fassungsvermögen von 68,5 Litern. Obwohl der Mii ähnliche Abmessungen aufweist, ist sein Kofferraum mit insgesamt 238 Litern mehr als dreimal so groß und wie bei den meisten Fahrzeugen heutzutage im Heck untergebracht.

Dies konnte vor allem dann schlimme Folgen haben, wenn die Insassen nicht angeschnallt waren – und dies war in den ersten Modellen des Seat 600 gar nicht möglich, denn Sicherheitsgurte oder Kopfstützen gehörten nicht zur Ausstattung. Das ist heutzutage natürlich unvorstellbar – auch im Seat Mii, der volle fünf Sterne im Euro-NCAP-Test erhalten hat: Neben den selbstverständlichen und gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitselementen verfügt der City-Flitzer über vier Airbags und die modernsten Sicherheitssysteme und -assistenten. Dazu zählt beispielsweise ein Notbremsassistent, der Hindernisse automatisch erkennt und Kollisionen verhindert. Vor einem halben Jahrhundert war eine solche Technologie noch völlig undenkbar.Auch an so etwas wie eine Servolenkung oder eine Klimaanlage war in den 50er-Jahren noch lange nicht zu denken. Das Einparken eines Seat 600 erforderte daher ziemlich kräftige Arme und brachte im spanischen Hochsommer selbst den stärksten Fahrer ins Schwitzen – der dann als einzige Kühlungsmöglichkeit alle Fenster herunterkurbeln konnte. Der Seat Mii hingegen lässt sich dank einer elektrohydraulischen Servolenkung leicht und mühelos steuern. Eine Klimaanlage sorgt darüber hinaus für ein komfortables und angenehmes Fahrgefühl.

 

Interieur Seat – Bildnachweis: Seat

 

40 Stunden für einen Seat 600 – nur 16 für einen Seat Mii

Ein weiterer Unterschied besteht in der Fertigungsdauer: Insgesamt rund 800.000 Seat 600 wurden zwischen 1957 und 1973 gefertigt. Für die Produktion einer Fahrzeugeinheit waren damals mehr als 40 Stunden erforderlich. Ein Seat Mii oder ein anderes aktuelles Modell ist im Schnitt schon nach 16 Stunden fertig – und das trotz der deutlich erhöhten Komplexität.

Nicht nur aufgrund des überschaubaren Platzangebotes wäre das heutzutage wohl undenkbar, denn bei einer Leistung von nur 21,5 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h wäre man entsprechend lange unterwegs. Der durchschnittliche Verbrauch des Seat 600 von 7,8–8 l/100 km wäre für einen Kleinstwagen ebenso wenig zeitgemäß.

Auch an so etwas wie eine Servolenkung oder eine Klimaanlage war in den 50er-Jahren noch lange nicht zu denken. Das Einparken eines Seat 600 erforderte daher ziemlich kräftige Arme und brachte im spanischen Hochsommer selbst den stärksten Fahrer ins Schwitzen – Bildnachweis. Seat
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