MOTORMOBILES

Das Automagazin im Internet

Xiaomis neuer Pflock im Premiumsegment: Technikanalyse der neuen Skynomad-Familie von Xiaomi

Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026 -Bildnachweis: Xiaomi

Wie die Submarke Skynomad mit den Modellen N70 Max und N90 Max den Markt für XXL-SUVs angreift

Stellen Sie sich vor, ein etablierter Technologiegigant bringt in atemberaubendem Tempo ein Fahrzeug nach dem anderen auf den Markt und wischt veraltete Paradigmen des Automobilbaus mühelos beiseite. Genau dieses Szenario vollzieht sich derzeit in China, wo der Elektronikkonzern Xiaomi mit der Präsentation seiner zwei ersten Modelle der neuen Automobil-Submarke Skynomad die Branche erschüttert. Während das Unternehmen bei seinen ersten beiden Fahrzeugen, der eleganten Sportlimousine SU7 und dem dynamischen SUV YU7, noch demonstrativ die etablierte Konkurrenz aus Zuffenhausen und Austin ins Visier nahm, schlägt der Hersteller nun eine völlig eigenständige Richtung ein. Die neu vorgestellte Modellreihe verzichtet bewusst auf Vergleiche mit westlichen Oberklasse-Herstellern und unterstreicht damit das gewachsene Selbstbewusstsein der chinesischen Automobilindustrie. Die beiden Großraum-SUVs N70 Max und N90 Max adressieren ein extrem lukratives und schnell wachsendes Marktsegment, daß in China unter dem Begriff der „Kümmerer-Autos“ für die moderne Familie bekannt geworden ist. Es handelt sich dabei um durchdachte, hochmoderne Fahrzeuge, die den Anspruch erheben, weit mehr als nur ein Transportmittel zu sein. Sie sollen sich als mobiles Zuhause nahtlos in den Alltag integrieren und Wohnzimmer, lüftiges Büro sowie überdachten Spielplatz in einem einzigen Fahrzeugkonzept vereinen.

Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026 -Bildnachweis: Xiaomi

Aber der eigentliche Coup liegt nicht nur in der Wandlungsfähigkeit des Interieurs und seine Raumökonomie, sondern in der radikalen Abkehr vom rein batterieelektrischen Antrieb für diese Fahrzeugklasse. Xiaomi setzt bei der neuen Modellfamilie konsequent auf das Prinzip des seriellen Hybrids mit Reichweitenverlängerer, im Fachjargon als Extended Range Electric Vehicle oder kurz EREV bezeichnet. Mit einer vom Hersteller angegebenen Gesamtreichweite von bis zu 1.705 Kilometern beim Topmodell verspricht das System das endgültige Aus für jegliche Reichweitenangst bei Fernreisen.

SkyNomad - Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026

Strategische Ausrichtung und das Phänomen der mobilen Familienräume

Die Enthüllung der Skynomad-Reihe, die auf dem chinesischen Heimatmarkt unter dem Namen Pengcheng vertrieben wird, markiert einen entscheidenden Meilenstein in den ambitionierten Ausbauplänen der Automobilsparte von Xiaomi. Nach den beeindruckenden Auslieferungszahlen der ersten Jahreshälfte, in der das Unternehmen bereits 185.055 Fahrzeuge an Kunden übergeben konnte, visiert die Konzernführung für das Gesamtjahr ein Auslieferungsziel von stolzen 550.000 Einheiten an. Die neuen SUV-Modelle sollen diesen steilen Wachstumspfad im zweiten Halbjahr maßgeblich stützen und erschließen dem Konzern erstmals das volumenträchtige Segment der vielsitzigen Familienfahrzeuge.

Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026 -Bildnachweis: Xiaomi

Deshalb unterscheidet sich die Positionierung der Skynomad-Serie grundlegend von den bisherigen Modellreihen. Während SU7 und YU7 primär als leistungsorientierte Fahrzeuge für ambitionierte Selbstfahrer konzipiert wurden, zielt die neue Marke direkt auf die Bedürfnisse von Familien und Vielfahrern ab. Der Gedanke dahinter basiert auf der Erkenntnis, daß moderne Automobilnutzer das Fahrzeug zunehmend als erweiterte Lebenssphäre betrachten. Die Räume zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, weshalb das Fahrzeugkonzept auf flexible Raumnutzungsmodi ausgelegt ist. Die Palette reicht vom spontanen Gegenübersitz-Modus für Familiengespräche über eine vollwertige Arbeitsumgebung mit digitaler Vernetzung bis hin zur komfortablen Bett-Konfiguration für Übernachtungen beim Camping.

Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026 -Bildnachweis: Xiaomi

Die Kunlun-Architektur und das thermodynamische Herzstück

Unter der prägnanten Karosserie beider Neulinge arbeitet die sogenannte Kunlun-Architektur, in deren Entwicklung laut Herstellerangaben ein Zeitraum von drei einhalb Jahren Entwicklungszeitt geflossen ist. Diese neu entwickelte Plattform umfasst drei zentrale Säulen: die strukturelle Kunlun-Plattform, das Super-Range-Extender-System sowie ein umfassendes Sicherheitskonzept für alle Fahrzeugbereiche. Das Herzstück des Antriebsstrangs bildet ein von Xiaomi gemeinsam mit dem etablierten Motorenspezialisten Harbin Dongan Auto Engine entwickeltes Verbrennungsaggregat. Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor trägt die interne Bezeichnung M15DRE und leistet 112 kW, was 152 Pferdestärken entspricht.

Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026 -Bildnachweis: Xiaomi

Aber im Gegensatz zu herkömmlichen Parallel-Hybriden treibt dieser Verbrennungsmotor zu keinem Zeitpunkt die Räder direkt an. Die mechanische Verbindung zwischen dem Verbrenner und der Antriebsachse wurde vollkommen eliminiert. Das Aggregat arbeitet ausschließlich als hocheffizienter Generator, der die Traktionsbatterie mit elektrischer Energie versorgt, sobald deren Ladezustand einen definierten Schwellenwert unterschreitet. Xiaomi gibt für das Aggregat einen beeindruckenden thermischen Wirkungsgrad von über 44 Prozent an. Für den Autofahrer bedeutet das eine maximale Flexibilität an der Zapfsäule, denn der Generator verträgt klaglos Benzin mit Oktanzahlen von 92, 95 und 98 Oktan. Bei entleerter Batterie liegt der Kraftstoffverbrauch nach dem WLTC-Zyklus beim kleineren Modell bei 5,7 Litern pro 100 Kilometer, während das gewaltige Flaggschiff auf einen Wert von 6,26 Litern pro 100 Kilometer kommt.

Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026 -Bildnachweis: Xiaomi

Deshalb übernimmt den eigentlichen Fahrbetrieb immer der elektrische Allradantrieb, der sich aus zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse zusammensetzt. Die Systemleistung beträgt bei beiden Fahrzeugen stattliche 310 kW, was umgerechnet 416 Pferdestärken entspricht. Das Zusammenspiel aus dem 210 kW starken Elektromotor an der Hinterachse und dem 100 kW leistenden Motor an der Vorderachse garantiert eine beachtliche Fahrdynamik bei allen Witterungsverhältnissen. Als Energiespeicher bietet der Hersteller zwei verschiedene Batterieoptionen an. Die Einstiegsvarianten nutzen einen 52-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Akku des Zulieferers Sunwoda, der im WLTC-Zyklus eine rein elektrische Reichweite von 265 bis 270 Kilometern ermöglicht. Die höherwertigen Ausführungen sind hingegen mit einer 76-kWh-Ternär-Lithium-Batterie von CALB bestückt, die im Marketing prägnant als Drachenpanzer-Batterie bezeichnet wird.

Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026 -Bildnachweis: Xiaomi

Dank der modernen 800-Volt-Architektur überzeugt der 76-kWh-Akkupack mit extrem kurzen Ladezeiten an geeigneten Schnellladesäulen. Ein Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent Kapazität verstreicht in nur 18 Minuten. Wer es besonders eilig hat, kann innerhalb von lediglich 15 Minuten Strom für eine Distanz von 285 Kilometern nachladen. Um das Vertrauen der Kunden in die neue EREV-Technologie zu stärken, gewährt Xiaomi auf den gesamten Range-Extender-Strang sowie auf die Hochvoltkomponenten eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Nach der ersten Inspektion ist ein Wartungsintervall von drei Jahren oder 30.000 Betriebskilometern für das Generatorsystem vorgesehen.

Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026 -Bildnachweis: Xiaomi

Fahrwerkstechnik, Zulieferer-Prominenz und Sicherheitsingenieurwesen

Bei der Konstruktion des Fahrwerks überlässt der chinesische Konzern nichts dem Zufall und bedient sich im Regal renommierter internationaler und nationaler Automobilzulieferer. Die Vorderachse ist als aufwendige Doppelquerlenker-Einzelradaufhängung ausgeführt, während hinten eine präzise geführte Mehrlenker-Einzelradaufhängung für optimale Radführung sorgt. Um den Spagat zwischen hohem Langstreckenkomfort und stabiler Straßenlage bei höheren Geschwindigkeiten zu meistern, verbaut Xiaomi eine Luftfederung des Herstellers Tuopu, kombiniert mit einer kontinuierlich variablen Dämpfungsregelung des Stoßdämpferspezialisten Tenneco.

Aber auch bei den fahrdynamischen Regelsystemen setzt sich die Liste namhafter Partner fort. Das gesamte Brems- und Stabilitätssystem inklusive ESP stammt aus dem Hause Bosch. Die elektrisch verstellbare Lenksäule wird von Thyssenkrupp zugeliefert, während die elektrische Servolenkung von Nexteer entwickelt wurde. Bei den Bereifungsoptionen greift der Hersteller beim Topmodell zu Breitreifen des Typs Bridgestone in den Dimensionen 255 Millimeter an der Vorderachse und 265 Millimeter an der Hinterachse, montiert auf markanten 21-Zoll-Leichtmetallrädern. Die Ausleuchtung der Fahrbahn übernehmen Scheinwerfer von Hasco Vision, während die prägnanten Heckleuchten von Valeo geliefert werden.

Deshalb genießt auch die passive Sicherheit oberste Priorität bei der Entwicklung der Kunlun-Plattform. Die Fahrzeuugstruktur besteht zu 90,4 Prozent aus hochfestem Stahl und leichten Aluminiumlegierungen. An 14 kritischen Knotenpunkten beim kleineren Modell beziehungsweise 16 Punkten beim Flaggschiff kommt warmumgeformter, ultrahochfester Stahl mit einer Zugfestigkeit von bis zu 2.200 Megapascal zum Einsatz. Zum Insassenschutz tragen beim N70 Max serienmäßig 9 Airbags bei, während das Flaggschiff N90 Max mit insgesamt 12 Airbags ausgestattet ist.

Für überraschendd Qualitäten sorgt der Wagen zudem abseits befestigter Straßen oder bei extremen Wetterereignissen. Das Spitzenmodell N90 Max weist eine erstaunliche Wattiefe von 75 Zentimetern auf, die während der Fahrt über zwei Ultraschall-Watsensoren am Unterboden kontinuierlich überwacht wird. Um den Verbrennungsmotor vor Wasserschäden zu schützen, wurde der Ansaugtrakt auf eine Höhe von 1,109 Metern hochverlegt, während sich das Entlüftungsventil der Fahrgastzelle auf 95 Zentimetern Höhe befindet. Sollte das Fahrzeug im Katastrophenfall dennoch tief im Wasser stehen, aktiviert sich ein automatischer Notfall-Schwimmmodus, der das Eindringen größerer Wassermengen in die Kabine für mindestens drei Minuten verhindert.

Einstieg in die XL-Klasse: Der Skynomad N70 Max

Den Einstieg in die neue Modellwelt markiert der Skynomad N70 Max, der als sportlich gezeichneter Fünfsitzer im klassischen 2+3-Sitzlayout antritt. Die Abmessungen hinterlassen bereits einen stattlichen Eindruck: Mit einer Länge von 4.960 Millimetern, einer Breite von 1.998 Millimetern und einer Höhe von 1.765 Millimetern bei einem Radstand von 2.950 Millimetern sprengt das Modell die Maße herkömmlicher Mittelklasse-SUVs deutlich. Der Vorverkaufspreis in China liegt bei äußerst konkurrenzfähigen 259.900 Yuan, was umgerechnet etwa 33.500 Euro entspricht.

Aber der N70 Max überzeugt keineswegs nur über den Preis, sondern auch bei den Fahrleistungen. Dank des Gewichtsvorteils gegenüber seinem größeren Bruder absolviert der Allradler den Sprint von null auf 100 km/h in flotten 5,5 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Bestückt mit dem großen 76-kWh-NMC-Akkupack erzielt das Fahrzeug eine rein elektrische Reichweite von bis zu 505 Kilometern nach der optimistischen chinesischen CLTC-Norm. Im europäischen WLTC-Messzyklus entspricht dies einer praxisnahen elektrischen Distanz von 375 bis 380 Kilometern. Wird der 60 Liter fassende Kraftstofftank vollständig ausgenutzt, steigt die kombinierte Gesamtreichweite auf beeindruckende 1.461 Kilometer.

Deshalb liegt die wahre Stärke des N70 Max in der außergewöhnlichen Variabilität des Innenraums. Die Passagiere profitieren von einem durchgehend flachen Fahrzeugboden mit einer Länge von 2,90 Metern. Über ein Schienensystem aus hochfestem Aluminium lassen sich die Sitze um bis zu 193,8 Zentimeter in Längsrichtung verschieben. Schiebt man die Rückbank ganz nach hinten, entsteht eine fürstliche Beinfreiheit von 1,41 Metern. Wird der Innenraum hingegen maximal für Transportaufgaben genutzt, schluckt der Gepäckraum gewaltige 2.425 Liter Ladevolumen. Für den Komfort der Insassen stehen auf den Vordersitzen eine 16-Punkt-Sitzmassage sowie Belüftung und Heizung bereit, während auch die Fondpassagiere in den Genuss beheizbarer und belüfteter Sitzflächen kommen.

Das Flaggschiff für die Großfamilie: Der Skynomad N90 Max

Als unbestrittenes Highlight der neuen Marke fungiert das Flaggschiff Skynomad N90 Max. Dieser gewaltige Siebensitzer im 2+2+3-Layout wurde mit extrem kurzen vorderen Überhängen konstruiert, um das Maximum an Innenraum aus den Karosronomie-Abmessungen herauszuholen. Mit einer Gesamtlänge von 5.285 Millimetern, einer Breite von 1.998 Millimetern und einer Höhe von 1.825 Millimetern sowie einem Radstand von 3.080 Millimetern nimmt das Modell beeindruckende Dimensionen ein. Trotz des gewaltigen Radstands gibt der Hersteller den Wendekreis mit erstaunlich handlichen 5,95 Metern an. Der chinesische Vorverkaufspreis beginnt bei 299.900 Yuan, was umgerechnet circa 38.600 Euro entspricht.

Aber trotz des beträchtlichen Leergewichts bleibt das Beschleunigungsvermögen des Fahrzeugs beachtlich. Den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h meistert das Flaggschiff in 5,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt ebenfalls bei elektronisch begrenzten 190 km/h. Die rein elektrische Reichweite mit dem 76-kWh-Akku sinkt im CLTC-Zyklus leich auf 464 Kilometer, was im WLTC-Standard 363 bis 370 Kilometern entspricht. In Kombination mit dem gefüllten 60-Liter-Benzintank klettert die Reichweitenanzeige im Cockpit auf die Rekordmarke von 1.705 Kilometern.

Deshalb gleicht der Innenraum des N90 Max eher einer fliegenden First-Class-Lounge als einem konventionellen Automobil. Die Gesamtkabinenlänge erstreckt sich auf 2,76 Meter. Für eine exzellente Geräuschdämmung sorgt eine 6,8 Quadratmeter große Verbund-Akustikverglasung der Frontscheibe und der Seitenscheiben. Das hauseigene Xiaomi-Soundsystem verwöhnt die Ohren mit 25 Hochleistungslautsprechern, die hinter edel verarbeiteten Metallgittern verborgen sind. Die Bestuhlung und die Armaturentafel stammen von den Spezialisten Adient, DL und Forvia-Faurecia, während eine Drei-Zonen-Klimaautomatik für perfekte Temperaturverteilung sorgt.

In der zweiten Sitzreihe erwarten die Passagiere Einzelsitze mit verstellbaren Beinauflagen, die sich in eine ergonomische Schwerolosigkeits-Position neigen lassen. Die Kopffreiheit in Reihe zwei beträgt 1,233 Meter bei einer Standard-Beinfreiheit von 95 Zentimetern. Wird der Wagen im Vier-Sitzer-Modus genutzt und die Sitze ganz nach hinten gefahren, wächst der Fußraum auf luxuriöse 1,55 Meter an. Selbst auf den Plätzen der dritten Sitzreihe stehen noch 96,2 Zentimeter Kopffreiheit und 89 Zentimeter Beinfreiheit zur Verfügung, sodaß auch Erwachsene dort bequem reisen können.

Für gekühlte Erfrischungen oder warme Speisen sorgt ein integrierter Kompressorkühlschrank mit einem Volumen von neun Litern, der im Temperaturbereich von minus 6 Grad bis plus 50 Grad Celsius betrieben werden kann. Bei einer Umgebungstemperatur von 32 Grad verbraucht das Aggregat sparsame 0,72 kWh in 24 Stunden. Der Zugang zum Innenraum erfolgt auf Wunsch über automatische elektrische Seitentüren, die im 90-Grad-Winkel öffnen und mithilfe von Kameras sowie Lidar-Sensoren vor Hindernissen oder vorbeifahrenden Radfahrern warnen. Ergänzt wird das System durch automatisch ausfahrbare Trittbretter.

Im Alltagsbetrieb fasst der Gepäckraum des Siebensitzers 577 Liter bei einer Tiefe von 367 Millimetern oben und 527 Millimetern unten, was exakt dem Ladevolumen für sieben handelsübliche 20-Zoll-Koffer entspricht. Schiebt man die Sitze der hinteren Reihen maximal nach vorne, entsteht ein beeindruckender Frachtraum von 1.831 Litern. Die Ladeöffnung misst 1,186 Meter in der Breite, 1,22 Meter in der Höhe und 1,26 Meter in der Diagonalen, wodurch sich selbst zwei betriebsbereite Rennräder ohne Demontage verladen lassen. Die Ladekante fällt mit 69 Zentimetern angenehm niedrig aus.

Rechenpower und Autonomie: Nvidia Thor trifft Snapdragon 8 Gen 3

Bei der Elektronikarchitektur lässt Xiaomi seine traditionellen Muskeln als führender Technologiekonzern spielen. Die Steuerung des Infotainmentsystems und des digitalen Cockpits basiert auf dem Hochleistungsprozessor Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3, der im effizienten 4-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Dieser Chip stellt eine absolut flüssige Darstellung des hauseigenen Betriebssystems Xiaomi HyperOS sicher und erlaubt die nahtlose Kopplung aller mobilen Endgeräte sowie des Smart-Home-Ökosystems.

Aber die wahre technische Finesse verbirgt sich in den Systemen für das automatisierte Fahren. Für die Verarbeitung der enormen Datenmengen des Assistenzsystems Xiaomi HAD setzt das Unternehmen auf die Hochleistungsplattform Nvidia Drive AGX Thor. Der ebenfalls im 4-Nanometer-Verfahren produzierte Chip basiert auf der modernen Blackwell-Architektur und stellt eine schiere Rechenleistung von 700 TOPS zur Verfügung.

Damit die Assistenzsysteme das Fahrzeugumfeld absolut präzise erfassen können, verbaut Xiaomi fortschrittlichste Sensortechnik. Auf dem Dach des N70 Max und N90 Max thront ein Lidar-Sensor des Marktführers Hesai. Beim Flaggschiff N90 Max spendiert der Hersteller zusätzlich einen hochmodernen Solid-State-Lidar des Spezialisten Robosense am Fahrzeugheck, um auch den rückwärtigen Bereich lückenlos abzusichern.

Weltpremiere Xiaomi SkyNomad N90 Max Flagship 7-Seater Extended-Range SUV 2026 -Bildnachweis: Xiaomi

Der EREV-Boom und die Relevanz für den deutschen Markt

Der Vorstoß von Xiaomi zeigt eindrucksvoll, daß das EREV-Konzept auf dem chinesischen Heimatmarkt einen zweiten Frühling erlebt. Während europäische Hersteller den Reichweitenverlängerer nach frühen Experimenten wie dem BMW i3 oder dem Opel Ampera weitgehend zu den Akten gelegt haben, feiert die Technologie in China bei Herstellern wie Li Auto, Huawei Aito und nun Xiaomi phänomenale Erfolge. Aus technischer Sicht bietet das EREV-System tatsächlich schlagkräftige Argumente: Der Verbrennungsmotor kann starr in seinem absolut idealen thermodynamischen Effizienzfenster betrieben werden, um den Akku zu laden. Komplizierte, mehrstufige Getriebekonstruktionen entfallen komplett, was das Fahrzeuggewicht und die Fehleranfälligkeit verringert.

Aber man darf auch nicht die Augen vor den konstruktiven Schattenseiten verschließen. Sobald der Strom im Akku verbraucht ist und der Wagen rein über den Benzingenerator angetrieben wird, liegt der Verbrauch der schweren Riesen-SUVs mit 5,7 bis 6,26 Litern pro 100 Kilometer auf dem Niveau konventioneller Spar-Hybriden. Wer die Fahrzeuge auf der Langstrecke dauerhaft mit leerem Akku über die Autobahn prügelt, wandelt fossilen Brennstoff erst in Strom und dann in Bewegung um, was mit unvermeidbaren Umwandlungsverlusten einhergeht. Das Konzept funktionierrt am besten dann, wenn Strecken im Alltag rein elektrisch an der Steckdose geladen werden und der Verbrenner lediglich als beruhigendes Backup für den jährlichen Familienurlaub dient.

Deshalb stellt sich zwingend die Frage, ob diese fernöstlichen Straßenkreuzer jemals offiziell den Weg zu deutschen Händlern finden werden. Technisch ist der Konzern zwar bestens aufgestellt und hat mit seinem Entwicklungszentrum in Deutschland, besetzt mit erfahrenen Branchenveteranen ehemaliger deutscher Premiummarken, das europäische Know-how direkt im Haus. Doch die schiere physische Präsenz der Fahrzeuge wirft erhebliche Fragen für die europäische Infrastruktur auf.

Mit einer Karosserielänge von knapp 5,3 Metern übertrifft der Skynomad N90 Max selbst die Langversion eines modernen Range Rover um einige Zentimeter und rangiert auf dem Niveau von Großraum-Transportern wie dem VW Multivan. Die Parkplatzsuche in historischen deutschen Innenstädten oder das Rangieren in engen Parkhäusern der 1980er-Jahre dürfte mit solchen Dimensionen zur echten Geduldsprobe werden. In einer Zeit, in der in Europa intensiv über den Flächenverbrauch großer Autos und die Verknappung des öffentlichen Raums debattiert wird, wirken solche Straßenpanzer fehl am Platz.

Dennoch gibt es auch in Deutschland eine nicht zu unterschätzende Zielgruppe von kinderreichen Familien und Freizeitsportlern, die verzweifelt nach bezahlbaren, geräumigen Siebensitzern suchen. Da traditionelle Vans wie der VW Sharan vom Markt verschwunden sind und moderne E-Busse meist astronomische Preise aufrufen, könnten die chinesischen EREV-Giganten zu Vorverkaufspreisen von umgerechnet unter 40.000 Euro durchaus Begehrlichkeiten wecken. Die Kombination aus hoher rein elektrischer Alltagsreichweite, luxuriöser Ausstattung und absoluter Schmerzfreiheit bei der Reichweite besitzt eine eigene Faszination, der sich auch der europäische Markt langfristig kaum entziehen kann.