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Yacht-Design trifft 897 PS: Der neue Zeekr 9X Ultra AWD setzt Maßstäbe im Segment der Super-Hybride

Angriff auf Range Rover und Maybach: Der Zeekr 9X kombiniert 737 km Reichweite mit First-Class-Komfort - Bildnachweis: Zeekr

 

Die Kulisse von Monaco und der strategische Vorstoß in die europäische Oberklasse

Wenn die Yachten der internationalen Prominenz im Hafen Port Hercule vorkerren und das Fürstentum Monaco zur Kulisse für Luxus und Innovation wird, wählen Fahrzeughersteler diesen Ort selten zufällig. Zeekr, die Premium-Tochtergesellschaft des chinesischen Geely-Konzerns, hat genau diese Bühne der Monaco Yacht Show genutzt, um das neue Flaggschiff der Marke erstmals dem europäischen Publikum vorzustellen. Der Zeekr 9X präsentiert sich als ein über fünf Meter langes Luxus-SUV, das nicht nur optische Anleihen bei exklusiven Motoryachten nimmt, sondern auch antriebstechnisch ein Vormarsch in bisher unerschlossene Terrains darstellt. Mit einem Einstiegspreis von 119.500 Euro für die Variante Ultra AWD sowie 126.500 Euro für die stilistisch nachgeschärfte Ausführung Black Line verlässt der Hersteller endgültig die Rolle des preisbewussten Herausforderers und dringt direkt in die Phalanx der etablierten europäischen Nobelmarken ein.

Aber der Schritt nach Europa ist mehr als eine reine Prestige-Veranstaltung im Fürstentum. Der europäische CEO der Marke, Lothar Schupet, betonte im Rahmen der Messe, daß die Monaco Yacht Show für Werte wie Innovation, Handwerkskraft und ein Verständnis von Luxus jenseits traditioneller Konventionen stehe. Das Fahrzeug verkörpere die Vision der nächsten Generation der Mobilität für ein besonders anspruchsvolles internationales Publikum. Auch der Chef des Veranstalters Informa Prestige, Toby Moore, unterstrich die Passgenauigkeit dieser Partnerschaft und wies darauf hin, daß die Vision der Marke für zeitgemäße Luxusmobilität hervorragend zur Philosophie der Veranstaltung passe. Dennoch zeigt sich in der Automobilbranche regelmäßig, daß strahlende Premierenkulissen und blumige Worte der Führungskräfte am Ende an der harten Realität des europäischen Straßenverkehrs gemessen werden.

Deshalb muss das Fahrzeug auf dem deutschen Markt beweisen, daß die Kombination aus schwedischem Design, chinesischer Batterietechnologie und extrem hoher Systemleistung ausreicht, um Kundschaft von traditionsreichen Marken wie Range Rover, Porsche oder Mercedes-Maybach abzualgen. Die Erwartungen in dieser Preisklasse sind immens, denn Käufer verlangen nicht nur beeindruckende Beschleunigungswerte, sondern auch perfekte Verarbeitungsqualität, funktionierende Softwarestrukturen und eine makellose Serviceabdeckung über Jahre hinweg.

Yacht-Ästhetik, schwedisches Design und massive Karosseriestruktur

Die ästhetische Konzeption des Fahrzeugs entstand im globalen Designzentrum der Marke im schwedischen Göteborg unter der Leitung von bekannten Automobildesignern wie Stefan Sielaff und Jon Rådbrink. Die Formsprache nimmt klare Anleihen bei modernen Motoryachten sowie zeitgenössischer Architektur. Das zeigt sich in der fließenden Dachlinie, den bündig integrierten Fensterelementen und einer aufgeräumten, kraftvollen Silhouette. An der Front prägt das sogenannte Starlight-Matrix-Lichtband das Erscheinungsbild, welches aus 42.242 individuell geschliffenen Facetten besteht und eine imposante Lichtsignatur erzeugt. Die Variante Black Line setzt sich durch schwarze Akzente an der Frontpartie, den D-Säulen sowie den Zierleisten von der regulären Version ab, während die Ausführung Ultra AWD mit glänzenden Seidenchrom-Applikationen aufwartet.

Schon beim Blick auf das Datenblatt wird deutlich, daß dieser Riese die europäischen Standardmaße in fast jeder Hinsicht ausreizt. Die Gesamtlänge beträgt 5.239 Millimeter, die Karosseriebreite liegt ohne Außenspiegel bei 2.029 Millimetern und inklusive der Spiegel bei 2.290 Millimetern. Bei einer Gesamthöhe von 1.819 Millimetern und einem Radstand von 3.169 Millimetern bietet das Fahrzeug zwar monumentale Innenraumabmessungen, stößt in engen Parkhäusern oder baustellenverengten Autobahnspuren jedoch schnell an physikalische Grenzen. Die optische Dominanz wird von 22-Zoll-Leichtmetallrädern unterstrichen, die je nach Wunsch in geschmiedeten Monoblock-Varianten oder vielspeichigen Designs geliefert werden.

Unter der Karosserie kommt die neu entwickelte SEA-S-Architektur zum Einsatz, welche auch unter der Bezeichnung Haohan-S bekannt ist und speziell für hochleistungsfähige Hybridantriebe maßgeschneidert wurde. Die Karosseriestruktur besteht zu 91 Prozent aus hochfestem Stahl und Aluminium, was dem Fahrzeug eine außergewöhnliche Torsionssteifigkeit von 41.600 Nm pro Grad verleiht. Vier integrierte Gussmodule im Rahmen erhöhen die Strukturfestigkeit bei Unfällen maßgeblich. Besonderes Augenmerk richteten die Ingenieure auf die passive Sicherheit im Falle eines Seitenaufpralls.

Deshalb verfügt der Schwellerbereich über eine neuartige Zehnkammer-Struktur, die in ihrer Wirkungsweise den wasserdichten Abschottungskammern von Flugzeugträgern oder Großschiffen nachempfunden ist. Als gezielt deformierbare Pufferzone absorbiert diese Struktur gewaltige Impaktenergien und leitet sie seitlich am Passagierraum vorbei. Die im Fahrzeugboden montierte Hochvoltbatterie wird zusätzlich durch eine 22-lagige Schutzschicht abgeschirmt, die aus neun seitlichen Schichten, acht Unterbodenschutzlagen und fünf oberen Verstärkungsebenen besteht. Das ungeladene Fahrzeuggewicht liegt je nach Ausstattung zwischen 2.900 kg und 3.150 kg, was das Auto zu einem der schwersten Brocken auf europäischen Straßen macht. Die maximale Anhängelast ist mit 2.000 kg angegeben, während das maximale Ladevolumen bei umgeklappten hinteren Sitzreihen bis zu 2.148 Liter erreicht.

Der Super-Hybrid-Antriebsstrang und die 900-Volt-Architektur

Während die Marke auf dem europäischen Markt bisher ausschließlich mit rein batterieelektrischen Modellen auftrat, beschreitet der 9X antriebstechnisch einen neuen Weg. Das Fahrzeug nutzt ein hochentwickeltes Plug-in-Super-Hybrid-System, das die Vorteile von Elektroantrieb und Verbrennungsmotor miteinander verbinden soll. Als primäre Energiequelle dient ein im Bug verbauter 2,0-Liter-Reihenvierzylinder-Turbobenziner mit der Kennung DHE20-PFZ. Der Verbrennungsmotor leistet 202 kW respektive 275 PS und erreicht einen thermischen Spitzenwirkungsgrad von über 46 Prozent, was im internationalen Vergleich einen absoluten Spitzenwert darstellt. Dieser Verbrenner fungiert primär als hochgradig effizienter On-Board-Generator, der Strom direkt in die Hochvoltbatterie oder an die Elektromotoren liefert, kann sich bei extremer Leistungsanforderung aber auch direkt an den Rädern beteiligen.

Für den eigentlichen Vortrieb sorgen zwei leistungsstarke Elektromotoren an der Vorder- und Hinterachse, die im Verbund eine beeindruckende Systemleistung von 660 kW erzeugen, was umgerechnet satten 897 PS entspricht. Das maximale Systemdrehmoment beläuft sich auf 935 Nm. Trotz der immensen Masse katapultiert der Allradantrieb das Luxus-SUV in nur 4,1 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 240 km/h elektronisch abgeregelt. Für den chinesischen Heimatmarkt existiert sogar eine Tri-Motor-Variante mit über 1.000 kW beziehungsweise 1.381 PS und 1.410 Nm Drehmoment, für die europäische Homologation konzentriert sich der Hersteller jedoch zunächst auf die 897-PS-Version.

Das eigentliche Highlight der Ingenieurskunst verbirgt sich jedoch in der elektrischen Architektur. Der 9X ist mit einem durchgehenden 900-Volt-Hochvoltsystem ausgestattet, das mit einem 55,1 kWh großen NMC-Akkupaket der Freevoy-Reihe des Herstellers CATL gekoppelt ist. Die Batterie selbst wiegt 340 kg. Diese Dimensionierung ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von bis zu 179 Kilometern nach europäischen Testzyklen. Die kombinierte Gesamtreichweite aus Batterie- und Tankenergie gibt das Werk mit bis zu 737 Kilometern an. Bei entladener Batterie liegt der Kraftstoffverbrauch im kombinierten Zyklus bei 8,9 Litern auf 100 Kilometern. Der gewichtete CO2-Ausstoß wird mit 77,0 Gramm pro Kilometer angegeben, während der kombinierte Stromverbrauch bei 28,5 kWh pro 100 Kilometer liegt.

Aber die eindrucksvollste Kennzahl betrifft die Ladeleistung an Gleichstrom-Schnellladesäulen. Dank der 900-Volt-Technik und einer Laderate von bis zu 6C kann der Akku an entsprechend leistungsfähigen Ultraschnellladepunkten in gerade einmal 9,5 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden. Die maximale Ladeleistung übersteigt dabei die Marke von 400 kW deutlich. Damit verkürzt sich der Stopp an der Ladesäule auf das Niveau eines klassischen Tankvorgangs. Zusätzlich unterstützt das Fahrzeug das externe Entladen über Wechselstrom (V2L) mit bis zu 6 kW sowie das direkte Laden anderer Elektrofahrzeuge über Gleichstrom (V2V) mit einer Leistung von bis zu 60 kW.

Fahrwerkstechnik, adaptive Dämpfung und All-Terrain-Fähigkeiten

Um ein Fahrzeug der Drei-Tonnen-Klasse fahrdynamisch zu beherrschen und den von der Zielgruppe erwarteten Schwebe-Komfort zu gewährleisten, setzt der Hersteller auf eine hochentwickelte Fahrwerkskonstruktion. An der Vorderachse kommt eine präzise geführte Doppelquerlenkeraufhängung zum Einsatz, während die Hinterachse als aufwendige Fünflenker-Kombination ausgeführt ist. Serienmäßig verfügt das Fahrzeug über eine Zweikammer-Luftfederung, die mit kontinuierlich arbeitenden, elektronisch geregelten Dämpfern in Doppelventil-Technologie kombiniert ist. Ergänzt wird dieses System durch einen elektromechanischen 48-Volt-Wankausgleich, der Neigungsbewegungen der hohen Karosserie in schnell durchfahrenen Kurven wirkungsvoll unterdrückt.

Die Luftfederung bietet einen variablen Stellbereich der Fahrzeughöhe von insgesamt 110 Millimetern. Bei schnellen Autobahnfahrten senkt sich die Karosserie automatisch auf eine minimale Bodenfreiheit von 178 Millimetern ab, um den Luftwiderstand zu reduzieren und die Fahrstabilität zu erhöhen. Im anspruchsvollen Gelände lässt sich die Bodenfreiheit wiederum auf bis zu 288 Millimeter anheben. Der Anhebevorgang um 30 Millimeter erfolgt dabei innerhalb von nur sieben Sekunden. Die Wassertiefe und Böschungswinkel profitieren maßgeblich von dieser Variabilität.

Für unterschiedliche Fahrbedingungen stehen dem Fahrer drei Standard-Fahrmodi für den Alltag zur Verfügung, nämlich Comfort, Eco und Sport. Darüber hinaus beinhaltet das Steuergerät sieben spezifische Geländeprogramme, die den Allradantrieb, die Dämpferhärte, die Lenkunterstützung und das Ansprechverhalten des Gaspedals gezielt anpassen. Diese Modi decken Untergründe wie Gras, leichten Schnee, Tiefschnee, Schlamm, Sand, Felsen und verschneite Bergstraßen ab.

Deshalb übernimmt die Elektronik bei schwierigen Witterungsverhältnissen einen Großteil der Regelarbeit und verteilt das Drehmoment blitzschnell zwischen den Achsen. Die Bremsanlage ist der enormen Fahrleistung angepasst. An der Vorderachse greifen kraftvolle 6-Kolben-Festsättel auf große, innenbelüftete Bremsscheiben zu. Die geschwindigkeitsabhängige elektrische Servolenkung arbeitet variabel und ermöglicht trotz der enormen Fahrzeugabmessungen ein präzises Rangieren.

Das Reiseerlebnis im Fond: VIP-Lounge, Naim-Audio und Klimakomfort

Der Innenraum des Fahrzeugs wurde konsequent als First-Class-Lounge konzipiert. Der Hersteller verzichtet bewusst auf eine enge dreireihige Siebensitzer-Bestuhlung und setzt stattdessen auf ein großzügiges 2+2+2-Layout mit sechs Einzelsitzen. Sämtliche Passagiere profitieren von spürbarer Bewegungsfreiheit, wobei der absolute Fokus auf den zwei Einzelsitzen in der zweiten Reihe liegt. Diese VIP-Fauteuils lassen sich 6-fach elektrisch verstellen, verfügen über eine Memory-Funktion und besitzen elektrisch ausfahrbare Beinauflagen. Zudem bieten sie integrierte Belüftungs-, Heiz- und Massagefunktionen mit 22 spezifischen Druckpunkten sowie einen Zero-Gravity-Liegemodus für entspanntes Reisen auf langen Strecken. Auch die Vordersitze lassen sich 12-fach elektrisch verstellen und bieten umfassenden Klimakomfort.

Zwischen den beiden Sitzen der zweiten Reihe befindet sich ein fest eingebautes, intelligentes Kühl- und Warmhaltefach. Dieses Abteil deckt einen exakt einstellbaren Temperaturbereich von minus 6 °C bis plus 50 °C ab, sodaß wahlweise Erfrischungsgetränke gekühlt oder Speisen warmgehalten werden können. Die Materialauswahl im Innenraum umfasst feines Nappaleder in den Farbtönen Charcoal Black, Caramel Brown oder Moonglade Blue, Dachhimmelbezüge aus Mikrofaser-Velours, handpolierte nordische Holzapplikationen sowie präzise geschliffene Bedienelemente aus Kristallglas. Das doppelte Panoramaglasdach sorgt mit einer Gesamtglasfläche von 4,2 Quadratmetern für einen lichtdurchfluteten Innenraum, bietet jedoch gleichzeitig einen 99-prozentigen UV-Schutz.

Die multimediale Unterhaltung erreicht ein Niveau, das man sonst nur aus modernen Luxuslimousinen oder Privatjets kennt. Im Armaturenbrett sind zwei 16-Zoll-Touchscreens mit hochauflösender 3.5K-OLED-Technologie verbaut. Die Informationsversorgung des Fahrers wird durch ein entspiegeltes 13-Zoll-Instrumentendisplay sowie ein großes 47-Zoll-Augmented-Reality-Head-up-Display ergänzt. Das Highlight für die Fondpassagiere ist jedoch ein im Dachhimmel integriertes 17-Zoll-3K-OLED-Display. Auf Knopfdruck fährt dieser Bildschirm elektrisch aus und lässt sich um bis zu 88 Zentimeter nach vorne bewegen sowie in fünf unterschiedlichen Neigungswinkeln anpassen, um stets den perfekten Betrachtungsabstand zu garantieren.

Das akustische Fundament liefert eine maßgeschneiderte Soundanlage des britischen Highend-Spezialisten Naim. Das System leistet eine Spitzenleistung von 3.868 Watt und steuert insgesamt 32 Lautsprecher an, die in einer komplexe 9.2.4.8-Raumklang-Architektur im gesamten Innenraum verteilt sind. Selbst in den Kopfstützen der Front- und Fondsitze sind eigene Lautsprecher integriert. Taktile Signalwandler in den Sitzkissen übersetzen tiefe Bässe direkt in spürbare Schwingungen und erzeugen so ein realistisches 4D-Klangerlebnis. Eine aktive Fahrgeräuschunterdrückung misst laufend die Frequenzen von Reifen- und Windgeräuschen und neutralisiert diese durch gegengleiche Schallwellen über das Audiosystem.

Digitalisierung, Sensorausstattung und automatisierte Fahrfunktionen

Die elektronische Grundlage des Fahrzeugs bildet die neu entwickelte Architektur ZEEA 3.0 in Verbindung mit dem Betriebssystem Zeekr AI OS7. Für die flüssige Darstellung der Infotainment-Inhalte und die Verarbeitung natürlicher Sprachbefehle sorgen zwei Qualcomm Snapdragon 8295 Rechenplattformen. Im Bereich der Fahrerassistenzsysteme feiert das Flaggschiff-Paket G-Pilot H9 seine Marktpremiere. Dieses System greift auf eine Sensorarchitektur zurück, die aus insgesamt 43 Einheiten besteht.

Den Mittelpunkt bildet ein auf dem Dach montierter 520-Zeilen-Weitbereichs-LiDAR-Sensor. Ergänzt wird dieses System durch vier Weitwinkel-Solid-State-LiDARs, die in den vorderen Kotflügeln, im Stoßfänger und im Heckspoiler verbaut sind. Hinzu kommen drei Millimeterwellen-Radarsensoren, 13 hochauflösende Kameras sowie 14 Ultraschallsensoren. Die gewaltigen Datenmengen dieser Sensorik werden von zwei redundanten Nvidia Drive Thor System-on-a-Chip-Einheiten verarbeitet, die zusammen eine Rechenleistung von 1.400 TOPS bereitstellen.

Diese enorme Hardware-Power bildet die technische Grundlage für autonomes Fahren nach Level 3. Zu den spezifischen Funktionen zählen ein automatisiertes Ausweichsystem für Notsituationen, eine hochpräzise Autobahnavigation sowie ein vollautomatischer Parkassistent, der das Fahrzeug ohne Fahrer im Parkhaus manövrieren kann. Eine redundante Netzwerkauslegung mit acht Sicherheits-Backups soll gewährleisten, daß selbst bei Teilausfällen wesentlicher Komponenten die Fahrzeugsteuerung jederzeit aufrecht erhalten bleibt.

Aber wie bei allen hochkomplexen Fahrassistenzsystemen aus Fernost stellt sich auch hier die kritische Frage der Software-Adaption für den europäischen Markt. Die Erkennung von schmalen Pflasterstraßen, unebenen Fahrbahnmarkierungen oder ländlichen Witterungsbedingungen unterscheidet sich drastisch von chinesischen Megacities. Es bleibt abzuwarten, wie ausgereift und fehlalarmfrei die Algorithmen in der harten europäischen Alltags-Praxis agieren werden.

Marktpositionierung, Vertriebsnetz und Garantieangebote in Deutschland

Die Markteinführung des Fahrzeugs fällt in eine Phase, in der chinesische Automobilkonzerne verstärkt versuchen, im lukrativen europäischen Oberklasse-Segment Fuß zu fassen. Mit der Preisgestaltung von 119.500 Euro für den Zeekr 9X Ultra AWD und 126.500 Euro für die Black Line ordnet sich das Modell preislich unterhalb von etablierten Mitbewerbern wie dem Range Rover PHEV oder dem Mercedes-Maybach EQS SUV ein, liegt jedoch deutlich über den Bestsellern im Volumenmarkt. In der Serienausstatung sind wesentliche Komfortfeatures wie das Naim-Audiosystem, die Luftfederung, die Massagesitze und das Fond-Display bereits ohne Aufpreis enthalten, was die Aufpreisliste im Vergleich zu deutschen Mitbewerbern extrem kurz hält.

Beim Vertrieb und der Kundenbetreuung beschreitet der Hersteller in Deutschland einen gestuften Weg. Neben der digitalen Abwicklung über die Online-Plattform setzt die Marke auf eigene Testfahrzeug- und Auslieferungszentren in Großstädten wie Berlin, Frankfurt, München und Stuttgart. Für den flächendeckenden Service, Inspektionen und Reparaturen arbeitet das Unternehmen mit der Werkstattkette Global Automotive Service zusammen. Über dieses Partnernetzwerk sollen den Kunden bundesweit zwischen 40 und 100 zertifizierte Servicepunkte zur Verfügung stehen.

Um Bedenken hinsichtlich der Langzeitqualität und des Werterhalts zu zerstreuen, bietet der Hersteller ein umfangreiches Garantiepaket an. Bei regelmäßiger Wartung in den zertifizierten Werkstätten gewährt die Marke eine Fahrzeuggarantie von bis zu 10 Jahren, aufgeteilt in vier Jahre Werksgarantie und sechs Jahre Verlängerung. Die Hochvoltbatterie ist über einen Zeitraum von 8 Jahren geschützt. Ergänzt wird das Paket durch eine 4-jährige Lackgarantie, 12 Jahre Garantie gegen Durchrostung sowie eine 30-minütige Pannenhilfe-Garantie. Zudem werden zur Markteinführung attraktive Finanzierungskonditionen wie Ballon- und Ratenkredite mit einem Effektivzins ab 0,99 Prozent angeboten.

Deshalb läßt sich festhalten, daß der Zeekr 9X auf dem Papier ein beeindruckendes Gesamtpaket aus extremer Ladeleistung, hoher Systemleistung und opulentem Reisekomfort schnürt. Ob die Mischung aus schwedischer Designphilosophie, chinesischer Spitzentechnologie und extrem üppigen Abmessungen auf dem deutschen Markt den gewünschten Erfolg bringt, hängt letztlich nicht nur von den technischen Daten ab. Entscheidend wird sein, ob es der Marke gelingt, das notwendige Vertrauen bei der anspruchsvollen Kundschaft im Luxussegment aufzubauen und die Serviceversprechen im Alltag zuverlässig einzulösen. Fest steht jedoch, daß das Auftauchen dieses Super-Hybriden den Druck auf die etablierten europäischen Hersteller weiter erhöhen wird.