Fahrbericht Nissan Pulsar Tekna 1.6 DIG-T

6. November 2016 15:26 Autor:
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Golfgegner im Test: Der Nissan Pulsar 1.6 DIG-T in der Topausstattungslinie Tekna – Bild: MOTORMOBILES

Fünftürige Schräghecklimousine der unteren Mittelklasse

Nissan stellt sich in der heiss umkämpften Kompaktklasse neu auf  und positioniert sich seit Herbst 2014 mit dem Pulsar gegen seine Rivalen Golf, Astra und Focus & Co. Sparsame Motoren, Assistenzsysteme und Leichtbau sollen Nissans auch in der Kompaktklasse zum erfolg  führen. Das Kompaktmodell in klassischer Steilheckbauweise  greift den alten Modellnamen wieder auf. Seit  1978 nutzt Nissan diesen Namen vorwiegend für Fahrzeuge auf den asiatischen und australischen Märkten. Anfang der 1990er Jahre trat der Pulsar auch auf einigen europäischen Märkten in Erscheinung. Montiert wird der neue in Europa entwickelte Nissan Pulsar im spanischen Nissan Werk bei Barcelona.

Nissan Pulsar 1.6 DIG-T
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Optik und Design

Die Schräghecklimousine präsentiert sich im aktuellen Nissan-Markendesign und wird in drei Ausstattungsvarianten angeboten.  Unverkennbar  bedient sich der Pulsar in den Designanlagen bei seinem größeren und höchst erfolgreichen  Qashqai. Innen wie außen zeigen sich die bei Nissan bewährten Qashqai-Gene. Wir haben den kompakten Japaner nun in der Spitzenausstattungslinie einem ausgiebigem Fahrbericht unterzogen und überprüft, ob er gegen seine europäischen Wettbewerber bestehen kann. Als Testwagen haben wir uns für den jüngsten Motor des 190 PS starken Turbobenziner 1.6 DIG-T entschieden.

Interieur

Überzeugend präsentiert sich der Pulsar beim Raumangebot, das sowohl vorn als auch hinten üppig dimensioniert wurde.

Von dem Raumwunder dank eines Radstand von 2,70 Metern profitieren die Passagiere in beiden Sitzreihen. Das aus Hart- und Weichplastik bestehende, mit etwas Klavierlack aufgewertete  Armaturenbrett ist keine Design-Ikone.  Dafür sind alle Bedienelemente und Tasten gut erreichbar und die Funktionen weitgehend selbst erklärend. Auch wenn das Design und die Haptik die Sinne nicht immer verwöhnen, ist die Verarbeitung erstklassig und über jeden Zweifel erhaben.

Fahrer und Mitfahrer finden nach vorne, nach oben und zur Seite stets genügende Platzverhältnisse vor.  Im Fond fällt die Beinfreiheit spürbar größer ausfällt als bei dem viel größeren Nissan X-Trail. Auch aber auch im Kopfbereich verfügen die Passagiere über bequeme Sitzverhältnisse.

Zuweilen wähnt man sich nicht in einem Fahrzeug der Kompaktklasse, sondern in dem eines Mittelklassefahrzeugs. Für das Gepäck stehen 385 bis 1.395 Liter zur Verfügung. Damit positoniert sich der Pulsar im Spitzenbereich oberhalb des Klassenprimus VW Golf.  Der Pulsar kann zusätzlich mit großen Fenstern und einer etwas erhöhten Sitzposition punkten. Die verhilft seinen Insassen zudem zu einer besseren Übersicht als die seiner meisten Wettbewerber.  Die vorderen Sitze sind zwar bequem und komfortabel, lassen dabei aber jegliche Form der Seitenführung vermissen.

Im Cockpit sorgen große aufgeräumte Instrumente nebst einem zentral angebrachten Multifunktionsfarbdisplay für Information und Orientierung. Der Aufruf dieser Informationen gestaltet sich wie auch die restliche  Bedienung angenehm intuitiv. Das Multifunktionslenkrad präsentiert sich aufgeräumt.

Motor

Der 1.6 DIG-T ist das jüngste Triebwerk  in der nicht gerade prall gefüllten Pulsar-Motorenpalette. Der Turbo ist der mit Abstand stärkste Motor im Angebot der Japaner. Alternativ stehen der 115 PS starke 1.2 DIG-T Turbobenziner oder der 110 PS starke 1.5 dCi Turbodiesel zur Wahl. Der von uns gefahrene neue und kräftige 1,6 Liter Vierzylinder-Turbobenziner verlhilft dem Pulsar zu einem deutlich agileren Fahrverhalten.

Nissan forciert wie die meisten Hersteller das Downsizing. Hubraumstärkere Saugmotoren werden von zierlichen mit einem Turbo aufgeladene Aggregate ersetzt. Dies verhlft zumindest auf dem Papier für niedrigeren Verbräuche. Das Aggregat unseres Testwagen mobilisert 190 PS und stemmt zwischen 2.000 und 4.000 Touren ein Drehmoment von 240 Nm auf die Kurbelwelle. Die Kraft überträgt ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Einzig der Schalthebel könnte etwas präziser geführt werden. Den Null-Hundert-Paradesprint erledigt der Pulsar als 1.6 DID-T in nur 7,7 Sekunden. Eine weitere Beschleunigung endet auf Wunsch erst bei 217 Stundenkilomtern. Den Normverbrauch gibt der Hersteller mit 5,7 Litern an. In der Praxis waren wir davon gar nicht soweit entfernt und lagen deutlich unter 7 Litern. Besonders viel Spass bereite der sonore Sound dieses Aggregats in den höheren Drehzahlregionen. Das Drehmomentmaximum liegt auch erst bei 5.600 Umdrehungen pro Minute an.

Fahreigenschaften

Länge läuft. Der Pulsar verfügt über einen in  dieser Klasse ungewöhnlich grossen Radstand von  2,70 Metern. Um es zu verdeutlichen: Dies sind fast 7 cm mehr als beim Rivalen VW Golf. Das Fahrwerkssetting ist gut gelungen – wenn auch noch nicht perfekt. Der Fahrkomfort  bewegt sich allerdiungs auf einem hohen Niveau. Die Federung spricht auf kurzwellige Unebenheiten an und reicht diese stärker als nötig an die Insassen weiter. Den Komfortabzug entschädigt der Pulsar mit seinen exzellenten fahrdynamischen Talenten.

Technische Daten Nissan Pulsar 1.6 DIG-T
Hersteller:Nissan
Karosserie:Kompaktklasse, 5-türig
Motor:MR16
Start/Stopp-SystemJa
Getriebe6-Gang-Schaltgetriebe
AntriebFrontantrieb
Hubraum:1.618 ccm
EmissionsklasseEuro 6
Leistung:190 PS /140 kW bei 5.600 U/min
Drehmoment:240 Nm bei 1.600-5.200 U/min
Höchstgeschwindigkeit:217 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) in s7,7 Sekunden
Kombinierter Normverbrauch (ECE)5,7 Liter /100 km
CO2-Ausstoß134 g/km
EffizienzklasseC
Kraftstoff:Benzin
Tankinhalt46 Liter
Leergewicht1.370 kg
Kofferraum207 Liter (hinter 3. Sitzreihe) bis 827 Liter (hinter 2. Sitzreihe) bis zu max. 2.617 Litern
Zuladung415 kg
Zul. Gersamtgewicht1.780 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand4.387/1.515/1.768/2.700 mm
Wendekreis10,2 Meter
Grundpreis (Visia 1.2 DIG-T)ab mindestens 17.990 Euro
Testwagenpreis Teknaab 27.260 Euro

Preise und Extras

Als Assistenten stehen ein Spurverlassenswarner, ein Totwinkelassistent sowie eine Notbremsfunktion nebst LED-Abblendlicht gegen Aufpreis zur Verfügung. Bei einem drohenden Auffahrunfall wird der Fahrer gewarnt und, falls notwendig, automatisch eine Vollbremsung eingeleitet. Der Griff zum Topbenziner und damit zu den höheren Ausstattungen hat jedoch auch seine Vorteile. In der Topausstattung „Tekna“ sind bspw. bereits ab Werk einige sinnvolle Extras verbaut. Unter anderem die LED-Scheinwerfer inkl. LED-Tagfahrlichtsignatur, bequeme Ledersitze und das „Technology Paket“. Enthalten sind in diesem u.a. der sehr hilfreiche Spurhalte-, der Tote-Winkel-Assistent und auch die 360-Grad-Kamera („Around View Monitor“). Der Pulsar offeriert dem Fahrer aber auch so bereits eine gute Rundumsicht. Den Pulsar bietet Nissan in drei Ausstattungsvarianten an: Visia, Acenta und Tekna. Nur die von uns gefahrene Topausstatungslinie Tekna kann vom Kunden mit Ledersitzen bestückt werden. Die anderen beiden müssen sich mit Stoffpolsterungen abfinden.

Momentan ist der günstigste Nissan Pulsar, mit der Ausstattungslinie Visia und dem 1.2 DIG-T Motor (115 PS/85 kw), ab 17.990 € zu bekommen. Der Testwagen war ein Pulsar Tekna welcher mit einem  Einstandspreis von mindestens 27.260 Euro zu Buche schlägt.

Fazit: Geräumiger als der Golf

Ein Golf-Killer ist der Pulsar zwar immer noch nicht geworden. Aber zumindest ist er eine sehr brauchbare Alternative ohne gravierende Schwächen in dem dicht besetzten Segment der Kompaktklasse. Der Nissan Pulsar punktet mit einem guten Platzangebot und dem kräftigen, relativ durchzugsstarken und dennoch sparsamen Top-Benziner.  Die Schräghecklimousine vermag insbesondere durch ihre erstklassige Raumökonomie  zu überzeugen und erweist sich als geräumiger als die eines VW Golf. Die Serienausstattung ist reichhaltig und die Aufpreispolitik überraschend übersichtlich. Ein Sonderangebot stellt der Nissan Pulsar dennoch nicht dar. Er liefert Qualität – insbesondere auch bei den Assistenten und der Sicherheit. Verlangt dafür aber auch seinen Preis.

Nissan Pulsar 1.6 Fahrbericht
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