Fiat 500X Cross im Test So fährt sich Fiats neues Mini-SUV mit Frontantrieb (4×2)

12. März 2016 14:35 Autor:
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Im Test der Fiat 500 X Cross Plus 1.6 Mjet 120 PS 4×2. Das Mini SUV fährt wahlweise im zivilem Auftritt oder wie hier im rustikalen Offroad-Look, mit Front- oder optional auch 4×4 Allradantrieb vor.

Kompakter Italo-SUV auf Jeep-Renegade-Basis kommt wahlweise mit Front- oder Allradantrieb

Mit dem 500X erweitert Fiat das Angebot um ein City-taugliches SUV und tritt im stetig wachsenden Segment der kleinen Lifestyle-SUV gegen direkte Wettbewerber wie den Skoda Yeti, Opel Mokka oder Mini Countryman an. Fiat hat zweifelsohne eine ausgewiesene Expertise bei Kleinwagen. Bei den boomenden kleinen Micro- und Kompakt-SUVs – rühmliche Ausnahme der Panda 4×4 und Fiat Sedici – waren die Italiener bisher jedenfalls nicht so breit aufgestellt. Dies ändert sich nun gerade. Nachdem die Kooperation mit Suzuki beendet wurde galt es die Lücke des  4,12 Meter langen Fiat Sedici zu füllen. Das Segment boomt und zwischenzeitlich hat Fiat über Chrylser auch eine Beteiligung an Jeep. Der 4,25 Meter lange Fiat 500X füllt nun die entstandene Lücke im Modellsortiment. Mit dem 500X ist die  500er-Familie nun auf drei Modelle angewachsen. Die Optik und Plattform stammt vom Minivan Fiat 500L. Das Fahrwerk und den Antrieb bis zum intelligenten Allradadantieb teilt er sich dagegen mit dem technisch eng verwandten Jeep Renegade. Der 500X bildet mit dem Jeep Renegade ein technisches Duo, das optisch kaum ungleicher aussehen könnte. Der Jeep ist der erste Geländegänger der außerhalb der USA und gemeinsam auf einer Produktionslinie im Fiat Werk Melfi montiert wird. Streng genommen steht der Renegade technisch betrachtet auf Fiat-Basis. Die Cross-Version verfügt über Offroad-Optik und ist als 4×2-Fronttriebler mit elektronischem Sperrdifferenzial oder als 4×4 mit Allrad erhältlich. Wir haben die frontgetriebene Variante des Fünfhunderter SUV von Fiat einem ausgiebigen Test unterzogen und überprüft, wie sich der Italo-Cowboy im Alltag so schlägt.

Fiat 500 X Cross Plus
Fiat 500X Cross im Test So fährt sich Fiats neues Mini-SUV mit Frontantrieb (4x2)
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Optik und Design – bella figura

Mit dem 500X stellt sich Fiat selbstbewusst im Crossover-Segment auf und die Gestaltung des City-SUV ist in optischer Hinsicht zweifelsfrei äußerst gut gelungen – keine Frage. Die Grundabmessungen bewegen sich bis auf die Fahrzeughöhe auf typischem Golf-Niveau. Aber genau darin liegt auch das Crossover/SUV-Phänomen begründet. Der Trend zu kleinen SUV ist in Deutschland ungebrochen und was früher der typische Kompakte war ist jetzt das Kompakt-SUV. Trotz der Abmessungen vertrauen die Italiener beim Exterieur-Design auf das vertraute Fiat-Familiengesicht in 500er-Optik samt Kulleraugen und Schnurrbart-Kühler.

In der Außenansicht präsentiert sich der Fiat 500X in der Cross-Variante mit einer gehörigen Offraod-Note. Der Fiat 500X ist beplankt wie ein richtiger Abenteurer machen ihn rein optisch zu einem richtigen geländegängigen Draufgänger. Radläufe, Schweller und der hintere Stoßfänger sind gegen offroadtypische Einflüße wie Steinchen und anderes Unbillen geschützt. Seine kompakten Maße prädestinieren ihn dagegen aber auch für die Stadt. Die verchromten soliden Türgriffe fügen sich gut ins Gesamtkonzept ein und verdienen ihren Namen.

Die sichtbaren Linien der Mechanik in den Scheinwerfern verwöhnen die Sinne mit italienischer Design-Finesse.

Interieur zählt zum Verwöhnprogramm für die Sinne

Der Fiat 500X präsentiert sich als erwachsenes Kompaktauto mit viel Platz hinter den vier Türen und einem variablen Gepäckabteil mit 350 Liter Fassungsvermögen. Über das Umklappen der im Verhältnis 2:3 geteilten Rückbank läßt sich das Ladevolumen auf bis bis zu 1.000 Liter vergrößern. Die Ladekante am Heck ist bauartbedingt etwas höher als bei einem PKW oder Kombi. Unter dem doppelten Ladeboden befindet sich noch ein unterteiltes Staufach mit Platz für Werkzeug.

Optisch und haptisch schlägt der 500X bei Fiat ein neues Kapitel auf. Das Cockpit wurde von den Italienern evolutionär optmiert. Die Komposition und Abstimmung der Materialien bis hin zur Gestaltung und Ummantelung der Tasten sind nicht nur schön anzusehen, sondern lassen sich auch gut bedienen. Das anfängliche Hartkunststoff-Blech-Ambiente des Fiat 500 sorgte für optische und haptische Langeweile. In der Offroad-Version vermitteln unterschäumten und gummierte Flächen für angenehme Erfahrungen des Tastsinns. Gelungen auch die drei Rundinstrumente, auch wenn das mittlere bei Sonneneinstrahlung zuweilen etwas schwieriger ablesbar ist.

Die Höherlegung und die daraus resultierenden erhobene Sitzposition erleichtern das Einsteigen und gewährt den Insassen einen guten Rundumblick. Einzig nach vorne lässt sich die Entfernung etwas schlechter abschätzen. In die zweite Reihe gelangen die Mitfahrer durch weit öffnende Türen mit schmalem Ausschnitt. Die Rückfahrkamera am Heck funktioniert perfekt und liefert ein gutes Bild. Die getönten Scheiben schützen vor all zu neugierigen Blick in den hinteren Bereich des Fahrzeugs, und im Sommer vor zu intensiver Sonneneinstrahlung. Als praktisch erweisen sich die großen Außenspiegel und die beiden Handschuhfächer. Ergänzt werden diese von zahlreichen gut nutzbaren Ablagen.

Es gibt aber auch ein paar verzeihliche Schwächen die der 500X seinem Besitzer zumutet: Die Kopfstützen sehen zwar toll aus – sind aber vorn wie hinten nur knapp ausreichend hoch und deutlich zu hart.Komfort geht auch anders. Ein weiteres Ärgernis betrifft die hinteren Seitenfenster – diese lassen sich nicht vollständig nur zu ungefähr zweidrittel öffnen. Die maximale Stehhöhe unter der voll geöffneten Heckklappe beträgt nur 1,75 Meter und ist für großgewachsene Mitteleuropäer deutlich zu niedrig. Besonders restriktiv die elektrische Handbremse. Diese löst tatsächlich nur, wenn der Fahrer den Gurt angelegt hat.

Gut gefallen hat uns das Infotainmentsystem mit kontrastreichen Touchscreen, integrierter Tom Tom-Navigation und hervorragenden Sound.

Motor

Ein Kompliment muss man den Italienern dem neuen von uns gefahrenem Selbstzünder machen. Den teilt sich Fiat mit dem baugleichen Jeep Renegade. Der 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS  erfüllt die Euro 6-Norm erfüllen und erweist sich im Test als sehr drehfreudig und durchzugstark. Auch im hohem Drehzahlbereich ist er leise und vibrationsarm. Die Kraft des 120 PS starken Selbstzünders wird nur an die Vorderräder von einem manuellen 6-Ganggetriebe übertragen. Dieses läßt sich angenehm und präzise schalten. Der Motor mobilisiert ein maximales Drehmoment von 350 Nm bereits ab 1.750 Umdrehungen pro Minute. Mit forschem Tritt auf das Gaspedal geht es ausreichend zügig voran. Die Leistung genügt das immerhin 1.4 Tonnen schwere Kompakt-SUV innerhalb von 10.6 Sekunden den Null-Hundert-Paradesprint erledigen zu lassen. Eine weitere Beschleunigung endet erst bei der Höchstgeschwindigkeit von 186 Stundenkilometern. Der Hersteller gibt den kombinierten Normverbrauch mit 4,0 Litern Diesel für hundert gefahrene Kimoter – entsprechend einer CO2-Emission von 106 g je gefahrenem Kilometer – an. Unser Testverbrauch über alles betrug mit einem hohen Langstreckenanteil im Schnitt nur knapp über 5 Liter Dieselkraftstoff je hundert gefahrene Kilometer.

Fahreigenschaften mit 4×2-Antrieb

Der 500X teilt Konzept und Technik mit dem Jeep Renegade, und wie der Konzernbruder komfortabel abstimmt. Die Federung des Fahrwerk ist straff ausgelegt, vermeidet aber eine sportliche Härte, die manchen SUVs leider häufig zu eigen ist, um die Wankneigung in Zaum zu halten. Einzig auf Autobahnen mit auf Querfugen und Bodenwellen tendiert die Federung des 500X zu einem leichten „Stukkern“. Die Lenkung arbeitet dagegen vorbildlich leichtgängig und präzise. Seitenwind vermag den Geradeauslauf des 500X erheblich zu beinflußen. Im Großen und ganzen haben die Italiener ihrem Neuling ein umgängliches Wesen mit auf den Weg geben. Die Parameter für ein bedingtes Offroadtalent drücken sich in einer  Bodenfreiheit von 18 Zentimeter sowie einem Böschungswinkel vorne mit 21,3 Grad, sowie hinten mit 30,1 Grad aus. Der Rampenwinkel wird mit 22,3 Grad angegeben. Den 500X Cross gibt es als 4×2 mit elektronischem Sperrdifferential oder als 4×4 mit Allrad.

Fahrmodi – Onroad-freundliches Cinquecento-SUV

Über den „Mood Selector“ in der Mittelkonsole läßt sich beim 500X Cross der gewünschte Fahrmodi wählen. Der Modus „Auto“ steht für alltägliches Fahren, geringer Diesel-Verbrauch, hoher Fahrkomfort. Im Modus „Sport“ stehen ein dynamischer Antrieb, schnellste Reaktion auf Befehle im Fokus. Der Modus „Traction“ für den Offraod-Einsatz optimiert die Übertragung der Kraft an alle vier Räder. Mit Allradantrieb bewährt sich der Fiat 500X problemlos in leichtem Gelände. Doch egal, mit welcher Fahreinstellung der SUV abgestellt wurde, er fährt nach dem Neustart immer wieder im Allrad-Modus an. Entscheidet die Elektronik, dass wetter- oder straßenbedingt kein Vierradantrieb nötig ist, übernehmen dann die Vorderräder den Fahrbetrieb.

Das reine Frontantrieb dürfte den meisten Ansprüchen in der Stadt genügen und spart Kraftstoff. Die Elektronik ist vernetzt mit den Sensoren im Antriebs- und Bremssystem. neben dem ABS- sind dies vor allem das elektronische Stabilitäts-System (ESP). Der 500 X erhebbt in der von uns gefahrenen 4×2-Variante kein Anspruch ein Extrem-Offroader zu sein – das möchte er auch gar nicht vortäuschen. Aber für Ausflüge abseits befestigter Wege oder Strandausflüge genügt die Offroad-Leistung allemal

Preise und Ausstattung

Die in den Serienversionen bereits ab Basis relativ üppig ausgestatteten Mini-Crossover starten mit Frontantrieb im City-Look als 500X Pop mit neuem 1,6-Liter-Saugbenziner (110 PS) ab 16.950 Euro. Mit Offroad-Look verlangen die Italiener für den handgeschaltetenAllrad 500X Cross mindestens 22.450 Euro. Den pfiffigen Allrad-Antrieb gibt es optional gegen Aufpreis (1.900 Euro). Bei allen Allrad-Versionen übernimmt der  2,0-Liter-MultiJet-Diesel (140 PS) den Antrieb. Das Flaggschiff 500X Cross Plus 4×4 steht in der Preisliste mit 31.400 Euro. Der 500X verführt vor allem mit Liebe zu Details und einer Fülle an technischen Neuentwicklungen und aufpreispflichtigen Komfort-Extras, wie sie noch kein Fiat zuvor gesehen hat: Beheizbare Scheibenwischer, beheizbares Lenkrad, Fernlichtassistent, großes Glasschiebedach, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Ambientebeleuchtung füllen die Preislite. Ebenfalls erstaunlich breit aufgestellt ist der Fiat bei Konnektivität des Infotainmentsystem sowie den möglichen sicherheitsrelevanten Assistenzsystemen: Angefangen über einen Notbremssystem zur Linderung der Folgen von Auffahrunfällen über Spurhalte- und Totwinkelassistent, adaptiver Geschwindigkeits- und Fernlichtassistent, Überschlagschutz und dergleichen mehr. Motorseitig wird vorausichtlich 2017 ein Plug-In-fähiger Hybrid-Antrieb folgen.

Fazit: Schöne neue Fiat-500-Welt mit bequemen Einstieg

Der Trend zu kleinen SUV ist in Deutschland ungebrochen. Und Fiat klinkt sich jetzt perfekt mit dem 500X ein. Stilistisch und sportlich erzielen die Italiener damit einen Volltreffer. Die von uns gefahrene Version mit Frontantrieb des Fiat 500X Cross ist weit mehr als ein Kompakt-SUV mit den typischen Kulleraugen. Zumindest optisch ist der Fiat 500X ist in der von uns gefahrenen Ausstattungsvarianten Cross mehr auf Geländewagen getrimmt als auf Stadtauto. Sein talentiertes Vermögen diesseits und jenseits asphaltierter Straßen und Wege prädestinieren ihn für höhere Aufgaben als nur dem eines reinen City-SUV. der 500 X präsentiert sich in bezug auf Ausstattung, Verarbeitung und Leistung überzeugend. Auch unter Anbetracht einiger verzeihlicher Schwächen wie das zu feste Fahrwerks-Setting dürfte es sich unter dem Strich um den besten Fiat seit geraumer Zeit handeln.

Fiat 500 X Cross 1.6 Mjet 120 PS 4x2

Fiat 500X Cross im Test So fährt sich Fiats neues Mini-SUV mit Frontantrieb (4x2)

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