Gezielt verfeinert: Range Rover Evoque Modelljahr 2016 – das Facelift im Kurztest

29. September 2015 12:57 Autor:
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Angetestet: Range Rover Evoque TD4 Diesel 180 PS des Modelljahr 2016


Facelift Range Rover Evoque TD4 Automatik schon gefahren

Einer von drei verkauften Land Rovers ist ein Evoque. Weltweit ist der Evoque überaus erfolgreich. Nahezu 450.000 Einheiten konnte Land Rover vom kleinen Range Rover schon weltweit absetzen. Damit der Kundenzuspruch so weiterhin erhalten bleibt, gab es nun eine dezente Modellpflege. Land Rover präsentierte den Range Rover Evoque des Modelljahr 2016 bereits im Frühjahr auf dem Genfer Autosalon. Nun rollt der kompakte Geländegänger noch während der IAA zu den Händlern. Wir hatten nun bereits Gelegenheit das Update des kleinen Range zu fahren. Die wichtigste Neuerung sind zwei moderne Dieselmotoren und ein neues Multimedia-System mit aktualisierter Konnektivität.

Dieses Jahr debütierte der neue Land Rover Discovery Sport als Nachfolger des Freelander. Mit diesem teilt sich der Evoque zukünftig die Plattform im Segment der kompakten SUVs. Land Rover hat vor allem technisch kräftig aktualisert. Optisch fallen die Modifikationen sehr dezent aus. Zu erkennen gibt sich der Evoque ab Modelljahr 2016 primär an höher positionierten sowie technisch aktualisierten neuen Leuchteinheiten und einem neu gestalteten Kühler. Den Lufteinlass auf der Motorhaube übernimmt der Evoque von der Coupé-Version. Der Spoiler an der Heckklappe ist mit einer breiteren und schmaleren dritten Bremsleuchte versehen. Optional lässt sich der kleine Range mit adaptiven LED-Scheinwerfern mit integrierten Tagfahrlicht ausstatten. Die um den Scheinwerfer laufende Tagfahrlichtsignatur integriert über Farbänderung außerdem die Blinkerfunktion. Auch dem Dachspoiler haben sich die Designer von Land Rover angenommen. Mit seinen zwei Finnen integriert und kaschiert er geschickt die 3G-Mobilfunkantenne. Der Spoiler an der Heckklappe ist mit einer breiteren und schmaleren dritten Bremsleuchte versehen.

 

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Das Ausstattungs- und Options-Angebot umfasst drei neue Aluraddesigns mit zwei unterschiedlichen Oberflächen. Zur Wahl stehen ein Standard- und Dynamic-Designpaket sowie eine große Palette von Farbtönen und Kontrastlackierungen.

Interieur

Im Innenraum zeichnet sich das Facelift vor allem über das neue Infotainmentsystem mit verbesserter Konnektivität aus. Dem Range Rover Evoque kommt hier die Expertise der Konzernschwester Jaguar sowie ihres Zulieferers Bosch zugute. Das neue InControl-System verfügt über ein acht Zoll großes Touchdisplay  und läßt sich analog einem modernen Smartphone über Wishgesten und Tippen bedienen. InControl basiert auf der White-Label-Lösung MySpin von Bosch SoftTec und bietet je nach Ausbaustufe W-Lan für bis zu acht Geräte, volle Smartphone-Integration, Echtzeit-Verkehrsinformationen mit Stauprognosen und Umleitungsempfehlungen. Mit einer kostenlosen InControl-App für iOS und Android lassen sich Smartphone-Anwendungen direkt in das System einblenden. Bei den von uns gefahrenen Evoque konnten wir das neue Incontrol-System leider noch nicht testen. Das System soll aber noch dieses Jahr im markt eingeführt werden. Die Ausstattungsversionen HSE und Autobiography ist InControl Touch bereits serienmäßig verbaut. Optional läßt sich das System individuell bis hin zu einem Entertainmentsystem für die Passagiere mit hinteren Bildschirmen, Funkkopfhörern und bis zu 17 Lautsprechern erweitern.

Im Rahmen des Facelift erhilt der Evoque nur dezente Anpassungen an der Innenausstattung. Drei zusätzliche Innenraum-Farbtöne komplettieren das Angebot zu einer erweiterten Auswahl von nunmehr insgesamt 13 verfügbaren Tönen, die durch die anpassbare Ambiente-Beleuchtung ergänzt wird. Einen gesteigerte Qualitätsanmutung und Haptik versprechen die neuen Soft-Touch-Oberflächen. Neben geringfügig geänderten Sitzen gab es eine sehr behutsam umgestaltete Instrumententafel sowie neue Türverkleidungen mit verbesserten Soft-Touch-Überzug. Gegen Aufpreis bieten die Briten künftig den aktualisierten Baby-Range mit einem Massagesitz samt 14facher Verstellmöglichkeiten an. Das Einstiegsmodell verfügt wie gehabt über Stoffbezüge und sechsfacher manueller Einstellmöglichkeit

 

Neue Antriebe – Neue Turbo-Diesel der Ingenium-Reihe für den Evoque

Motorisch hat sich einiges getan. Zur Wahl stehen zukünftig die modernen Zweiliter-Ingenium-Diesel-Triebwerke. Die Schwestermarke Jaguar nutzt sie bereits im XE. Die bisherigen 2,2 Liter Dieselmotoren, basierend auf einer Peugeot-Konstruktion, wurden ausgemustert. Die neue „Ingenium“-Dieselgeneration ist eine eigenständige Entwicklung von Jaguar-Land Rover mit glatten zwei Liter Hubraum. Dank Ad-Blue-Technik mit Harnstoff-Einspritzung ist der Diesel Euro-6-kompatibel. Extremer Leichtbau in Voll-Aluminium-Bauweise reduziert das Gesamtgewicht des aggregats um 20 Kilogramm. Neben dem verringerten Hubraum sorgen besondere konstruktive Elemente für eine deutlich reduzierte innermotorische Reibung – und damit für mehr Effizienz bei reduziertem Verbrauch. Für den Range Rover Evoque 2016 gibt es zwei Leistungsstufen mit 150 und 180 PS. Und es gibt neben zwei unterschiedlichen Allradsystemen auch wieder eine – in Deutschland allerdings selten nachgefragte – Frontantriebsversion namens eD4.

Das Aggregat in Leichtmetall-Bauweise wiegt rund 30 Kilo weniger als der Vorgänger-Motor. Außerdem zeichnen sich die neuen Selbtszünder durch einen bis zu 18% niedrigeren Spritverbrauch sowie einen besonders ruhigen und angenehm leisen Lauf aus. Der 150-PS-Diesel begnügt sich im kombinierten Verbrauchszyklus gemäß NEFZ mit 4,2 Liter Diesel-Kraftstoff. Für den von uns gefahrenen 180 PS starken Diesel gibt der Hersteller einen normierten Verbrauch von 4,8 Liter je hundert gefahrene Kilometer an. Auf unserer kleinen Ausfahrt lagen wir mit knapp über 5,8 Litern im dichten Stadtverkehr noch im vertretbaren Rahmen. Auf Landstraßen im 9. Gang liegt die Motordrehzahl nur geringfügig über dem Leerlaufwert. Beschleunigungen, etwa zum Überholen, werden unmittelbar und sehr spontan umgesetzt, da die enge Abstufung des Getriebes schnelle und bedarfsgerechte Gangwechsel ermöglicht. Bei Bedarf kann der Fahrer manuell über die Lenkradpaddel eingreifen. Die 9-stufige Automatik geht sehr harmonisch und komfortabel zu Werke. Vom Range Rover Evoque wurden zuletzt in Deutschland fast 94 Prozent aller Kundenautos mit Dieselmotor zugelassen. Der in Europa nur mäßig nachgefragte Si4-Benziner mit 240 PS bleibt aber unverändert als Alternative zu den Selbstzündern erhalten. Mit dem neuen Modelljahrgang betragen die neuen Service-Intervalle statt bisher 25.000 zukünftig 34.000 Kilometer.

 

Fahreigenschaften

Neben dem Motor verzeichnet der Evoque des Modelljahrgangs 2016 bei den Fahreigenschaften die meisten Fortschritte. Überarbeitete Lager der Hinterradaufhängung, größere Bremsscheiden sowie ein gewichtsreduzierter Motor- und Aufhängungshilfsrahmen zeigen ihre Wirkung. Das neue Fahrwerks-Setting macht den Evoque noch agiler. So bereitet der Evoque auch auf kurvigen Straßen viel Fahrespaß. Hierzu trägt auch die neu abgestimmte elektromechanische Lenkung mit deutlich mehr Präzision und Rückmeldung bei. Dank der variablen Magnaride-Dämpfer (optional gegen Aufpreis) kommt auch der Komfort nicht zu kurz.

 

Technische Daten Range Rover Evoque TD4 Diesel 180 PS Mj 2016
Hersteller:Land Rover
Karosserie:Kompakt SUV fünftürig
Motor:TD4 Diesel Reihenvierzylinder Ingenium
Getriebe9-Gang Automatik mit Start&Stop
Hubraum:1999 ccm
EmissionsklasseEuro 6
Leistung:132 kW / 180 PS bei 4.000 Umdrehungen pro Minute
Drehmoment:430 Nm bei 1.750 Umdrehungen pro Minute
Von 0 auf 100: Handschalter9 s
Höchstgeschwindigkeit:195km/h
Verbrauch (ECE)5,1 Liter
CO2-Ausstoß134 g/km
Kraftstoff:Diesel
Wendekreis11,3 Meter
Leergewicht1.674 kg
Kofferraum420 Liter
Tankinhalt54 Liter
Zuladung676 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand4.370/1.900/1.635/2.660 mm
Testwagenpreis ab:ab 41.550,- Euro (Pure)

 

Assistenzsysteme

Ein Technologie-Update läßt den Briten bei den Assistenzsystemen zu den deutschen Wettbewerbern aufschließen. Das neue „All-Terrain Progress Control“ (ATPC)-System sorgt für eine automatische Geschwindkeitsregelung in anspruchsvollen Geländesituationen. Der Fahrer muss unabhängig von der Steigung und Untergrund nur noch lenken. Desweiteren können ein Spurhalteassistent mit Vibration und sanftem aktivem Lenkeingriff und Notfall-Bremsassistent geordert werden. Serienmäßig verfügen alle Evoque ab Modelljahr 2016 zukünftig über einen „Aufmerksamkeitsassistenten“ der einen übermüdeten Fahrer anhand der Lenkbewegungen erkennt und entsprechend warnt.

Mit dem Modelljahrgang 2016 stehen dem Kunde die Ausstattungsvarianten Pure, SE, SE Dynamic, HSE, HSE Dynamic und Autobiography mit insgesamt 17 Optionspaketen zu Wahl. Derzeit startet der Range Rover Evoque bei 34.500 Euro in der Basisversion Pure mit Frontantrieb. Das Facelift-Modell des Range Rover Evoque rollt bereits seit wenigen Tagen zu den Händlern.

 

Fazit:  RR Evoque gezielt verfeinert

Land Rover hat den kleinen Landy noch besser und sicherer gemacht. Eigentlich war ein Facelift zum jetzigen Zeitpunkt für den Bestseller noch gar nicht zwingend nötig. Hier baut Land Rover rechtzeitig vor. Die direkten Wettbewerber treten hier mit VW Tiguan und Mercedes GLC mit neuen Modellgenerationen an. Neben neuen, sparsamen EU6-konformen Dieselmotoren und Voll-LED-Licht kommt der Evoque des Modelljahrs 2016 in den Genuss des serienmäßigen Infotainmentsystem InControl Touch sowie einer aktualisierten Erweiterung der Auswahl an Assistenz- und Optionspaketen bis hin zu Voll-LED-Scheinwerfern.

 

Range Rover Evoque TD4 Diesel 184 PS
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