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VW Golf Alltrack 1.8 TSI 4Motion im Fahrbericht – der Golf als Geländegänger im bulligen Offroad-Look

Im Test der VW Golf Alltrack 1.8 TSI 4Motion mit 180 PS - Bildnachweis: MOTORMOBILES

Kombination aus SUV und Kombi

Der VW Golf VII Alltrack ist die Lifestyle-Version eines Geländewagens. Wir waren mit dem neuen Outdoor-Golf On- und Offroad unterwegs. Der Golf Variant – übrigens nur die Kombi-Variante ist als Alltrack erhältlich – präsentiert sich mit diversen Schutzbeplankungen: Neben einem rustikalen Stoßfänger samt Unterfahrschutz an der Frontpartie, fallen seitlich die verbreiterten und beplankten Radhäuser sowie Kratzschutzelementen der Schweller auf. Zahlreiche Chrom-Zierelemente sorgen für ein nobles Ambiente. Am Heck sorgen ein wulstiger Stoßfänger nebst Unterfahrschutz für einen praktischen Schutz auch abseits der Straße. Ergänzend kommen mehrere „Alltrack“-Schriftzüge – unter anderem auch auf den Einstiegsleisten und auf den Lehnenpolstern sowie silbernen Außenspiegelkappen hinzu. Metallspangen akzentuieren auch die Front an Kühlergrill und Lufteinlass. Der von uns gefahrene TSI mobilisert 180 PS gibt sich am Heck an den links und rechts angeordneten Endrohren zu erkennen, während bei den TDI der Doppelauspuff einseitig links sitzt. Auch wenn erwartungsgemäß nur ein verschwindend geringer Anteil der Käufer ihren Alltrack tatsächlich in den Matsch schicken werden: Wir haben den Golf Alltrack einem gründlichen Fahrbericht unterzogen und geprüft, ob der Wagen hält was er verspricht.

VW Golf Alltrack 1.8L TSI
Entriegelung der Kofferraumklappe - Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Der Trend geht zum Offroad-Look. VW macht den Golf Variant zum Alltrack

 

Der Golf Alltrack ist ein stattliches Fahrzeug mit stimmigen Proportionen. Der 1,6 Tonne schwere Kombi erstreckt sich auf eine beachtliche Länge von 4,68 Metern. Um die dimensionen zu verdeutlichen. Der Ur-Passat aus 1973 erstreckte sich auf nur 4,20 Metern noch deutlich kürzer. Erst der Passat aus 1996 (B5) bewegte sich dann auf dem Größenniveau des jetzigen Golf Variant. Während SUVs boomen, müssen sich gewöhnliche Kombis mit Beplankung für eine rustikale Optik begnügen. Nicht ganz. Nun haben die Wolfsburger nach den Cross-Varianten von Polo, Caddy und Passat auch den Golf Variant zum Alltrack gemacht. Anders als die verschiedenen Cross-Modelle von VW verfügt der Golf Alltrack nicht nur über optische Insignien, sondern serienmäßig über einen vollwertigen Allradantrieb (4Motion). Unterbodenschutz und Stoßfänger in schwarzem Kunststoff mit Silberleisten sind hier somit nicht nur Zierrat, sondern schützen zumindest den unteren Bereich der Flanken sowie die Stoßfänger bei Ausfahrten auf schlechten Wegen und im leichten Gelände. Der Golf Alltrack möchte sich nicht als vollwertiger Offroader zu erkennen geben und das möchte er trotz Allrad auch gar nicht sein. Aber er verspricht ein perfekter Begleiter für Feld- und Waldwege zu sein. Und da sind wir gespannt wie er sich schlägt. Als nötiges Rüstzeug verfügt der Golf Alltrack über zwei Zentimeter mehr Bodenfreiheit und den Allradantrieb 4Motion, deren Vorteile auch Onroad zum Tragen kommen.

 

Interieur

 

Auch im Innenraum präsentiert sich die Ausstattung hochwertig. Ansonsten sind die Veränderungen gegenüber der Normalversion eher dezent: Sitzbezüge mit Alltrack-Muster fallen nicht so stark auf. Der neue Golf kann mit einer hochwertigen Anmutung und tollen Haptik – eine Stärke der Wolfsburger – trotz kompakten Abmessungen überzeugen. Vorbildliche Ergonomie, Materialien auf Oberklasse-Niveau und eine sehr saubere Verarbeitung. Volkswagen mag zwar aktuell sich in einer Krise befinden. Aber in diesen Basis-Tugenden reicht kein anderer Hersteller in der Kompaktklasse den Wolfsburgern das Wasser. Gut gefallen hat uns der große 8″-Touchscreen mit Annäherungssensor sowie die Bedienführung. Dank vorbildlicher Ergonomie fühlen sich Fahrer und Passagiere im Golf Alltrack sofort wohl. Golf-typisch lassen sich nahezu alle Bedienelemente intuitiv dort finden wo der Fahrer sie erwartet. Fahrer und Beifahrer finden schnell eine ideale Sitzposition. Lenkrad, Mittelarmlehne und Fahrersitz lassen dabei auch für großgewachsene Personen eine gute Sitzposition finden. Auch beim restlichen Platzangebot kann der Golf Alltrack überzeugen. Im Fond zählt er jetzt zwar nicht mehr zu den geräumigsten Vertretern in seinem Segment, dennoch finden auch groß gewachsene Passagiere noch angemessene Platzverhältnisse. Mit einem Fassungsvermögen von 605 bis 1.620 Litern ist das Kofferraumvolumen auch für größere Aufgaben bestens gerüstet, und der Innenraum bietet zusätzlich noch einige praktische Ablagen. Dank einer serienmäßig nach vorne umklappbaren Beifahrersitzlehne lassen sich auch besonders lange Gegenstände problemlos transportieren.

 

Antrieb

 

Bei der Alltrack-Variante des Golf stehen vier Motorversionen zur Wahl. Allen gemeinsam ist der serienmäßig verbaute Allradantrieb. Neben drei Turbodiesel in den Leistungsstufen 110 PS, 150 PS und 184 PS fuhren wir den Golf Alltrack mit dem 180 PS starken Turbobenziner. Der 1.8 TSI Benziner ist damit erstmals im Golf erhältlich. Neben dem 184 PS Turbodiesel überträgt auch der Turbobenziner serienmäßig seine Kraft über ein sechsstufiges DSG-Getriebe. Das automatisierte Getriebe überzeugt mit unterbrechungsfreien sanften Schaltvorgängen und hat immer den passenden Gang parat. Vor allem auf der Landstraße werden Überholmanöver so zu einer sehr leichten Aufgabe, da der Motor auch aus höheren Geschwindigkeiten viel Durchzugskraft liefert. Den Paradesprint erledigt der vom 1.8 TSI angetriebene Alltrack in nur 7,8 Sekunden. Eine weitere Beschleunigung endet erst bei der Höchstgeschwindigkeit von 217 Stundenkilometern. Bereits ab 1.350 Touren liegt das maximale Drehmoment von 280 Newtinmetern an und wird bei Bedarf über VWs hauseigenem 4Motion-Allradantriebauf per Haldex-Kupplung auf alle vier Räder übertragen. Beim Verbrauch machen sich die vier Räder bemerkbar, wenn auch nicht unbedingt positiv. Die Geländetauglichkeit mit Allradantrieb fordert ihren Tribut geht mit einem leichten Verbrauchsaufschlag einher. Der Hersteller gibt einen kombinierten Normverbrauch von 6,5 Litern je hundert Kilometer, entsprechend einer CO2-Emission von 153 Gramm je gefahrenem Kilometer an. Unser testverbrauch betrug knapp über 7,7 Liter.

 

Fahreigenschaften – Überraschend geländetauglich

 

Die adaptive Fahrwerksregelung DCC (1.035 Euro Aufpreis) ermöglicht die Auswahl zwischen fünf verschiedenen Fahrmodi. Nach Drücken des „Mode“-Schalter kann der Fahrer zwischen 5 Modi wählen. Vom sparsamen „Eco“ bis zum Sport-Modus reicht die Spreizung. Das „Offroad“-Programm beeinflusst ABS, Traktionskontrolle, Schaltzeitpunkt und Allrad-Abstimmung. Dank dem 4Motion Allradantrieb wird die Kraft auch immer perfekt auf die Straße gebracht, und egal, ob bei Nässe oder abseits befestigter Straßen, der Golf bringt die Kraft stets verlustfrei auf die Straße. Durch die etwas höher gelegte Karosserie und den Unterfahrschutz kann man auch in leichteres Gelände vordringen, ohne Angst haben zu müssen irgendwo stecken zu bleiben. Das intelligente Allradsystem verteilt bei Schlupf mittels einer Haldex-Kupplung das Antriebsmoment blitzschnell zwischen Vorder- und Hinterachse. Die Kupplung wird von einer elektrohydraulischen Ölpumpe betätigt. Nahezu 100 Prozent des Drehmoments kann im Bedarfsfall an die Hinterachse geleitet werden. Und auch umgekehrt ist möglich. Hat ein Hinterrad Schlupf, dreht es nur kurz durch, bis das System reaktionsschnell die Kraft auf die Vorderräder verteilt und dem Alltrack die gewünschte Traktion verleiht.

Mit einem Böschungswinkels von 15,2 Grad vorn und 13,3 Grad hinten sowie einem Rampenwinkels von 13,1 Grad versprechend dem Golf durchaus bedingte Offroad-Qualitäten. Besonders beachtlich sind seine Eignung auch für starke Gefälle bis zu 60 %. Eine Bergabfahrhilfe bremst einzelne Räder aus und hält damit Geschwindigkeit (zwischen 2 und 30 km/h) und die Spur. Hebt der Alltrack ein Rad, bremst die Elektronik das ebenfalls ab.

Ein guter Allradantrieb zeichnet sich im übrigens auch dadurch aus, dass man auf trockenem Asphalt bei schönem Wetter nichts von seinen verborgenen Qualitäten bemerkt. Das gelingt dem Alltrack hervorragend, er fährt sich im positiven Sinne nicht wesentlich anders als ein normaler Golf Variant. Das Fahrwerksabstimmung scheint eine Nuance direkter auf kleine Unebenheiten zu reagieren. Ansonsten beherrscht auch der Alltrack den perfekten Kompromiss aus Komfort und Dynamik sowie maximaler Zuladung. Bodenunebenheiten werden gekonnt weggefiltert. Neu justierte Dämpfer sorgen laut Volkswagen dafür, dass der Fahrkomfort in etwa dem des normalen Variant entspricht. Auch die sehr direkte Lenkung passt ausgezeichnet zu der sportlichen Grundauslegung des Alltrack. Hierzu trägt auch der Antrieb mit dem 180 PS starken Turbobenziner bei, dass hervorragend mit dem serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebe DSG harmoniert. Das elektronische Stabilisierungsprogramm übernimmt auch die Aufgabe der Differenzialsperre. Für guten Kurveneigenschaften sorgt das an Vorder- und Hinterachse wirkende XDS. Dieses System bremst bei schneller Kurvenfahrt die kurveninneren Räder an und trägt auf diese Weise wesentlich zur Verbesserung der Traktion bei.

Der adaptive Tempomat präsentiert sich als überzeugende Hilfe und Komfortfunktion. Der Golf Alltrack nimmt schnell wieder Fahrt auf, wenn ein langsam fahrendes Auto voraus die Spur verlassen hat. Auch der aktive Spurhalteassistent überzeugt und bringt einen bei unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur sicher wieder in die selbige zurück.

Technische Daten VW Golf 7 Alltrack BMT 1.8 TSI 180 PS
Hersteller:Volkswagen
Karosserie:Kombi 5-türig der Kompaktklasse
Motor:Vierzylinder Turbobenziner
Getriebe Doppelkupplungsgtreibe
Antrieb4Motion
Hubraum:1.798 ccm
EmissionsklasseEuro 6
EnergieeffizienklasseC
Leistung:132 kW/180 PS
Drehmoment:280 Nm bei 1.350 – 4.500 U/min
Von 0 auf 100: Handschalter7,8 s
Höchstgeschwindigkeit:217 km/h
Verbrauch (ECE)6,5 Liter
CO2-Ausstoß 153 g/km
Kraftstoff:Benzin
Wendekreis10,9 Meter
Leergewicht 1.540 kg
Kofferraum605 -1.620 Liter
Tankinhalt55 Liter
Zuladung500 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand 4.578/1.799/1.515/2.630 mm
Preise ab:33.050,- Euro
Testwagenpreis brutto inkl. Extras 44.818,00 Euro

Preise und Extras

 

Neben den technischen Besonderheiten wie dem Allradantrieb, die den VW Golf Alltrack besser durch leichtes Gelände bringen, verfügt der Alltrack über eine umfangreiche Serien- und Sicherheitsausstattung. Die praktische Dachreling erleichtert die Montage einer Dachbox oder eines Gepäckträgers. Die serienmäßigen Halogen- und Nebelscheinwerfern mit Abbiegelicht verbessern die Sicht auch nach Einbruch der Dunkelheit auf unbeleuchteten Wegen und bei Nebel. Darüber hinaus erhöhen mehrere Airbags sowie ein Kopfairbagsystem, eine Müdigkeitserkennung, Isofix-Halterungen und ein Parkpilot die Sicherheit an Bord des Golf Alltrack. Für den nötigen Komfort und das Entertainment sorgen serienmäßig eine Mittelarmlehne, die Zweizonen-Klimaautomatik Climatronic, ein Staub- und Pollenfilter und das Radio Composition Touch. Gegen Aufpreis läßt sich noch manches dazuordern: Angefangen von Xenon-plus-Scheinwerfern, Sportsitzen und unterschiedlichen Navigationssystemen, ein Tempomat und eine Standheizung.

Unser Testwagen war neben der Serienmitgift auch mit aufpreispflichtigen Extras extrem opulent ausgerüstet. Mit an Bord waren die „Pacific Blue Metallic“-Lackierung (560 Euro), eine 230 Volt Steckdose (126 Euro), Ablagenpaket (112 Euro), Adaptive Fahrwerksregelung DCC (1.035 Euro), LM Felgen Canyon 7,5 J x 18 Reifen 225/45 R 18, Navigationssystem „Discover Pro“ (2.515 Euro) mit DAB+ Digitalradio (240 Euro), Multifunktionsanzeige „Premium“ (155 Euro), Frontscheibe drahtlos beheizbar und infrarot-reflektierend (340 Euro), Fahrerassistenzpaket inkl. automatische Distanzregelung für den adaptiven Tempomaten und Spurhalteassistent „Lane Assist (2.455 Euro), Parklenkassistent „Park Assist“ inkl. ParkPilot (210 Euro) mit Rückfahrkamera „Rear View“ (295 Euro), Schlüsselloses Schließ- und Startsystem „Keyless Access“ mit Safe-Sicherung (385 Euro),  „ergoActive-Sitz“ mit 14-Wege-Einstellung und Massage (605 Euro) mit beheizbaren Multifunktionslederlenkrad,  Seitenairbags hinten inkl. Proaktives Insassenschutzsystem (385 Euro),  Spiegel-Paket und noch vieles mehr.

Fazit: Traktionsstarker Golf-Variant mit Talent fürs Grobe

Mit dem VW Golf Alltrack offerieren die Wolfsburger einen Lifestyle-Geländewagen, welcher gekonnt die Geräumigkeit eines Kombis mit den Lifestyle-Attributen eines SUVs vereint. Die Schwächen der bisherigen Golf-Versuche das Gelände zu erklimmen vermeidet der Alltrack sehr überzeugend. Mit dem Golf Alltrack offeriert Volkswagen keinen Geländewagen, auch keinen Möchte-Gern-Offroader aber einen talentierten Begleiter fürs leichte Gelände sowie Feld- und Waldwege. Mit rustikaler Optik und dem höhergelegten Fahrwerk samt Allrad beherrschte der Golf Alltrack sogar höchst anspruchsvolle Gländesituationen mit Bravour. Hier präsentiert er sich übrigens im Vergleich zu vielen großen frontgetriebenen SUVs deutlich überlegen.

VW Golf Alltrack 1.8L TSI