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DVR fordert Politik auf zu handeln: Verwirklichung der Vision Zero auf Landstraßen

DVR Vision Zero - Bildnachweis: DVR

  

2022 starben in der Europäischen Union über 10.600 Menschen auf Landstraßen

Die Umsetzung von Maßnahmen zur Verwirklichung der Vision Zero [LINK auf PDF] auf Landstraßen steht im Fokus, insbesondere angesichts der alarmierenden Tatsache, dass im Jahr 2022 in der Europäischen Union über 10.600 Menschen auf Landstraßen ihr Leben verloren, was mehr als die Hälfte aller Verkehrstoten ausmacht. Der aktuelle Bericht des Europäischen Verkehrssicherheitsrats (ETSC) verdeutlicht die dringende Notwendigkeit von Schritten zur nachhaltigen Reduzierung dieser Zahl.

Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und Vorstandsmitglied des ETSC, betont die Schwere von Landstraßenunfällen, die seit langem einen beträchtlichen Anteil der Verkehrstoten in Deutschland ausmachen. Er unterstreicht die zentrale Rolle der Geschwindigkeitsregulierung als entscheidenden Hebel für mehr Sicherheit und fordert eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf schmalen Landstraßen.  


Nicht angepasster Geschwindigkeiten und andere Unfallursachen

Wirsch hebt weiter hervor, dass neben Geschwindigkeitsanpassungen auch eine sicherere Gestaltung der Landstraßeninfrastruktur notwendig ist, einschließlich sicherer Knotenpunkte und angemessener Überholmöglichkeiten. Die Identifizierung von Gefahrenstellen auf Landstraßen wird als entscheidend angesehen.

Zur Verbesserung der Sicherheit auf Landstraßen empfiehlt der DVR eine Reihe konkreter Maßnahmen, darunter die Überwachung und Ahndung von Geschwindigkeitsüberschreitungen, die Anpassung von Höchstgeschwindigkeiten auf schmalen Landstraßen auf 80 km/h und die Überprüfung der Überholsichtweiten zur möglichen Anordnung von Überholverboten.

Des Weiteren wird betont, dass eine frühzeitige Abstimmung zwischen Straßenverkehrs- und Straßenbaubehörden bei Planungsmaßnahmen entscheidend ist, um Sicherheitsaudits verbindlich einzusetzen und somit Bau und Betrieb effektiv zu vereinen.

Die Analyse von Unfalldaten verdeutlicht, dass eine nicht angepasste Geschwindigkeit eine Hauptunfallursache auf Landstraßen darstellt. Es wird darauf hingewiesen, dass niedrigere Geschwindigkeiten zu geringeren Unfallfolgen führen, wobei die Geschwindigkeit von über 100 km/h als besonders risikobehaftet betrachtet wird.

Der DVR erinnert auch an frühere Beschlüsse zur Bekämpfung von Baumunfällen im Straßenverkehr und zur Motorradsicherheit.

Es wird klargestellt, dass zusätzliche Forschung notwendig ist, um die Auswirkungen nicht angepasster Geschwindigkeiten und andere Unfallursachen detailliert zu analysieren und wirksame Maßnahmen abzuleiten.