Hyundai Tucson 2.0 CRDi Premium 4WD im Fahrbericht. Kommt der bessere Tiguan aus Korea?

26. Mai 2016 21:19 Autor:
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Der Hyundai Tucson 2.0 CRDi Premium 4WD im Fahrbericht

 

Premium-Ambitionen: Wird der neue Tucson dem Premium-Anspruch auch immer gerecht?

Mit dem Nachfolger des ix35 ändert Hyundai nicht nur den Namen wieder in Tucson, sondern positioniert sich konsequent weiter in Richtung Premium. Wir hatten Gelegenheit die Neuauflage des kompakten SUV aus Korea ausgiebig zu testen. Auch mit dem neuen Tucson wildert Hyundai weiterhin im Segment der kompakten SUVs direkt im Revier des VW Tiguan.

 

Hyundai Tucson 2.0 CRDi Premium 4WD
Hyundai Tucson 2.0 CRDi Premium 4WD im Fahrbericht. Kommt der bessere Tiguan aus Korea?
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Design

Die neue Generation verspricht nicht nur optisch vieles besser zu machen. Die US-Stadt feiert hier ein Comeback als Namensspender, denn der Vorgängers des ix35 hieß bereits so. Wie gefährlich die verlockende Alternative aus Südkorea dem VW Tiguan werden kann, klärt der Fahrbericht. Dem aktuellen Trend folgend wurden die Proportionen geringfügig justiert: Die Neuauflage des Tucson wirkt bullig und dominant und ist dafür auch etwas länger und breiter aber dafür auch etwas flacher geworden. In Zahlen: 6,5 Zentimeter mehr Länge, drei Zentimeter mehr Breite, genau so viel beim Radstand und ein Zentimeter weniger Höhe. Der neue 4,48 Meter lange Tucson ist in optischer Hinsicht ein schönes und vor allem eigenständiges Fahrzeug und messerscharfen Kanten und Linien ohne Spielereien oder störenden Kunststoff-Applikationen geworden. Der selbstbewusste dreidimensionale Hexagonal-Kühlergrill, langgezogene Scheinwerfer mit dezentem Chrom-Zierrat an den entscheidenden Stellen werden von einem wohlproportionierten und eigenständigen Heck abgerundet. Rein optisch entwickelt sich Hyundai mit dem neuen Tucson in seiner ausdrucksvollen Formensprache deutlich weiter. Peter Schreyer, Designchef bei Hyundai, verfolgt mit dem neuen Tucson ein Kalkül: Der neue SUV soll wieder offroad-typische Ecken und Kanten zeigen und einen deutlich markanteren und selbstbewussten Auftritt pflegen. Das Design des SUV soll stilbildend für andere Modelle der Marke werden.

Interieur

Gerade auch für das Interieur verfolgen die Koreaner das konsequente Ziel ihrem Premium-Anspruch gerechter zu werden als ihnen dies bisher gelungen war. Und so istes auch nicht verwudnerlich, dass die Koreaner auch bei Qualität und Ausstattung im Interieur erneut einen Schritt nach vorne gemacht haben. Die Polster erweisen sich als angenehm straff und verfügen über genügend Seitenhalt. Großgewachsene Fahrer dürften gegebenenfalls den Wunsch nach einer etwas längeren Sitzauflage für die Oberschenkel hegen. In der zweiten Reihe fühlen sich bis zu drei Mitfahrer kommod verwahrt. Hierzu trägt nicht zuletzt der königliche Abstand zu den Vordersitzen sowie auch die im Neigungswinkel verstellbare Rückenlehen bei. Für Fahrer und Beifahrer lassen sich optional (1.600 Euro) Komfortklimasitze ordern, die sich nicht nur elektrisch verstellen lassen, sondern auch je nach Wetterlage beheizt oder belüftet werden können.Vor dem Fahrer befindet sich ein angenehm griffiges Lederlenkrad, die Instrumententafel, die auf digitalem Untergrund analoge Rundinstrumente anzeigen, erfreut mit guter Lesbarkeit. Gegen Aufpreis liefert Hyundai noch ein leicht bedienbares Navigationssystem mit sieben Jahren kostenlosem Abo der TomTom-Online-Dienste. Auf ihm wird auch das Bild der Rückfahrkamera übertragen.In der aufgeräumten Mittelkonsole sorgt dann ein acht Zoll großer Touchscreen für beste Bedienbarkeit von Navigation, Radios und Telefons oder der über Bluetooth abzuspielenden Musik. Der in silber edel gestaltete Start-Stopp-Knopf wird bei Dunkelheit blau hinterleuchtet. Gänzlich ohne Drücken öffnet sich hingegen die Kofferraumklappe. Befindet sich der Schlüsselträger im Heckbereich, hebt sich – Achtung – der Deckel völlig ohne hektisches Fußwedeln, nach drei Sekunden wie von Geisterhand und gibt den Blick auf 513 Liter Ladevolumen frei. Hyundai rühmt sich, beim neuen Tucson den größten Innenraum in diesem Segment anzubieten. Sein Rivale VW Tiguan bietet 470 bis 1510 Liter. Über die asymmetrisch geteilte Rückbank läßt sich das Stauvolumen des Tucson mit 1.503 Liter auf ein ähnliches Niveau erweitern. Eine Ebene tiefer unter dem herausnehmbaren Ladeboden befinden sich wieder gut nuzbare kleinere Fächer.

 

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Der neue 4,48 Meter lange Tucson ist in optischer Hinsicht ein schönes und vor allem eigenständiges Fahrzeug und messerscharfen Kanten und Linien ohne Spielereien oder störenden Kunststoff-Applikationen geworden.

 

Antrieb

Unser Testwagen wurde von dem vibrationsarmen 2.0 CRDI angetrieben. Dieser mobilsiert nun136 kW / 185 PS und gibt sich akustisch angenehm gut gedämmt. Trotz dem serienmäßigen elektronisch geregelten Allradantrieb lag unser durchschnittlicher kombinierter Verbrauch gerademal knapp unter 7,5 Liter. Hyundai gibt einen kombinierten Normverbrauch von 5,9 Litern entsprechend einer CO2-Emission von 155 g/km an. Der Euro-6-Motor stemmt im Drehzahlbereich zwischen 1.750-2.750 Touren ein bäriges Drehmoment von 403 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Den Null-Hundert-Sprint erledigt der Tucson damit in 9,9 s. Eine weitere Beschleuning endet auf Wunsch erst bei 201 Stundenkilometern. Während unserer Autobahnfahrten beschleunigte der Tucson bis Tempo 180 durchaus vehement. Bis an die 200 Stundenkilometer-Marke muss sich das SUV mühsam herankämpfen. Insgesamt hinterläßt der Spitzen-Diesel im Tuscon aber einen kultivierten und äußerst souveränen Eindruck. Geschaltet wird im Testwagen über sechs Stufen manuell. Folgt der Fahrer den Anweisungen der Schlatpunktenmepfehlung muss er den ganghebel druckvoll und schnell druch die schlatkulisse bewegen. Optional gibt es auch eine selbstentwickelte Seibengang-Automatik bzw. Doppelkupplungsgetriebe.

 

2,0-Liter-Diesel (4WD), , maximales Drehmoment: 403 Nm bei 1.750-2.750 U/min, 0-100 km/h: 9,9 s, Vmax: 201 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,9 Liter, CO2-Ausstoß: 155 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 35.700 Euro

 

Fahreigenschaften

Das neu entwickelte Fahrwerk verdient eine lobende Erwähnung. Anders als noch beim Vorgänger ix35 haben die koreaner hier einen deutlich ausgewogeneren Kompromiss realisieren können. Unebenheiten im Untergrund werden gekonnt weggefiltert. Schnelle Kurvenfahrten werden mühelos in eine klare Linie ohne spürbare Seitenneigung umgesetzt – bravo – das ist den Koreaner wirklich ausgezeichnet gelungen. Einen wesentlichen Teil trägt hierzu auch die inzwischen angenehm direkte Lenkung bei. Gab es beim Vorgänger noch eine dreistufige Aufteilung in Comfort, Normal und Sport, bietet der Tucson nur noch zwei Wahlmöglichkeiten. Die beeinflussen aber tatsächlich die Lenkkräfte und beinflussen nicht nur den Grad der Servounterstützung. Bei Sport verengt sich der Einschlag, die Rückstellkräfte wirken direkter und das Lenkverhalten bekommt eine durchaus dynamische Note. Im dichten Stadtverkehr empfiehlt sich hingegen primär eher der Normalmodus.

Preise und Ausstattung

Mit dem Nachfolger des ix35 hat Hyundai sich entschieden, nicht nur den Namen wieder in Tucson zu ändern, sondern auch in Richtung Premium zu gehen. Dies hat auch Auswirkungen auf das gesteigerte Selbewustsein und die Preise. Der preisliche Repektabstand zu seinem Hauptwettbewerber VW Tiguan verringert sich deutlich. Er beträgt ungefähr 1.500 bis 3.000 Euro. Die Koreaner machen nicht mehr auf supergünstig und verfolgen selbstbewußt ein qualitatives Wachstum. Happige 1.830 Euro kostet das Basismodell des Tucson mehr als das des Vorgängers ix35. Die Preisspanne bei den unterschiedlichen Ausstattungsvarianten (Classic, Trend, Style und Premium) beläuft sich zwischen 22.400 Euro für den kleinsten 1,6-Liter-Benziner in der Classic-Ausstattung und 37.900 Euro für den größten Premium-2,0-Liter-Diesel. Für das Sechsstufige-Automatikgetriebe und das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe werden je nach Ausstattungsvariante weitere 1.800 Euro oder 1.950 Euro fällig.

 

Technische Daten Hyundai Tucson 2.0 CRDi Premium 4WD - 136 kW/185 PS
Hersteller:Hyundai
Karosserie:Kompakt SUV
Motor:Vierzylinder Turbo-Diesel
Getriebe6-gang manuelles Getriebe
AntriebAllradantrieb 4WD
Hubraum:1.995 ccm
EmissionsklasseEuro 6
Leistung:136 kW / 184 PS bei 4.000 U/Min
Drehmoment:400 Nm bei 4.000 U/Min
Höchstgeschwindigkeit:201 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) in s9,9 Sekunden
Verbrauch (ECE)5,9 Liter
CO2-Ausstoß154 g/km
EnergieeffizienzklasseB
Kraftstoff:Diesel
Tankinhalt62 Liter
Leergewicht 1.662-1.826
Kofferraum513 - 1503 Liter
Zuladung442-588 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand4.475/1.850/1.650/2.670 mm
Wendekreis10,8 Meter
Zul. Anhängelast (gebr./ 12%)2.200 kg
Testwagenpreis ab37.900 Euro

 

Mit einem Einstiegspreis von 22.400 Euro für den Basisbenziner mit 135 PS ist der Hyundai Tucson stramme 2.500 Euro teurer als ein vergleichbarer Nissan Qashqai oder Renault Kadjar. In diesem Segment mit preisreagibler Nachfrage sind das Welten. Dafür setzt Hyundai immerhinj auf eine gute Basisausstattung. Bereits im Basismodell sind 16-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Tagfahrlicht und Bluetooth-Radio mit Spracherkennung Bestandteil der umfangreichen Serienausstattung. Die Topversion Premium bietet LED-Scheinwerfer und Scheibenwischer-Heizung.Und das von uns gefahrene Topmodell mit 185 PS starkem Zweiliterdiesel, Allradantrieb und Sechsstufen-Wandlerautomatik steht gar mit 39.850 Euro in der Preisliste. Damit positioniert sich ein vergleichbarer VW Tiguan mit 185 PS und Siebengang-Doppelkupplungsautomatik knapp 2.000 Euro höher und teurer. Aber es gibt da noch ein gewichtiges Argument: Das Hyundais Qualitäts-Versprechen mit fünf Jahre Garantie inkl. Sicherheitschecks und ohne Kilometerbegrenzung sollten bei dieser Betrachtung dann monetarisiert ebenfalls mit einbezogen werden.

Der neue Hyundai Tucson läßt sich je nach Ausstattung mit allerlei sinnnvollen Assistenen aufrüsten. Zu erwähnen sidn hier beispielsweise der autonome Bremsassistenten mit Fußgängererkennung, der bei einem drohenden Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug oder mit einem Fußgänger den Fahrer warnt und eine automatische Notbremsung einleitet. Der Spurhalteassistent hält das Fahrzeug mit Lenkkorrekturen proaktiv in der richtigen Spur, während der Cross Traffic Assistent per Radar den rückwärtigen Bereich des Fahrzeugs in einem 180-Grad-Winkel überwacht und den Fahrer vor kreuzendem Verkehr warnt. Zudem kontrolliert der Tucson optional mit der Toter-Winkel-Erkennung die seitlichen Bereiche neben dem Fahrzeug und erkennt Verkehrsschilder, um den Fahrer beispielsweise auf Geschwindigkeitsbegrenzungen hinzuweisen. Die aktive Motorhause verringert das Verletzungsrisiko für Fußgänger und Radfahrer, indem sie sich bei einem Zusammenstoß anhebt und den Aufprall auf harte Motorteile verhindert. Dieses Feature trug wesentlich zum vorbildlichen Ergebnis auch beim Euro-NCAP-Crashtestmit voller Punktzahl auch beim Fußgängerschutz bei.

 

Fa(hr)zit: Stetig höher positioniert

Hyundai orientiert sich nach oben und bewegt weiter konsequent in Richtung Premium. Das Gesamtpaket ist stimmig. Alles in allem handelt es sich bei dem ix35-Nachfolger Tucson um einen kompaktes SUV mit guten Alltagseigenschaften zum (noch) bezahlbaren Preis, der dazu noch verdammt gut gezeichnet wurde und mit der von uns getesteten Motorisierung extrem flott unterwegs ist – ohne Abstriche beim Komfort auf langen Strecken zu machen. Dank einer wirkungsvollen Innenraumdämmung trägt auch die Geräuschniveau selbst bei hohen Tempi wesentlich zu dem neuen, angehobenen Qualitätseindruck bei. Mit fünf Sternen im Euro-NCAP-Crashtest ist der neue Tuscon auch ein sicherer Begleiter. Die Klassenbestwerte in Punkto Luftwiderstandsbeiwert und Kofferraumvolumen zeugen vom Potenzial des neuen Tucson seinen Marktanteil in dem Segment der kompakten SUVs trotz Wettbewerbsintensität weiter zu steigern. Nicht zu vergessen seien auch die von Hyundai weiterhin gewärten fünf Jahre Garantie – die aktuell nur noch von der siebenjährigen Garantie der Schwester-Marke Kia getoppt wird.

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