Land Rover Range Rover Evoque Cabrio SD4 4×4 HSE Dynamic im Fahrbericht

22. Januar 2018 00:48 Autor:
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Das Range Rover Evoque Cabrio mit dem neuen 240 PS Ingenium Diesel im Kurztest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Per Knopfdruck in nur 18 Sekunden Cabrio-Feeling

Bereits vor 6 Jahren brachte Land Rover mit dem Range Rover Evoque – ein SUV im Coupé-Zuschnitt auf den Markt. Die Briten hatten hier den richtigen Riecher. Mittlerweile boomt dieses Segment. Der Vorreiter erhielt kürzlich seine erste Modellpflege mit neuen Motoren und einer besonders spannenden Karrosserievariante: Ein Cabrio-SUV. Ob die Briten mit dem kompakten Range Rover Evoque Cabriolet erneut einen Trend setzen, wird unser Kurztest zeigen.

Noch immer das einzige in Serie gebaute SUV-Cabriolet der Welt

Land Rover hat aus dem Evoque tatsächlich ein Cabriolet gemacht. Selbst unter den nicht selten ja exzentrischen Cabriolets ist der offene Evoque eine optische Ausnahmeerscheinung. Die Nische mag zwar recht klein sein, dennoch ist das Cabrio eine konsequente Erweiterung um eine neue Karrosserievariante des Evoque in der Range Rover-Modellpalette. Wer ein Fahrzeug sucht, das sowohl mit harten Offroad-Bedingungen zurecht kommt, als auch Open-Air-Feeling bieten soll, kommt aktuell am Range Rover Evoque Cabrio nicht vorbei. Über Geschmack läßt sich ja trefflich streiten. Eine richtige Schönheit ist der Evoque sicherlich nicht geworden. Cabriolet-Ableger von Steilheckfahrzeugen wurden stilistisch bisher selten Design-Offenbarungen. Aber das Evoque Cabrio verfügt zumindest über eine gehörige Portion Charakter und Stil. Wie üblich im SUV thront man hier leicht über dem Geschehen, fühlt sich sicher und dem Verkehrsgedrängel enthoben. Ohne Bügel spannt sich das extralange Dach ohne Zwischenstütze über den gesamten Innenraum. Öffnen und schliessen gehen automatisch per Knopfdruck und auch während der Fahrt bis fast 50 km/h. Rund 20 Sekunden dauert es, bis das fünflagige Stoffdach vollständig geöffnet oder geschlossen ist . Das Verdeck mit einer Heckscheibe aus Glas läuft ungewöhnlich leise und faltet sich binnen 18 Sekunden wie ein „Z“ hinter die Rückbank; In geöffnetem Zustand schließt die Dachkonstruktion dann bündig mit dem Heck ab.

 

Range Rover Evoque Cabrio SD4 4x4 HSE Dynamics
Range Rover Evoque Cabrio SD4 4x4 HSE Dynamics
Bereits vor 6 Jahren brachte Land Rover mit dem Range Rover Evoque - ein SUV im Coupé-Zuschnitt auf den Markt. Die Briten hatten hier den richtigen Riecher. Mittlerweile boomt dieses Segment. Der Vorreiter erhielt kürzlich seine erste Modellpflege mit neuen Motoren und einer besonders spannenden Karrosserievariante: Ein Cabrio-SUV. Ob die Briten mit dem kompakten Range Rover Evoque Cabriolet erneut einen Trend setzen, wird unser Kurztest zeigen - Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Die Turbulenzen halten sich mit ausgefahrenen seitenscheiben in angenehmen Grenzen. Aber wenn man sich erst einmal mit der für ein Cabrio ungewöhnlich hohen Gürtellinie angefreundet hat, kann man es im Fond schon aushalten. Zur Not sogar, wenn das Dach geschlossen ist. Geschlossen fühlt man sich angesichts der soliden Dachkonstruktion wohl behütet. Erst jenseits von 160 km/h wird es unter der fünflagigen Stoffkapuze spürbar lauter. Überhaupt erweist sich das Cabriolet neben der Ganzjahrestauglichkeit erfreulich langstreckentauglich. Wir fuhren den Wagen an einem kalten Wintertag offen wie geschlossen.

Nach vorne geht der Blick durch eine sehr langgezogene und flach bauende Frontscheibe. Fürs ein genussvolles dahingleiten und Cruisen bot uns der Evoque einen bemerkenswert angenehmen Antrieb. Der 180-PS-Diesel bleibt akustisch stets im Hintergrund. Hierzu trägt auch die hervorragend abgestufte Neunstufen-Automatik bei. Bei Bedarf stehen aber auch immerhin 430 Newtonmeter für die nöttige Bissigkeit. Dank Allradantrieb wird die Kraft auch sauber in den gewünschen Vortrieb umgewandelt. Den Null-hundert-Standardsprint aus dem Stand auf Tempo 100 erledigt das Evoque-Cabrio in rund 10 Sekunden.

Das unkonventionelle Design des 4,37 Meter langen und inklusive Außenspiegeln immerhin 2,09 Meter breiten Zweitürers präsentiert sich mit hoher Gürtellinie. Unser Testwagen war in der auffälligen Karosseriefarbe Phoenix-Orange lackiert und rollte auf schwarzen Felgen in 19 Zoll.

Interieur

Die Notwendigkeit, bei offener Fahrt, kostbares Heckvolumen zur Unterbringung des Dachs nutzen zu müssen, bedarf einer großen Kompromissbereitschaft. Hinten erwarten uns immerhin zwei Einzelsitze auf denen sogar Erwachsene Platz nehmen können. Realistisch betrachtet ist die zweisitzige Rückbank angesichts der geringen Kniefreiheit und der steil stehenden Rückenlehne zumindest auf längeren Strecken eher kleinen Personen und Kindern zumutbar. Alternativ läßt sich optional ein windabweisendes Windschott installieren. Zwischen den Sitzen sitzt übrigens eine Mittelarmlehne, die auch eine Durchlade-Funktion besitzt. Ansonsten mussten große Teile des Kofferraums dem Verdeckkasten und Sicherheitskopfstützen weichen. Im Falle eines drohenden Überschlags schießen aus dem Heck in weniger als einer Zehntelsekunde zwei Aluminiumträger heraus. Sie fungieren als Überrollbügel und sind ein Grund, weshalb der Kofferraum so klein ausgefallen ist. In den Kofferraum des Range Rover Evoque Cabrio passen dann noch 251 Liter Gepäck. Dennoch ist das Fahrzeug bis auf diese Einschränkung sehr alltagstauglich.

Vorne werden das Platzangebot und die Ausstattung den Ansprüchen voll gerecht. Fahrer und Beifahrer werden mit vielen Annehmlichkeiten verwöhnt. Edle Oberflächen mit viel Leder, schickem Design, Sitzheizung, Tempomat und auch ein weiterentwickeltes Infotainmentsystem mit Riesentouchscreen befinden sich an Bord. Im Vergleich zum Vorgängersystem erweist sich das neue Multimedia- und Infotainmentsystem als großer Fortschritt. Ein unverzichtbares Extra beim Offen-Evoque sind die Parktronic nebst Rückfahrkamera. Bei offenem und noch mehr geschlossenem Dach empfanden wir die Übersicht nach hinten äußerst eingeschränkt.

2 Liter Ingenium Diesel

Land Rover hat im Zuge der letztjährigen Modellpflege die Dieselmotoren von 2,2 auf 2,0 Liter eingedampft und gleichzeitig das Gewicht sowie die Reibung reduziert. Zu spüren bekommt man diese Änderungen beim Fahren und beim Tanken. Die per Common-Rail-System eingespritzten Vierzylinder-Turbodiesel laufen effizienter und ruhiger – flüsterleise sind sie gleichwohl nicht. Dass bei der Überarbeitung teils auch an der Leistungsschraube gedreht wurde, ist ein zusätzlicher Bonus. Der Basisdiesel TD4 150 hat von diesem Schub allerdings nichts abbekommen (Kraftstoffverbrauch: 5,7 Liter auf 100 km, 149 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse A). Er leistet in der schwächeren Variante weiter 150 PS. Wie alle anderen Cabrio-Motoren ist er stets an die kompakte 9-Gang-Automatik von ZF und an ein Allradsystem gekoppelt (das adaptive Allradsystem „Active Driveline“ bleibt dabei den Topmotoren vorbehalten). Dennoch begnügt er sich mit nur 5,7 Litern nach NEFZ-Norm und siebeneinhalb Litern im Testmittel.

Unterhalb des von uns gefahrenen Testwagen gibt es den 2,0 Liter-Dieselmotor mit 180 PS (132 kW). Dieses Aggregat generiert ein maximales Drehmoment von 430 Nm. Wir fuhren den 2,0 Liter-Dieselmotor mit 240 PS (177 kW). Der Top-Diesel verrichtet seine Arbeit mit großer Laufruhe und angenehm leise. Der Selbstzünder stemmt ein maximales Drehmoment von 500 Nm auf die Kurbelwelle. Vor allem im Stadtbetrieb kann der Evoque mit Elastizität und sehr ansprechenden Beschleunigungswerten aufwarten. Auch bei schneller Autobahn- und bei Überlandfahrten kommt nur selten der Wunsch nach ein paar zusätzlichen Pferdestärken auf. Den angebenen kombinierten Normverbrauch des Herstellers von 6,2 Litern Diesle je hundert gefahrene Kilometer (entsprechend einer CO2-Emission von164 g/km) überhöhten wir während der Testfahrt um knapp 2 Liter. Hier kommen bei dynmaischer Gangart die zwei Tonnen Gesamtgewicht zum Tragen. Mit dem 240 PS starken Aggregat und 500 Newtonmeter Drehmoment erhält das Evoque Cabrio dennoch eine gehörige Portion sportlicher Leichtfüßigkeit. Den Null-Hundert-Paradesprint erledigt das Evoque Cabrio in genau 8 Sekunden. Eine weitere Beschleunigung endet sogar erst bei der Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h.

 

Fahreigenschaften

Der Gewichtsaufschlag von knapp 200 Kilogramm dient der Verstärkung des Chassis beginnend bei den kräftigeren A-Säulen über die besonders festen Schweller bis hin zum verwindungssteifen Unterboden und der unteren Karroserie. Onroad erfreut der niedrige Schwerpunkt und bei Offroadausflügen erweist sich die erhöhte Torsionssteifigkeit als hilfreich. Wie es sich für Land Rover gehört möchte sich der Freiluft-Range auch abseits befestigter Straßen möglichts frei bewegen. Hier verfügt das Cabrio wie alle anderen Evoque-Allradmodelle über die Terrain Response, die eine Traktion auch unter härtesten Bedingungen garantiert. Der Fahrer kann zwischen den Programmen „Normal“, „Gras/Schotter/Schnee“, „Schlamm“ und „Sand“ wählen. Mit der All-Terrain Progress Control kann der Fahrer auch eine konstante Geschwindigkeit zwischen 1,8 und 30 km/h einstellen – und zwar für Vorwärts- und Rückwärtsfahrten im Gelände. Die bis zu 500 mm Watttiefe und 220 mm Bodenfreiheit zeugen ebenfalls von den enormen potenziellen Offradfähgkeiten.

Technische Daten Range Rover Evoque Cabrio
Hersteller:Land Rover
Karosserie:SUV-Cabrio
Motor:2.0 Liter Ingenium Diesel SD4
Getriebe9-Gang Automatik
AntriebAllrad
Hubraum:1.997 ccm
EmissionsklasseEuro 6
Leistung:177 kW/ 240 PS bei 4.000 Umdrehungen pro Minute
Drehmoment:500 Nm ab 1.500 Umdrehungen pro Minute
Von 0 auf 100: Handschalter8,0 s
Höchstgeschwindigkeit:217 km/h
Verbrauch (ECE)6,8 Liter
CO2-Ausstoß164 g/km
Kraftstoff:Benzin
Wendekreis11,38 Meter
Watttiefe500 mm
Kofferraum251 Liter
Tankinhalt54 Liter
Leergewicht/Zuladung2.075kg/425kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand4.370/1.900/1.609/2.660 mm
Basispreis SD4 HSE Dynamic67.350,- Euro
Testwagenpreis75.430,- Euro

Preise und Extras

Das außergewöhnliche Cabrio – immer noch mit Alleinstellungsmerkmal – hat seinen Preis. Mindestens 51.400 Euro rufen die Briten für das Evoque Cabriolet mit dem 110 kW/150 PS starken Basisdiesel auf. Für das mindestens 51.400 Euro teure Range Rover Evoque Cabriolet stehen nur die beiden hochwertigen Ausstattungslinien SE Dynamic und HSE Dynamic zur Wahl. Unser Testwagen in der Top-Version HSE-Dynamic verfügt über einen 240 PS starken Dieselmotor in Kombination mit Automatikgetriebe. Im Fall der von uns getesteten Version HSE Dynamisc mit dem Top-Selbstzünder und Topausstattung HSE startet ab mindestens 67.350 Euro. Zur Serienausstattung gehören dann ein elektrisches Stoffverdeck, 2-Zonen-Klimaautomatik, Einparkhilfe vorne und hinten, Lufteinlässe in der Motorhaube in Narvik Black, elektrisch klappbare, verstellbare sowie beheizbare Außenspiegel, Xenon-Scheinwerfer mit LED-Signatur, 19″-Leichtmetallfelgen, Rückfahrkamera, Sitze aus Windsor-Leder mit perforierter Sitzmittelbahn, InControl Touch Pro SSD-Festplatten-Navigationssystem, Meridian Soundsystem und vieles mehr. Optional hatten wir noch das Winterpaket, das Technikpaket, das InControl Connect Pro Paket, InControl Protect, Premium Teppichmatten, ein Windschott, einen Toter-Winkel-Warner, Wade Sensing, aktiven Spurhalteassistenten, beheizbare Sitze, Skisack/ Durchlademöglichkeit und die Verkehrszeichenerkennung mit an Bord. Der Gesamtpreis summiert sich dann knapp über 75.000 Euro. Wer es besonders gediegen will, kann bei Land Rover zudem viele Extras ordern und damit den Preis auch deutlich über 75.000 Euro treiben.

 

Fazit: Einzigartige Mischung aus SUV und Cabrio

Das Range Rover Evoque Cabrio dürfte einen neuen Trend setzen. Die Briten paaren den Auftritt des Evoque Cabrio gekonnt mit einer edlen Ausstattung und einem komfortablen Fahrwerk. Allenfalls der Mini-Kofferraum von nur 251 Litern schmälert ein klein wenig die Praxistauglichkeit. Als offenes Premium-Kompakt-SUV hat der Evoque immer noch ein Alleinstellungsmerkmal inne. Beim Pricing präsentieren sich die Briten mehr als selbstbewußt. Die Extravaganz hat auch hier ihren Preis. Das Cabrio ist er zu Preisen ab mindestens 56.100 Euro zu haben. Dafür erhalten die Käufer eine gehörige Portion Luxus, kombiniert mit viel Fahrkomfort und einem enorm hohen Sicherheitsstandard. Alles in allem ist der offene Range Rover soetwas wie der englische Wetteinsatz auf eine anhaltende SUV-Hausse. Auch wenn die bullige Optik polarisieren mag, der offene Range Rover ist in jedem Fall ein Hingucker.

 

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