Muscle Car zum kleinen Preis: Der neue Ford Mustang im Erstkontakt

2. Juni 2015 21:16 Autor:

Ford greift mit extrem attraktiven Preise an

Ford Mustang

Demnächst beim Händler: Wir fuhren den neuen Ford Mustang in all seinen Ausprägungen. Fünf Jahrzehnte Ford Mustang – aber erstmalig offeriert Ford sein Wildpferd – als Coupé und Cabrio – offiziell auch in Europa.

 

In seinem 51. Lebensjahr ist das Ponycar nun endlich über den großen Teich gekommen

In den USA bereits auf dem Markt startet der neue Ford Mustang ab Juni 2015 auch in Deutschland. Und zwar nicht wie früher über Importeure, sondern über das eigene Vertriebsnetz. Mehr als 50 Jahre – der Ur-Mustang debütierte 1964 in den USA – hat es gedauert bis eines der legendärsten US-Automobile endlich den europäischen Markt erreicht. Mehr als 9,3 Millionen Exemplare wurden seit 1964 verkauft. Wir hatten nun Gelegenheit im bergischen Land nahe Köln die ersten Mustangs der neuen Generation in Deutschland zu fahren.

Mutter aller Muscle-Cars – Die sechste Mustang-Generation

Die nackten Zahlen und Daten lassen sich schnell schildern: Zwei Karosserie-Varianten – Fastback und Convertible mit Stoff-Faltverdeck – sowie zwei Motor-Varianten. Ein 2,3 Liter Vierzylinder-Eco-Boost mit 314 PS und ein 418 Mustangs starker V8. Als Kraftübertragung dienen wahlweise eine manuelle Sechsgang-Schaltung oder eine Automatik mit sechs Stufen und Schaltwippen.

 

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Eine kleine Sensation sind die nun von Ford veröffentlichten Preise. Um es kurz zu machen – sie sind eine Kampfansage. Bereits die Basisversionen mit vierzylindrigen EcoBoost-Motoren verfügen serienmäßig über eine opulente Ausstattung. Inklusive Performance-Paket, starten die Preise bereits ab 35.000 Euro. Für den Mustang GT mit 5,0-Liter-Liter-V8-Triebwerk und 418 PS startet die Preisliste bereits ab 40.000 Euro.

Wildpferd ab 35.000 Euro

Der Ford Mustang 2.3 EcoBoost markiert den Einstieg zu Preisen ab 35.000 Euro: Das Mustang Fastback (Coupé) wird von einem 2,3 Liter großen EcoBoost-Vierzylinder mit einer Leistung von 314 PS befeuert. Der Normverbrauch von 8,0 Litern pro 100 Kilometer ist hier noch moderat. Das maximale Drehmoment beträgt beachtliche 434 Nm.

Die Kraftübertragung übernimmt bei der Einstiegsversion ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Dem Mustang Fastback steht optional auch eine Automatik zur Verfügung. Die Preise beginnen dann bei 37.000 Euro. Die gleich motorisierte Cabrio-Variante mit elektrischem Stoff-Faltverdeck (Mustang Convertible) startet zu Preisen ab 39.000 Euro (analog mit Automatikgetribe ab 41.000 Euro).

Dem Ideal eines US-Muscle-Car kommt der Mustang mit einem V8-Aggregat am nächsten. Der Ford Mustang startet als GT 5.0 V8 ebenfalls zu moderaten Preisen ab 40.000 Euro mit Hubraum satt: Das 5,0 Liter große Triebwerk befeuert den Mustang mit einer Leistung von 418 PS und stemmt ein maximales Drehmoment von 524 Nm auf die Kurbelwelle. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h abgeregelt. Die Automatik-Version beginnt zu Preisen ab 42.000 Euro. Die offene V8-Variante (Mustang GT Convertible) bietet das Open-Air-Frischluftvergnügen zu Preisen ab 44.000 Euro an. An der Spitze der Preisliste steht das fünf Liter Convertible mit Automatik (250 km/h abgeriegelt) für 46.000 Euro.

 

Unabhängig von der Vernunft und Verbrauchswerten: Der Ecoboost mit 314 PS und 434 Nm Drehmoment liefert durchaus passable – ja sogar sportliche Fahrwerte. Mit dem 2,3-Liter-Turbo ist der Mustang durchaus angemessen motorisiert. Und nun kommt das große ABER: In ein amerikanisches Muscle-Car passt einfach kein Vierzylinder. Viele Kunden werden sich erstmalig mit einem V8 einen Traum erfüllen und vor allem als Garagengold nicht allzugroße Laufleistungen erbringen. Wer den fünf Liter großen, 418 PS starken V8-Motor zum Vergleich fährt, wird gerne bereit sein den moderaten V8-Aufpreis des GT zu zahlen. Unser Verbrauch während der Testfahrt betrug 13 Liter. Allerdimgs wären auch 15 Liter auf hundert Kilometer kein Problem gewesen.

Zudem hat Ford sein GT besonders üppig ausgestattet: Feingnarbte Sportsitze in Vollelder, Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Audio-System und 19-Zoll-Felgen. Wer es richtig üppig haben will, der investiert zusätzliche 2.500 Euro für das sogenannte Premium-Paket. Dann sind auch Navi, das Konnektivitätssystem Snyc 2, ein höherwertiges Sound-System und klimatisierte Vordersitze im Lieferumfang dabei.

Bestellstart

Ein Wehrmutstropen betonen Pressechef Ralph Caba sowie Wolfgang Kopplin, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb von Ford Deutschland.: Die sehr fairen Listenpreise sind gesetzt. Ford gewährt prinzipiell keine Rabatte und keine Incentives. Auch für Flotten- oder Großkunden. Die meisten Händler dürften sich daran halten. Aufgrund der hohen Emotionalität dieses Fahrzeugs sieht es aufgrund der vielen Blindbestellungen im Augenblick so aus, als müsste der Mustang zugeteilt und nicht verkauft werden.

Hier zahlt sich aus, dass der Ford Mustang mehr ist als nur ein bloßes Automobil oder emotionsloser Sportwagen. Der Ford Mustang ist auch ein Stück Lebensgefühl des american way of life. Jeder erinnert sich  an die wohl grandioseste Verfolgungsjagd der Filmgeschichte: Steve McQueen leistete sich im Kult-Thriller „Bullitt“ im 68er Ford Mustang ein Duell mit einem tief schwarzen Dodge Charger, bis dieser nach minutenlangen Rennen über die asphaltierten Sprunghügel von San Francisco in einer Tankstelle explodiert.

Seit dem 2. März 2015 läßt sich der der Mustang bestellen. Ford hofft die ersten Kunden im Juli beliefern zu können. Und die ersten Fahrzeuge düften bereits in wenigen Wochen noch im Juni 2015 zu den Händlern rollen. Im Vertrieb spielen die neu aufgestellten Ford-Stores den Schwerpunkt bei der Vermarktung und Präsentation der kultigen US-Sportwagenikone. Aber auch bei jedem Ford-Händler soll sich das Fahrzeug ordern lassen.

Probefahrten sollen zukünftigt ein neues und besonderes Marken- und Serviceerlebnis ermöglichen. Die ersten Ausstellungs- und Testfahrzeuge stehen ab Ende Mai bereit. Bereits jetzt sind allein in Deutschland knapp 2.000 Bestellungen unterzeichnet, bis zu 3.500 könnten es in diesem Jahr wohl noch werden. Im nächsten Jahr ist mit über 4.000 zu rechnen. Wohlbemerkt 2.000 Bestellungen für ein Auto, das kein Kunde vorher live sehen konnte. Wer keinen der von Ford vorkonfigurierten Mustangs möchte, sondern das Fahrzeug individuell zusammenstellt, muss mittlerweile mit rund vier Monaten Wartezeit rechnen. Gefertigt wird das Fahrzeug in den USA (Michigan).

Demonstrative Sportlichkeit

Die in Europa vertriebenen Ford Mustang mit EcoBoost-Motoren stehen auf schwarz lackierten Felgen in 19 Zoll im 5×2-Speichen-Design. Die V8-Versionen haben spezielle GT-Leichtmetallräder (Unique-Black) im 10-Speichen-Y-Design ebenfalls in 19 Zoll montiert. Auf denen kommt wiederum eine Mischbereifung im Format 255/40 R19 (VA) und sowie 275/40 R19 (HA) zum Einsatz. Die Einzelradaufhängung an der Vorderachse wird an McPherson-Federbeinen mit doppelten Kugelgelenken und Querstabilisator geführt. Die Hinterachse zeichnet sich durch eine neu konstruierte Integrallenker-Aufhängung mit Spiralfedern, massivem Querstabilisator und Doppelrohrdämpfern (Mustang) oder Einzelrohrdämpfern (Mustang GT) aus. Rundum gelangen sportlich abgestimmte Gasdruckstoßdämpfer zum Einsatz. Die Verzögerung erfolgt über Scheibenbremsen vorn und hinten, beim Mustang GT über eine Sechs-Kolben-Hochleistungsbremsanlage von Brembo.

Performance-Paket

Ford vertreibt den neuen Mustang in Europa ohne Aufpreis mit einem speziell für Europa abgestimmten Performance-Paket. Neben dem Handling sollen die Bremseigenschaften nochmals verbessert worden sein. Das Paket umfasst unter anderem eine modifizierte Abstimmung des komplett neu konstruierten Fahrwerks, verstärkte Stabilisatoren hinten, angepassten Fahrwerkslagern sowie einer zusätzliche Strebe an der oberen Radaufhängung. Desweiteren hat Ford für seine europäischen Kunden die Fahrerassistenz-Systeme und die elektrische EPAS-Servolenkung angepasst.

Optik

Die vorderen und hinteren Stoßfänger tragen beide ein Finish in Wagenfarbe. Am markanten Heckdiffusor endet jeweils rechts und links die Doppelflutige-Auspuffanlage, die beim Mustang GT von einer polierten Blende eingerahmt wird. Die V8-Version diferenziert sich über einen GT-Kühlergrill.

Im Interieur punktet der Mustang bereits mit dem serienmäßigen Audiosystem. Dies umfasst einen MP3-fähigen CD-Player mit Radio samt Doppeltuner sowie digitalem Radioempfang DAB/DAB+, AUX-Eingang, zwei USB-Anschlüsse, SD-Kartenschacht, neun Lautsprecher, eine Lenkrad-Fernbedienung und ein Multifunktionsdisplay mit einer Bildschirmdiagonale von 10,7 Zentimetern. Viel komfort verspricht eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik mit automatischer Temperaturkontrolle. Die serienmäßige Rückfahrkamera erleichtert das Manövrieren. Auch nicht selbstverständlich sind die Ford Power-Startfunktion für schlüsselfreies Starten, inklusive Key-Free-System für ein schlüsselfreies Ent- und Verriegeln.

Weitere Features sind die sechsfach elektrisch verstellbaren und lederbezogenen Sportsitze die über eine einstellbare Lendenwirbelstütze verfügen. Eine Pedalerie in Aluminium-Optik unterstreicht das sportliche Ambiente. Auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz. Der aktive Insassenschutz umfasst unter anderem Front-Airbag für Fahrer und Beifahrer, ein zusätzlicher im Handschuhfach platzierter Airbag für den Beifahrer, ein Knie-Airbag für den Fahrer sowie Kopf-Schulter-Airbags (außer Mustang GT Convertible). Neben dem Antiblockier-Bremssystem (ABS) mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) und elektronischem Sicherheits- und Stabilitätsprogramm (ESP) zählen unter anderem ein Sicherheits-Brems-Assistent (EBA), ein Berganfahrassistent (nur in Verbindung mit Schaltgetriebe) und eine Geschwindigkeitsregelanlage zur Serienausstattung.

Das fiel uns auf

Ford hat den Mustang kräftig und absolut zeitgemäß modernisiert. Er ist geradezu tugendhaft im positiven Sinne. Knackige Schaltung, straffe Fahrwerksabstimmung und präzise Lenkung zaubern ein Grinsen in das Gesicht des Fahrers. Entzückend auch der tolle Klang des V8-Motors. Hier fehlt – trotz genügend Leistung – dem Ecoboost das gewisse Etwas. Wir waren überrascht wie schnell wir den Wagen durch die kurvigen Schikanen des bergischen Landes führen konnten. Dieser Sportwagen ist auf der Höhe der Zeit: Mit moderner Einzelradaufhängung, die in mehreren Stufen schaltbare Elektronik der Traktions- und Stabilitätskontrolle sowie die neue Lenkung sind absolut zeitgemäß. Die Verarbeitung und Materialqualität sind ebenfalls top. Auch auf unebenen Straßen konnten wir Kein Knarzen oder dergleichen vernehmen.

Die Qualität ist im Vergleich zu früher generell deutlich gestiegen. Nur noch wenig Hartplastik aber dafür  jede Menge Leder sowie liebevolle Detaillösungen. Toll auch das Licht und Nachtdesign mit projiziertem Mustang-Symbol auf den Boden vor der Tür beim Einstieg.

 

Endlich ohne Umwege oder Zwischenhändler in Europa erhältlich

Der Ford Mustang war und ist auch in der sechsten Gernation ein kompromissloses Muscle-Car. Der Mustang wird auf den ersten Blick als selbiger erkannt. Ohne Retro-Spielereien gelingt es Ford sein traditiosreiches Muscle-Car als modernen Klassiker zu etablieren.

Auch der Mustang des Jahres 2015 verfügt über alle optischen Insignien seiner Vorgänger: Haifischmaul, großer Grill, lange Motorhaube, dreigeteilte Rückleuchten – die klassischen Merkmale sind allesamt noch vorhanden – nur technisch neu und modern interpretiert.

Wir sind den Ford Mustang gefahren und vollauf begeistert. Insbesondere das faire Pricing dürfte die sechste Mustang-Generation auch in Deutschland zu einem grandiosen Erfolg verhelfen.

 

Ford Mustang Euskirchen 20150602

In den USA bereits auf dem Markt startet der neue Ford Mustang ab Juni 2015 auch in Deutschland. Und zwar nicht wie früher über Importeure, sondern über das eigene Vertriebsnetz. Mehr als 50 Jahre hat es gedauert, bis eines der legendärsten US-Automobile, die Sportwagen-Ikone des Hauses Ford, endlich den europäischen Markt erreicht.

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