Neuer DS3 Crossback SUV Fahrbericht Performance Line PureTech 155

28. Juli 2019 20:56 Autor:
Im Test der 4,12 Meter lange DS3 Crossback Performance mit PureTech 155 – Bildnachweis: Laura Fleischhacker / MOTORMOBILES

Chic und Avantgarde

Im PSA-Konzern ist die feine Citroen-Tochter DS für Chic und Avantgarde zuständig. Bereits seit 2014 versammelt der Konzern seine edlen Vertreter unter der eigenständigen Submarke DS Automobiles. Der neue DS 3 Crossback zeigt, was dabei rauskommt, wenn man einen Kleinwagen-SUV mit einem Premiumfahrzeug kombiniert. Wir haben überprüft, ob der neue Kompakt-SUV DS3 Crossback diesem Ruf gerecht wird, und die Dinge auf seine eigene Art angeht. Soviel sei vorweg verraten: Das 4,12-Meter-Fahrzeug hat uns wirklich überrascht. Der DS3 Crossback soll mittelfristig den bisherigen DS3 komplett ersetzen. Der DS3 Crossback ist seit Mai 2019 auf dem Markt und kostet mindestens 23.490 Euro. Damit ist er gut 5.000 Euro teurer als ein VW T-Cross und knapp 1.000 Euro günstiger als ein Audi Q2.

Das geht schon bei den Türgriffe los. Bei Bedarf oder kurzem Tastendruck fahren Sie heraus, ansonsten versenken sie sich in den Türen. Ob das praktisch ist, mag man darüber streiten. Aber ziemlich cool ist es auf jeden Fall. Die realisierte Türgrifflösung hinterläßt optich und qualitativ einen sehr guten Eindruck. Bisher hat man dies nur bei Tesla, dem Range Rover Velar oder vielen Fahrzeugstudien gesehen.

DS3 Crossback Performance Line
- Bildnachweis: Redaktion MOTORMOBILES
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Optisches Kennzeichen der Front ist sehr große Kühlergrill. Er formt in gewisser Weise eine Einheit mit den Hauptscheinwerfern. Im Seitenprofil erinnert der DS3 Crossback mit seiner Hai-Finne an den DS 3 den er langfristig ablösen soll. In der Fenstereinfassung verzichtet DS geschickt auf eine außen sichtbare Gummilippe, um den DS3 Crossback schlanker und eleganter wirken zu lassen. In der Heckansicht ist die Fenstergrafik sehr schmal gehalten, das lässt das Heck etwas bulliger erscheinen. LED-Rückleuchten mit 3D-Effekt in der von uns gefahrenen Version Performance Line gibt es erst in den höheren Ausstattungsvarianten.
Interieur

Die Haptik, Materialauswahl und die Verarbeitung wirken mindestens eine Klasse höher, als man es in einem Kleinwagen vermuten würde. Lässt man den Blick schweifen, sieht man herrlich verschwenderisch verbautes Alcantara auf dem Armaturenbrett sowie diamantförmige Bedienelemente und Ziernähte im Perlenstich. Das eckige Diamant-Design-Thema wird flächendeckend im Auto zitiert. Nicht jeder mag das -aber wir finden es gelungen. Den ersten Berührungspunkt hat der Fahrer mit dem Sitz. Hier präsentieren sich die Sitze in der Version Performance Line in einer schicken Mischung aus Stoff innen und Kunstleder außen. Die feste Polster sorgt für einen guten Langstreckenkomfort und erweisen sich als bequem und hochwertig. Obwohl der Fahrer eine aufrechte Sitzposition einnimmt, präsentiert sich das gesamte Cockpit sehr fahrerorientiert, wie in einem kleinen Sportwagen. Platz ist für Fahrer und Beifahrer ausreichend vorhanden. Im Fond sieht es schon anders aus. Hier erweist sich der begrenzte Platz für gross Gewachsene und Erwachsene als nicht voll langstreckentauglich. Im Fond ist die Kniefreiheit für Menschen mit 1,80 Meter Körpergröße gerade so ausreichend, da die Vordersitzlehnen entsprechend „ausgehöhlt“ sind.

Zu zweit geht es im Fond für Menschen unter 1,85 Meter Körpergröße durchaus komfortabel zu. Zu dritt wird es auf der Rückbank schon eng. Neben der geringen Beinfreiheit stört hier auch die verblendete B-Säule den Ausblick. Die Rundumsicht beeinträchtigt sich dem Fahrer auch durch die enorme breite C-Säule.

Volldigitale Instrumente sind Standard

Der zentrale Infotainment-Screen ist in der Basis fünf Zoll gross. Erst ab sieben Zoll beherrscht das System dann die Smartphone-Spiegelung. Die Topversion unseres Testwagen beträgt 10,3 Zoll mit dezidierter Navigationsfunktion. Die fahrzeuginterne Navigationsfunktion verricht ihren Dienst, ist aber in Anbetracht des Aufpreis und der Smartphone-Spiegelung entbehrlich. Die Bedieneinheiten für das gesamte System sind kapazitiv ohne haptisches Feedback. Auch die Temperatur muss während der Fahrt über den Screen eingestellt werden. Optional bekommt man auch ein Head-Up-Display, das allerdings nicht direkt in die Windschutzscheibe projiziert wird, sondern auf eine kleine Zusatzscheibe.

Die 350 Liter Gepäckraum und eine hohen Ladekante ohne verschiebbare Rückbank sind im Wettbewerbsumfeld eher durchschnittlich. Mit umgeklappten Sitzen stehen immerhin 1.050 Liter zur Verfügung. Übrigens sitzt die Taste zum Öffnen und entriegeln der Heckklappe etwas versteckt direkt über dem sehr tief positinierten Nummernschild.

Das Laderaumvolumen beträgt 350 bis 1.050 Liter. Es gibt eine kleine Lade-Lippe, die allerdings dafür sorgt, dass man dann auch in der Höhe im Kofferraum auskommt.

Antrieb – Premium und Dreizylinder schliessen sich nicht aus

Die dreizylindrige Auswahl von Ottomotoren widersprechen vordergründig dem Premium-Gedanken, sorgt aber selbst in der Basis für ein angenehm üppiges Drehmoment. Wer sich für 130 oder 155 PS entscheidet, erhält immer die hervorragend schaltende Achtstufen-Automatikgetriebe.
Dem 1,2 Liter große Triebwerk sorgt mit der flinken 8-Gang-Automatik für eine genügend druckvolle aber noch nicht sportliche Fortbewegung. Den knapp 1,2 Tonnen schweren DS3 schiebt der Dreizylinder in unter 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das 155 PS starke Dreizylinder-Treibwerk hat wenig Mühe die 1,2 Tonne anzuscheiben. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn beträgt laut Herstellerangaben 208 Stundenkilomter. Dafür verhielt sich unser Testverbrauch in engen Grenzen. Knapp über sechs Liter hat der Wagen im Mittel konsumiert. jederzeit möglich, auch dank des serienmäßigen Start&Stop-Systems. Das Erfüllen der kommenden Abgasnorm Euro 6d-temp stellt ein Ottopartikelfilter sicher. Zwei Schwächen hat der flotte Motor aber. Zum einen ist er nicht der ruhigste und kultivierteste Ottomotor. Zum anderen lassen die Kombination mit der Automatik und der Wegfall der alten Basisausstattung den Einstiegspreis für den DS3 Crossback eklatant steigen: Von rund 23.490 Euro auf über 31.090 Euro als So Chic oder 31.790 Euro in der von uns gefahrenen Pereformance Line. Bei einem Kleinwagen ein gewaltiger Unterschied. Aktuell launcht DS für den DS3 Crossback auch eine elektrische Allradversion E-Tense als BEV. Hier sind die Eckdaten 320 km Reichweite, 100 kW Leistung, 260 Newtonmeter Drehmoment. Die Preise starten ab 39.500 Euro. 80 Prozent der Reichweite sollen laut DS in 30 Minuten aufladbar sein.

Technische Daten DS3 Crossback Performance Line Puretech 155 Automatik
Hersteller:DS Automobiles
Karosserie:Kompakt-Crossover
Motor:1.2 3 Zyl. in Reihe
Antrieb / GetriebeFrontantrieb/8-Gang Automatik mit Start&Stop
Hubraum:1.199 ccm
EmissionsklasseEuro 6d-TEMP bei 5.500 Umdrehungen pro Minute
Leistung:114 kW / 155 PS
Drehmoment:240 Nm bei 1.750 Umdrehungen pro Minute
Von 0 auf 100: Handschalter8,2 s
Höchstgeschwindigkeit:208 km/h
Verbrauch (ECE)5,5 Liter
CO2-Ausstoß124 - 126 g/km
Kraftstoff:Superplus Benzin
Reifen:215/55R18
Leergewicht1.352 kg
Kofferraum350 bis 1.050 Liter
Tankinhalt44 Liter
Zuladung / Zulässiges Gesamtgewicht428-500 kg / 1.705 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand4.118/1.791/1.534/2.558 mm
Testwagenpreis inkl. Extras ab:ab 38.030,- Euro

Fahreigenschaften

Die Fahrwerksabstimmung erweist sich als eher straff ausgelegt, sorgt aber dennoch für einen akzeptablen Federungskomfort. Das Handling präsentiert sich dagegen durchaus sportlich mit einer ausgezeichneten Spurtreue. Die Lenkung dürfte etwas mehr Rückmeldung gewähren. Das macht sie dann zumindest im Sport-Modus. In dem Modus arbeitet sie selbst in einer schnellen Kurven zufriedenstellend straff. Zwar neigt das Modell zum Untersteuern bei zu flotter Kurvenhatz. Aber im Großen und Ganzen erweist sich die Wankneigung generell noch als akzeptabel.
Ins Gelände ziehtes den DS3 Crossback weniger. Er verfügt zwar über die nötige Bodenfreiheit, hat aber keinen Allradantrieb.

Scheinwerfer der Extraklasse

Der DS3 hat nicht einfach nur profane Scheinwerfer. Der Hersteller spricht hier selbstbewußt von Technologie-Vitrinen. Genau genommen sind es Matrix-LED-Lichter, die Gegenverkehr und vorausfahrende Autos zuverlässig aus dem Lichtkegel schneiden. In diesem Segment ist das bisher ein Unique Selling Point (USP) und Alleinstellungsmerkmal. Die Technik hat im Test gut funmktioniert.

Ausstattung und Extras der kleinen Göttin

Los geht es mit 23.490 Euro für den 100-PS-Dreizylinder. Dafür gibt’s eine sinnvolle Basisausstattung, auch wenn 16-Zoll-Stahlfelgen mit Radkappen nicht ganz so ganz in das beabsichtigte Premium-Bild der Marke DS passen. Auch für die Ausstattung des Assistenz-Sortiments können wir das indessen nicht. Selbst die wenigen Extras wie der City-Notbremsassistent, die Rückfahrkamera oder die Voll-LED-Scheinwerfer „DS LED Vision“ kosten extra. Überzeugt hat uns die automatische Abstandsregelung des innovativen Fahrassistenzsystem DS Drive Assist und erste Vorstufe zum halbautonomen Fahren. Mithilfe von Sensoren und einer Kamera passt sich der DS 3 Crossback erstaunlich gut an die Verkehrsbedingungen an. Das Syastem hilft bei der Spurführung und erweist sich als veritabler Autobahnassistent. Das System hält zudem – nötigenfalls bis zum Stillstand – den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug bei. Das insbesondere auf der Autobahn oder bei dichtem Verkehr nützliche System macht das Autofahren sicherer und gelassener. Der Fahrer kann jederzeit die Kontrolle des Fahrzeugs übernehmen.

Die in der Karosserie versenkbaren Türgriffe klappen automatisch aus, sobald sich der Fahrer dem Auto nähert. Dank des Systems DS Smart Access lässt sich der Crossback per Smartphone öffnen und starten – und ohne Schlüssel mit bis zu fünf anderen Personen teilen. Die App verwaltet auf Wunsch auch deren Zugriffszeiten. Wir empfehlen die von uns gefahren Performance Line mit herrlich viel Alcantara. Die Preise des DS3 Crossback starten ab mindestens 23.490 Euro. Schaut man zum oberen Ende, nähert man sich auch schnell der 40.000 Euro. Dafür erhält der Käufer dann ausstattungsseitig auch einen extrem gut ausstaffierten Crossover.

Fazit: Gewinnt keine Vergleichstests, aber dafür die Herzen

Der DS3 Crossback ist ein schickes und ein besonderes Auto der Avantgarde und präsentiert sich erfrischend anders und unkonform. Letzlich ist der DS3 Crossback ein Auto für Individualisten, die ihren Autokauf nicht über Vergleichstest, sondern mit dem Herzen entscheiden und mehr Wert auf High Fashion als High Tech legen. Der Wagen ist gewagt extrovertiert ohne verspielt zu wirken. Wer das Besodnere und Einzigartige des DS3 Crossback schätzt, muss sich zwar mit einem mittelmäßigen Navi und einer Rückfahrkamera überschaubarer Qualität arrangieren. Auch in fahrdynamischer Hinsicht dürfen von dem kleinen Crossover keine Bestwerte erwartet werden. Dennoch hat uns selten ein Testwagen so unvorbereitet positiv überrascht. Auf dem Markt ist uns weit und breit nichts bekannt, dass es mit diesem expressiven Design aufnehmen könnte. Zwar könnte der DS3 Crossabck für ein Fahrzeug mit Premium-Anspruch geringfügig mehr Power vertragen. Aber ein DS geht seinen eigenen Weg und will in erster Linie gut aussehen.

DS3 Crossback Performance Line
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