Peugeot 3008 Allure GT-Line BlueHDi 150 – Angenehm Reisen

13. September 2017 20:57 Autor:

Im Test der Peugeot 3008 Allure mit dem Ausstattungspaket GT-Line und BlueHDi 150 – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Die Neuauflage des Peugeot 3008 im Fahrbericht – endlich ein eindeutiges SUV

Mit der kompletten Neuauflage des 3008 hat Peugeot aus dem Van-artigen Crossover ein richtiges SUV gemacht. Statt im Barock-Design positioniert sich die Neuauflage mit erfreulich klaren Linien.

Den Designern ist der Spagat zwischen einer gewissen SUV-Wuchtigkeit und sportlicher Eleganz gelungen. Nahezu überall wird dem Auge geschmeichelt. Ein Attitüde die bei den Französen schon länger als verloren geglaubt wurde. Ein Vergleich des neuen 3008 mit dem Vorgänger verbietet sich förmlich.  So radikal ist der Wechsel. Der Neue gewinnt, kaum wiederzuerkennen, deutlich an Ausdrucksstärke. Direkte Wettbwerber der Neuauflage des 3008 dürften der VW Tiguan, Skoda Karoq, Hyundai Tuscon, Kia Sportage oder auch im Ford Kuga zu suchen sein. Den Platzhirschen erwächst mit der Neuauflage des 3008 ein überraschend ernstzunehmender Wettbewerber. Einige Kunstgriffe lassen den 3008 schlanker erscheinen als er ist. Neben dunklen Schwellern und einer schwarzen B-Säule, setzen die Designer auf bewährte Stilmittel des 2008, wie den den Kühlergrill im Schachbrettmuster-Design“, die Frontscheinwerfer in Katzenaugen-Optik sowie die Heckleuchten in „Drei-Krallen-Auslegung“.

 

Peugeot 3008 Allure 2.0 Blue HDi 110 kW GT-Line
Peugeot 3008 Allure 2.0 Blue HDi 110 kW GT-Line
Der Peugeot 3008 schafft den Wechsel vom Van zum waschechten SUV ohne Allrad - Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Interieur

Noch treffischerer als das Exterieur fällt die Innenraumgestaltung aus. Im Interieur ist der Fortschritt noch deutlicher ersichtlich als beim Exterieur. Den Franzosen ist mit dem 3008 ein großer Wurf gelungen. Der Innenraum präsentiert sich klar strukturiert, die Materialien sind gut verarbeitet. Im März wurde das Modell auf dem Genfer Automobilsalon völlig berechtigt zum „Auto des Jahres 2017“ gekürt. Besondere Anerkennung fanden neben dem Erscheinungsbild das Innenraumdesign und das Gesamtkonzept. Und Peugeot hat gelernt und Kritik beherzigt. Immer wieder setzten sich die Franzosen in der Vergangenheit für ihr tiefgesetztes i-Cockpit der Kritik aus. Hier im 3008 mit seinem auch oben abgeflachten Lenkrad ist aber alles perfekt und stimmig.  Gut gefallen hat uns das große zum Fahrer orientierte Mittelkonsole. Aber auch optische und haptische Gestaltung der Bedienelemente sind großes Kino.

Peugeot bei den sechs eleganten „Klaviertasten“ von den Toggle Switches, die einen direkten Zugriff auf die wichtigsten Komfortfunktionen ermöglichen: Radio, Klimatisierung, Navigation, Fahrzeugeinstellungen, Telefon und Konnektivität.

Das durch einen markanten Knick zweigeteilte Armaturenbrett trägt zu dem angenehmen Ambiente bei.  Die Ambientebeleuchtung ist verschiedenfarbig wählbar.  Das Ambiente des i-Cockpit läßt sich den individuellen Wünschen anpasen. Im Modus „Boost“ oder „Relax“ strömt durch den Innenraum ein subtiler Duft. Der bequemen 8-Punkt-Massagesitz sorgt für viel Komfort.  Radstand und Länge (4,45 Meter) sind jeweils um acht Zentimeter gewachsen. Das Plus an Größe kommt direkt den Platzverhältnissen zugute.  Die Insassen freuen sich über größere Freiräume mit mehr Kopffreiheit, mehr Beinraum und mehr Platz zur seitlichen Entfaltung. Deutlich gewachsen ist der Stauraum, von ehemals 432 bis 1.241 Liter des Vorgängers auf nun beachtliche 520 bis 1.580 Liter. Damit bewegt sich der 3008 auf dem Niveau eines Seat Ateca (430 bis 1.585 Liter), ein Nissan Qashqai (485 bis 1.579) oder ein Ford Kuga (456 bis 1.653).  Darüber hinaus erfreut das Ladeabteil mit einer besonders niedrigen Ladekante. Eine Eigenschaften, die das Beladen merklich erleichtert.  Die Rückbank ist zwar nicht verschiebbar, aber legt man die „Magic Seats“ um, entsteht eine völlig ebene Ladefläche. Die Sitzlehnen lassen sich auch vom Heck aus entriegeln.  Beim Einladen hilft auf Wunsch eine elektrisch öffnende Heckklappe und ein herausziehbarer Ladeboden.

Das Infotainment und MP3-streamingfähige Audioanlage mit 6 Lautsprechern samt berührungsempfindlichen 8-Zoll-Farbbildschirm integriert auch gleich das Telefon via Bluetooth-Freisprecheinrichtung und offeriert Verkehrsinformationen in Echtzeit, bietet zeitgemäße Konnektivität über Android Auto und  CarPlay und umfasst auch die Telematikdienst mit Not- und Pannenhilfe, digitalen Radioempfang DAB+. Auf dem 8 Zoll großen Touchscreen über der Mittelkonsole werden die 3D-Karten des optionalen „TomTom“-Navis angezeigt. Ergänzt wird die Anzeige vom 12 Zoll großen, individuell konfigurierbaren Digital-Kombiinstrument hinter dem Lenkrad. Letzteres läßt sich mit seinen integrierten Bedienelementen ebenfalls zur Steuerung der wichtigsten Infotainment-Funktionen nutzen. Das hochauflösende digitale Tacho-Element ist voll digital und individuell konfigurierbar und im Gegensatz zum Virtual Cockpit von Audi oder VW Bestandteil des Serienumfangs.

Antrieb

Peugeot hat drei Diesel (120 bis 180 PS), einen Dreizylinder-Benziner mit 130 PS und einen 1,6er Turbo mit 165 PS im Angebot. Die 180 PS Variante bleibt der Spitzenaustattung „GT“ vorbehalten. Wir fuhren den zwei Liter großen HDI in der Leistungsstufe mit 150 PS. Dabei handelt es sich um ein laufruhiges und souveränes Triebwerk der durchaus ordentlich anschiebt. Den Null-Hundert-Paradesprint erledigt das SUV damit in nur 9,6 Sekunden. Eine weitere Beschleunigung endet auf Wunsch erst bei der Spitzengeschwindigkeit von 207 km/h Spitze (ab 30.700 Euro). Den Normverbrauch gibt Peugeot mit 4,4 bis 4,7 Liter je hundert gefahrene Kilometer an. Unser Testverbrauchsaufschlag fiel moderat aus.  Im Drittelmix benötigsten wir ungefähr 5,3 Liter. Ein guter Wert für so ein großes SUV. Um die aktuellle Dieselproblematik zu entkräften: Alle Selbstzünder von Peugeot kommen mit Adblue-Einspritzung. Die Wandler-Automatik, gibt es nur mit dem kleinen 120-PS-Diesel oder gleich im Topmodell, das dann aber auch gleich mit 39.700 Euro kostet. Schuldig bleibt der Franzose einen Allradantrieb. Den möchte die Löwenmarke  erst nächstes Jahr (2018) mit der Hybrid-Variante nachreichen. Als alternative Traktionshilfe bietet Peugeot bis dahin weiterhin nur eine verbesserte Form der Grip-Control-Schlupfregelung an.

 

Technische Daten Peugeot 3008 Allure GT-Line BlueHDi 150
Hersteller:Peugeot
Karosserie:SUV
Motor:2,0 Diesel BlueHDi FAP
Getriebe6-Gang Handschalter
AntriebFrontantrieb
Hubraum:1.997 ccm
EmissionsklasseEuro 6
Leistung:110 kW (150 PS) bei 4.000 Umdrehungen pro Minute
Drehmoment:370 Nm bei 2.000 pro Minute
Höchstgeschwindigkeit:207 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) in s9,6 Sekunden
Kombinierter Normverbrauch (ECE)4,4 bis 4,7 Liter /100 km
CO2-Ausstoß114-121 g/km
Kraftstoff:Diesel
Tankinhalt52,5 Liter
Leergewicht ohne Fahrer1.500-1.692 kg
Kofferraum520 bis 1.482 Liter
Zuladung358-550 kg
Anhängelast gebremst2.000 kg
Wendekreis10,7 Meter
Länge/Breite/Höhe/Radstand4.447/1.841/1.624/2.675 mm
Grundpreis Testwagen ohne GT-Lineab 32.550,00 Euro

 

Fahreigenschaften

Das Fahrwerk präsentiert sich in kurvigen Abschnitten auch einer dynamischen Kurvenhatz durchaus gewachsen. Die Abstimmung vermittelt einen einen präzisen und stabilen Geradeauslauf. Das Fahrwerk, das ohne variable Dämpfer auskommt, orientiert sich in seiner Abstimmung eher auf der französisch-sanften Seite. Einzig mit Spurillen hat das Fahrwerk so seine liebe Müh. Die Lenkung reagiert sehr direkt, spricht feinfühlig an und arbeitet präzise. Weniger überzeugend präsentierte sich der manchmal doch etwas sehr abrupt abbremsende adaptive Tempomat (mit Stoppfunktion), der als Option für 500 Euro zu haben ist. Hier fehlt es noch an Feinabstimmung. Und auch der sehr rigide bevormundende aktive Spurhalteassistent ist gewöhnungsbedürftig. Aber natürlich lässt auch er sich auf Wunsch deaktivieren.

 

Extras und Preise

Serie sind 17-Zoll-Räder, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, virtuelles Cockpit und Parkhilfe hinten. Unser Testwagen in der Allure -Ausstattung bot unter anderem eine elektrische Heckklappe , verschiedene Massagefunktionen in den von der Arbeitsgemeinschaft Gesunder Rücken (AGR) zertifizierten Vordersitzen und verstellbare Oberschenkelauflagen vorn.

Alternativ zum GT bietet Peugeot auch das in unserem Testwagen verbaute GT Line-Paket an, das auf der dritten Ausstattungsstufe Allure basiert und einige Merkmale des „echten“ GT wie die Scheinwerfer und den Kühlergrill übernimmt. Das neue und serienmäßige Peugeot i-Cockpit führt ein spektakuläres, hochtechnologisches Armaturenbrett ein. Die Materialauswahl  und präzise Spaltmaße tragen zur hohen Qualitätsanmutung bei. Das Paket GT-Line für 2.200 Euro umfasst Full-LED-Scheinwerfer mit Leuchtweitenregulierung, LED-Nebelscheinwerfer sowie LED-Blinklicht, das besagte i-Cockpit Amplify, Duftspender, Sportknopf zur Änderung der Fahrdynamik-Parameter. Am Exterieur bringt das GT-Line-Paket Außenspiegeklkappen in Perla Nera Schwarz, Blackdiamond-Dach, Chromezierleisten unterhalb der Seitenfenster, Heckschürze mit integrierten Dekorauspuffblenden, 18 Zoll Leichtmetallfelgen. Auch im Inmterieur gibt es einige Änderungen am Lenkrad und den Ziernähten, Alu-Pedalerie sowie einen schwarzen Dachhimmel.

In puncto Sicherheit punktet der 3008 serienmäßig mit einem Kollisionswarner, ein Spurhalteassistenten sowie eine Verkehrsschilderkennung sowie LED-Tagfahrlichter und einem Notbremsassistenten (Active Safety Brake). Weitergehende Sicherheitsoptionen wie ein Fernlichtassistent, extrem gute Full-LED-Scheinwerfer und ein Parkpilot mit Kamera lassen sich gegen Aufpreis nachrüsten. Angekündigt ist übrigens ein „E-Kick“ – ein elektronischer Tretroller, der im Kofferraum verstaut  wird und die letzte Meile zum Zielort sei es zum Bahnhof oder Supermarkt helfen soll zu überbrücken.

 

Fazit:  Vom Van zum waschechten SUV ohne Allrad

War der bisherigen  3008 ein schlecht positionierter Crossover so tritt der neue Peugeot 3008 als echter SUV an. Im Vergleich zur ersten Generation hat der 3008  merklich an Statur  gewonnen. Er erweist sich im Test als äußerst sparsam, wirkt überaus robust  ohne allzusehr an französischer Finesse einzubüßen. Generell waren wir mehr als überrascht. So gut hat uns lange kein Franzose gefallen. Mit seiner gestalterischen und qualitativen Auslegung dürfte sich der Franzose schurstraks in das Revier von Volkswagen begeben.  Die Löwenmarke bietet für den  3008 viele Optionen, die es heute an zeitgemäßen Annehmlichkeiten gibt. Von diversen Sicherheitssystemen bis hin zur 360-Grad-Kamera. Für einen Allradantrieb müssen sich die Kunden noch bis 2018 zur Hybridvariante gedulden.

 

Peugeot 3008 Allure 2.0 Blue HDi 110 kW GT-Line
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