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Ssangyong Korando e-Motion schon gefahren: Neuer Elektro-SUV für Sparfüchse startet in Deutschland

Im Kurztest: Der Korando e-Motion Das erste Elektroauto der Marke Ssangyong - Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

 

Neuer Elektro-SUV mit 475 Kilometern Stadtreichweite (WLPT)

Die koreanische Marke Ssangyong konnte sich als kleiner Pkw-Hersteller bereits mit SUVs und Allrad – wenn auch mit kleinem Marktanteil – einen guten Namen erarbeiten. Stand bisher die Vermarktung von SUVs und PickUps im Vordergrund so starten die Südkoreaner nun ihr erstes vollelektrisches SUV. Nun startet der Vertrieb des neuen Ssangyong Korando e-Motion, der bisher nur als Studie unter der Konzept-Bezeichnung „E100“ firmierte. Direkte Wettbewerber dürften der Hyundai Kona Elektro, Audi Q4, VW ID4, Mercedes EQA oder Volvo XC40 sein. Der SsangYong Korando e-Motion ist ein kraftvolles Lebenszeichen der Marke, die in der jüngeren Vergangenheit durch finanzielle Probleme in die Medien gelangte. Inzwischen wurde Ssangyong an das koreanische Start-up Edison Motors verkauft. Es geht also weiter – auch in Europa.

Optisch differenziert sich der elektrische Korando v.a. durch blaue Farbakzente und einen geschlossenen Kühlergrill von seinen konventionell angetriebenen Schwestermodellen. Auch die neuen Felgen zeugen vom aerodynamischen Feinschliff. Bei den Dimensionen ändert SsangYong nichts. Das Fahrzeug ist wie die Verbrenner-Version 4,45 Meter lang, 1,87 Meter breit und je nach Ausstattung 1,62 oder 1,63 Meter hoch. Mit seinem elektrischen Frontantrieb empfiehlt sich der Korando e-Motion eher für das urbane Umfeld. Für die Stadt hat der kompakte Koreaner eine optimale Länge. Zum einen kurz genug, um in die meisten Parklücken zu passen, aber mit genügen Raumangebot für mindestens vier Passagiere. In den Kofferraum passen 510 Liter Gepäck, wer mehr Platz benötigt, kann den Laderaum durch Umklappen der im Verhältnis 60:40 teilbaren Sitze auf bis zu knapp 1.250 Liter erweitern. In einem 10 Liter fassenden Unterbodenfach wird das Ladekabel untergebracht.

 

Ladeport für Typ-2 und CCS – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

 


Das erste vollelektrische Fahrzeug der Marke

Auch wenn viele potenziellen Kunden den Namen der koreanischen Automobilhersteller Ssangyong noch nicht kennen. Ein Hauptproblem vieler Hersteller ist die Lieferfähigkeit. Der Marktanteil könnte dank Lieferfähigkeit hierzulande schnell steigen.

Das Elektro-SUV startet nicht wie zu erwarten in Südkorea, sondern zuerst auf dem europäischen Markt. Der Korando e-Motion präsentiert sich mit blauen Farbakzente und einem geschlossenen Kühlergrill. Dies weisen ihn auf den ersten Blick als Elektrofahrzeug aus. Die meisten Hersteller setzen bei ihren E-Autos zur Reduktion des Luftwiderstands als eine wichtige Teilmassnahme auf einen weitestgehend geschlossene Front. Für den Antrieb beim neuen Ssangyong-SUV sorgt ein Elektromotor mit einer Leistung von 140 kW (190 PS). Er schickt ein maximales Drehmoment von 360 Nm an die Vorderräder.

 

Interieur Ssangyong Korando e-Motion Titanium – Bildnachweis: MOTORMOBILES



Der Stromverbrauch wird mit kombiniert 16,8 kWh/100 km angegeben. Die Batteriekapazität von „nur“ 61,5 kWh ist eines der Schwachpunkte des Korando e-Motion. Gemäß WLTP beträgt die Reichweite 339 Kilometer. Für die Langstrecke ist das knapp bemessen. Längere Reisen und die notwendigen Ladestopps müssen dann sorgfältig geplant werden. Optional steht zudem auch keine größere Batteriekapazität zur Wahl. Die Herstellerangaben versprechen eine DC-Schnelladung über CCS mit einem State of Charge (SoC) von 20 auf 80 Prozent innerhalb von 33 Minuten. Hier ist aber zu bedenken, dass dies meist nur unter Idealbedingungen und entsprechender Wohlfühl-Batterietemperatur möglich sein dürfte. Im Stadtverkehr beträgt die Reichweite über eine gut funktionierende Rekuperation immerhin knapp 475 Kilometer. Aber auch hier ist zu bedenken, das im Winter mit vielen Kurzstrecken die Reichweite deutlich kürzer ausfallen dürfte. Je nach individuellem Ladeprofil könnte die einphasige AC-Ladegeschwindigkeit von nur 6,6 kW etwas wenig sein. Für schnelles Nachladen an der häuslichen Wallbox sind 11 kW mittlerweile State of the Art. Zumindest über Nacht sollte die AC-Ladeleistung genügen. Zudem läßt sich über das Navigationsdisplay in der Mittelkonsole der Ladevorgang per programierbaren Timer vorausplanen.

Die serienmäßige Wärmepumpe sorgt über ein ausgeklügeltes Temperaturmanagement dafür, dass die Batterie des Korando e-Motion schnell auf ihre Wohlfühl-Temperatur gebracht wird, um im Winter Reichweite zu erhalten. Gut gefallen haben uns die Schaltwippen am Lenkrad über die der Fahrer die Rekuperation beeinflußen kann, wie stark das Fahrzeug Bremsenergie zurückgewinnt und verzögert, sobald der Fuß vom Gaspedal genommen wird. Die Rekuperationsstärke lässt sich bequem in drei Stufen einstellen. In der stärksten Stufe 3 ist die Bremswirkung nach Lupfen des Gaspedals schon hoch – aber noch unterhalb eines echten One-Pedal-Drinving.

 

Im Kurztest: Der Korando e-Motion Das erste Elektroauto der Marke Ssangyong – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Interieur
 

Das Interieur hinterläßt einen modernen und gut verarbeiteten Eindruck. Ssangyong setzt unter anderem auf ein 12,3 Zoll großes Instrumentendisplay, das je nach Ausstattung auch Inhalte des Navigationssystems im Sichtfeld des Fahrers darstellen kann. In der optionalen Ausführung ermöglicht ein individuell konfigurierbares Ambientelicht insgesamt 34 verschiedenen Farboptionen. Das Smart Audio System verfügt zur Beschallung über acht Lautsprecher und vermag klanglich zu überzeugen. Das Bild der Rückfahrkamera wird über den mittigen 8 Zoll großen Touchscreen angezeigt. Bestandteil der Serienausstattung sind diverse Assistenzsysteme. Da wären zu einen ein automatischer Notbremsassistent, ein Spurhalte- und ein Verkehrsflussassistent sowie eine gut funktionierende Verkehrszeichenerkennung. Zudem ein Aufmerksamkeits-Assistent zur Erkennung von Müdigkeit sowie eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage.

 

Technische Daten Ssangyong Korando e-Motion
Hersteller:SsangYong
Karosserie:SUV
Leistung E-Motor:140 kW (190 PS)
Antrieb:Frontantrieb
Drehmoment:320 Nm bei 1.500 - 2.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit:156 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:8,5 Sekunden
Verbrauch (WLPT):193 Wh/km
Batteriekapazität:61.5 kWh
Nutzbare Batteriekapazität:56.0 kWh
ReichweiteStadt - Winter 295 km
Autobahn - Winter 205 km
Kombiniert - Winter 250 km
Stadt - Sommer 435 km
Autobahn - Sommer 265 km
Kombiniert - Sommer 335 km
Ladeanschluss:Type 2 und Combined Charging System (CCS Combo 2)
DC-Schnellladeleistung (max.):80 kW
AC-Ladeleistung:6.6 kW
Wendekreis:10,7 Meter
Kofferraum:551 - 1.248 Liter
Frunk:-
Anhängelast ungebremst/gebremst 12%500 kg / 1.500 kg
Dachrelingja
Leergewicht:1.840 kg
Zulässiges Gesamtgewicht:2.250 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.465/1.870/1.635/2.675 mm
GarantieSieben Jahre Garantie auf Fahrzeug und Batterie – maximal bis zu einer Laufleistung von 150.000 Kilometern. Außerdem sechs Jahre Garantie gegen Durchrostung und sieben Jahre europaweite Mobilitätsgarantie
Grundpreis Testwagen38.990 Euro
Preis Testwagen Titanium mit Metallic-Lackierung (+600 Euro):46.190 Euro

 

Fahreigenschaften

 

Der Korando e-Motion verfügt trotz seines Mehrgewichts über ausgewogene Fahreigenschaften. Ausgewogen heisst hier ausdrücklich nicht sportlich. Das kann und soll er auch nicht. Überzeugen kann das gut abgestimmte Fahrwerk, das dank der flach montierten Akkus und ihres tiefen Schwerpunkts im Wagenheck auch eine angenehme Kurvenlage ermöglicht. Aufgrund des Mehrgewichts könnte die Lenkung eine Spur direkter ausfallen und etwas mehr Rückmeldung gewähren. Der Antrieb liefert bei Bedarf – und dies auch blitzschnell – genügend Power, um dem hohen Fahrzeuggewicht eines Elektroautos entgegen zu wirken. Für das städtische Umfeld ist man mit der gebotenen Elektro-Leistung sehr gut motorisiert.

Im Kurztest: Der Korando e-Motion Das erste Elektroauto der Marke Ssangyong – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

 

Was kostet der Ssangyong Korando e-Motion? Drei Ausstattungslinien
 


Ein Verbrenner-Korando ist derzeit ab 23.990 Euro in Europa erhältlich. Die Batterie-Version dürfte teurer, nach Abzug des Umweltbonus aber dennoch ein gutes Angebot sein. Angeboten wird der Ssangyong Korando e-Motion in drei Ausstattungsvarianten. Das Basismodell steht in der sogenannten Bronze-Variante ab 38.990 Euro beim Händler. Sie ist unter anderem mit einer Klimaautomatik und einer Wärmepumpe ausgestattet.

In der mittleren Ausstattungslinie „Platinum“ ab 41.990 Euro vergrößert sich der zentrale Bildschirm auf neun Zoll und dient auch als Anzeige für das Navigationssystem. Einparkhilfen vorne und hinten, Sitz- und Lenkradheizung sowie eine induktive Smartphone-Ladeschale sind dann ebenfalls immer mit an Bord. Eine Titanium-Variante ist für 45.590 Euro zu haben und bietet neben Vordersitzen mit Lederbezug und Sitzbelüftung auch LED-Scheinwerfer, die oben angesprochene Ambientebeleuchtung und weitere Assistenzsysteme wie Totwinkel- und Spurwechselassistent. Um zeitgemäße LED-Scheinwerfer zu erhalten, müssen Kunden zu teuren Titanium-Ausstattung greifen. Auch ein Querverkehrswarner ist bei der teuersten Variante des Autos mit Vollausstattung an Bord. Nur in der Farbe Weiß gibt es des Korande e-Motion ohne Aufpreis in allen drei Varianten. Eine Metallic-Lackierung (Grau, Schwarz oder Blau) schlägt mit einem Aufpreis in Höhe von 600 Euro zu Buche. Die Konfiguration ist damit relativ schnell und einfach: Entscheidung für eine Ausstattungslinie – wir empfehlen hier Titanium – und für die Farbe. So einfach kann es sein, ein BEV zu konfigurieren.

Recht ordentlich sind zudem die Garantiebedingungen. Der Hersteller gewährt sieben Jahre Garantie auf Fahrzeug und Batterie – maximal bis zu einer Laufleistung von 150.000 Kilometern. Außerdem sechs Jahre Garantie gegen Durchrostung und eine europaweite Mobilitätsgarantie  für sieben Jahre .

 

Fazit: Eine noch dieses Jahr lieferbare Elektro-Alternative

 
Viele Elektrofahrzeuge haben Wartelisten von größer 9 bis 15 Monaten. Tendenz stark steigend. Was aus der Umweltprämie nach dem 01.01.2023 wird ist noch nicht ganz klar. Eventuell wird sie reduziert, eventuell die Mindesthaltedauer erhöht. Hier besteht eine große Chance für Ssangyong durch eine relative Lieferfähigkeit – innerhalb von sechs Monaten – den Kunden noch dieses Jahr in den Genuss der BAFA-Förderung in voller Höhe gelangen zu lassen. Alles in allem ist den Koreanern hier ein gutes Elektro-Auto gelungen, dass genau zum richtigen Zeitpunkt startet. Über unserer Ausfahrt rund um Frankfurt können wir nur gutes über das Elektroauto berichten. Der Korando e-Motion erweist sich als voll wettbewerbsfähig. Einziges Manko ist die begrenzte Batteriekapazität und in dem Zusammenhang auch der einphasige Onbard-Lader für AC-Laden mit einer max. Ladeleistung von nur 6,6 kW. Punkten kann der Südkoreaner zudem mit einer exzellenten Materialauswahl und Verarbeitung. Wie sich der Stromer im Alltag und auf der Langstrecke bewährt, können wir vielleicht bald in einem ausführlichen Test klären.

Ssangyong Korando e-Motion 2022
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