Seat Arona 1.0 TSI FR mit 1.0 TSI (115 PS) und DSG – Mini-SUV im Test

16. Februar 2019 19:51 Autor:
Mini-Crossover: Im Test der Seat Arona FR 1.0 EcoTSI Start-Stop mit 7-Gang DSG in Eclipse Orange – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Vorstellung: Robust und variabel, aber ohne Allrad

Mit dem Seat Arona startete die Crossover-Offensive des VW-Konzerns bei den kleinen Mini-SUVs. Der Seat Arona teilt sich den Technik-Baukasten mit VW Polo sowie Ibiza und wird in Martorell montiert. Auf den Arona folgen in Kürze das Polo SUV VW T-Cross und der bisher noch nicht veröffentlichte Skoda Kamiq. Später könnte noch der Audi Q1 hinzukommen. Das kleine SUV Arona sortiert sich damit unterhalb des Ateca ein und steht auf derselben Plattform MQB A0 wie der Ibiza. Auf der IAA 2017 feierte der Seat Arona seine Premiere und kam kurze Zeit später in den Handel. Eine Ähnlichkeit zwischen Ibiza und Arona ist nicht zu leugnen. Mit einer Länge von 4,14 Metern ist der Arona allerdings knapp acht Zentimeter länger als der Ibiza und überragt ihn um zehn Zentimeter in der Höhe. Diese wenigen zusätzlichen Zentimeter verhelfen dem Arona zu spürbar mehr Platz. Das Heck ist eigenständig mit breiten, geteilten Leuchten und dem Kennzeichen in der Heckklappe. Ein größerer Innenraum sowie mehr Bodenfreiheit durch 1,5 Zentimeter längere Dämpfer und Federn tragen außerdem zum Größenunterschied bei.

 

Seat Arona FR 1.0 EcoTSI 115 PS DSG
Der Seat Arona teilt sich den Technik-Baukasten mit VW Polo sowie Ibiza und wird in Martorell montiert. Auf den Arona folgen in Kürze das Polo SUV VW T-Cross und der bisher noch nicht veröffentlichte Skoda Kamiq - Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Direkte Wettbewerber des Seat Arona gibt es zahlreiche wie den Renault Captur, Peugeot 2008, Opel Mokka X und Crossland X, Fiat 500X sowie Nissan Juke. Es besteht aber auch ein konzerninterner Wettbewerb zu VW T-Cross, Skoda Kamiq und selbst dem Polo wie auch Fabia und Ibiza. Mit großen Reifen und seiner robust anmutenden schwarzen Schwellerverkleidung gibt sich der Seat Arona ganz auf Gelände getrimmt, verfügt aber über keinen Allradantrieb. Dies ist typisch für Crossover und kommt aber den Kundenbedürfnissen gerade in der Stadt entgegen. Die Spanier bezeichnen den Arona auch nicht als Offroader, sondern bewerben ihn als Alltagsauto für den urbanen Dschungel. Die Zielgruppe ist breit aufgestellt. Die kleine Familie mit einem Kind, das nicht mehr im Kinderwagenalter ist. Singles und Paare. Aber auch die sogenannten Best Ager, die aus weniger lifestyligen Gründen eine höhere Sitzposition zu schätzen wissen, dürften mit dem Arona ein Fahrzeug gefunden haben, dass ihre Mobilitätsbedürfnisse abdeckt.

Neben der optischen Robustheit punktet der Arona vor allem mit den Möglichkeiten zur Individualisierung. Beispielsweise sind allein bis zu 68 (Bi)Farbkombinationen beim Exterieur möglich. Mit 4,14 Metern Länge übertrifft der Arona sein Schwestermodell Ibiza um knapp acht, in der Höhe um zehn Zentimeter. Und dank einer steiler stehenden Frontscheibe sowie der höher angeordneten Sitze bietet er ein sehr ordentliches Raumgefühl. Das sorgt für den berühmten SUV-Ausblick und komfortableres Ein- und Aussteigen. Leider schränken die breiten Dachsäulen den Blick nach hinten ein. Das Platzangebot zeugt von guter Raumökonomie: Vorn geht es erfreulich luftig und hinten ganz manierlich zu. Der Fahrersitz etwa lässt sich auch für 2 Meter große Personen genügend weit zurückschieben, wie die ADAC Messungen ergeben haben. Für ein Kleinwagen-SUV ein sehr guter Wert. Allerdings geht es dann im Fond entsprechend eng zu.

 

Der Seat Arona ist eine sehr geschickt zum Crossover aufgewertete Ausgabe des Kleinwagen Ibiza – Bildnachweis: Seat Ibiza
 

Interieur

Der Material-Mix bei der FR-Line ist spürbar hochwertiger als bei der gleichen Linie im Ibiza. Plastikelemente oberhalb des Handschuhfachs sowie an der vorderen Türverkleidung wurden durch Lederbezüge mit Ziernähten ersetzt. Die Sitze bieten einen ordentlichen  Seitenhalt und Komfort. Die Kombination im FR mit den sportsitzen aus Kunstleder und Alcantara mit Ziernähten empfanden wir optisch und haptisch als sehr gelungen.

Unser Testwagen verfügt zudem über jede Menge Luxus-Features wie inkl. adaptivem Tempomat, LED-Scheinwerfern und einer Innenraumgestaltung, bei der man sich auf Anhieb wohl fühlt. Gestaltung und Material-Mix lassen den Innenraum hochwertig, aber auch modern wirken. Die Verarbeitung ist erstklassig, wodurch sich der Arona auf Anhieb als ein wirklich angenehmer Begleiter präsentiert. Zwar ist viel Hartkunststoff verbaut – aber dieser ist erstklassig verarbeitet.

Einmal auf dem Fahrersitz Platz genommen verblüfft zunächst einmal das gute Raumgefühl. Die großen Fenster lassen viel Licht in den Innenraum, sodass der Arona innen sehr luftig wirkt – trotz seines schwarz-matten Dachhimmels. Hinten wurden die Sitze sechs Zentimeter angehoben. Bis zum Dachhimmel verfügt der Arona über drei Zentimeter mehr Kopffreiheit als sein Plattformspender Ibiza. Selbst groß gewachsene Passagiere sitzen vorne wie hinten bequem. Kopf- und Beinfreiheit fallen spürbar großzügiger aus als im Ibiza.  Auch bei großen Menschen bleibt noch genügen Platz zwischen Knie und Vordersitz. Die gute Rundumsicht, das üppige Platzangebot und die hohe Sitzposition sind eine der Stärken des Arona. Mit 400 Liter Kofferraumvolumen  – 45 Liter mehr als im Ibiza – hat der Arona ein reisetaugliches Format wie sonst erst eine Klasse höher. Bei Bedarf lässt sich die zweigeteilte Rücksitzbank umlegen. Das Ladeabteil läßt sich so auf bis zu 1.280 Liter vergrößern. Auch die vielen Ablagen erfreuen das Autofahrerherz. Einzige Kritikpunkte beim Innenraum sind die nicht höhenverstellbare Mittelarmlehne.

 
CarPlay, MirrorLink und Android Auto sind an Bord

Neben dem Seat Leon und dem Ateca erhielt nun Ende 2018 auch der Arona das (optionale) 10,25-Zoll große „Digital Cockpit“. Das im VW-Konzern bewährte Display (1280 x 480 Pixel) wurde softwareseitig an die Marke Seat angepasst und umfasst drei unterschiedliche Anzeigenstile (Classic, Digital und Dynamic). Je nach gewählter Ansicht kommen verschiedene Informationen zur Anzeige. Wichtige Fahrdaten, wie der Spritverbrauch, die gefahrene Strecke oder die verbleibende Reichweite, lassen sich aber in jedem Stil einblenden. Gute gelöst ist die Steuerung über das Multifunktionslenkrad.

Mit dem Full Link-System (Apple CarPlay, Android Auto und Mirror Link) ist der Arona dreifach vernetzt. Die Darstellung erfolgt über einen acht Zoll großen Touchscreen, der von zwei Reihen Tastfeldern und zwei konventionellen Dreh-Drückstellern flankiert wird.
Der 8″-Touchscreen punktet mit einer kontrastreichen Darstellung und folgt einer einfachen Bedienlogik.

Motorenportfolio

Zum Start stehen drei Benziner mit 95 PS (5-Gang) über 115 PS (6-Gang oder DSG) bis 150 PS (6-Gang ) und zwei 1,6-Liter-Diesel mit 95 respektive 115 PS bereit. Bei den Selbstzündern hat man die Auswahl zwischen einem 95 PS (5-Gang oder DSG) und einem 115 PS (6-Gang oder DSG) starken 1,6-Liter-Diesel. Die Basisausstattung „Reference“ ist nur mit dem 95 PS-Benziner erhältlich. Das Aggregat ist aber bei allen anderen Ausstattungen außer der Topversion FR konfigurierbar. Der 115 PS-Benziner ist ab „Style“ (mindestens 19.220 Euro) für alle Arona-Ausstattungsversionen orderbar. Wir entschieden uns für den 1.0 TSI mit 115 PS, der seine Kraft über ein 7-Gang-DSG auf die Vorderräder leitet: Auf unserer Testfahrt genehmigte sich der Arona einen kombinierten Praxisverbrauch von im Schnitt sechs Litern je hundert gefahrene Kilometer und liegt damit 1,3 Liter über der Werksangabe. An der Dynamik des Antriebs gemessen geht unser Testverbrauch absolut in Ordnung. Das kompakte SUV ist mit dem Dreizylinder äußerst sportlich unterwegs und ermöglicht viel Spaß beim Fahren. 9,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind ein guter Wert, der Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h benötigt nur 5,9 Sekunden. Und der Dreizylinder erweist sich als ordentlich gedämmt. Erst bei höheren Drehzahlen fällt das Dreizylinder-Schnattern ins Gewicht. Der 1,0 Liter Dreizylinder mit 115 PS ist soetwas wie die goldene Mitte zwischen dem 1,0 TSI mit 95 PS und dem 1,5 TSI mit 150 PS. In Kombination mit dem zum motor gut abgestimmten 7-Gang-DSG-Getriebe macht man auf jeden Fall nichts falsch.

Fahreigenschaften

Die Fahrdynamik des Arona liefert ein sehr stimmiges Gesamtpaket, bei dem alle Fahrkomponenten konsistent abgestimmt sind. Die noch komfortable Grundfederung ist straff ausgelegt, ohne mit einer übertriebenen Härte zu nerven. Da sind zum einen die herrlich proportionale Lenkung zu einer Vorderachse mit viel Grip und Rückmeldung. Dem  Abrollkomfort weniger dienlich sind die harten LM-Räder in 18 Zoll. Bodenwellen werden dennoch ordentlich weggeschluckt.  Der Arona fährt so unauffällig perfekt (nein- nicht langweilig), dass man schnell vergisst, deutlich höher als im Ibiza zu sitzen. Nur kann der Arona mit seinem höheren Schwerpunkt und einem etwas gutmütigeren Fahrwerk nicht ganz so lustvoll und leidenschaftlich um die Kurvem oder über die Landstraßen fliegen. Auch benötigt er im direkten Vergleich zum Ibiza zum Verzögern aus Tempo 100 gut zwei Meter mehr bis er vollständig zum Stehen kommt.

Preise und Extras

Der Crossover ist in den vier Ausstattungsvarianten Reference, Style, FR und Xcellence erhältlich. Bei der von uns gefahrenen sportlichen Version FR  (=Formular Race) gibt es adaptive Dämpfer, die die beiden Modi „Normal“ und „Sport“ zur Wahl stellt. Bei den Fahrmodi stehen Normal, Sport, Eco und Individual zur Verfügung. Punkten kann der Arona mit seiner umfangreichen Sicherheitsausstattung mit automatischer Einparkhilfe, einen Toter-Winkel-Warner und einen adaptiven Tempomat nicht sehr oft, wodurch der Arona in diesem Punkt eindeutig aus der Masse heraus sticht.

Technische Daten Seat Arona FR 1.0 TSI 115 PS
Hersteller:Seat
Karosserie:SUV
Motor:1.0 TSI Dreizylinder
Getriebe:7-Gang DSG inkl. Start & Stopp
Antrieb:Frontantrieb
Hubraum:999 ccm
Emissionsklasse:Euro 6
Leistung:85 kW (115 PS) bei 5.000 bis 5.500 U/min
Drehmoment:200 Nm bei 2.000 - 3.500 U/min
Von 0 auf 100:10,0 s
Höchstgeschwindigkeit:182 km/h
Verbrauch (ECE):5,0 Liter
CO2-Ausstoß112 g/km
Kraftstoff:Benzin
Wendekreis:10,6 Meter
Kofferraum:400- 1.280 Liter
Ladekantenhöhe:740 mm
Anhängelast ungebremst/gebremst600/1.100 kg
Tankinhalt / Reichweite:40 Liter / 665 km
Leergewicht:1.212 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.138/1.780/1.508/2.566 mm
Grundpreis Testwagen:23.200 Euro
Testwagenpreis:30.319 Euro

Der Einstiegsversion zum Basispreis von 16.290 Euro dient eher als Blickfang und dürfte von den wenigsten Kunden so geordert werden. So ausgestattet fehlen dem Arona so essentielle Zutaten wie Klimaanlage und Radio. Der Arona verfügt unter anderem über einen adaptiven Tempomaten, Auffahrwarner, Berg-Anfahrhilfe, einen acht Zoll großen Touchscreen sowie eine Smartphone-Ablage mit induktivem Laden und Anschluss zur Außenantenne. Gegen Aufpreis gibt es optional außerdem Totwinkelwarner und Einparkhilfe, Arona Beats,  das „Front Assist“-System mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung sowie der Berganfahrassistent.

Niedrige Ladekante (70 cm) und weit öffnende Heckklappe – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Die obligatorische Besetzung aus Bremsassistent, Antischlupfregelung und elektronischem Stabilitätsprogramm ist bei abrupten Ausweichmanövern gut gefordert: sie gehören nämlich nicht zur Paradedisziplin des Seat.
Der 1.0 TSI in Anschaffung und Unterhalt der günstigere Antrieb. Die Steuer beträgt für den Benziner aufgrund des geringen Hubraums im Vergleioch zu dem selbstzünder nur ein Drittel. Zudem beträgt der initiale Kostennachteil beim Diesel durch die höheren Anschaffungskosten  ungeföähr zweieinhalb tausend Euro. erst bei hohen järlichen fahrleistungen dürfte sich  dieser ancteil kompensieren lassen, wenn man alle wesentlichen Fix-, Betriebs- und Einmalkosten sowie den Wertverlust mit berücksichtigt.Dazu kommen noch große Reifen (serienmäßig 16 Zoll, optional sind bis zu 18 Zoll möglich). Im Vergleich zum Ibiza kostet der Arona je nach Ausstatung mindestens 750 Euro mehr als der Kleinwagen. Dafür gibt es serienmäßig 16-Zoll-Räder und eine geteilte Rücksitzlehne. Insgesamt vermittelt der Arona das bessere Raumgefühl.


Fazit – Kleinwagen mit SUV-Gefühl und Allround-Talenten

Der Arona ist eine sehr geschickt zum Crossover aufgewertete Ausgabe des Kleinwagens Ibiza. Insgesamt ist es den Spaniern mit dem Arona gelungen ein sehr stimmiges Klein-SUV auf die Räder zu stellen. Mit dem Arona erhält der Käufer ein gut sehr verarbeitetes und optisch ansprechendes, hippes Fahrzeug. Das Mini-SUV sieht nicht nur attraktiv aus, sondern leistet sich auch keine größeren Schwächen. Punkten kann der Arona mit seiner Universalität: Der Wagen beherrscht viele Disziplinen ausgesprochen gut: sei es als Stadtauto, Reisemobil für Langstrecken oder als ladefreudiges Mini-SUV. Was er nicht kann, ist Gelände. Dieses Talentdefizit dürfte allerdings die wenigsten Käufer stören. Klar die Radhäuser sind verplankt und die Federn haben einen weiteren Weg als beispielsweise im Ibiza. Zudem erhöht sich die Sitzposition, denn der Arona fährt mit zehn Zentimeter mehr Bodenfreiheit über Grund. Aber das ist genau das Paket, dass sich viele in der Stadt wünschen. Der von uns gefahrene stärkere Dreizylinder mit 115 PS steht dem Arona ausgezeichnet und verhilft ihm sogar zusammen mit dem DSG zu einer gewissen sportlichen Attitüde. Einsteigen kann man in den Arona bereits ab 16.290 Euro, fährt dann auch mit dem Dreizylinder, hat aber nur 95 PS und muss die Kraft über einen fünfstufigen Handschalter verteilen.

Seat Arona FR 1.0 EcoTSI 115 PS DSG
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