Suzuki SX4 S-Cross 1.4 Boosterjet Allgrip Comfort+ im ausführlichen Fahrbericht – ausgewogenes Kompakt-SUV

24. Juni 2018 22:46 Autor:

Der Suzuki SX4 S-Cross 1.4 Boosterjet Allgrip Comfort+ punktet im ausführlichen Fahrbericht mit Qualität und guten Basis-Tugenden – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Neuer Suzuki SX4 S-Cross

Mit der Überarbeitung des SX4 S-Cross hat Suzuki Anfang 2017 den Wünschen der Kunden Rechnung getragen und das Auto wieder näher an die kernigen Geländewagen von einst gerückt. Neue Motoren und eine überarbeitete Frontpartie waren die wichtigsten Kennzeichen einer Aufwertung, die Suzuki dem SX4 S-Cross mit auf den Weg in seine zweite Lebenshälfte gab. Mit dem Kühler haben die Japaner die ganze Front des neuen Suzuki SX4 S-Cross umgestaltet, darunter eine kantige Schürze montiert und das SUV sogar einen Zentimeter höher gelegt. Das optional auch mit Allrad erhältliche SUV erhielt  viele kleine Retuschen. In der Summe der Maßnahmen verlieh der Hersteller dem Geländegänger einen weitreichenden Stilwechsel. Das steht zu Preisen ab 19.790 Euro, dann mit einem Dreizylinder-Benziner (82 kW/111 PS) motorisiert, bei den Händlern.

 

Suzuki SX4 S-Cross 1.4 Boosterjet
Suzuki SX4 S-Cross 1.4 Boosterjet Allgrip Comfort+ im ausführlichen Fahrbericht - Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Offroad- und Rustikal-Look ist weiterhin schwer angesagt

Bei der Gestaltung der Front haben die Suzuki-Designer dem SX4 mehr als nur einen dezenten Feinschliff angedeihen lassen. Bislang war der der in Ungarn produzierte Japaner eher unauffällig unterwegs, strotzt er nun zumindest von vorn betrachtet vor Selbstbewusstsein. Zahlreiche Applikationen am unteren Stoßfänger in Schwarz und Silberapplikationen an den Seitenschwellern und dem unteren Heckstoßfänger, betonten Radkästen sowie die silberfarbene Dachreling nebst Chromleisten unterhalb der Fenster werten das Gesamtbild deutlich auf. Der wuchtige Kühlergrill mit zehn vertikal angeordneten Streben und trapezförmigen unteren Lufteinlass, zwei Powerdomes auf der Motorhaube und die großen vertikalen Scheinwerfer verleihen dem SX eine rustikale Offroad-Optik. Auch technisch gab es im Rahmen des Facelift einige Neuigkeiten.
Mehr Chrom und deutlich mehr Kanten sowie z.T. völlig neue Motoren sollen dem neuen Suzuki SX4 S-Cross wieder zu mehr Zuspruch verhelfen. Wir haben das Facelift des SUV einem ausgiebigen Fahrbericht unterzogen und überprüft, wie sich die technischen Aktualisierungen auswirken. Ob das klappt, verrät unser ausführlicher Fahrbericht des überarbeiteten SUV.

Neu im Programm sind außerdem die vier Farbtöne Sphere Blue Pearl Metallic, Energetic Red Pearl Metallic, Canyon Brown Pearl Metallic und Mineral Gray Metallic. Damit stehen insgesamt neun Lackierungen zur Auswahl. Der Aufpreis für Metallic-Lackierungen beträgt 500 Euro.

In engen Parklücken und Straßen sind die elektrisch einklappbaren Seitenspiegel normalerweise recht praktisch. Suzuki hat sie – nicht ganz zeitgemäß – zwingend an die Zündung gekoppelt. Das heißt, nach dem Schließen mit Start/Stopp-Knopf zum Abstellen des Fahrzeuges und nicht vorherigem einklappen, bleiben die Spiegel ausgeklappt wo sie sind.

Interieur

Während das Exterieur viele Änderungen erfährt, hält Suzuki innen am bewährten Interieur weitgehend fest. Das ist verständlich, denn auch die inneren Werte des Suzuki SX4 S-Cross überzeugen. Der Suzuki SX4 S-Cross mit seinen 4,30 Metern Länge und den 2,60 Metern Radstand reichlich Platz für Familie und Freizeit bietet und punktet mit einer guten Raumökonomie.

Der SX4 S-Cross bietet dank seiner Gesamthöhe von 1,58 m vorne wie hinten eine ausreichende Kopffreiheit.
Die Ledersitze bieten guten Halt und auch im Fond finden selbst großgewachsene ordentliche Platzverhältnisse vor. Eine nur leicht konturierte Rückbank ermöglicht nötigenfalls auch eine Besetzung zu dritt. Sitzen nur zwei Personen hinten, kann die Mittelarmlehne mit integrierten Becherhaltern heruntergeklappt werden. Das Gepäckabteil bietet mit 430 bis 1.270 Litern genügend Fassungsvermögen für Familienurlaube. Hinter der niedrigen Ladekante in 73 Zentimetern Höhe tut sich eine ebene, leicht ansteigende Ladefläche mit einer Tiefe von 1,60 Metern. Die Heckklappe öffnet bis zu einer enormen Höhe von 1,90 Metern .
Das Lederlenkrad lässt sich längs und in der Höhe verstellen und hilft eine gute Sitzposition zu finden. Im Innenraum passt nahezu alles. Die Bedienelemente samt zahlreicher Ablagen sind ohne Rätsel und allesamt gut erreichbar.

Moderne Features wie eine LED-Ambiente-Beleuchtung oder ähnliche Komfortausstattungen sind nicht erhältlich. Die Japaner setzen bei den Oberfächen primär – rühmliche Ausnahmen sind paar chromfarbene Umrandungen – auf dunklen aber zumindest größtenteils unterschäumten Kunststoff. Dennoch hinterlassen die schlichgten Materialien haptisch und optisch einen soliden Eindruck. Auch die Verarbeitung ist gut. Optisches Highlight ist das große je nach Ausstatungslinie gegen Aufpreis erhältliche Panoramaschiebedach, das den Innenraum hell und luftiger erscheinen lässt.

Die Klimaautomatik läßt sich für Fahrer und Beifahrer getrennt regeln.  Außerdem gibt es eine zweistufige Sitzheizung. Der überarbeitete SX4 verfügt über eine automatische Abstandsregelung und einen Notbremsassistenten. Aber das System verhält sich nervös und irritiert selbst in völlig harmlosen Situationen extrem früh. Fehlalarme verleiten dann aber zum Ignorieren. Der SX4 verfügt über eine recht gute Übersicht nach Außen und hinten. In unserer Ausstattung war dennoch einen gut funktionierende Rückfahrkamera verbaut. Sie ermöglicht mit einer Lenkeinschlagsanzeige ein präzises Rangieren nach hinten. Die Multimediaanlage kann bequem entweder per Touchscreen oder über Steuerungselemente am Lenkrad gesteuert werden. Der Bordcomputer wird noch mit Einstellknöpfen am Cockpt gesteuert.

Das in der Mittelkonsole angebrachte Infotainmentsystem ist bekannt aus dem Vitara und lässt sich dank des großzügig ausgefallenen Touchscreens sehr gut bedienen.

Zwei von drei Antrieben sind komplett neu in der Baureihe

Wir fuhren den 140 PS starken Benziner mit dem Namen 1.4 Boosterjet, der bereits im Vitara S sehr positiv auffiel. Das Aggregat agiert harmonisch und laufruhig. Ähnlich wie ein Diesel stemmt der angenehm leise arbeitende Vierzylinder schon bei niedrigen Drehzahlen sein maximales Drehmoment auf die Kurbelwelle. Dies verhilft den SX4 S-Cross zu durchaus beachtlichen Fahrleistungen. 140 PS sowie 220 Nm Drehmoment-Maximum zwischen 1.500 bis 4.000/min sorgen für ansprechende Fahrleistungen. In 9,5 Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Erst bei 200 km/h geht dem S-Cross damit die Puste aus. Den kombinierten Normverbrauch gem. NEFZ gibt Suzuki mit 5,4 Litern an. Wir fuhren den SX4 S-Cross immerhin mit Allrad im Testzeitraum mit durchschnittlich 6,6 Litern je hundert gefahrene Kilometer. Die Kraft wird über ein gut zu schaltendes manuelles 6-Gang-Getriebe übertragen.

Fahreigenschaften

Weil die meisten SUV doch nur in der Stadt gefahren werden, ist der neue SX4 in der Regel als Fronttriebler unterwegs. Suzuki hat auch abseits der Straße eine lange Tradition und eine lange Allrad-Expertise. So belassen es die Japaner auch beim SX4 auf Wunsch nicht nur beim schönen Schein. Wir fuhren den SX4 mit dem optionalen Allradsystem Allgrip. Vier im Bedarfsfall angetriebene Räder sind sicherlich eine Überlegung für jene, die sich häufig mit unbefestigten oder rutschigen Untergründen herumschlagen müssen. Kreuzt man mit ihm jedoch nur durch die Straßen der Stadt, ist der Frontantrieb perfekt. Mit Allrad ausgestattet mag das SUV Großstadtparklücken ebenso wie leichtes Gelände und winterliche Straßenverhältnisse. Der Japaner präsentiert sich mit feinen Handling und überzeugt auch im Grenzbereich harmlos untersteuernd. Überascht hat uns sein hohes Gripniveau dank des intelligenten Allradsystem, das unter normalen Umständen im Standardmodus erstmal nur die Vorderräder antreibt und bei Bedarf blitzschnell die Hinterachse zuschaltet. Per Drehschalter in der Mittelkonsole kommt der Wagen aber auch mit Schnee und leichtem Gelände zurecht. Im Modus „Sport“ fährt der Wagen noch flotter dauerhaft auf allen vier Rädern angetrieben. Im Modus „Lock“ befreit er sich über die Sperre selbst aus Matsch und tiefem Schnee.  Hierbei wird die Drehmomentverteilung starr zwischen beiden Achsen im Verhältnis 50:50 Prozent aufgeteilt.

Ausstattung, Extras und Preise

Neben einer Sechsgang-Automatik für beide Benziner (1.500 Euro) gibt es deshalb zum großen Motor auch Allradantrieb. Damit bekommt man dann zwar ein Paket, das den neuen Suzuki SX4 S-Cross dann in neue preisliche Sphären hievt. Der Preis des neuen Suzuki SX4 S-Cross landet dann bei mindestens 28.790 Euro oder mit Automatik sogar auf 30.290 Euro. Bei dem Preisniveau muss sich der Suzuki dann bereits ganz anderen Wettbewerbern stellen. Immer Serie ist Allrad beim Diesel ab 26.390 Euro, der sich zudem optional mit einem Sechsgang-DSG – das bei Suzuki TCSS heisst – bestellen lässt.

Der Suzuki SX4 S-Cross wird in Deutschland in den drei Ausstattungsversionen Club, Comfort und Comfort+ angeboten. Die Einstiegsversion Club ist zwingend an den 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner gekoppelt. Enthält dafür aber auch bereits Annehmlichkeiten wie eine Klimaanlage, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, höhenverstellbare Vordersitze, elektrische Fensterheber vorne und hinten sowie einen Tempomaten mit Geschwindigkeitsbegrenzer. Auch eine Berganfahrhilfe, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags sowie ein Knie-Airbag für den Fahrer sind in allen Modellvarianten serienmäßig an Bord. Auch besitzt der Suzuki bereits beim Grundmodell ein schlüsselloses Zugangssystem. Damit gehört das Suchen in den Taschen der Vergangenheit an. Einfach auf den kleinen Knopf drücken, und man kann einsteigen. Verriegelt wird er auf die gleiche Weise. Die Preise für die Basisversion starten ab mindestens 19.790 Euro.

 

Technische Daten Suzuki SX4 S-Cross Allgripp
Hersteller:Suzuki
Karosserie:Kompakt-SUV
Motor:1.4 Liter Turbobenziner Vierzylinder (Boosterjet)
Getriebe:6-Gang manuell
Antrieb:Allgripp Allradantrieb
Hubraum:1.373 ccm
Emissionsklasse:Euro 6
Leistung:103 kW (140 PS)
Drehmoment:220 Nm bei 1.500 bis 4.000 U/min
Von 0 auf 100:9,5 s
Höchstgeschwindigkeit:200 km/h
Verbrauch (ECE):5,4 Liter
CO2-Ausstoß127 g/km
CO2-EffizienzklasseC
Kraftstoff:Superbenzin 95 ROZ
Wendekreis:10,8 Meter
Kofferraum:430 bis 1.269 Liter
Bereifung215/55 R17
Tankinhalt:47 Liter
Leergewicht/Zuladung inkl Fahrer:1.290 kg / 440 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.300/1.785/1.580/2.600 mm
Testwagenpreis 1.4 BJ Allgripp Comfort+ab 28.790 Euro

In der Ausstattungslinie Comfort kommen unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, ein Audiosystem mit Smartphone-Einbindung1, eine Rückfahrkamera, ein höhen- und längsverstellbares Lederlenkrad und eine Sitzheizung vorn hinzu. zudem wird das schlüssellose Zugangssystem um das schlüssellose Startsystem ergänzt.

Höchsten Komfort bietet die von uns gefahrene Top-Ausstattung Comfort+, die unter anderem ein Navigationssystem, Ledersitze, eine Einparkhilfe vorn und hinten sowie ein Panorama-Glasschiebe-Hubdach umfasst. Hier sind auch die adaptive Geschwindigkeitsregelung ACC (Adaptive Cruise Control) und die radargestützte aktive Bremsunterstützung RBS an Bord, die den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen überwacht und im Notfall selbständig eine Notbremsung einleitet. Die von uns gefahrene Ausstattung startet ab mindestens 28.790 Euro.

Grundsätzlich kostet ein vergleichbar ausgestatteter Mitsubishi ASX oder Nissan Qashqai mehr. Europäische Wettebewerber wie der Mini Countryman, Opel Mokka X oder Skoda Karoq sind dagegen sogar deutlich teurer.
Den Euro-NCAP-Test hat der Suzuki mit bravour und 5 Sterne bestanden. Für die Sicherheit umfaßt die Ausstattung  neben ESP ein Airbagsystem, bestehend aus 7 Airbags inklusive  Airbags vorn für Fahrer und Beifahrer, Knieairbag für den Fahrer sowie Seiten- und Vorhangairbag. LED-Scheinwerfer mit automatischer Leuchtweitenregulierung sorgen für bessere Sicht und Sichtbarkeit. Die radargestützte aktive Bremsunterstützung (RBS) hilft die Straße vorausschauend zu überwachen – und leitet im Notfall selbstständig eine Bremsung ein. Hinzu kommen eine verstärkte Fahrgastzelle und verbesserter Fußgängerschutz. Die Kindersitzbefestigungen gem. ISOFIX auf den beiden äußeren Fondsitzen runden das Sicherheitspaket für die kleinsten Mitfahrer ab.

Fazit: Neue Optik und gute innere Werte machen ihn zu einer Empfehlung

Der SX4 S-Cross leistet sich keine gravierenden Schwächen. Die von uns getestete, Version Comfort + verfügt über allerlei Annehmlichkeiten. Der SX4 s-Cross präsentiert sich als gut ausgestattetes Kompakt-SUV mit Allradantrieb für knapp unter 29.000 Euro. Mag seine Technik und das Design schon etwas angegraut sein und mag der Suzuki SX4 S-Cross sich im Alltag trotz auffälligen Facelift unauffällig bewegen, so sticht sein Preis-Leistungs-Verhältnis und Basistugenden doch sehr positiv aus der Masse der Crossover und kleinen Kompakt-SUVs hervor.

 

Suzuki SX4 S-Cross 1.4 Boosterjet Comfort+
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