Test: Toyota C-HR 1.8 Hybrid 4×2 Style Select CVT – Kombination von SUV und Coupé

26. Januar 2018 14:52 Autor:

Coupé High Rider: Im Test der C-HR als Hyrid in der Ausstatungslinie Style Select – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

MOTORMOBILES ist das Hybridmodell gefahren!

Toyota pflegt ein Image für solide, aber oft eher gediegen gezeichnete Autos. Daher mutet der C-HR schon als ein echter Paukenschlag an. Toyota bringt mit dem C-HR einen SUV-Vertreter auf den Markt der so futuristisch anmutet, dass er auch einem Science Fiction entsprungen sein könnte. Die Kanten, Linien und Fugen  des C-HR sind bisweilen spektakulär und dürften polarisieren.  Interessierte  Blicke sind den C-HR-Besitzern in jedem Fall gewiss. Aber der optische Auftritt  des Designerstück auf vier Rädern ist und bleibt stets Geschmackssache. Viel radikaler als die Formensprahce des neuen Toyota C-HR kann sich ein kompakter Crossover kaum präsentieren. Toyota beweisst hier – ähnlich wie VW aktuell mit dem T-Roc deutlich mehr Mut als bisher, um sich aus der Design-Lethargie zu befreien. Die Japaner leiten mit der expressiven Formensprache regelrecht eine Design-Offensive ein und versuchen sich an neuen vielversprechenden Fahrzeugkonzepten. Montiert wir das komapkte SUV, das sich die Extravaganz einer coupéhaften Dachlinie erlaubt, in dem tükischen Toyota-Werk Sakarya. Mit 4,36 Metern Länge erstreckt sich der Fünftürer auf das Gardemaß eines  VW Golf. Der untere Bereich der Karosserie wirkt wuchtig und massiv, der obere Teil hingegen scheint leichtfüßig und in Anlehnung eines Sportwagen.

 

Toyota C-HR Style Selection Hybrid - 5-Türer, 1.8 VVT-i Systemleistung 90kW (122PS)
Fahrbericht des Crossover Toyota C-HR in der Hybrid-Variante - Bildnachweis: MOTORMOBILES
« 1 von 36 »

 

Mutige Erscheinung im Alltagstest

Der Name des neuen Modells steht dabei für Coupé-High Rider.  Denn trotz des C für Coupé im Namen verbaut Toyota dem C-HR zwei Fondtüren. Sie erleichtern den Einstieg in den Fond. Auch die sehr weit oben in den Türen kaschiert angebrachten Türgriffe tragen dem Coupégedanken Rechnung. Im Alltag erweisen sie sich allerdings nicht als sonderlich praktisch. Kleinere Kinder sind nicht in der Lage eigenständig an die in der überbreiten C-Säule versteckten Türgriffe heranzukommen. Ansonsten wird Toyota seinem ergonomischen  Anspruch gerecht. Mitreisende verfügen im Fond über genügend Kopffreiheit – wenn auch mit nur begrenzter Sicht aus kleinen Seitenfenster. Der Sitzkomfort ist anständig mit ausreichend Beinauflage und anständigen Platzverhältnissen. Sogar die Füße finden auch unter den Vordersitzen noch genügend Platz. Was hinten fehlt sind Lüftungsdüsen und größere Ablagen.

Auch der restliche Innenraum kann sich sehen lassen. Die Materialanmut geht haptisch in Ordnung. Keine Schalterwüsten und ein recht stylisch abgesetztes Armaturenbrett sorgen für ein angenehmes Ambiente. Überhaupt präsentiert sich das Interieur ergonomisch durchdacht mit einem erfreulich übersichtlichen und reduzierten Design. Toyota hat hier einen großen Sprung nach vorn gemacht. Die Japaner schaffen es hier mit vielen liebevollen Details einen sichtlichen Fortschritt. Beispielhaft seien hier die die Kunststoff-Türeinlagen genannt, die ein dreidimensionales Rautenmuster zieren, dass sich im Innenraum in vielen Oberflächen wiederfindet. Die obere Armaturenbretthälfte besteht aus kunstbelederten Softtouchoberflächen mit Ziernähten. Elegant schwingt sich eine blaue Lichtleiste über die gesamte Armaturentafel bis in die Türverkleidungen. Der Fahrer blickt auf ein klassisches Cockpit mit zwei Rundinstrumenten. Das Interieur verfügt über viele Sichtnähte, reichlich lackierte Einsätze sowie einer dezent gummierten  Mittelkonsole. Mittig thront ein leicht fahrerorientierter großer 8-Zoll-Touchscreen, um die Ablesbarkeit für den Fahrer zu verbessern. Seine Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig aber überzeugt mit guten Funktionen wie Verkehrs- und Wetterdaten in Echtzeit. Das Infotainmentsystem punktet mit moderner Konnektivität. Das in unserem Testwagen verbaute JBL-Soundsystem überzeugt mit guten Klang und ist Bestandteil der von usn gefahrenen Austatungslinie  Style Selection. Wir fanden uns auf Anhieb ohne Umschweife zurecht. Sogar das Menü der Bordelektronik ist weitestgehend selbsterklärend. In der von uns gefahrenen höheren Ausstattungsvariante gibt es ausgezeichnete Sitze und weich unterschäumte Flächen, bisweilen schick mit Leder (oder Kunstleder) verkleidet. Bei den Ablagen – vor allen Dingen in den Türen – könnte Toyota noch etwas nachbessern. Das Kofferraumvolumen beträgt 377 Liter und läßt sich über die geteilte Rückbank auf bis zu 1.160 Liter vergrößern.   

 

Viel radikaler als die Formensprahce des neuen Toyota C-HR kann sich ein kompakter Crossover kaum präsentieren. Toyota beweisst hier – ähnlich wie VW aktuell mit dem T-Roc deutlich mehr Mut als bisher, um sich aus der Design-Lethargie zu befreien – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Antrieb – Los geht es immer elektrisch

Toyota bietet den C-HR mit zwei unterschiedlichen Antrieben an. Einmal mit dem aus dem Prius bekannten Hybridsystem aus Kopplung von Benzin- und Elektromotor mit stufenlosem Automatikgetriebe und einer Systemleistung von 122 PS. Alternativ steht ein 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit Direkteinspritzung zur Wahl, der 116 PS mobilisiert. Wir fuhren den C-HR mit Hybridantrieb.

Wir fuhren die Hybrid-Variante.  Nach dem Drücken des Starknopfs passiert erstmal nichts. Es ist ist nichts zu hören und für selten-Hybridnfahrer  immer noch ungewohnt. Lediglich das in einem Rechteck grün aufleuchtende „Ready“ signalisiert, die potenzielle Fahrbereitschaft. Toyota setzt beim C-HR Hybrid aus Kosten und Gewichtsgründen auf ein  CVT-Getriebe.  Diese Getrieben neigen immer zu einem gewissen Gummiband-Effekt. Das bedeutet in der Praxis hohe Drehzahlen mit verzögertem Vortrieb.  Mit seinen 122 PS mag der Toyota eher die gemächliche Gangart. Die 122 PS Gesamtleistung beschleunigen auch nur recht gemächlich und vor allem ungewöhnlich laut. Die E-Unterstützung ist ist zumindest in manchen Situationen sehr hilfreich. Eine spontanere Gasannahme fndet im Sport-Modus statt. Die stufenlosen Automatik vermittelt dank der Elektrounterstützung druchaus Fahrfreude um in anderen Situation zuweilen dann doch überfordert zu wirken. Nur, wer feinfühlig mit dem Gaspedal umgeht, insbesondere im Eco-Modus entkommt dem aufheulenden Motorengeräusch. In der Summe seiner Eigenschaften erweist sich das Hybridsystem im C-HR als gut abgestimmt und ausgewogen. Nur wenige Fahrzeuge auf dem Markt können hier mithalten. Der  Toyota Prius eingeschlossen. Auch das Rekuperieren im verzögerungsstarken „B-Mode“ klappt hervorragend.  Wir waren positiv überrascht darüber, wie oft zwischendurch der reine E-Modus – selbst bei beispielsweise 95 km/h in der Stufe „Sport“ im schwimmenden Verkehr auf der Autobahn – für einige hundert Meter aktiv ist. einen kombinierten Verbrauch von 3,8 Liter auf 100 Kilometer verspricht der Hersteller gemäß NEFZ. Entsprechend einer CO2-Emission von nur 86 Gramm je gefahrenem Kilometer. Die Vorteile des Hybrid kommen vor allem in der Stadt zum Tragen, wenn der Verkehr fließt und das 1,4-Tonnen schwere SUV nicht übermäßig beschleunigt werden muss. Hier spielt der Hybrid-antrieb seine Vorteile aus und kann enorme Verbrauchsvorteile für sich verbuchen. Anders zeigtes sich bei schneller Autobahnfahrt oder über Land. Der beherzte Tritt auf das Gaspedal wird mit dem besagten Gummibandeffekt der stufenlosen Automatik quittiert.  Die Entscheidung den C-HR als Benziner oder Hybrid zu ordern, hängt in erster Linie vom typischen Fahrprofil ab.

Das was der dynamische Auftritt der Karosserie verspricht, kann dann der Hybridantrieb unseren Testwagens in fahrdynamischer Hinsicht nicht ganz einlösen. Je nach Fahrprofil mit hoher Quote Stadtanteil kann der Hybridantrieb dennoch sinnvoll sein – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Wir schafften im Testbetrieb bei sparsamer Fahrweise und hoher Quote Landstraße reproduzierbare Verbräuche von knaspp über 4 Litern. Möglich wird dies, da sich der C-HR tatsächlich auch sehr häufig rein elektrisch bewegen lässt. Toyota spricht von bis zu 1,5 Kilometern und maximal 50 km/h. Sobald es selbst nur minimal bergab geht, lässt sich die elektrische Ladung und gelegentliche Rekuperation nutzen, um Strecken auch von 5 Kilometern und mehr rein elektrisch zurückzulegen, ohne einmal den Verbrennungsmotor zu aktivieren. Selbst wenn sich dieser dazuschaltet, hält sich der Verbrauch dank Atkins-Zyklus und Direkteinspritzung  in Grenzen. Bei schneller Autobahnfahrt lagen wir aber auch – vollkommen okay in Anbetracht der Fahrzeuggröße – auch schnell mal bei knapp über 7 Litern.

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass der C-HR mit Hybridantrieb sich optisch deutlich sportlicher darstellt als er dann tatsächlich ist. Das was der dynamische Auftritt der Karosserie verspricht, kann dann der Hybridantrieb unseren Testwagens in fahrdynamischer Hinsicht nicht ganz einlösen. Je nach Fahrprofil mit hoher Quote Stadtanteil kann der Hybridantrieb dennoch sinnvoll sein.

Fahreigenschaften

Der mit 18-Zöllern bereifte Coupé High Rider verfügt über ausgewogene und souveräne Fahreigenschaften.  Die bei SUV vorherrschende Tendenz zur Seitenneigung hält sich in engen Grenzen. Selbst in schnell angefahrene Kurven ist sie trotz der höheren  Karosserie gut beherrschbar. Der C-HR reagiert auch dank der Mehrlenkerhinterachse erstaunlich flink und gutmütig – selbst auf schnelle Richtungswechsel. Hierfür sorgt nicht zuletzt auch das gelungene Zusammenspiel von gutem Fahrwerk und sensiblem ESP. Lange wie kurze Wellen meistert der C-HR mit bravour. Allenfalls Querfugen lassen ihn zuweilen geringfügig aus der Ruhe bringen. Als hinreichend präzise erweist sich zudem die leichtgängige und direkte Lenkung. Zusammen mit den kraftvoll zupackenden Bremsen stellt sich zuweilen sogar durchaus das Glücksgefühl echter Fahrfreude ein. Wer es übertreibt, wird schließlich über das ESP schnell wieder eingefangen auf Spur gebracht und schnell wieder freigelassen.

 

Technische Daten Toyota C-HR 1,8 l Hybrid 4x2 CVT
Hersteller:Toyota
Karosserie:SUV-Coupé
Motor:1.8 Liter Reihenvierzylinder 16 Ventile mit VVTi
Getriebe:Automatik
Antrieb:Hybrid 4x2 Frontantrieb
Hubraum:1.798 ccm
Emissionsklasse:Euro 6
Elektromotor:Permanent erregter Synchronmotor 53 KW
Max Spannung:600 Volt
Systemleistung: 90kW/ 122 PS bei 5.200 U/min Ottomotor
Drehmoment:163 Nm ab 3.600 U/min Ottomotor
Von 0 auf 100: Handschalter11,0 s
Höchstgeschwindigkeit:170 km/h
Verbrauch (ECE)3,9 Liter (18 Zoll Räder)
CO2-Ausstoß87 g/km
Kraftstoff:Benzin
Wendekreis10,40 Meter
Kofferraum377 bis 1.160Liter
Tankinhalt50 Liter
Leergewicht/Zuladung1.460 kg/400 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand4.360/1.795/1.550/2.640 mm
Basispreis31.440,- Euro
Testwagenpreis35.500,- Euro

 

Preise und Extras

Mit Turbo-Benziner in Basisausstattung – ohne Hybrid – starten die Preise des C-HR ab mindestens 21.990 Euro. Mit Hybrid-Antrieb müssen mindestens 28.490 Euro investiert werden. Neben Pufferbatterie und zusätzlichen E-Motor erhält der Kunde auch eine höherwertige Ausstattung in der Ausstattungsversion Flow, die sonst mit Turbo-Benziner ab 24.790 Euro erhältlich ist. Die Ausstattungslinie „Flow“ markiert bei der Hybridversion den Einstieg.  Oberhalb „Flow“ gibt es aber noch die von uns gefahrene Varianten „Style Selection“ sowie dann noch  „Lounge“ als Topversion.  Neben der Basisausstattung sind dann unter anderem ein freistehender Touchscreen (Serie ab Flow), Leichtmetallräder in 17-Zoll, Lederlenkrad, Verkehrszeichenkennung, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, DAB+, automatisch abblendender Innenspiegel und das Audiosystem mit integrierter Rückfahrkamera enthalten. Wir fuhren die Variante Style Selection (27.940 Euro) die dann auch einen richtig guten Sound mit JBL-Soundsystem an Bord hat.  Desweiteren fährt der C-HR dann auf 18-Zöllern, hat eine Sitzheizung, ein beheizbares Lenkrad. Mit 30.980 Euro für die Hybridvariante in der Topausstattung Lounge sind dann vor allem weitere Assistenzsysteme Bestandteil des Serienumfangs.  Ein teures aber sinnvolles Extra sind die Voll-LED-Scheinwerfer für 1.100 Euro. Auch die Ultraschall-Einparkhilfe für vorne ist mit 350 Euro nicht wirklich günstig. Bei den Assistenzsysteme verhält sich Toyota dagehen löblich und integriert fast alle erhältlichen elektronischen Helferlein serienmäßig in jeden C-HR, gleich welcher Ausstattung.

 

Fazit: Toyota bietet mit dem C-HR deultlich mehr als ein modisches Statement

Das Stilmittel eines Coupé mit einem SUV zu verbinden führt zu einem eigenwilligen Mix. Wir empfanden das Gesamtpaket des C-HR – optisch wie technisch – als sehr stimmig. Im Gegensatz zum extrovertierten Außendesign geht es innen deutlich konventioneller und gemäßigter zu. Hier sind das auffälligste Merkmal der freistehende Touchscreen. Die fließende Formen mit ihren schwungvollen Charakterlinien verleihen dem 4,35 Meter langen Coupé High Rider ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Neben der Optik vermag das SUV aber auch mit inneren Werten zu überzeugen. Der von uns gefahrene Hybridantrieb sei in erster Linie Käufern empfohlen, die für sich einen hohen Fahranteil innerstädtischen Verkehrs erwarten. Für Langstreckenfahrer empfiehlt sich eher die Wahl des konventionellen und deutlich günstigeren Turbobenziner als Antrieb für den C-HR.

 

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Keine Bewertung bisher - sei der Erste!)
Loading...