VW erhält mit großer Verzögerung KBA-Freigabe für mehr als 800.000 manipulierte Diesel – Passat, CC und EOS können nun nachgerüstet werden

3. Juni 2016 16:40 Autor:
Volkswagen CC Dynamic Black

Knapp 9 Monate nach Aufdeckung des Betrugs erhält neben dem Passat erhieltnun auch der Volkswagen CC mit Dieselmotoren der EA189-Baureihe eine Freigabe für die Umrüstlösung durch das KBA.

Volkswagen darf nun mehr als 800 000 manipulierte Diesel zurückrufen

Auf diese Freigabe druch das Kraftfahrt-bundesamt (KBA) hat Volkswagen lange warten müssen: Der Konzern erhielt nun die behördliche Freigabe für mehr als 800.000 betroffenen manipulierten Diesel-Fahrzeugen. Die Verzögerung bei Passat, CC und EOS brachte den Zeitplan massiv ins Wanken und viele Händler nun in Bedrängnis. Heute um 15 Uhr teilt VW in Wolfsburg mit, dass der Rückruf für die größte Zahl von freigegebenen Autos seit dem Beginn der gesamten Rückrufaktion im Januar nun umgehend starten soll.

Unerwünschte Nebenwirkungen sollen angeblich ausgeschlossen sein

Betroffene Fahrzeughalter würden sukzessive angeschrieben und können anschließend zeitnah einen Service-Termin mit einem Volkswagen Partnerbetrieb ihrer Wahl vereinbaren.

In Deutschland erfolgt die Information der Kunden in einem zweistufigen Verfahren. Alle betroffenen Halter wurden in der ersten Stufe bereits durch ein mit dem KBA abgestimmtes Schreiben benachrichtigt, dass ihr Fahrzeug von der Umrüstaktion betroffen ist. Im einem zweiten Schreiben werden die Kunden dann gebeten, einen Termin mit einem Volkswagen Partnerbetrieb ihrer Wahl zu vereinbaren. In mehreren Etappen wird dieses Schreiben in Kürze auch an die Halter der betroffenen Modelle Passat, CC und Eos mit 2,0l-TDI-Motor mit den Leistungsstufen 81kW, 100kW und 103kW gesendet. Die Pressemeldung klärt nicht darüber auf, ob die KBA-Freigabe für die Euro5-Motoren auch eine Freigabe für die Euro6-Motoren (BlueTDI) mit SCR-Abgasreinigung umfasst.

Im September 2015 musste Volkswagen einräumen, weltweit bei mehr als elf Millionen Fahrzeugen eine illegale Software verwendet zu haben. Diese reduziert nach Verlassen des Prüfstands über eine Software-Abschlatung (defeat device) die Abgasreinigung mit der Folge, dass im normalen Straßenbetrieb die Emissionswerte etwa bei gesundheitsschädlichen Stickoxiden deutlich höher ausfallen als technisch nötig. Spannend wird es zu beobachten sein, ob es VW tatsächlich gelungen ist das „Magische Vieleck“ mit Zielkonflikten aus Verbrauch Treibstoff wie aber auch Hilfsstoffe (z.B. AdBlue), Leistung, Drehmoment sowie drehmomentverlauf und auch Lebensdauer ohne gravierende Nachteile realisieren konnte. Der ADAC und auch diverse Automagazine planen hier Feldversuche mit einer aufwändigen Nachkontrolle von nachgerüsteten Fahrzeugen. Das KBA hatte die Genehmigung für den Rückruf für Passat und Co. lange verweigert. Dem vernehmen nach soll es wiederholt Probleme mit den Verbrauchswerten gegeben haben. Nach der Verbrauchssteigerung des VW Amarok durch das Update der Motorsteuerungssoftware alarmiert, hat das KBA die VW-Lösungsvorschläge nunmehr genauer begutachtet und geprüft. So sollen leichte Verbrauchserhöhungen nach dem Austausch der Motorsoftware zu verzeichnen gewesen sein, was bilanziert zu einer Verschlechterung der Umweltbilanz geführt hätte. Erst jetzt mit vielen monaten Verzögerung konnte das KBA die von VW mehrmals nachgebesserte Fehlerbeseitigung akzeptieren.

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