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Angetestet: Ford Focus RS (2017) im Erstkontakt – Eine absolute Fahrmaschine

Ford Focus RS 2017 mit 350 PS – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Schnellster Focus aller Zeiten mit Allrad und erlesenen Zutaten

Rally Sport – kurz RS stehen für die besonders rasante Art der Fortbewegung. Der neue Ford Focus RS ist eines der stärksten Autos in der Kompaktklasse. Wir hatten nun bei Düsseldorf kurz Gelegenheit den 350 PS starken Ford Focus RS zu fahren und uns von den besonderen sportlichen Qualitäten des Ford Focus RS zu überzeugen.

Optik, Technik, Sound

Ford Performance hat die dritte Focus RS abermals radikaler ausgelegt. Die Fahrmaschine versprüht in allen Belangen – optisch und technisch – ein erstklassiges Rallye-Feeling. Die Front ist dominiert von Lufteinlässen. Die zugespitzten Scheinwerfer und die Powerdomes auf der Motorhaube verdeutlichen die Aggressivität.

In der Seitenansicht fallen die fetten Seitenschweller und die großen Räder im 19-Zoll–Format auf. Die Seite prägt ein ausufernder Spoiler, zwei dicke Aufpuff-Pipes samt exzessivem Diffusor das Heck. Die serienmäßigen fünf Türen sind zumindest praktisch. Dach, Heckflügel und Spiegel kontrastieren in Mattschwarz zur Karosserie-Lackerung in Nitrous-Blau.

 

Ford Focus RS 2017
Rally Sport - kurz RS stehen für die besonders rasante Art der Fortbewegung. Der neue Ford Focus RS ist eines der stärksten Autos in der Kompaktklasse. Wir hatten nun bei Düsseldorf kurz Gelegenheit den 350 PS starken Ford Focus RS zu fahren und uns von den besonderen sportlichen Qualitäten des Ford Focus RS zu überzeugen - Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Interieur

Die Sportlichkeit findet sich auch im Innenraum des neuen Ford Focus RS. Der Blick fällt nach dem Einsteigen sofort auf die Zusatzinstrumente mit Ladedruck, Öltemperatur und Öldruckanzeige. Die drei analogen Zusatzinstrumente auf dem Armaturenbrett sind ein Relikt aus vergangenen Rennsportzeiten. Die aufpreispflichtigen Recaro-Schalensitze bieten sehr guten Seitenhalt. Ebenfalls auffällig der Alu-Zierrat, blaue Nähte und eine 300 km/h-Tachoskalierung. Fünf Sitzplätze, vier Türen und ein Ladeabteil von über 1000 Liter bei umgeklappten Sitzen versprechen eine durchaus vernünftige Alltagstauglichkeit ohne gravierende Abstriche.

 

EcoBoost-Hochleistungsantrieb wurde speziell für den Focus RS konzipiert

Mehr Luftdurchsatz, ein üppigerer Ladeluftkühler und eine größere Abgasanlage sind nur die prägnantesten Optimierungen. Der neue 2,3-Liter-Vierzylinder-Benzin-Direkteinspritzer des Focus RS entspricht strukturell dem Voll-Aluminium-Vierzylinder des Mustang und entwickelt mit 350 PS aber eine um rund zehn Prozent höhere Maximalleistung. Der Umstieg vom 2,5-Liter-Fünfzylinder auf den Vierzylinder ist scheinbar ein  Verlust. Aber mit einem Zylinder weniger stieg die Leistung im Vergleich zum Vorgänger um 45 auf 350 PS. Das Drehmoment von 440 Nm ist dagegen identisch. Die Leistung ist das Ergebnis von präzisen Detail-Modifikationen. So kommt zum Beispiel ein neuer Doppelflügel-Turbolader mit größerer Verdichterseite und nochmals reduzierter Massenträgheit zum Einsatz. Er verbessert den Luftdurchsatz und sorgt in Verbindung mit einem üppig dimensionierten Ladeluftkühler für eine höhere Energiedichte im Brennraum. Eine widerstandsärmere Ansaugseite und eine Hochleistungs-Abgasanlage mit erweitertem Durchmesser beschleunigen den Gaswechsel in den Zylindern zusätzlich. Ein elektronisch geregeltes Ventil im Auspuff-Endrohr optimiert den Staugegendruck der Abgase ebenso wie den faszinierenden Klang des RS-Motors.

Ford Focus RS 2017 – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Für den Aluminium-Zylinderkopf kommt eine besondere Legierung zum Einsatz, die höheren Betriebstemperaturen sicher standhält. Gleiches gilt für die widerstandsfähigere Zylinderkopfdichtung. Auch der Motorblock besteht aus leichtem Aluminium, während die Grauguss-Laufbuchsen eine verbesserte Zugfestigkeit besitzen. Für einen thermisch ausgewogenen Haushalt fanden die Ingenieure des Ford Performance-Teams im Motorraum zusätzlichen Platz für die größten Kühler, die bis dato in einem serienmäßigen Focus verbaut wurden. Sie entsprechen sogar hartem Rennstreckenbetrieb. 440 Nm Drehmoment, im Overboost sogar 470 Nm. Der Focus RS-Vierzylinder setzt im Drehzahl mit spontanem Ansprechen ein, entwickelt bei mittleren Drehzahlen ein durchzugsstarkes Drehmoment von 440 Newtonmeter (Nm) – das zwischen 2.000 und 4.500 Umdrehungen pro Minute konstant zur Verfügung steht – und gipfelt erst bei 6.800 Touren. Unter voller Beschleunigung hebt eine Overboost-Regelung das maximale Drehmoment für 15 Sekunden sogar auf 470 Nm an. Begeisterndes Temperament verlangt eine ebenso animierende Klangkulisse. Das Ford Performance-Team hat dem Sounddesign – das Ohr fährt mit –  große Aufmerksamkeit gewidmet und dem neuen Focus RS bei entsprechender Fahrweise eine grandiose Soundkulisse verliehen, der mit Brabbeln und wunderbarem Turbo-Zischen in allerbester RS-Manier ein Lächeln in das Gesicht des Fahrers zaubert. Den kombinierten Verbrauch gibt Ford mit 7,7 Litern an. Auf unserer kurzen Ausfahrt mit artgerechter Haltung überhöhten wir diese Verbrauchsangabe dann doch deutlich um knapp 5 Liter. Es bereitet einfach Spaß den RS manuell durch seine sechs Gänge zu treiben, und diese auch mal auszufahren. Den Null-Hundert-Paradesprint erledigt der Focus RS in 4,7 Sekunden. Eine weitere Beschleunigung endet auf Wunsch erst bei 266 Stundenkilometern.

Ford Focus RS 2017 – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Fahreigenschaften

Der RS ist ein kompakter Fahrspaßsportler der Extreme dem sich ein besondereres Talent im Querdynamik-Bereich attestieren läßt. Die Abstimung ist fernab vom Massengeschmack und relativ hart ausgelegt. Egal welche Einstellung man bei den Adaptivdämpfern auch wählt. Das neu entwickelte Allradsystems ist das Highlight am neuen Ford Focus RS. Das  „Ford-Performance-Allradsystem“ basiert auf zwei elektronisch gesteuerten Differenzialen an der Hinterachse. Gesteuert wird das Ganze über eine Rear-Drive-Unit. Eine elektronisch geregelte Sperre, die es ermöglicht, Leistung variabel an alle vier Räder zu verteilen. Technisch ist diese Lösung einer konventionellen Lamellenkupplung mit Bremseingriff meilenweit überlegen. Beim Ford RS befinden sich an der Hinterachse hierzu zwei Lamellenkupplungen, die blitzartig die Kraft zwischen linkem und rechtem Rad aufteilen können, im Extremfall sogar im Verhältnis 100 zu null. Laut Ford sollen bis zu 100 Prozent des hinten ankommenden Drehmoments an jedes einzelne Hinterrad geleitet werden können – und dieses aktive Torque Vectoring macht den Focus-Allrad so besonders im gehobenen Segment der Kompaktsportler. Das Allradsystem ist ein Novum im Kompaktsegment. Der Kompakt-Allradler ist trotz seiner kopflastigen Gewichtsverteilung – der Wagen bringt übrigens ein üppiges Leergewicht 1.529 Kilo auf die Waage – maximal heckagil ausgelegt. Der Focus RS läßt sich somit gefühlt beinahe wie ein Hecktriebler fahren. Geradezu brachial auch die Bremsanlage von Brembo mit gewaltigen 350er-Scheiben vorne. 

 

Technische Daten Ford Focus RS 2.3 l EcoBoost
Hersteller:Ford
Karosserie:Kompaktklasse 5-Türer
Motor:Reihen-Vierzylinder
mit Turboaufladung
Start/Stopp-SystemJa
Getriebe6-Gang-Schaltgetriebe
AntriebAllrad
Hubraum:2.261 ccm
EmissionsklasseEuro 6
Leistung:350 PS / 257 kW bei 6.000 U/min
Drehmoment:440 Nm / 470 Nm (Overboost) bei 2.000 - 4.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit:266km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) in s4,7 Sekunden
Kombinierter Normverbrauch (ECE) 7,7 Liter /100 km
CO2-Ausstoß 257 g/km
EffizienzklasseE
Kraftstoff:Superkraftstoff 98 ROZ
Tankinhalt62 Liter
Räder235 / 35 R 19
Leergewicht 1.437 kg
Kofferraum260 bis zu max. 1.045 Litern
Zuladung496 kg
Wendekreis11,9 Meter
Zul. Gesamtgewicht 2.025 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand 4.390/1.823/1.470/2.648 mm
Testwagen Grundpreis Focus RS40.670 Euro

 

RS 500 im Anflug

Wem der gewöhnliche Focus RS nicht genügen sollte, für den haben wir gute Nachrichten. Ford arbeitet mit Hochdruck an einem noch schnelleren Focus RS. Der RS 500 könnte noch in diesem Jahr (2017) mit rund 400 PS erscheinen. Mit viel Carbon und Polycarbonat könnte der Über-RS dann nochmal rund 100 Kilogramm leichter werden.

 

Fazit: Heißer Hot-Hatch von Ford

Mag er noch so prollig auschauen und die Optik noch soviel Krawall andeuten. Kein Kompaktsportler in der 40.000-Euro-Klasse vermittelt soviel herrlichen und kompromisslosen Fahrspaß. Lärm, Kraft und Fahrfreude kommen bei diesem Wagen nicht zu kurz. Versprochen!

 
 
Ford Focus RS 2017
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