Die neue BMW 3er Limousine in der finalen Phase ihres Erprobungsprozesses

11. September 2018 23:09 Autor:

Der neue BMW 3er im Windkanal – Bildnachweis: BMW

 

Die neue BMW 3er Limousine vor der Weltpremiere

Wie jedes neue BMW Modell absolviert auch die neue Generation der Sportlimousine im Rahmen ihrer Serienentwicklung ein umfangreiches Erprobungsprogramm, das derzeit seine finale Phase erreicht. Darin werden sämtliche Belastungen, denen ein Automobil im Laufe vieler Jahre im Alltagsverkehr ausgesetzt sein könnte, in konzentrierter Form abgebildet.

Ganz gleich, ob Dauerbelastung unter Volllast oder schier endloser Stop-and-Go-Verkehr, ob Fahrten bei Minusgraden oder in glühender Hitze, auf kurvigen Landstraßen, Hochgeschwindigkeitsstrecken oder schlaglochübersäten Rüttelpisten, auf Eis und Schnee, auf Schotter oder auf Wüstensand: Die Prototypen, die durch das Testprogramm für die neue BMW 3er Limousine geschickt wurden, haben alles erlebt, was den späteren Serienfahrzeugen widerfahren könnte – nur deutlich intensiver und immer mit erfahrenen Entwicklern an Bord, die jede Reaktion des Vorserienmodells auf die unterschiedlichen Witterungs- oder Fahrbahnverhältnisse und zahlreiche sonstige Einflüsse genauestens registrieren. Sie stellen sicher, dass unter buchstäblich keinen Umständen – und seien sie auch noch so ungewöhnlich – die Fahrfreude im späteren Serienmodell beeinträchtigt wird.

Das Kontrastprogramm zur Heißlanderprobung im Westen der USA findet unweit des Polarkreises statt. Das Wintertestzentrum der BMW Group im schwedischen Arjeplog bietet perfekte Bedingungen für ein Erprobungsprogramm, das jede mitteleuropäische, nordamerikanische oder asiatische Alltagsbelastung in den Schatten stellt. Doch in Arjeplog zeigen die Prototypen nicht nur ihre Unempfindlichkeit gegenüber extremer Kälte, hier offenbaren auch die Fahrwerksregelsysteme des neuen Modells ihr ganzes Können. Die abgesperrten Eisflächen des Kakelsees und die sogenannte Mellanström-Runde, eine der beliebtesten Testrouten rund um Arjeplog, eignen sich ideal für die Feinabstimmung der Fahrstabilitätsregelung DSC und ihrer zahlreichen Funktionen. Denn auf dem glatten Untergrund genügen schon geringe Fahrgeschwindigkeiten, um das Eingreifen der Regelsysteme provozieren und damit auch analysieren zu können. So kann die Vernetzung zwischen DSC und dem Allradantrieb xDrive oder das Zusammenwirken mit dem M Sportdifferenzial der neuen BMW 3er Limousine unter konstanten Bedingungen bis ins kleinste Detail verfeinert werden.

Auch hier hilft modernste Technik beim Erkennen und konsequenten Beseitigen von Schwachstellen. Tritt während der Testfahrten eine Ungereimtheit auf, aktiviert der Entwickler auf dem kleinen Messbildschirm neben dem Getriebewählhebel per Knopfdruck die Aufzeichnung für die spätere Analyse. Um Probleme lösen zu können, muss die Situation exakt nachgestellt werden. Die Fahrzeugdaten selbst werden auf einer großen Festplatte im Kofferraum gespeichert, Tag für Tag ausgelesen und nachbearbeitet.

Im maßgeschneiderten Tarnkleid auf Erprobungsfahrt

Sowohl im Westen der USA als auch im Norden Schwedens bleiben die Erprobungsfahrten der BMW Entwickler nur selten unbemerkt. Damit sich den aufmerksamen Beobachtern nicht allzu viele Details über das Design der neuen BMW 3er Limousine erschließen, wird jeder Prototyp vor seinem Einsatz auf öffentlichen Straßen sorgsam „eingekleidet“. Im Untergeschoss des Forschungs- und Innovationszentrums (FIZ) in München erhalten die Vorserienfahrzeuge ein maßgeschneidertes und verwirrend gemustertes Tarnkleid. Die schwarz-weiße Tarnfolie aufzubringen, ist ein Fall für Experten und nimmt einen gesamten Arbeitstag in Anspruch. Hinzu kommen Kunststoffverschalungen, die Linienführungen und Flächenverläufe umfassend „entstellen“. Überklebt werden auch die Leuchteneinheiten, Teile der Fensterflächen und natürlich die Markenembleme. Zusätzlich muss auch der Innenraum getarnt werden. Das Cockpit wird dazu komplett mit schwarzen Matten abgehängt, die von den Testingenieuren zu Beginn der Erprobungsfahrten teilweise abgenommen und bei jedem Zwischenstopp wieder sorgsam in Position gebracht werden, damit kein „Schaulustiger“ die Anzeigen und Bedienelemente identifizieren oder gar fotografieren kann.

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