Fahrbericht Mitsubishi Pajero 3-Türer Automatik 3.2 DiD AT 4WD Top

31. Juli 2017 17:39 Autor:
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Im Test die zugkräftige Allrad-Ikone Mitsubishi Pajero in der dreitürigen Version – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Dreitürige Geländewagen-Ikone der oberen Mittelklasse musste sich im Test beweisen

Der japanischen Geländewagen mit den drei Diamanten im Kühlergrill wird seit 1983 weltweit vermarktet und erfuhr bereits vor ziemlich genau 35 Jahren seine Premiere. Mit der Reife und Expertise aus dreieinhalb Jahrzehnten und 4 Modell-Generationen (L040, V20, V60, V80) kann der Mitsubishi Pajero auf eine beeindruckende Historie in seinem Stammbaum zurückblicken. Seinem legendären Ruf begründete der Pajero durch seine zahlreichen Erfolge bei dem härtesten Motorsport-Rennen der Welt, der Rallye Paris-Dakar.

Die imposante Erscheinung wird 30

Mit behutsamen Modernisierungen versucht Mitsubishi – ähnlich wie Mercedes beim G-Modell – seinen rustikalen Offroader auf dem Stand der Technik zu halten. Die aktuelle vierte Generation V80 läuft seit acht Jahren vom Band – wahlweise als 4,39 Meter langer Dreitürer oder als 4,90 Meter langer Fünftürer. Wir haben uns für unseren Test für den „kurzen“ Pajero 3.2 DI-D Automatik 4WD in der Ausstattung Top entschieden.

Mitsubishi Pajero: Auch als Dreitürer noch ein Dickschiff das über Kanten in der Karosserie und steil stehender Hecktürverfügt. Üppig dimensionierte Scheinwerfer, wuchtige Schürzen und schwarze Kunststoffhörner sorgen zusammen mit dem Unterfahrschutz für einen robusten Auftritt. Trittbretter, Radhausverbreiterungen und mächtige Beplankung tun ihr übriges, um die Geländegängigkeit bereits optisch zu unterstreichen. Der Namenspatron des Pajero ist der Leopardus pajeros, der in den unwegsamen Gebirgszügen Südamerikas beheimatet ist. Von außen ist der 1,9 Meter hohe Pajero eine imposante Erscheinung. Der aktuelle Pajero, der im Februar 2007 launchte, wurde 2009 technisch verbessert und optisch sehr behutsam verändert. Der Pajero verfügt über eine selbsttragenden Karosserie mit integriertem Hilfsrahmen und wurde zusätzlich versteift.

 

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Gesegnet mit dem Luftwiderstandsbeiwert eines Kühlschranks kommt mit dem Pajero kein vom Windkanal geglättetes SUV daher. Das Dickschiff verfügt noch über Kanten in der Karosserie und steil stehender Hecktür. Das „Entern“ ist sehr bequem, auch wenn der Einstieg in das Fahrzeug mit 22 Zentimetern Bodenfreiheit schon einem kleinen Klettervorgang über die Trittstufe bedarf. Dafür belohnt der Pajero mit der Erhabenheit einer erhöhten Sitzposition sowie souveränen Überblick übers Verkehrsgeschehen. Am Heck prangt das riesige Reserverad in einer stabilen Halterung. Beim Öffnen der Türen mit ihren wuchtigen Ausbuchtungen fallen im unteren Bereich die matt glänzenden Seitentrittbretter auf, über die sich der deutlich erhöhte Fahrerraum entern läßt.

Wohnliches Instyle-Interieur

Unser Testwagen in der Top-Ausstattung „Top“ verfügt über sehr bequeme Ledersitze, die jedoch etwas mehr Seitenhalt bieten könnten. Die Lederpolster verhelfen dem Innenraum – einer gewissen Rustikalität zum Trotz – zu einem gediegenen Ambiente. Ja sogar trotz des robusten Exterieurs zeigt der Pajero im Innenraum eine durchaus elegante Note. Der Materialmix der Ausstattungsstufe Top hinterläßt im Interieur einen angenehm hochwertigen Eindruck. Trotz großer Kunststoffflächen wirkt das Armaturenbrett hochwertig und sauber verarbeitet. Sehr schön geraten ist die Schaltkulisse mit Zierleisten in Wurzelholz-Optik und Aluminium. Die Schalter, Knöpfe und Anzeigen werfen kaum Fragen auf. Der Fahrer findet sich schnell zurecht. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allenfalls die Navigation. Sehr übersichtlich empfanden wir die Instrumententafel und den separaten Bordcomputer. Links befindet sich der Tachometer und rechts ist der Tourenzähler angeordnet. Der von der Automatik gerade eingelegte Gang erscheint ebenfalls deutlich lesbar. Oberhalb des „Mitsubishi Multi Communication System“ ist der Bordcomputer untergebracht, der auf Knopfdruck über den aktuellen Verbrauch, Tankreichweite, Außentemperatur geographische Höhe, Barometerstand sowie Außentemperatur inklusive historisiertem Zeitverlauf informiert.

 

Technische Daten Mitsubishi Pajero 3-Türer 3.2 DI-D 4WD AT Top
Hersteller:Mitsubishi
Karosserie:SUV
Motor:Diesel, 4-Zyl.- Commonrail-Direkteinspritzer mit Ladeluftkühlung, längs eingebaut
GetriebeEl. gesteuerte 5-Gang-Automatikgetriebe
AntriebAllrad
Hubraum:3.200 ccm
EmissionsklasseEuro 6
Leistung:140 (190) kW (PS) bei 3.500 Umdrehungen pro Minute
Drehmoment:441 Nm zwischen 2.000 Umdrehungen pro Minute
Höchstgeschwindigkeit:180 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) in s10,4 Sekunden
Kombinierter Normverbrauch (ECE)9,0 Liter /100 km
EffizienzklasseD
CO2-Ausstoß238 g/km
Kraftstoff:Diesel
Tankinhalt69 Liter
Leergewicht ohne Fahrer2.180 kg
Kofferraum290 bis 1.119 Liter
Zuladung485 kg
Zul. Gesamtgewicht2.665 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand4.385/1.875/1.870/2.545 mm
Grundpreis Testwagen (Top)ab 45.990,00 Euro

 

 

Platz für bis zu fünf Passagiere

Der Inneraum präsentiert sich geräumiger als von außen erwartet. Der Einstieg in den Fond gestaltet sich trotz der drei Türen recht einfach. Der Vordersitz klappt und schwingt weit nach vorne. Das Lenkrad läßt sich – nicht ganz zeitgemäß – nur in der Höhe verstellen. Für die aufrechte Sitzpositon genügt allerdings die Einstellmöglichkeit. Das Platzangebot im Fonds des Dreitürer ist nicht so herrschaftlich wie beim Fünftürer. Dennoch können auch hier drei Erwachsene bequem nebeneinander sitzen. Im Gepäckabteil stehen je nach Bestuhlung 290 und 1.119 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Der Pajero darf bis zu 485 Kilogramm zuladen. Sollte das dann noch immer noch nicht genügen, kann der Pajero an seiner Anhängerkupplung bis zu einer Anhängelast von 3,0 Tonnen ziehen. Damit verfügt das Fahrzeug alles in allem auch als dreitürer über echte Transporterqualitäten.

 

Der Materialmix der Ausstattungsstufe „Top „hinterläßt im Interieur einen angenehmen und hochwertigen Eindruck – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Die „Top“-Ausstattung “ zu Preisen ab 45.990 glänzt mit einer überaus kompletten Luxusausstattung, die von beheizbaren Ledersitzen über eine gewaltige Stereoanlage von Rockford Acoustic mit 420 Watt bis zum Navigationssystem und einer Rückfahrkamera reicht. Zu den absoluten Highlights im Pajero zählt die Offroad-Ausstattung: Das „SuperSelect“-System gehört zu den Besten am Markt befindlichen Allradsystemen. Der Fahrer kann zwischen reinem Heckantrieb, permanentem Allradantrieb mit offenem oder gesperrtem Mitteldifferenzial und Geländereduktion wählen. Seit der Einführung der neuen Modellgeneration im Jahr 2007 ist nach kurzer Pause auf Kundenwunsch wieder eine zu 100 Prozent wirksame Differenzialsperre für die Hinterachse (serienmäßig ab Ausstattungsvarinate „Plus“) verbaut.

Kein Downsizing – Dieselmotor mit 3,2 Litern Hubraum aus vier Zylinder

Der Dieselantrieb wird als Alternative zum unverändert angebotenen V6-Benziner mit 3,8 Liter Hubraum angeboten. Herrscht im Motorenbau heutzutage das Downsizing vor – also viel Leistung, wenig Hubraum – ist beim beim Pajero aus gutem Grund noch das Prinzip viel Hubraum, wenig Zylinder anzutreffen. Trotz 3,2 Liter Hubraum beschränkt sich der langhubige Common-Rail-Diesel auf nur vier Zylinder. Das 3,2-DI-D-Triebwerk erfüllt die Schadstoffnorm Euro-6 und leistet 190 Pferdestärken, unabhängig von der Getriebevariante. Die Literleistung ist zwar nicht bemerkenswert, die robuste Technik des 3,2 Liter Vierzylinders mit dem internen Kürzel 4M41 dagegen schon. Im Gegensatz zu modernen Motoren mit hoher Literleistung, dürfte der Pajero über eine hohe Zuverlässigkeit und Laufleistung verfügen. Und die ist in diesem Fahrzeugsegment alles andere als anachronistisch. Der Motor entspricht – im positiven Sinne – robuster LKW-Technologie und ist damit auch für den harten Dauerbetrieb geeignet und läßt keine Zweifel an seinem Arbeitsprinzip aufkommen. Die 441 Newtonmeter Drehmoment bei 2.000 Umdrehungen pro Mnute sorgen für genügend Kraftreserven den 2,2 Tonnen schweren Offroader angemessen zu bewegen. Etwas mehr Spritzigkeit wären bei 441 Newtonmeter Drehmoment zu erwarten, denn trotz des gewaltigen Drehmoments ist der Pajero kein Sportwagen. Von null auf 100 km/h beschleunigt das Triebwerk den imposanten Dreitürer in 10,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 180 erreicht. Der Pajero ist dabei für eine beachtliche Anhängelast von bis zu 3.000 Kilogramm ausgelegt. Ideal also für Pferde und Sportanhänger. Die im Testwagen vorhandene Rückfahrkamera erwies sich beim Rangieren zum Ankuppeln als große Erleichterung.

Arbeitstier mit guten Manieren: 3,2 Liter Vierzylinderdiesel mit 200 PS Diesel

Übertragen wird die Kraft über eine elektronisch gesteuerte Fünfgang-Automatik (INVECS II) mit Sports.-Mode-Schaltung, deren Schaltvorgänge sich als extrem angenehm erweisen. Der Mitsubishi Pajero kann zur Verbrauchssenkung auch ausschließlich mit der Hinterachse angetrieben werden. Den kombinierten Verbrauch gibt Mitsubishi im Drittelmix nach NEFZ dabei mit 9,0 Liter/100 Kilometer an. Unser Testverbrauch mit Alltagsaufschlag betrug nur knapp 10,5 Liter. Auf Langstrecke ist trotz zügiger Fahrweise auch ein etwas geringerer Verbrauch möglich. Der Durst des Japaners erweist sich allerdings – auch das soll nicht verschwiegen werden – jenseits der Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn als relativ unangenehm. Ein nahezu 2,2 Tonnen schweres, 4,38 m langes und knapp 1,90 m hohes Fahrzeug kein Leichtgewicht und muss einen erheblichen Roll- und Windwiderstand überwinden. Insofern ist der durchschnittliche kombinierte Verbrauch für ein Fahrzeug dieser Größenordnung noch als moderat anzusehen.

Offroad-Tauglichkeit auf hohem Niveau

Der Pajero ist nicht nur für zahmes Fahren in gepflegten Innenstädten und auf glatten Autobahnen gebaut. Wer sich einen Mitsubishi Pajero anschafft, kann das Fahrzeug auch für Einsätze abseits befestigter Wege nutzen. Denn dort stellt der allradgetriebene Geländewagen seine wahren Talente unter Beweis. Der Pajero mit einem Gewicht von 2,2 Tonnen und echten Offroad-Qualitäten weniger prädestiniert den Asphalt-Dschungel der Großstadt zu bezwingen. Da sind die modisch weichgespülten Modelle der Crossover- und SUV-Modelle deutlich besser geeignet. Der Pajero kann und möchte kein rund gelutschter und angepasster Pseudo-SUV sein. Und trotzdem ist er ein Offroader ohne Zugeständnisse auf dem Asphalt. Von zwei Differentialsperren, der Getriebeuntersetzung und dem Allradantrieb befreit, macht der Pajero auf der Landstraße und Autobahn eine gute Figur. Der abschaltbarer permanente Allradantrieb, sowie die Untersetzung sowie Sperre für das Verteiler- und Reduktionsgetriebe stellen in der Kombination Alleinstellungsmerkmale dar. Hierfür ragt im Pajero ein zweiter Schalthebel aus der Mittelkonsole. Mit an Bord ist auch die elektronische Stabilitäts- und Traktionskontrolle „ASTC“, ein ABS und der Gelände-Bremsassistent „EBAC“. Für einen Geländewagen seines Kalibers läßt sich der Offroader erstaunlich agil bewegen. Einen Beitrag leistet die etwas indirekte aber noch genügend präzise Lenkung und die aufwändige Architektur mit selbsttragender Karosserie und rundum einzeln aufgehängten Rädern. Für einen Geländewagen seines Kalibers läßt sich der Offroader erstaunlich agil bewegen

Preise und Ausstattung

Das von uns getestete luxuriöse Ausstattungsvariante „Top „hat mit mindestens 45.990 Euro allerdings auch seinen Preis. Wer auf das eine oder andere Extra verzichten kann, für den beginnt die 3-Türer-Serie in der Ausstattung „Basis“ der Einstieg bereits zu Preisen ab 35.990 Euro. Die Basis-Ausstattungsvariante kommt in einer nativen Serienausstattung daher, wie sie sich viele echte Offroader gewünscht haben: Auf optischen Schnickschnack wird weitgehend verzichtet. Auf Komfort, Sicherheit, moderne Allradtechnik und einen kräftigen Motor muss dabei aber nicht verzichtet werden. Die Grundausstatung umfasst eine Klimaautomatik mit Kombifilter, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber, elektrisch verstell- und einklappbare Außenspiegel, der höhenverstellbare Fahrersitz und die 60:40 umklappbare Rücksitzbank, robuste 17-Zoll Stahlfelgen, das Allradsystem „Mitsubishi Super Select 4WD / SS4-II“, 3,2 Liter Common Rail Dieselmotor mit 200 PS und einem Drehmoment von 441 Nm. Weitere praktische Ausstattungsdetails sind unter anderem die elektronische Stabilitäts- und Traktionskontrolle „ASTC“, ein ABS, der Gelände-Bremsassistent „EBAC“. Die vierte Generation verfügt desweiteren über Front-, Seitenairbags und Kopfairbags. Der getestete dreitürige Pajero Top fügt u.a zusätzlich über elektrisch verstellbare Ledersitze mit Sitzheizung, DAB-Radio und 420 Watt Soundsystem nebst Multifunktionslenkrad und USB- und Bluetooth-Schnittstelle inkl. Freisprecheinrichtung und Navigationssystem (MMCS) mit 7 Zoll-Touchscreen, Dachreling, 18 Zoll-Räder, Xenon-Scheinwerfer mit Reinigungsanlage, Nebelscheinwerfer und LED-Blinker in den verchromten Außenspiegeln sowie Tempomat, abgedunkelte hintere Seitenscheiben, sowie Unterfahrschutz und sperrbares Hinterachsdifferential.

 

 

Fazit: Geländewagenklassiker mit Nehmerqualitäten

 

Mitsubishi hat mit dem Pajero bereits einen Klassiker im Programm. Im Grunde kann der Pajero seinen Charakter als solides Arbeitstier zwar nicht verbergen. Auf Komfort, Sicherheit, moderne Allradtechnik und einen kräftigen Motor muss dabei aber nicht verzichtet werden. Im Segment des Pajero gibt es nur wenige direkte Wettbewerber. Neben dem Mercedes-G-Modell sind dies allenfalls noch der Toyota Landcruiser und Land Rover Discovery. Mitsubishi gelang ein guter Kompromiss zwischen robuster Geländegegängigkeit sowie Komfort und Luxus. Der Trend zum weichgespülten SUV hält zwar an. Umso schöner, dass dieser Geländewagen sich zwar auch auf asphaltierten Wegen fahren, aber seine wahren Talente erst mit schwerer Anhängelast oder abseits des Asphalts zum Tragen kommen. Wer möchte navigiert im Pajero eher nach Kompass, anstelle des Straßennetzes. Zu den unbetreitbaren Offroad-Qualitäten kommt der positive Eindruck der Materialauswahl und Verarbeitungsqualität. Man sieht dem Pajero an, dass er schon ein paar jahre im Markt ist. Aber die Solidität und Nehmerqualitäten kommen nícht aus der Mode. Damit gehört der Pajeronoch lange nicht zum alten Eisen.

 

 

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