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Großes Kompakt-SUV mit hochwertiger Ausstattung: Der Seat Tarraco FR (2020) im Test

Der Seat Tarraco FR 2.0 TDI 4Drive DSG im ausführlichen Fahrbericht- 190 PS - Bildnachweis: MOTORMOBILES

  

 

Ein Spanier Made in Germany
 

Nach dem kompakten Ateca und dem kleinen Arona ist der Tarraco das dritte SUV von Seat. Markteinführung war Anfang 2019. Nun haben die spnaier die Ausstatungsversion FR hinterhergeschoben. Der Modellname ist die katalanische Bezeichnung für die Stadt Tarragona.

Das Auto selbst ist die Seat-Version des Skoda Kodiaq und des VW Tiguan Allspace. Der FR-Zierrat verleiht dem Tarraco eine sichbar sportivere Optik.
 

Animierte LED-Blinker – Seat Tarraco FR 2.0 TDI 4Drive DSG – 190 PS – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Im Gegensatz zum eher eleganten Ornat der Xcellence-Variante stylt sich der Tarraco FR klar und sportlich als athletisches SUV: Er hat einen grauen Kühlergrill, auch die Fensterrahmen und Außenspiegelgehäuse sind in Grau lackiert. Dazu kommen breitere schwarze Radlaufblenden, eine schwarze Dachreling sowie am Heck ein spezieller Spoiler und Heckdiffusor. Weitere auffällige Exterieur-Merkmale sind der im Stil von Porsche „handgeschriebene“ Tarraco-Schriftzug, große 19-Zöller oder graue Leichtmetallfelgen in 20 Zoll gegen Aufpreis.

 

Seat Tarraco FR 2.0 TDI 4Drive DSG - 190 PS - 2020
Im Einzeltest der Seat Tarraco FR 2.0 TDI 4Drive DSG mit 190 PS - Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Interieur

 
Gebaut auf dem langen Radstand des VW-Baukastens (4.735 Millimeter, Radstand 2.790 Millimeter) bietet der Tarraco innen auf den ersten beiden Sitzreihen ein üppiges Platzangebot. Mit seinen Dimensionen bietet der Wagen für die Insassen ausreichend Platz. Die 2. Sitzreihe lässt sich um bis zu 23 Zentimeter verschieben und ist sogar beheizt. Bei der siebensitzigen Variante empfiehlt sich die letzte Reihe hauptsächlich für Kinder und nicht groß gewachsene Mitmenschen. Der Zustieg zu den beiden Sitzplätzen in der optionalen dritten Reihe bedarf einer gewissen Gelenkigkeit.

Die Sportschalensitze des FR sind auffliig. Die Sitze sind gut dimensioniert wie aber auch konturiert und erweisen sich auch auf längerer Strecke als überaus bequem. Sportlenkrad und Alupedalerie runden den FR-Look ab. Selbst große Fahrer passen problemlos hinter das Lenkrad – vor allem dann, wenn man auf das große Panorama-Schiebedach (1.145 Euro ) verzichtet, das die Höhe geringfügig einschränkt. Auch groß gewachsene Menschen können im Tarraco bequem hintereinander sitzen. Als Fünfplätzer punktet der Wagen mit einem sehr beachtlichen Kofferraumvolumen von 760 Litern, dass sich bei Bedarf durch umklappen auf bis zu 1.920 Liter erweitern lässt.

 

Fond Seat Tarraco FR 2.0 TDI DSG – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Entscheidet man sich für die optionalen sieben Sitze (800 Euro Aufpreis), schrumpft der Kofferraum bei voller Bestuhlung auf bescheidene 230 Liter. Klappt man dann die dritte Sitzreihe ein, sind es immerhin 700 Liter, jedoch mit unebenem Boden.

Wie auch bei den anderen Mitgliedern der Volkswagen-Familie sind die Bedienelemente dort, wo man sie erwartet und auch im Bedarfsfall gut erreichen kann. Bei den Brüdern von VW und Skoda liegt der Navi-Bildschirm schlichtweg zu tief postioniert. Seat hat sich dieser berechtigten Kritik angenommen: Das formschöne Touchpad thront gut platziert “auf” dem Armaturenträger, verfügt über dezidierte Knöpfe für laut und leise und eine verständliche Menüführung. Das lässt die Schaltzentrale im positiven Sinne viel luftiger und offener wirken. Das Thema Connectivity spielt beim Tarraco eine grosse Rolle. Die Instrumente vor dem Fahrer selbst sind – fast – durchgängig digital. Ein Highlight ist das serienmäßige Virtual Cockpit auf dem die fahrrelevanten Informationen auf einem 10,25-Zoll-Display hinter dem Lenkrad angezeigt werden. Auch sonst ist das Cockpit hochwertig verarbeitet und praktisch bis zur Perfektion ergonomisch einwandfrei gestaltet. Der 8,0-Zoll-Touchscreen für Audio und Infotainment wiederum ist beim Tarraco freistehend und verfügt über bedienfreundliche Drehknöpfe für Lautstärke, Sender-, Kartenausschnitt- oder Musiktitel-Wahl. Erstmals ist hier bei Seat auch die Sendereinstellung berührungslos per Wisch bzw. Gestensteuerung möglich. Einen ordentlichen Eindruck macht der Tarraco auch in Sachen Materialauswahl und Verarbeitung. Weicher Kunststoff, Kunstleder- und Stoffbezug kombiniert sich mit gut kaschiertem Hartplastik. Der Spanier wirkt solide und hochwertig. Das Dashboard präsentiert sich mit aufgeschäumten Kunststoff (Softtouch). Dies ist bei VW seit VW T-Roc, T-Cross und Seat Arona nicht mehr selbstverständlich.

 

Antrieb

 

Für unseren Fahrbericht stand uns der Seat Tarraco FR 2.0 TDI mit 190 PS, Allrad (4Drive) und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) zur Verfügung. Der von uns gefahrene Top-Diesel ist sowohl mit Front- als auch Allradantrieb, Handschaltgetriebe oder DSG erhältlich.
Dem 2.0 TDI mit 190 PS liegt die volle Kraft von 400 Nm zwischen 1.750 und 3.250 Umdrehungen an, also fast über das gesamte im Alltag genutzte Drehzahlband. Den Null-hundert-Paradesprint erledigt der Tarraco mit diesem Antrieb in sportlichen 8 Sekunden. Eine Empfehlung ist der 190 PS-Diesel für ausgewiesene Vielfahrer und Freunde hoher Anhängelast: Sie beträgt 2,3 Tonnen. Der Selbstzünder-Tarraco mit 190 PS und Allrad wiegt leer 1,8 Tonnen, während das Leergewicht des Basismodell mit kleinem Benziner und Frontantrieb 200 Kilogramm weniger auf der Waage ausweist.

 

Der Topdiesel für den Seat Tarraco mobilisiert 190 PS – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 
 

Im kombinierten Fahrbetrieb betrug unser Verbrauch unter alltagsbedingungen 8,3 Liter Diesel-Kraftstoff je hundert gefahrene Kilometer. Dem steht eine Werksangabe von 7,5 Litern – entsprechend einer CO2-Emission von 191 bis 197 g/km gegenüber. Der Verbrauchsaufschlag ist also moderat.
Vort kurzem haben die Spanier das Antriebsportfolio noch um einen Plug-in-Hybridversion (PHEV) mit rund 210 PS, 400 Newtonmetern und 50 Kilometern elektrischer Reichweite ergänzt. Bei einem Kurzstreckenprofil evtl. eine gute Alternative zu dem von uns gefahrenen Top-Diesel.

 

Fahreigenschaften

 

Das große SUV der spanischen VW-Tochter teilt sich die Plattform mit dem Tiguan Allspace und dem Skoda Kodiaq. Und er ist einer der sportlicheren Vertreter in diesem SUV-Trio. Vor allem bei flotter Kurvenfahrt zeigt sich der Spanier einen Tick dynamischer als seine Konzernbrüder. Das liegt vor allem an der Lenkung, die dem Fahrer mehr Rückmeldung bietet.

Mit dem Fahrwerks-Setting des FR präsentiert sich der Taracco mit einer angenehmen Härte des Fahrwerks und direkt ansprechender Progressivlenkung. Die gewonnene Agilität ist stimmig und dürfte sportlich-orientierte Fahrer überzeugen, denn sie ist in jeder Beschleunigungsphase und jeder Kurve spürbar. Das Auto bewegt sich agiler und flotter durch selbst stark gekrümmte Straßenverläufe. Über die variable Dämpferverstellung DSC läßt sich aber bei Bedarf auch Komfort einstellen.

Vorn ist der Seat Tarraco mit einer MacPherson-Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern und hydraulischen Stoßdämpfern ausgestattet, während hinten eine Multilenker-Hinterachse verwendet wurde, die ebenfalls über Schraubenfedern und hydraulische Stoßdämpfer verfügt. Mit aktivem DCC-Fahrwerk ausgestattet läßt sich damit wirkungsvoll der fahrdynamische Charakter verändern. Bei den Allradmodellen mit 7-Gang-DSG-Getriebe lassen sich zudem bis zu sechs Fahrmodi einstellen. Dank Allradantrieb bleibt zudem genug Traktion für agile Kurvenfahrten. Dabei wirkt das große SUV stets ausgewogen und nie unkomfortabel. Seine generelle Fahrwerksabstimmung ist sportlich – aber nicht zu straff abgestimmt. Selbst im Sportmodus erweist sich sich das SUV nicht gänzlich unbequem. Die adaptiven Dämpfer vermögen selbst in der härtesten Einstellung noch die meisten Unebenheiten sauber abzufangen. Im sportlichen Fahrmodus kommt zudem ein angenehmes Gegengewicht in der Lenkung hinzu. Das SUV lenkt direkt und präzise ein.

Wer die Kurven onroad zu schnell anfährt, spürt den hohen Schwerpunkt. Das ESP bremst schon beim Versuch des sportlichen Kurvenschneidens das Fahrzeug gekonnt ein. Der Spurhalteassistent erweist sich tendenziell als zu aktiv. Auch wird mittlerweile überprüft, ob die Hände am Lenkrad verweilen. Sonst bittet das System den Fahrer seine Hände zurück ans Lenkrad zu nehmen. Die hohe Eigengewicht läßt sich nicht ganz verleugnen. Der Seat liegt satt auf der Straße, verhält sich gutmütig und im positiven Sinnne unaufgeregt.
Am wohlsten fühlt sich der Tarraco zwar onroad auf der Strasse aber auch Offroad präsentiert sich der Spanier überraschend talentiert. Die Traktion ist beeindruckend. Die Allradversion des Tarraco erklimmt selbst starke Steigungen und meistert schräge Böschungen genauso talentiert, wie er Steine und Geröll zu überwinden vermag. Der in unserem Testwagen verbaute Bergabfahrassistent hält automatisch die Geschwindigkeit. Das Offroad-Potenzial soll trotz anderer Zielgruppe nicht unerwähnt bleiben.

 

Technische Daten Seat Tarraco FR 2.0 TDI 4Drive DSG - 190 PS
Hersteller:Seat
Karosserie:SUV (bis zu siebensitzig)
Motor:2.0 TDI: Reihen-Vierzylinder-Diesel mit VTG Abgasturbolader und indirekter Ladeluftkühlung, zwei oben liegende Nockenwellen (VVT) mit Start/Stopp
Getriebe:7-Gang DSG
Antrieb:Allradantrieb (4Drive)
Hubraum:1.968 ccm
Abgasnachbehandlung:Motornahe Abgasreinigung mit beschichtetem Dieselpartikelfilter und SCR-System, Nieder- und Hochdruck Abgasrückführung (Zweikreis-AGR-System)
Emissionsklasse:Euro 6 DG
Leistung:140 kW (190 PS) bei 3.500 bis 4.000 U/min
Drehmoment:400 Nm bei 1.750 - 3.250 U/min
Von 0 auf 100:8,0 s
Höchstgeschwindigkeit:210 km/h
Verbrauch (ECE):7,5 bis 7,3 Liter
CO2-Ausstoß 197-191 g/km
EffizienzklasseB
Kraftstoff:Diesel
Wendekreis:11,9 Meter
Kofferraum:230- 700 Liter
Anhängelast ungebremst/gebremst750/2.300 kg
Leergewicht:1.816 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.735/2.118/1.674/2.595 mm
Grundpreis Testwagen:45.620 Euro
Testwagenpreis:57.491 Euro

 

Ausstattung und Preise

 

Die neue Ausstattung FR startet zu Preisen ab 35.472 Euro und umfasst eine sportlich betonte Front- und Heckschürze, breitere Radkästen und graue 19 Zöller (optional 20-Zöller). Ebenfalls in Grau lackiert sind die Außenspiegelkappen, der Dachspoiler, der Kühlergrillrahmen und diverse Zierelemente. Innen gibt es Schalensitze mit integrierter Kopfstütze, Pedale im Alu-Look und ein FR-Sportlenkrad mit Bedientasten für die Assistenzsysteme. Zudem ist der Fahrersitz elektrisch verstellbar.

 

  Preis Style Preis Xcellence Preis FR
1.5 TSI 150 PS 30.380 € 34.280 € 35.472 €
1.5 TSI 150 PS DSG 32.180 € 36.080 € 37.275 €
2.0 TSI 190 PS 4Drive DSG 41.390 € 42.890 €
2.0 TDI 150 PS 34.910 € 38.410 € 38.903 €
2.0 TDI 150 PS 4Drive DSG 39.610 € 43.110 € 40.707 €
2.0 TDI 200 PS 4Drive DSG 44.960 € 45.620 €

Die Motorenpalette umfasst zwei Benziner und zwei Selbstzünder, jeweils mit 150 und 190 PS bzw. in Kürze ab MJ 2021 mit 200 PS. Zu den beiden Ausstattungen “Style” und “Xcellence” gesellte sich Anfang des Jahres die Version FR, die für alle Motorisierungen verfügbar ist.

 

Fazit: Sportliche Akzente

 

Formula Racing (FR) und steht bei Seat für sportliche Akzente und gehaltvolle Ausstattung. Diese für den Tarraco neuen Ausstatungslinie ist vollauf gelungen. Die neue Dynamik-Variante „FR“ verleiht dem Tarraco einen völlig anderen Charakter.

Seat Tarraco FR 2.0 TDI 4Drive DSG - 190 PS - 2020
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