Jeep Compass Limited – SUV mit Charakter im Fahrbericht

1. September 2018 18:20 Autor:

Im Test der Jeep Compass Limited mit 140 PS als frontgetriebene Version – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Italo-Cowboy ist um Längen besser als sein Vorgänger

Jeep hat seinen Kompakt-SUV neu aufgelegt und verspricht vieles besser gemacht zuhaben als beim Vorgänger.  Mit großer Bodenfreiheit und 20 Zentimetern Federweg.Die Jeep-Modellfamilie ist heute als Teil von FCA (Fiat-Chrysler) doch wesentlich feingranularer aufgestellt. Der Compass positioniert sich oberhalb des Renegade und unterhalb des Cherokee.

Kompakte SUV laufen momentan wie geschnitten Brot. Die Nachfrage verlagert sich seit der Diesel-Krise zu den Benzinern und Allradantrieb braucht im Alltag nicht wirklich jeder. So gesehen, liegt die Frontantriebs-Benziner-Version des Jeep Compass voll im Trend. Wir haben die Neuauflage des Compass in einer Einstiesgversion zu einem Preis ab 24.900 gefahren. Zu diesem Preis kommt er als frontgetriebene Variante mit dem 1.4 Benziner, 140 PS und 6-Gang Handschaltung. Damit ist der Compass geeignet für alle, die keine ausgesprochene Geländegängigkeit brauchen, überwiegend in der Stadt fahren und keine fette Ausstattung wünschen. Die bullige Optik hat auch schon die Einstiegsversion. Überhaupt wirkt der Compass viel bulliger und größer, als er in Wirklichkeit ist.

 

 

Jeep Compass Limited 140 PS FWD
Jeep hat seinen Kompakt-SUV neu aufgelegt und verspricht vieles besser gemacht zuhaben als beim Vorgänger. Mit großer Bodenfreiheit und 20 Zentimetern Federweg - Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Mit 4,40 Meter Länge bewegt sich der Jeep Compass im heiß umkämpften Markt der Kompakt-SUVs. Direkte Wettbewerber dürften der Volvo XC40, Skoda Karoq, VW Tiguan, Audi Q3, , BMW X1,  Mercedes GLA oder auch Range Rover Evoque und Land Rover Discovery sein.  

Design

Das Exterieur des Compass präsentiert sich als gekonnter Mix der aktuellen Jeep-Formensprache – mit deutlichen Anleihen beim Flaggschiff Cherokee. Dazu gehört der schmale Kühlergrill mit den typischen sieben Schlitzen und den schmalen Hauptscheinwerfern inklusive des LED-Leuchtbandes. Das Heck ist eine leicht zu erkennende Mischung zwischen Cherokee und Grand Cherokee. Jeep ist beim Compass eine gute Optik gelungen. Das Kantig-Militärische wurde vermieden. Ohne übertriebene Macho-Kanten und Offroad-Look präsentiert sich der Compass mit einer sportlich-eleganten Linie. Trotzdem ist der Compass kein Mode-SUV für Softies geworden. Mit Chromleisten und optionaler zweifarbiger Lackierung dürfte er neue Zielgruppen für sich gewinnen.

Die Technik des Compass stammt aus dem Fiat- bzw. FCA-Regal: Bereits der Fiat 500X und Jeep Renegade fahren damit. Der Compass nutzt eine verlängerte Plattform des Jeep-Bestsellers Renegade und streckt sich damit knapp in das in Deutschland so beliebte C-Segment der SUV. Der Compass vermeidet dagegen jeglicheVerspieltheit die dem Renegade zu eigen ist.

Der hier getestete 140-PS-Benziner war gekoppelt an ein manuelles sechsstufiges Getriebe. Montiert wird der Italo-Amerikaner in Mexiko gebaut und von FCA weltweit vertrieben.

Interieur

Der im direkten Vergleich zum Renegade verlängerte Radstand sorgt für deutlich bessere Platzverhältnisse im Innenraum. Das Interieur überzeugt zudem mit einem modernen Ambiente und hochwertiger Anmutung. Auch in puncto Materialmix, Verarbeitungsqualität und Haptik kann der Jeep überzeugen. Der Arbeitsplatz des Piloten wirkt aufgeräumt, die notwendigen Bedienungseinheiten liegen gut zur Hand. Der Rest wird über das Betappen des Bildschirms ober der Mittelkonsole befehligt, was allerdings auch hier mehr vom eigentlichen Job des Fahrers ablenkt, als es für die Verkehrssicherheit gut wäre. Im Kapitel Komfort sammeln die Sitze auch auf Langstrecke kräftig Pluspunkte. Das Platzangebot im Fond geht in Ordnung. Bein- und Kopffreiheit erweisen sich als gut. Eine USB-Buchse bietet den hinteren Passagieren eine Lademöglichkeiten für ihre Smartphones. Einen störenden Kardantunnel hat der Fronttriebler nicht, so dass auch der Mittelplatz ein Mindestmaß an Bequemlichkeit bietet. Der Kofferaum verfügt in Normalkonfiguration über ein Stauvolumen von 438 Litern. Über die geteilt umklappbare Rückenlehne läßt sich das Gepäckfach bis auf 1.251 Liter erweitern. Dank des beweglichen Kofferraumbodens können auch noch Kleinteile im Tiefparterre aufbewahrt werden. Verzurrösen und eine 12-Volt-Steckdose vervollständigen das Angebot.

Zwischen den beiden analogen Rundinstrumenten ist ein 7 Zoll großer TFT-Bildschirm platziert. Ein digitales Cockpit wie bei Wettbewerbern sucht man hier vergebens. Dafür ist der Compass mit Apple CarPlay, Android Auto und Uconnect mit einer brandaktuellen Smartphone-Bluetooth-Konnektivität ausgestattet. Gut gefallen hat uns der (bis zu) 8,4 Zoll große kapazitiver Touchscreen. Er lässt das vom Smartphone bekannte Steuerungen per Swipen zu. Wer beim Kaufpreis sparen möchte kann hier problemlos auf ein eingebautes Navigationssystem verzichten und setzt stattdessen auf eine Smartphone-Navigation per Aple Carplay oder Android Auto, das auf das Display des Compass gespiegelt wird. Der Service „Uconnect life“ bietet viele Zusatz-Apps.

Einstiegs-Benziner

Bei den Antrieben bietet Jeep den 1,4-Liter-Benziner in zwei Leistungsstufen an. Der 103 kW (140 PS) starke Einstiegsbeziner ist an ein manuellen Sechs-Gang-Getriebe in Verbindung mit Frontantrieb gekoppelt. Desweiteren gibt es den Benziner auch als „MultiAir2-Turbo“ mit 125 kW (170 PS) samt Neun-Stufen-Automatik und Allradantrieb.

Mit dem im Testwagen verbaute 140-PS-Einstiegsbenziner ist der Jeep Compass angemessen aber ohne sportliche Ambitionen motorisiert. Die 230 Newtonmeter maximales Drehmoment sorgen für angemessenen Vortrieb. Auf Landstarße und städtischem Verkehr oder Überlandverkehr läßt sich zügig mitschwimmend. uns gelang ein kombinierter Verbrauch von 7,5 bis 8,5 Liter je hundert gefahrene Kilometer. Dieser Wert lässt sich bei besonnener Fahrweise auch auf der Autobahn mit Tempo 140 km/h erfahren. Der Hersteller gibt einen kombinierten Normverbrauch (noch nach NEFZ) von 6,2 Liter Superbenzin an. Dies entspricht einer CO2-Emission von 143 g je gefahrenem Kilometer.

Der Jeep Compass wirkt stets größer als er ist – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Europäisch anmutenden Fahrkomfort

Den neuen Compass zeichnet die von uns gefahrene Frontantriebsversion (FWD) weniger eine betonte Geländegängigkeit, sondern eine gewisse Komfortorientierung aus. Diese erweist sich besonders im normalen Fahrbetrieb auf der Straße als besonders angenehm. Gut gefallen hat uns das handliche und knuffig  gepolsterte Lenkrad, serienmäßig mit integrierter Bedienung für Audiosystem, Bluetooth und das Fahrzeuginformationscenter. Die Fahrgeräusche bewegen sich auch bei hohen Tempi auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Das hat auch mit einer neuen, extra-steifen Fahrwerksarchitektur zu tun. Vor allem ein neuer, vorderer Querträger sowie sogenannte Split-Stoßdämpfer, die Vibrationen auf zwei verschiedenen Wegen ableiten, tragen zur Ruhe bei.

Der Compass ist weder ein Kurvendynamiker noch ein extremer Ausbund an Fahrdynamik. Dennoch können sich die Fahrleistungen für ein SUV dieser Größenordnung durchaus sehen lassen. Die bewegte Masse zwischen 1,6 und 1,8 Tonnen hat Jeep auf der Geraden noch gut kaschiert. Allenfalls in extrem schnell gefahrenen Kurven läßt sich die Wankneigung nicht mehr vollständig verleugnen. Zu den guten Fahreigenschaften tragen auch die serienmäßigen adaptive Dämpfer in allen Versionen bei, die er seinen meisten Konkurrenten im Segment der Kompakt-SUVs ein gutes Stück voraus hat.

 

Technische Daten Jeep Compass Limited
Hersteller:Jeep / FCA
Karosserie:Kompakt-SUV
Motor:Vierzylinder 1.4 MultiJet
Getriebe:6-Gang manuell
Antrieb:Frontantrieb
Hubraum:1.368 ccm
Emissionsklasse:Euro 6
Leistung:103 kW (140 PS) bei 5.000 U/min
Drehmoment:230 Nm bei 1.750 U/min
Von 0 auf 100:9,9 s
Höchstgeschwindigkeit:192 km/h
Verbrauch (ECE):6,2 Liter
CO2-Ausstoß143 g/km
EffizienzklasseC
Kraftstoff:Superbenzin
Wendekreis:11,07 Meter
Kofferraum:438 - 1.251 Liter
Anhängelast ungebremst/gebremst500 / 1.000 kg
Tankinhalt:60 Liter
Leergewicht:1.505 - 1.611 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.394/1.819/1.629/2.636 mm
Grundpreis Testwagen Limited ab:29.700 Euro

Preise und Extras

Der Jeep Compass startet zu Preisen bei 24.900 Euro. Dafür erhält der Käufer einen 140-PS-Turbobenziner, Sechsgang-Schaltung und Frontantrieb in der Ausstattungslinie ,Sport“. Serienmäßig an Bord sind dann bereits ein Tempomat, ein Spurhalteassistent, ein 5-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole sowie eine Klimaanlage. Ab 27.100 Euro ist die mittleren Linie „Longitude“ erhältlich und fährt dann auf 17-Zoll-Felgen, mit Nebelscheinwerfern und mit hinteren Parksensoren vor. Unser Testwagen ab 29.700 Euro in der gehobenen  Ausstattungslinie „Limited“ enthält dann noch zusätzlich Apple CarPlay und Android Auto, LM-Felgen in 18-Zoll, Touchscreen in 7-Zoll in der Mittelkonsole sowie eine Heizung für Sitze und Volant, eine Klimaautomatik und ein Keyless-Go-System sind ebenfalls serienmäßig.

Die 170-PS-Allradversion des 1,4-Liters kostet ab 35.000 Euro. Der 120-PS-Diesel mit Frontantrieb ist ab 26.100 Euro zu haben, der Zweiliter-Selbstzünder mit 140 PS in Kombination mit Allradantrieb ist ab mindestens 28.300 Euro erhältlich. Die 170-PS-Variante ist nicht unter 37.400 Euro zu haben. Bei den elektronischen Helferlein lassen sich alle heute in dieser Klasse üblichen Sicherheits-Assistenten ordern. Dies trifft zumindest bei Bestellung der Ausstattungsversion von Limited oder Trailhawk zu. In den beiden Ausstattungsreihen darunter (Sport und Longtitude) lassen sich sinnvolle Systeme wie der adaptive Tempomat, Rückfahrkamera, Totwinkel- oder Fernlicht-Assistent auch nicht gegen Aufpreis ordern. Aus diesem breiten Angebot aus Assistenzsystemen sind der Notbrems- und der Spurhalteassistent serienmäßig an Bord. Letzterer wirkt auf den Fahrer erzieherisch ein, vor dem Spurwechsel stets den Blinker zu setzen. Ansonsten ist der Lenkeingriff nicht unerheblich.

So bietet der Jeep Compass bereits in der Basisvariante mit 1.4-Liter MultiAir Einstiegsbenziner mit 103 kW/140 PS unter anderem den Spurhalteassistent LaneSense, das Auffahrwarnsystem Forward Collision Warning Plus, eine manuelle Klimaanlage, das Multimediasystem Unconnect Smarttouch mit 5-Zoll Touchscreen, Digitalradio sowie Aux- und USB Anschluss. Ab Ausstattungsniveaus Limited kommen 18-Zoll-Alufelgen, ein 7-Zoll Touchscreen, Sitzheizung, ein beheizbares Lederlenkrad und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik serienmäßig hinzu.

Fazit: Italo Cowboy mit Manieren

Jeep steht immer noch für kompromisslose  Offroad-Orientierung. Nicht so beim Jeep Compass. Das SUV mit Manieren zielt deutlich stärker als bisher auf die SUV-Kunden in den Städten ab. Der kleine Bruder des Jeep Cherokee überzeugt mit Vielseitigkeit und Vernunft. All diejenigen, denen der Allradantrieb verzichtbar erscheint, bietet Jeep auch einen günstigen Einstieg mit 2WD an. Die Neuauflage des Compass ist zweifelsfrei schicker und attraktiver geworden. Der Compass punktet mit klassisch ausgelegter Optik im sehr gelungenen Design, einem Fahrkomfort der auch europäische Ansprüche zufriedenstellt sowie moderne Konnektivitätstechnik und Sicherheitsfeatures auf dem neusten Stand. Das üppige Garantieversprechen von vier Jahren ohne Kilometerbegrenzung sprechen ebenfalls für den jeep. All diese Attribute machen den neuen Compass in dem dichten besetzten Wettbewerbsumfeld zu einem attraktiven Angebot. Und machen wir uns nichts vor: Kein Wettbewerber verfügt über den klangvollen Namen jener Marke, die für sich zurecht die Erfindung des SUV in Anspruch nimmt.

 

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