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Suzuki Swace 1.8 Hybrid im Test – Toyota Corolla Vollhybrid als Suzuki-Kombi

Vollhybrid: Im Test der Familienkombi Suzuki Swace - Bildnachweis: MOTORMOBILES

  


Ein guter Familienkombi?

Der Swace ist bei der Marke Suzuki aktuell der einzige Kombi und verspricht ein echtes Raumwunder zu sein. Suzuki bedient sich dabei seines Kooperationspartners und nahm den Toyota Corolla TS mit 1.8er-Hybridantrieb, gestaltete ihm eine weitreichend modifizierte (und wie wir meinen hübschere!) Frontschürze nebst erweiterter Serienausstattung. Zudem werden sämtliche Aufpreis-Extras und -Linien außer den Farboptionen gestrichen und die Toyota-Embleme gegen Suzuki-Emblemen getauscht. Wir haben den Neuzugang einem Fahrbericht unterzogen und sind – soviel schon vorweg – von dem Kombi mächtig angetan.

   

 

Interieur Suzuki Swace – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 
 
Der Vollhybrid entspricht technisch weitgehend seinem Plattformspender Corolla Touring Sports. Optisch unterscheiden sich die beiden Kombis an der Front und den Markenlogos. Das Farbprogramm umfasst sieben Außenlackierungen. Rundum getönte Scheiben sowie ein Dachkantenspoiler und eine silberfarbene Dachreling runden das Design des Kombis ab.
 
Unter der Haube schlägt in beiden das Voll-Hybrid-Herz eines Benziners in Kombination mit einem Elektromotor, der eine Systemleistung von 122 PS mobilisiert. Zielgruppe des Swace sind Menschen mit einem aktiven Lebensstil. Hier finden Sie ausreichend Platz für Sportgeräte und Gepäck, der Laderaum mit ebenem Boden kann ganz einfach auf bis zu 596 Liter Volumen erweitert werden.

 

Suzuki Swace 1.8 Hybrid CVT 2021
Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Interieur

Das Platzangebot entspricht extrem gutem Klassenstandard, und auf den angenehm gepolsterten Vordersitzen fühlen sich Fahrer und Beifahrer gut aufgehoben. Die Materialien sind sorgfältig verarbeitet und vermitteln haptisch eine angenehme Oberfläche. Details, wie farblich abgesetzte Ziernähte auf dem schlank gestalteten Armaturenbrett dürfen als gelungen gelten. Der Swace präsentiert sich mit mehr Assistenz und Infotainment als Suzuki typischerweise in seine selbst produzierten Modellen verbaut. Als gelungen empfanden wir die Gestaltung der Mittelkonsole mit fahrerorientiertem Touchscreen und analoger Klimasteuerung. Angezeigt werden Motordrehzahl, Tank und Motortemperatur. Die Geschwindigkeit wird digital auf einem zentralen 7 Zoll großen Display angezeigt. Hier werden zudem die Höchstgeschwindigkeit und Tempolimits der Verkehrszeichenerkennung angezeigt. Über verschiedene Anzeigenoptionen lassen sich zudem Verbrauchswerte oder der Energiefluss des Vollhybrid-Systems einblenden.

  

Suzuki Swace – Bildnachweis: Laura Fleischhacker / MOTORMOBILES

 
 

Der Swace ist mit einem Multimedia-Audio-System mit 8-Zoll-Bildschirm, DAB-Radio, Bluetooth sowie Lenkradbedientasten ausgerüstet. Über Apple CarPlay und Android Auto lassen sich kompatible Smartphones mit dem Bordsystem verbinden. Das System überzeugt mit leichter Bedienung. Dass die Japaner bei ihrem Touchscreen-System auf eine native Navigationslösung verzichten und stattdessen auf das über Apple Carply oder Android Auto integrierte Smartphone verweisen, mag zwar verwundern – aber passt in die Zeit. Viele Menschen verfügen mittlerweile über ein Smartphone und damit über die Option diese über Android Auto oder CarPlay zu spiegeln.

Einzig sehr gross gewachsenen könnte es im Fond im Kopfbereich auf längeren Strecken etwas eng werden. Der 4,66 Meter langen Fünfsitzer, verfügt hinter seiner großen weit aufschwingenden Heckklappe bei voller Bestuhlung 596 Liter. Durch Umklappen der der geteilten Rückbank schluckt der Swace 1.606 Liter und wird damit zu einem Lademeister im Suzuki-Programm. Der Ladeboden läßt sich bei Bedarf entfernen. Die Reserveradmulde ist tief. Die dürftigen 391 Kilogramm Zuladung passen nicht so recht zu dem geräumigen Ladeabteil. Insgesamt läßt sich der Kofferraum gut nutzen. Hierzu trägt auch das Rollo zur Kofferraumabdeckung bei. Bei Bedarf läßt es sich dieses unter dem Ladeboden verstauen, zudem ist ein Trennnetz ebenfalls Bestandteil des Serienumfang und kann auf Höhe der B- oder C-Säule eingehängt werden.

Die Kofferraumklappe lässt sich leicht öffnen und schließen, einen elektrischen Antrieb steht auch optional nicht zur Verfügung. Große Menschen a, 190 Zentimetern müssen darauf achten, sich nicht den Kopf an der Heckklappe zu stoßen. Die Ladekante liegt auf 64 Zentimetern Höhe eben zum Ladeboden. Der Kofferraumboden läßt sich in verschiedenen Höhen positionbieren. In der untere Stellung ergibt sich eine Ladekante von acht Zentimetern.
Für hohen Komfort sorgen laut Suzuki außerdem eine Lenkradheizung, beheizbare Vordersitze, eine Klimaautomatik mit Belegungserkennung sowie eine Ambientebeleuchtung für den Innenraum. Die Dach-Reling darf mit bis zu 75 Kilogramm belastet werden.

 

Antrieb
  

Das Highlight des Swace ist aber ohne jeden Zweifel sein Vollhybrid-Antrieb, den Suzuki so bis dato nicht im Programm hatte. Das hochentwickelte Hybrid System des Suzuki Swace kommt die Erfahrung des Kooperationspartners Toyota zu Gute. Das System liefert genügend Beschleunigung im Alltag und punktet mit extrem geringem Kraftstoffverbrauch und niedrigen CO₂-Emissionen. Den Antrieb übernimmt ein 1,8 Liter großer Saug-Vierzylinder-Benziner mit 98 PS (72 kW), der über ein stufenloses Getriebe (CVT) die Vorderräder antreibt und dabei von einem 72 PS starken Elektromotor unterstützt wird, der sich aus einer Batterie mit 1,3 kWh bedient.

 

Kombi mit sparsamen Vollhybrid-Antrieb: Suzuki Swace – Bildnachweis: MOTORMOBILES

  

Die Energieflussanzeige im Multifunktionsdisplay informiert über das Miteinander der beiden Antriebsmaschinen. Als Vollhybrid ist das System „Selbstversorger”. Dies klappt vollautomatisch. Bei einem Vollhybrid wird die Batterie nicht per Kabel – analog eines Plug-in Hybrid – aufgeladen. Sondern ausschließlich per Rekuperation (Bremsenergierückgewinnung). Die sonst nicht genutzte Energie wird in die Batterie gespeist. Und verbessert die Energiebilanz beträchtlich. Die Batterie kann den Swace auf kurzen Strecken bis ein Kilometer sogar alleine antreiben. Beide Motoren bringen zusammen eine Systemleistung von 122 PS (90 kW) zustande. Den Null-Hundert-Standardsprint erledigt der Toyota im Suzuki-Kostüm in 12,5 Sekunden – bei 180 km/h wird der Swace elektronisch abgeregelt.

Die gute Abstimmung von Elektromotor mit Verbrennungsmotor unter allen Bedingungen sorgen für Freude beim Tanken. Defensiv bewegt gefällt der Antrieb mit geringem Verbrauch. Den kombinierten Verbrauch gibt der Hersteller dabei mit 3,4 Liter auf 100 Kilometer an bei einem CO2-Ausstoß von 78 Gramm pro Kilometer. Unser kombinierter Testverbrauch ohne übertriebene Zurückhaltung betrug gerade mal 4,7 Liter. Ein sehr guter Wert für diesen Vollhybrid-Kombi. Weniger wohl fühlt sich der Swace auf der Autobahn. Das CVT-Getriebe hält den Verbrenner mangels Drehmoment sehr häufig bei konstant hohen Drehzahlen. Die auf 180 km/h limitierte Höchstgeschwindigkeit dürfte allenfalls den einen oder anderen Schnellfahrer stören. Gut gefallen haben uns das gesamte Fahrverhalten sowie die effektive Geräuschdämmung.

 

Fahreigenschaften
  

Insgesamt stehen drei Fahrmodi (Eco, Normal und Sport) zur Wahl. Eco reduziert nicht nur die Gasannahme bei modifizierter Kennlinie, sondern fährt auch die Klimaautomatik in den Eco-Modus. Das ist aber mit einem Tastendruck problemlos in eine mittlere oder auch stärkere Stufe der Kühlung übersteuerbar. Der Swace möchte kein Racer sein. Zwar sind auch zügige Überholvorgänge möglich – aber sonst gibt er eher den coolen Cruiser. Der Abstandstempomat bewährte sich auf den Testfahrten durch eine kultivierte Anpassung der Geschwindigkeit zum Vordermann. Für mehr Rekuperation kann anstatt D auch in den B-Modus über die Schaltkulisse gewechselt werden werden. Der Rückfluss von Energie in die Batterie wird damit deutlich erhöht, sodass entsprechend öfter rein elektrisch gefahren werden kann. Der Wendekreis beträgt 11,7 Meter.
  

Technische Daten Suzuki Swace 1.8 Hybrid CVT 2021
Hersteller:Suzuki / Toyota
Karosserie:Kompaktklasse-Kombi
Motor:Hybrid: Vierzylinder wassergekühlter Vierzylinder-Benzinmotor, 16 Ventile,
2 oben liegende Nockenwellen mit variabler Ventilsteuerung (VVT),
Multipoint-Einspritzung, Systemleistung 122 PS
GetriebeStufenloses Automatikgetriebe e-CVT
Hubraum:2.487 ccm
EmissionsklasseEuro 6 D - Temp Evap-ISC
Leistung:Benzinmotor: 72 kW (98 PS) bei 5.200 U/min
Elektromotor: 53 kW, Systemleistung HSD: 90 kW / 122 PS
Drehmoment:Benzinmotor: 142 Nm bei 3.600 U/min
Von 0 auf 100: 12,5 s
Höchstgeschwindigkeit:180 km/h
Verbrauch (ECE)3,4 l/100 km
CO2-Ausstoß 78 g/km NEFZ
Effizienzklasse:A+
Kraftstoff:Superbenzin ROZ 95
Wendekreis11,7 Meter
Bereifung:205/55 R16 91V
Leergewicht 1.475 kg
Kofferraummax. 1.606 l, umgeklappte Lehne (VDA) 1.232 l, gerade Lehne (VDA) 596 l
Tankinhalt43 Liter
Zuladung360 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand 4.655/1.790/1.460/2.700 mm
Testwagenpreis ab:ab 31.350 Euro

   


Preise und Extras
  

Der Suzuki Swace wird in Deutschaland ausschliesslich in der Ausstattungslinie Comfort+ angeboten. Suzuki hat für den Swace ein stimmiges Ausstattungspaket geschnürt. Der Listenpreis beträgt 31.350 Euro. Damit ist der Suzuki Swace knapp 1.500 Euro teurer als ein vergleichbarer Toyota Corolla. Suzuki gewährt für den Swace eine Herstellergarantie von drei Jahren.

Der Serienumfang umfasst unter anderem die 16 Zoll große Leichtmetallräder, Keyless Entry und Start, getönte scheiben hinten, LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik und Sitzheizung für die vorderen Sitze. Parksensoren vorne und hinten. Während der Fahrt unterstützen eine große Palette von Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen den Fahrer. Dazu zählen unter anderem eine Verkehrszeichenerkennung, Toter-Winkel-Warner, Intelligenter Einparkassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und ein Spurhaltesystem. Aussuchen braucht man sich nur die Lackierung. Neben weiß gibt es noch sechs aufpreispflichtige Metallic-Lacke.

  

 

Fazit: Ist die Replik das bessere Original?

   

Die Käuferin oder der Käufer eines Swace erhält einen soliden Hybrid-Kombi mit guter Ausstattung und viel Stauraum zu einem günstigen Preis. Der Swace öffnet für Suzuki das Marktsegment der populären Kompaktkombis. Durch die 2019 vereinbarte Kooperation mit Toyota spart sich der kleine SUV- und Allradspezialist Entwicklungskosten, kann aber so dennoch neue Segmente mit Vollhybrid und PHEV besetzen. Der Suzuki-Neuzugang vermag mit Komfort und seiner Ausstattung zu punkten und dürfte besonders von Familien geschätzt werden. Der ganz auf Effizienz ausgelegte Hybridantrieb präsentiert sich mit niedrigem Verbrauch und geringen Emissionen. Das Preisniveau oberhalb seines Plattformspenders erklärt sich über die geringfügig bessere Ausstattung.

Suzuki Swace 1.8 Hybrid CVT 2021
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