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Mit 48 Volt-Mildhybrid besonders sparsam? Der Suzuki SX4 S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Comfort+ im Einzeltest

Im Test der Suzuki SX4 S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Comfort+ - Bildnachweis: MOTORMOBILES



SUV mit Mildhybrid


Suzuki stellt seine Baureihen sukzessive durch die Bank auf Mildhybrid um. Seit Einführung des Suzuki SX4 S-Cross im Jahr 2013 entwickelte sich dieser zur absatzstärksten Modellserie von Suzuki. Bisher wurden laut Angabe von Suzuki weltweit mehr als 570.000 Einheiten des kompakten, leistungsstarken Allrounders verkauft. Produziert wird er bei Suzuki Ungarn in Esztergom. Von dort wird er in mehr als 102 Länder geliefert.

Vor zwei Jahren im Jahr 2018 hat Suzuki den SX4 S-Cross gründlich überarbeitet. Neben einer attraktiveren Linienführung haben die Designer die LED-Scheinwerfer des Kompakt-SUV schärfer konturiert und den mächtigen Kühlergrill mit reichlich Chrom aufpoliert. Nun haben sich die Japaner den Antrieben gewidmet und mit Teilelektrifizierungen sparsamer gemacht aber auch einen Elektro-Boost spendiert. Beim 4,30 Meter lange SX4 S-Cross steigt durch diese Massnahme der Grundpreis. Bisher kostete der 1.0 Boosterjet in der Basisausstattung 20.040 Euro, die Version 1.4 Boosterjet mit 140 PS war ab 23.690 Euro zu haben. Künftig gibt es nur noch den 1.4 Boosterjet Hybrid mit 129 PS für 24.457 Euro in der Ausstattungslinie Club. Die von uns gefahrene Allradversion AllGrip in der Ausstatungslinie Comfort+ verlangt Suzuki mindestens 30.306 Euro.

 

Suzuki SX4 S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Comfort+ 2020
Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Interieur


  
 
Im Interieur liefern die Japaner eine beachtliche Leistung ab. Der Innenraum präsentiert sich mit angenehmen Polstern, reichlich Ablagen und übersichtlich gestalteten Armaturen. Zudem verfügt der SX4 S-Cross mit 440 Litern in der Normalkonfiguration mit aufrechter Rückbank über ein echtes Ladetalent. Bei Bedarf läßt sich der Stauraum durch Umklappen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rückbank vergrößern. Eine Durchlademöglichkeit (beispielsweise für den Winterurlaub mit Ski) haben wir vermisst.


Die Sitzhöhe ist SUV-typisch etwas erhöht und erleichtert das Ein- und Aussteigen. Der SX4 S-Cross bietet dank seiner Gesamthöhe von 1,58 m vorne wie hinten eine ausreichende Kopffreiheit.Die Ledersitze bieten guten Halt und auch im Fond finden selbst großgewachsene ordentliche Platzverhältnisse vor. Eine nur leicht konturierte Rückbank ermöglicht nötigenfalls auch eine Besetzung zu dritt. Sitzen nur zwei Personen hinten, kann die Mittelarmlehne mit integrierten Becherhaltern heruntergeklappt werden.

Das Lederlenkrad lässt sich längs und in der Höhe verstellen und hilft eine gute Sitzposition zu finden. Im Innenraum passt nahezu alles. Die Bedienelemente samt zahlreicher Ablagen sind ohne Rätsel und allesamt gut erreichbar.Das Kofferraum-Volumen in Standardkonfiguration beträgt 380 Liter. Bis unter das Dach beladen passen immerhin 510 Liter in das Gepäckabteil. Klappt man die geteilten Rücksitzlehnen um, lassen sich bis zur Fensterkante 715 Liter und bis unters Dach 1.185 Liter verstauen. Zudem läßt sich der Kofferraum gut nutzen. Hinter der niedrigen Ladekante in 73 Zentimetern Höhe tut sich eine ebene, leicht ansteigende Ladefläche mit einer Tiefe von 1,60 Metern. Die Heckklappe öffnet bis zu einer enormen Höhe von 1,90 Metern.

 

Klappt man die geteilten Rücksitzlehnen um, lassen sich bis zur Fensterkante 715 Liter und bis unters Dach 1.185 Liter verstauen. Zudem läßt sich der Kofferraum gut nutzen. Hinter der niedrigen Ladekante in 73 Zentimetern Höhe tut sich eine ebene, leicht ansteigende Ladefläche mit einer Tiefe von 1,60 Metern – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

 

Die Klimaautomatik läßt sich für Fahrer und Beifahrer getrennt regeln. Außerdem gibt es eine zweistufige Sitzheizung. Der SX4 S-Cross verfügt über eine recht gute Übersicht nach Außen und hinten. In unserer Ausstattung war dennoch einen gut funktionierende Rückfahrkamera verbaut. Sie ermöglicht mit einer Lenkeinschlagsanzeige ein präzises Rangieren nach hinten. Die Multimediaanlage kann bequem entweder per Touchscreen oder über Steuerungselemente am Lenkrad gesteuert werden. Der Bordcomputer wird noch mit Einstellknöpfen am Cockpit gesteuert.

Das in der Mittelkonsole angebrachte Infotainmentsystem ist bekannt aus dem Vitara und lässt sich dank des großzügig ausgefallenen Touchscreens sehr gut bedienen. Zudem beitet es neben DAB+ und einer nativen Navigationslösung auch eine Konnektivität zur Spiegelung des Smartphone

 

Antrieb – Basismotorisierung entfällt

 

Die Ankündigung zu der neuen 1,4-Liter-Motorisierung mit 48-Volt-Mildhybrid-System für Vitara und SX4 S-Cross (und auch den Swift Sport) hatte Suzuki bereits Anfang März bekannt gegeben. Verschwiegen haben die Japaner, dass der Grundmotor bei den beiden SUVs entfällt. Es handelte sich um den 1.0 Boosterjet mit 111 PS und 170 Newtonmeter Drehmoment. Einzige Motorisierung für beide SUVs ist nun der bekannte 1,4-Liter-Turbobenziner, der allerdings nicht mehr 140 PS bietet, sondern nur noch 129 PS und serienmäßig mit einem Mildhybrid-System kombiniert wird. So heißt die neuen Motorisierung nun 1.4 Boosterjet Hybrid. Zudem entfällt nun offenbar auch das Automatikgetriebe. Der SX4 S-Cross ist nur noch die Version mit Sechsgang-Schaltung erhältlich. In normalen Fahrsituationen gewährt Suzuki der Kraftstoff­ersparnis eine Priorisierung. Dafür sorgt der in das Mild-Hybrid-System integrierte Startergenerator als 10 kW/14 PS starker Elektromotor für mehr Schwung beim Anfahren und Beschleunigen. Soll es einmal etwas schneller vorangehen oder ein Überholmanöver anstehen, versorgt das System den Verbrennungsmotor über einen Elektromotor mit zusätzlichem Drehmoment. Die „Torque Boost“-Funktion unterstützt, bis der Turbolader bei zirka 2.000 Umdrehungen anspricht und sorgt so für eine gleichmäßigere Beschleunigung. In der Praxis arbeitet das System äußerst unauffällig. Lediglich eine Grafik im Bordcomputer verrät uns gelegentlich, dass der Elektromotor mithilft. So stellt die „Torque Fill“-Funktion bei niedriger Drehzahl zusätzliches Drehmoment bereit, sodass das Fahrzeug unmittelbar auf die Betätigung des Gaspedals reagiert. Dank der Verbrauchsreduktion gibt der Hersteller für das SUV mit Allradantrieb 4,9 Liter Superbenzin je hundert gefahrene Kilometer an. Im kombinierten Alltagsbetrieb hat sich unser Testverbrauch laut Bordcomputer bei 6,1 Liter eingestellt. Auch bei schneller Autobahnfahrt – Topspeed beträgt 190 km/h – hat das Aggregat selten mehr als 8 Liter konsumiert.

Milhybrid – was ist das ?

Mild-Hybride sind Motoren meist auf 48 Volt-Basis ohne Anlasser, dafür aber mit starker Lichtmaschine die auch als Anlasser (e-Motor) dient. Beim Anfahren (Start-Stopp) startet er den Motor und unterstützt den Benzinmotor anfänglich. Dies hilft zudem die Abgasemissionen zu erreichen.

 

Fahreigenschaften

Beim Antrieb blieb es bei der Auswahl zwischen Front- und Allradantrieb – wobei der japanische Hersteller mit seiner 40-jährigen Allrad-Expertise deutlich aufzeigt, dass in der 4×4-Nische eine preisreagible Nachfrage herrscht und das Konzept preiwerter Allradler auch in Deutschland durchaus Zuspruch findet. Wir fuhren den SX4 mit dem optionalen Allradsystem Allgrip. Vier im Bedarfsfall angetriebene Räder sind sicherlich eine Überlegung für jene, die sich häufig mit unbefestigten oder rutschigen Untergründen herumschlagen müssen. Kreuzt man mit ihm jedoch nur durch die Straßen der Stadt, ist der Frontantrieb perfekt. Mit Allrad ausgestattet mag das SUV Großstadtparklücken ebenso wie leichtes Gelände und winterliche Straßenverhältnisse. Der Japaner präsentiert sich mit feinen Handling und überzeugt auch im Grenzbereich harmlos untersteuernd. Überascht hat uns sein hohes Gripniveau dank des intelligenten Allradsystem, das unter normalen Umständen im Standardmodus erstmal nur die Vorderräder antreibt und bei Bedarf blitzschnell die Hinterachse zuschaltet. Die vier Fahrmodi (Auto, Sport, Snow und Lock) meistern die unterschiedliche Fahrbahn-Beschaffenheiten souverän. Im Modus „Lock“ befreit er sich über die Sperre selbst aus Matsch und tiefem Schnee.  Hierbei wird die Drehmomentverteilung starr zwischen beiden Achsen im Verhältnis 50:50 Prozent aufgeteilt. Der Suzuki SX4 S-Cross erweist sich als sehr langstreckentauglich. Fahrwerk und Federung sind auf Komfort getrimmt und halten Bodenunebenheiten von den Insassen fern. Assistenten (Spurhalte- und Totwinkelassistent) gewähren eine gute Unterstützung.

Sicherheit
  

Der Suzuki SX4 S-Cross Hybrid verfügt über viele präventive Sicherheitstechnologien. Das koordinierte Zusammenspiel aller Sicherheitssysteme sorgen für den nötigen Schutz der Insassen. Es fängt an mit sieben Airbags, Seitenaufprallschutz, Reifendruck-Kontrollsystem, Berganfahrhilfe und ESP. Das RBS (Radar Brake Support System) gewährleistet eine radargestützte, aktive Bremsunterstützung mit Notbremsassistent in herausfordernden Fahrsituationen. Ebenfalls der Sicherheitsniveau dienlich sind unter anderem LED Scheinwerfer, Seitenaufprallschutz sowie ein Adaptiver Tempomat mit an Bord. Für Langstreckenfahrer empfiehlt sich die Top-Ausstattung Comfort+: Zwar gibt es nicht viele Assistenzsysteme im S-Cross, dafür aber eine sehr gute adaptive Geschwindigeitsregelung bzw. einen Abstandstempomat. Eine eingestellte Geschwindigkeit wird konstant gehalten, dabei beschleunigt und bremst der Suzuki SX4 S-Cross selbstständig, wenn man sich einem Vordermann nähert bzw. zum überholen ausschert. Dabei basiert dieses ACC ohne Kamera-Unterstützung auf einem Radarsensor. Sie arbeitet im Geschwindigkeitsfall ca. 40 bis 160 km/h und arbeitet sehr zuverlässig.

 

Technische Daten Technische Daten Suzuki SX4 S-Cross Hybrid Allgrip Comfort +
Hersteller:Suzuki
Karosserie:Kompakt-SUV
Motor:1.4-Liter-BOOSTERJET-Motor mit 48V Mild-Hybrid System
Getriebe:6-Gang manuell
Antrieb:Allgripp Allradantrieb
Hubraum:1.373 ccm
Emissionsklasse:Euro 6
Leistung:95 kW (129 PS) bei 5.500 U/min
Drehmoment:235 Nm bei 2.000 – 3.000 U/min
Von 0 auf 100:10,2 s
Höchstgeschwindigkeit:190 km/h
Verbrauch (ECE):4,9 Liter
CO2-Ausstoß WLPT:140 g/km
CO2-EffizienzklasseA
Kraftstoff:Superbenzin 95 ROZ
Wendekreis:10,8 Meter
Kofferraum:430 bis 1.269 Liter
Bereifung215/55 R17
Tankinhalt:47 Liter
Leergewicht/Zuladung inkl Fahrer:1.340 kg / 445 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.300/1.785/1.580/2.600 mm
Testwagenpreis SX4 S-Cross Hybrid Allgrip Comfort +ab 30.306 Euro

 

Preise und Extras

 

Der Der SX4 S-Cross ist seit Mitte März 2020 in Deutschland erhältlich, die Preise beginnen hier ab 24.740 Euro. Das sind gut 1.000 Euro mehr als bislang, allerdings ist die bessere Serienausstattung zu berücksichtigen. Die Version Club umfasst bereits LED-Scheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Licht- und Regensensor, Notbremssystem, elektrische Fensterheber rundum, CD-Radio mit DAB und Freisprecheinrichtung und Zweizonen-Klimaautomatik.
 

Fazit: Sparames Kompakt-SUV mit Mildhybrid
  

Das Erfolgsrezept von Suzuki basiert auf einfachen Grundzutaten: kleine, verbrauchsarme Motoren, Verzicht auf unnötige Zutaten und spielereien im Interieur. Aber dafür Allrad und reichlich Ausstattung – und das alles zu einem fairen Preis. Und diese Rezeptur geht auch beim SX4 S-Cross voll auf. Mit sparsamen Mildhybrid stehen dem S-Cross nominell nun weniger Leistung zur Verfügung. Auf der anderen Seite einen E-Boost, der das Kompakt-SUV agiler macht. Im Vergleich zum ähnlich positionierten Schwestermodell Vitara der gern zweifarbig auftritt und als Zielgruppe eher jüngere Käufer anspricht, soll sich der S-Cross als das komfortablere Familienauto empfehlen.

Suzuki SX4 S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Comfort+ 2020
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