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VW T-Cross Style 1.0 TSI im Fahrbericht: Das charismatische Klein-SUV

Nenn mich nicht SÜVchen: VW T-Cross Style 1.0 l TSI mit 115 PS sowie R-Line und 7-Gang-DSG - Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Es läuft wie so häufig..


VW betritt ein neues Segment – hier beim VW T-Cross – reichlich spät, um dann doch den Markt von hinten aufzurollen. Mit dem T-Cross schließt Volkswagen die eigene SUV-Palette nach unten ab. Und ist damit seit April 2019 im absatzstarken Segment der Mini-SUV vertreten. VWs jüngster Vertreter der Gattung SUV hört sich zwar nach Gelände an, bietet aber nur Frontantrieb. Wettbewerber der Wolfsburger bauen seit Beginn des Jahrzehnts hochbeinige Kleinwagen für den Stadtverkehr. Der T-Cross positioniert sich ganz knapp unterhalb des T-Roc – den es im Gegensatz zum T-Cross auch mit Allrad gibt – und überschneidet sich je nach Ausstattung mit ihm. Das Abenteuer solcher Kraxler spielt sich eh in der Stadt ab und nicht abseits befestigter Straßen. Wir fuhren den T-Cross im Alltag, um herauszufinden wir gut sich das Klein-SUV macht. Mit 115 PS starkem 1,0-Liter-Dreizylinder, der höchsten Ausstattungslinie „Style“ und der sportlichen R-Line-Option.

VW T-Cross Style 1.0 TSI mit 115 PS und DSG sowie R-Line - MJ 2020
Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Der T-Cross zeigt sich innen wie außen gross



Volkswagen hat den T-Cross bewusst wie eine verkleinerte Version des kompakten Tiguan konzipiert und zitiert sogar einige Designmerkmale des Touareg. Mit 4,11 Metern ist der T-Cross knapp fünf Zentimeter länger als der Polo und begründet das untere Ende der kompakten Hochbeiner-Kategorie bei Volkswagen. Der T-Cross nutzt dieselbe technische Plattform wie der Kleinwagen (MQB A0) und übernimmt einige Antriebe des Baukasten. Dafür baut er aber 11 Zentimeter höher auf. Markant eingefasste Nebelscheinwerfer und ein integriertes Tagfahrlicht betonen die Höhe der Frontpartie zusätzlich. Diese präsentiert sich mit bulligem Grill und Stoßfänger und ähnelt der des Tiguan und des Touaregs. So wirkt das VW SUV neu aber dennoch auch vertraut.


Crossover mit einer Mini-SUV-Karosserie

Am Heck sorgen ein Reflektorband zwischen den LED-Rücklichtern für eine tolle Optik. Wer möchte, kann bunte Felgen und Kontrastlackierungen wählen. Stilistisch positioniert VW ihn geschickt mit vielen Design-Zitaten in Richtung Touareg. Der T-Cross wirkt stattlicher, als er den realen Abmessungen nach wirklich ist und überhaupt macht ihn sein buliges Design optisch größer. Die Plattformbasis MQB A0 nutzen neben Polo VI auch der Audi A1 GB, Skoda Kamiq, Seat Ibiza oder der Seat Arona. Dadurch kommt der T-Cross in den Genuss vieler Technik-Features wie Infotainment, digitales Cockpit, Assistenten oder Motoren.

 
Interieur


Auch innen bewahrt sich das kleine Mini-SUV seine Größe. 597 Millimeter über der Fahrbahn thronen Fahrer und Beifahrer, die Mitfahrer im Fond sogar 652 Millimeter. Das gewährt eine gute Übersicht. Die vier großen Türen ermöglichen einen bequemen Einstieg in den T-Cross. Ein Radstand von 2,56 Metern ermöglichen ordentliche Platzverhältnisse. Gegenüber dem Polo hat der Innenraum mächtig an Geräumigkeit und Beinfreiheit in beiden Sitzreihen hinzugewonnen. Fünf Personen können angenehm im T-Cross mitreisen. Der höhenverstellbare Fahrersitz ist Bestandteil des Serienumfangs. Sogar in der zweiten Reihe finden selbst große Mitfahrer bequeme Platzverhältnisse auf der in der Ausstattungsversion Style serienmäßig um bis zu 14 Zentimeter verschiebbaren Sitzbank vor. Der T-Cross punktet mit einem vergleichsweise großen Stauraum. So packt er problemlos 385 Liter weg, was immerhin 34 Liter mehr sind als beim normalen Polo. So lässt sich das Kofferraumvolumen inklusive doppeltem Ladeboden von 385 bis 445 Liter variieren. Allerdings können in dieser Einstellung nur zwei Personen auf der Rückbank sitzen. Das Umlegen der geteilten Rückenlehnen vergrößern das Ladeabteil auf bis zu 1.281 Liter. In der von uns gefahrenen höchsten Ausstattungsstufe Style läßt sich auch die Beifahrerlehne einklappen. Ideal für Einkäufe beim Baumarkt, Ikea oder Freizeitaktivitäten wie Surfen.

 
Der T-Cross punktet im positiven Sinne im typischen VW-Stil. Sachlich, funktional und sehr ergonomisch. Zwischen den Sitzen gibt es statt Parkbremse noch einen konventionellen Handbremshebel. Den individuellen Präferenzen anpassen läßt sich das Interieur durch Designpakete, die den auffälligen Lackfarben angepasst sind. Die Grundausstattung umfasst Analoginstrumente und das Radio „Composition Color“ mit 6,5-Zoll-Farbdisplay, gegen Aufpreis (400 Euro) verbaut Volkswagen das digitale und über die „View“-Taste am Lenkrad frei konfigurierbare „Active Info Display“. Für die Anzeige der Navi-Karte bedarf es des höherwertiges Infotainment, das dann auch einen großen Acht-Zoll-Touchscreen umfasst. Das virtuelle Cockpit erweist sich samt seiner Instrumentierung unter Ergonomie-Gesichtspunkten als übersichtlich gestaltet. Zudem folgen sie einer intuitiven Bedienlogik. Auf Knopfdruck läßt sich das Virtual Cockpit den persönlichen Vorlieben anpassen.

 
Das Spardiktat läßt sich beispielsweise an der Motorhaubenhalterung ohne Gasdruckdämpfer oder auch an dem hohen Anteil von harten Kunststoffflächen im Interieur erkennen. Letzterem läßt sich zumindest durch Design-Pakete begegnen. Der Innenraum mag von limitierter haptischer Güte sein, simpel ist er keinesfalls: Das Ambiete steigert ein LED-unterleuchter Armaturenträger. Zudem lassen die Fläche in der regulären „Style“-Ausstattungslinie deutlich farbenfroher konfigurieren. Über die R-Line-Ausstattung präsentiert sich das Interieur des T-Cross mit besticktem Sitzen. Die Sitzflächen sind vorne wie hinten großzügig bemessen. Eine relativ hohe Grundposition sorgt für Komfort beim Ein- und Aussteigen. Zudem läßt sich das Gestühl über einen weiten Bereich anpassen. Allenfalls scheitert die Suche nach der optimalen Sitzposition an der nicht weit herausziehbaren Lenksäule. Die hinteren Passagieren müssen im T-Cross eine relativ aufrechte Sitzposition einnehmen. Die Lehne der verschiebbaren Rückbank ist nicht justierbar. Eine Mittelarmlehne gibt es nicht. Wie vorne gibt es hinten zwei USB-Ports und eine Ablage für ein Smartphone.

 
Die Mittelkonsole unseres Testwagens beherbergt die Infotainment-Topversion des T-Cross: Das acht Zoll große Display des „Composition Media“-Radios (440 Euro), hier ergänzt um das Navi (Discovery Media, 565 Euro). Die gängigen Kopplungs-Methoden beherrscht der T-Cross über die App-Connect-Software (225 Euro), mit der „Volkswagen-Media-Control“-Option (300 Euro) lassen sich Tablet und Smartphone fernsteuern, per Touchscreen und über die Tasten am Lenkrad.

Antrieb

 
Zur Wahl stehen drei Benziner sowie ein Diesel. Konkret der 1.0 TSI mit 95 oder 115 PS, der 1.5 TSI mit 150 PS sowie für die Freaktion der Selbstzünder der 1.6 TDI mit 95 PS. Die Benziner sind mit einem Ottopartikelfilter (OPF) ausgestattet, der Diesel setzt auf das SCR-Verfahren mit Adblue. Alle Motoren erfüllen allesamt die Abgasnorm Euro 6d-temp.

Der von uns gefahrene 115 PS starke Turbo-Dreizylinder 1.0 TSI stellt im VW T-Cross eine ausgezeichnete Wahl dar. Die 115 PS stehen bei 5.500 Touren bereit. Das  maximales Drehmoment stemmt der Dreizylinder zwischen 2.000 und 3.500 U/min auf die Kurbelwelle. Das Triebwerk sorgt für agile Fahrleistungen auf Landstrassen wie auch im urbanen Umfeld. Für ein Fahrzeug dieses Formats vollkommen ausreichend. An den kernigen Dreizylinder-Motorsound gewöhnt man sich schnell. Das typische Dreizylinder-Schnattern verkneift er sich weitestgehend, auch im höheren Geschwindigkeitsbereich bleibt der T-Cross akustisch unauffällig. Serienmäßig wird hier die Kraft manuell über sechs Gänge sortiert. In der Leistungsstufe mit 95 PS müssen 5 Gänge genügen. Für Komfort und frühzeitiges Hochschalten sorgt in unserem Testwagen ein Sieben-Gang-DSG (1.595 Euro), welches dem T-Cross eine Höchstgerschwindigkeit von bis zu 193 Stundenkilometern ermöglicht. In 10,2 Sekunden erledigt der T-Cross damit den Null-Hundert-Sprint. Volkswagen gibt beim T-Cross 1.0 TSI einen kombinierten Normverbrauch im NEFZ von 4,9 Litern je 100 Kilometer (112 g/km CO2) an. Das ist aber noch der Wert nach altem Messzyklus. Im praxisnäheren WLTP, beträgt der kombinierte Normverbrauch 6,2 Liter. Während unserer Testfahrten begnügte sich der T-Cross mit knapp unter 7,0 Litern. Insgesamt ist der Verbrauch des T-Cross damit noch tolerabel.

Fahreigenschaften

 
Als erstes SUV aus Wolfsburg muss der T-Cross nur mit Frontantrieb auskommen. Das ist auf der A0-Plattform nicht vorgesehen und ist zudem in dem Preissegment nicht darstellbar. Auch die dirketen Wettbewerber wie Renault Capture, Opel Crossland X oder Kia Stonic sind frontgetrieben. Seine Handlichkeit, verbunden mit der präzisen Lenkung und den parkplatzfreundlich kurzen Abmessungen, prädestinieren den T-Cross für die Stadt. Der T-Cross lässt sich aber auch schnell bewegen, bleibt dabei lange neutral, ehe er durch behutsames Schieben über die Vorderräder das Nahen des Grenzbereichs ankündigt. In flott genommenen Kurven neigt er sich zudem nur wenig zur Seite. Volkswagen hat das Fahrwerk vergleichsweise hart aber noch gerade komfortabel abgestimmt. Damit gibt es wenig Wanken um die Längsachse und nur moderate Wank- und Nickbewegungen des Aufbaus beim Bremsen und Beschleunigen. Die Karosserie tendiert nicht zu einem nervösen Nachschwingen und filtert trotz der montierten 18 Zoll Reifen Unebenheiten souverän weg. Das Dynamikpotential beeinträchtigt nur geringfügig den Komfort. Denkbar, dass der T-Cross mit kleineren Felgen und höherer Reifenflanke etwas besser filtert.

Technische Daten VW T-Cross Style 1.0 l TSI OPF 85 kW (115 PS) MJ 2020
Hersteller:VW
Karosserie:Subkompakt-SUV
Motor:1.0 TSI Dreizylinder mit Ottopartikelfilter
Getriebe:7-Gang Doppelkupplungsgetriebe (DSG) nkl. Start & Stopp
Antrieb:Frontantrieb
Hubraum:999 ccm
Emissionsklasse:Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC
Leistung:85 kW (115 PS)
Drehmoment:200 Nm bei 2.000 - 3.500 U/min
Von 0 auf 100:10,2 s
Höchstgeschwindigkeit:193 km/h
Verbrauch:5,0-4,9 Liter
CO2-Ausstoß115 -112 g/km
Kraftstoff:Benzin ROZ 95
Wendekreis:10,6 Meter
Kofferraum:455 bis 1.281 Liter
Anhängelast ungebremst/gebremst 12%630/1.200 kg
Tankinhalt:40 Liter
Leergewicht:1.275 kg
Zuladung:436 - 560 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.235/1.977/1.584/2.551 mm
Garantie Allgemein/Rost2 Jahre/12 Jahre
Grundpreis Testwagen:26.125 Euro
Preis Testwagen:33.575 Euro

Gut, aber auch preislich selbstbewusst

  
Zur Wahl stehen vier Ausstattungen. Und zwar T-Cross, Life, Style und R-Line. Schon das Basismodell bringt einiges in Serie mit. Zum Beispiel 16-Zöller, LED-Rücklichter, einen Grill mit schicker Chromlamelle oder in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger. Außerdem einen in der Höhe einstellbaren Fahrersitz und eine verschiebbare Rückbank. Airbags für Fahrer und Beifahrer, Kopfairbags, Reifendruckkontrollsystem sowie Isofix-Halterungen für Kindersitze sind generell ebenfalls Standard der Serienausstattung.


In der R-Line „Exterieur“ (1.615 Euro) ist der T-Cross dann entsprechend mit ein paar Extras ausstaffiert. Optische Besonderheiten sind etwa spezifische Stoßfänger – der hintere samt Diffusor -, R-Line-Logo im Grill und an den Seitenteilen oder einen Türaufsatz in Wagenfarbe. Weitere Highlights setzen Sport-Komfortsitze mit Bezügen aus Stoff-Mikrofaser, ein schwarzer Dachhimmel, ein Sportlenkrad mit Multifunktion sowie Einstiegsleisten mit R-Line-Logo.

Serienmäßig ab Basis sind unter anderem eine Höhenverstellung für den Fahrersitz, verschiebbare Rücksitzbank. Die Klimaanlage ist nicht inbegriffen, sie kostet 560 Euro extra. Zudem wartet der T-Cross bereits in der Basisversion mit zahlreichen Assistenzsystemen auf. Unter anderem sind ein Totwinkel- und Querverkehrswarner, ein Berganfahr- und Spurhalte- sowie Notbremsassistent an Bord. Auf der Optionsliste finden sich zeitgemäße Extras wie LED-Scheinwerfer, Abstandsregel-Tempomat und eine Müdigkeitserkennung.

 
Wir raten zum Einstieg mindestens beim „Life“-Level (2.100 Euro Aufpreis). Die mittlere Variante über Air Condition ebenso wie Leichtmetallräder, eine praktische Einparkhilfe (Park Distance Control PDC), eine umlegbare Beifahrersitzlehne und einen in zwei Höhen einstellbaren Gepäckraumboden.Zudem sind ein Multifunktionslenkrad und eine Klimaanlage serienmäßig mit an Bord. Wer es noch hochwertiger mag, sollte die von uns gefahrene Ausstattungslinie „Style“ wählen. Diese bietet den Fahrern gemütliche Sport-/Komfortsitze, eine Klimaautomatik und große 17-Zoll-Felgen. Unser Teswagen hatte dann sogar die wunderschönen 18 Zoll Felgen Nevada (Reifen 215/45 R 18) zu einem Aufpreis in Höhe von 595 Euro verbaut.


VW bietet den Hochbeiner in zwölf verschiedenen Lackierungen an. Da sind einige darunter, die weit abseits des VW-Mainstream sind und dem Klein-SUV optisch zu einem kräftigen Pepp verhelfen. Zusätzliche optionale Blickfänger und Pulsbeschleuniger sind knallige Felgen, Kontrast-Lackierungen und auffällige Klebetattoos.

Fazit: Kleinwagen mit eindeutigem SUV-Charakter


Mit dem T-Cross schickt VW einen heißen Kandidaten in das Rennen der urbanen City-SUVs. Zugleich ist der T-Cross das jüngste und kleinste SUV aus dem Hause Volkswagen. Als frontgetriebenes und umweltverträgliches SUV bietet es dank der leicht erhöhten Sitzposition ein gute Übersicht sowie bequemes Ein- und Aussteigen. Von den Paltzverhältnissen – wie aber auch den Preisen- ist er dicht am T-Roc positioniert. Möchte man standesgemäß motorisiert sein wie in unserem Testwagen mit 115 PS TSI sowie komfortabel (DSG) und schick (Ausstattung Style) unterwegs sein, verlangen die Wolfsburger auch mindestens 26.000 Euro und im Falle unseres beileibe noch nicht vollständig ausgestattetem Testwagen sogar 33.575 Euro. Damit bewegt sich der Hochbeiner auf einem Preis-Niveau fern jeglicher Kleinwagen-Romantik. Trotzdem dürfte dieses Klein-SUV mit seinen guten Nutz- und Gebrauchs-Qualitäten sowie noch mehr Charme ein voller Erfolg werden.

VW T-Cross Style 1.0 TSI OPF 85 kW (115 PS) - MJ 2020
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