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Gipfel-Kritik

Die Enttäuschung bei Umwelt- und Verbraucherschützern ist groß: Ein Software-Update soll es richten – ADAC Test – Bildnachweis: ADAC

 

Keine befriedigende Lösung des Problem

Die Kolumnisten der deutschen Medien aber auch der Verbände wie dem des ADAC sind sich weitgehend einig: Der Diesel-Gipfel war eine Farce mit fadem Nachgeschmack. Die Enttäuschung bei Umwelt- und Verbraucherschützern ist entsprechend groß. Die ganze Dieselthematik befindet sich nach den Kartellvorwürfen auf dem besten Wege zu einer Staatsaffäre zu entwickeln. Der große Verlierer dürfte der Verbraucher sein, der konfrontiert mit Fahrverboten, sein Dieselfahrzeuge als Universalmobilitätslösung zu verlieren droht. Weitere Verlierer sind Stadtbewohner und die urbane Umwelt. Die geschürrte Erwartungshaltung an den Gipfel konnte und wollte die Autoindustrie nicht erfüllen. Der Politik kommt hier die Rolle eines Erfüllungsgehilfen zu. In der Hoffnung Arbeitsplätze und Wohlstand zu erhalten oder zu schützen droht genau der gegenteilige Effekt. Der Zweck der kurzfristigen Gewinnsicherung dürfte sich langfristig in das glatte Gegenteil verkehren. Der Vertrauensverlust gegenüber einer gesamten Branche hat zwischenzeitlich ein bedrohliches Ausmaß angenommen und dürfte bei zukünftigen Kaufentscheidungen dem Dieselantrieb nicht dienlich sein. Hier schlägt dann wieder die Stunde des Verbrauchers. Letztlich handelt es sich nicht um ein technisches, sondern allenfalls um ein ökonomisches Problem.

5,3 Millionen Diesel-Pkw werden mit einem Software-Update nachgerüstet

Der jahrelange Abgasbetrug wird hier im Wesentlichen primär mit kostengünstigen und fragwürdigen Software-Updates wegdiskutiert. Die Softwareupdates sind eine völlig unzureichende Maßnahme, um einen effektiven Lösungsbeitrag zur Abwendung der gefürchteten Fahrverbote zu liefern. Die Updates sollen für die Kunden kostenlos sein und die gesamte Nachbesserung bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Dieser ändert nichts an der unverändert gültigen Gesetzeslage in Bezug auf die Luftqualität. Die damit drohenden Fahrverbote werden demnach vom Gipfelgremium billigend in Kauf genommen. Fahrverbote wären aber fatal für Fuhrparks und für die Wirtschaft insgesamt. Der Gipfel stellt sich als ein Schaulaufen zur Beruhigung der Bevölkerung dar. Dieser Eindruck drängt sich dem Beobachter förmlich auf. Denn den vorweggenommene Entwurf des Ergebnisses konnte man bereits am Vortag in vielen Medien entnehmen.

Immerhin

„Die Automobilindustrie ist sich bewusst, dass sie erheblich an Vertrauen verloren hat“, räumte der Verband VDA ein. 250 Millionen Euro sollen dazu eingesetzt werden, die Nachrüstung von 24.000 ÖPNV-Stadtbussen, Taxis und kommunalen Fahrzeugen mit Hardware-Lösungen wie dem BNOx System zu finanzieren. BMW, Daimler und VW wollen sich an einem geplanten Fonds des Bundes für umweltfreundliche Mobilität in Städten beteiligen.

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