GTÜ rat dazu die Verschleißteile im Blick zu behalten



In diesem Sommer ist vieles anders

 

Das Coronavirus beeinflusst auch weiterhin die Urlaubsplanung und -möglichkeiten. Daher ist das Auto als Verkehrsmittel für die Fahrt in die Ferien noch beliebter als sonst. Der aktuelle Sicherheitsvorteil im Vergleich zu Zug und Flug liegt auf der Hand: Im eigenen Wagen gibt es keine Ansteckungsgefahr durch Dritte. Zudem ist man flexibel und genießt den Reisekomfort im vertrauten Fahrzeug. Damit die automobile Urlaubsfahrt auch technisch möglichst sicher und problemlos verläuft, lohnt sich vor Reiseantritt der Urlaubscheck in einer Fachwerkstatt. „Hier ist die Werkstatt Ihres Vertrauens die beste Wahl, denn diese kennt das Fahrzeug gut“, rät Thomas Caasmann, Referent im Kompetenzzentrum der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH in Stuttgart. Der Blick sollte vor allem auf den Zustand der Verschleißteile gehen.

 

Aber was genau gehört dazu?

 

„Typische Verschleißerscheinungen an Fahrzeugbauteilen sind Abnutzung und Korrosion. Sie können sogar bis hin zu einem Bauteilversagen führen“, ordnet Jeremias Bernhardt, Fachgruppenleiter im GTÜ-Kompetenzzentrum ein. Besonders häufig betroffen sind Bremsanlage, Auspuffanlage, Fahrwerk und Karosserie. So fasst der Experte die Erfahrungen der GTÜ aus den jährlich mehr als acht Millionen Hauptuntersuchungen (HU) zusammen, die von den Partnern des flächendeckenden Prüfstellenetzes im Namen der GTÜ ausgeführt werden.

Der stärkste Verschleiß tritt durch einen Kurzstreckenbetrieb auf, erläutert Thomas Caasmann vom GTÜ Kompetenzzentrum: „Dann werden zum Beispiel Motor und Abgasanlage nicht richtig warm. So kann es durch das bei der Verbrennung entstehende Wasser zu Korrosion in der Abgasanlage von innen nach außen kommen, oder es entstehen Emulsionen im Motoröl. Zudem können Bremsscheiben bei überwiegenden Bremsungen im unteren Teillastbereich zur Rostnarbenbildung neigen. Wenn man dann im Vollastbereich bremst, kann die Verzögerungsleistung vermindert sein.“ Vielfahrer hingegen, die regelmäßig lange Strecken zurücklegen, sind meist weniger betroffen: „Hier gibt es keine typischen Verschleißbilder“, sagt Thomas Caasmann.

Das Geld für einen Autocheck vor dem Urlaub und den daraufhin eventuell notwendigen Teiletausch ist gut angelegt, rechnen die beiden Experten vor: Materialkosten zum Beispiel für Keilriemen, Zahnriemen oder Thermostate für den Kühlkreislauf beliefen sich jeweils nur auf einen geringen zweistelligen Euro-Betrag. Ein Defekt solcher Komponenten könne jedoch schnell zu einem Motorschaden führen, mit Kosten von mehreren tausend Euro. Und damit nicht nur zu unliebsamen Scherereien im Urlaub, sondern auch zu einer unverhofft belasteten Kasse.

Einen dringenden Rat geben Jeremias Bernhardt und Thomas Caasmann allen Autofahrern hinsichtlich der Herkunft der verwendeten Ersatzteile mit: „Bei Verschleißteilen ist es wichtig, nur nachverfolgbare Markenqualität zu kaufen.“ Diese müssen nicht unbedingt vom Fahrzeugproduzenten stammen. Denn auch dieser bezieht ja seine Teile von namhaften Zulieferern, welche die gleichen Teile in der identischen Qualität unter dem Eigennamen verkaufen.

Zum Schluss haben die beiden Fachleute noch eine gute Nachricht für alle Autofahrer, die sich regelmäßig um ihr Fahrzeug kümmern: Prinzipiell zeige die Erfahrung, dass bei scheckheftgepflegten Wagen die Gefahr geringer sei, durch Mängel an Verschleißteilen liegen zu bleiben.

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