Beliebte Co-Piloten – Augen auf beim Nachrüsten von Assistenzsystemen

24. Juli 2016 12:55 Autor:
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Bei autofahrer ganz oben auf der Wunschliste: Fahrerassistenzsysteme. Nicht jeder dieser elektronischen Helfer ist zum Nachrüsten geeignet.

TÜV Süd rät zur Wachsamkeit

Fahrerassistenzsysteme, wie sie heute bereits in vielen modernen Fahrzeugen ab Werk angeboten werden, sind allgemein beliebt.  Dementsprechend voll ist der Markt mit Nachrüstassistenten, damit auch Fahrer älterer Fahrzeuge in den Genuss von Einparkhilfe oder Regensensor kommen.  Nur eignen sich nicht wirklich alle elektronische Helferlein für die Nachrüstung.

Nur eignen sich nicht wirklich alle Assistenten für die Nachrüstung –  ein Überblick von TÜV Süd.

 

Parkwächter: Am besten sind die Chancen für eine gelungene Nachrüstung bei Einparkhilfen. Die gibt es zudem von den Autoherstellern und dann passt alles perfekt. Angebote aus dem Zubehörhandel liefern optisch und technisch oft zweifelhafte Ergebnisse. Eberhard Lang von TÜV Süd empfiehlt generell: „Nachrüstung immer in der Fachwerkstatt durchführen lassen – schon wegen des möglichen Eingriffs in die Bordelektronik.“

 

Wischen: Regensensoren gehören ebenfalls zu den einfacheren Aufrüstmöglichkeiten. Wichtig ist hier, dass der Sensor an einer Stelle sitzt, die der Scheibenwischer reinigt. Einige Systeme werten auch die Helligkeit aus und können so auf Abblendlicht umschalten, etwa bei Einfahrt in einen Tunnel. Aber auch bei der Nachrüstung von Regensensoren warnt TÜV Süd vor einem Anschluss an Datenbusse.

 

Spur halten: Das Smartphone als Spurhalteassistent? Bei der Rechenleistung und den Kameraeigenschaften kann ein Smartphone durchaus mithalten, nicht jedoch bei der Software. Auch fehlt dem Gerät die Information, wohin der Fahrer gerade lenkt. Serien-Systeme bekommen diese Information vom Lenkwinkelsensor. Allerdings kann man mit diesen Systemen nicht telefonieren. Doch: Was passiert beispielsweise, wenn Anrufe oder SMS eingehen, während sich das Auto gefährlich dem Straßenrand nähert? „Finger weg!“, sagt Eberhard Lang von TÜV SÜD. Es gibt Spurhalteassistenten, die in etwa die gleiche Software und Technik einsetzen, wie die von den Autoherstellern verbauten Geräte. Viele andere funktionieren mehr schlecht als recht. Sind Begrenzungslinien am Straßenrand vorhanden, darf der Autofahrer vielleicht noch mit einer Warnung rechnen; ohne diese Linien kommt keine Reaktion vom Spurhalteassistenten. Das ist nach Ansicht der Sicherheitsspezialisten von TÜV Süd zu wenig.

 

Abstand: Die Warnung vor zu geringem Sicherheitsabstand steht weit oben auf der Wunschliste für Fahrerassistenzsysteme. Ab Werk eingebaute Lösungen setzen auf Radargeräte, Kameras und eine ausgefeilte Software, die zuverlässig zwischen vorausfahrenden Autos und festen Hindernissen unterscheidet. Keine Nachrüstanlage betreibt diesen Aufwand. Meist nutzt sie nur eine Kamera. „Das dient nicht wirklich der Sicherheit“, so die Einschätzung von Eberhard Lang.

 

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