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Verschärfung: Die EU hat sich auf neue Abgastest für Dieselautos geeinigt

Verbrauchsmessung auf dem Rollenprüfstand des TÜV Süd.
Messung auf dem Rollenprüfstand des TÜV Süd.

EU verschärft Abgastests mit neuen Testregeln

Die VW-Diesel-Affäre wirkt sich nun auf alle Hersteller aus. Seit VW bei Abgastricks betrogen hat, steht die Politik unter Druck. Die Staaten der Europäischen Union haben sich nun auf strengere Abgastestzyklen für Dieselautos geeinigt. Die neuen Test- und Messvorschriften des Real Driving Emission-Test (RDE) sollen näher an der Realität und weniger anfällig für Manipulationen sein. Ein Ausschuss der Mitgliedsländer beschloss nun, dass die Abweichung bei den Stickoxidwerten übergangsweise das 2,1 fache betragen darf, wie die EU-Kommission mitteilte. Beschlossen wurde ein Kompromiss der die Emissions-Regeln zwar deutlich strenger definiert als bisher, aber wiederum deutlich unterhalb des ursprünglichen entwurfs der EU-Kommission bleibt. Die neuen Vorgaben zum RDE beziehen sich nur auf Stickoxide und (noch) nicht für die Emission von Kohlendioxyd, der weiterhin im Labor gemessen wird.

Was wurde beschlossen?

Die neuen RDE-Tests sind für neue Typzulasungen ab dem 1. September 2017 verpflichtend. Ab dem 1. September 2019 müssen dann sämtliche neu zugelassenen Fahrzeuge den RDE absolvieren. Ab dann darf der gemessene Stickoxid-Ausstoß den Laborwert nur noch um das 2,1-fache übersteigen. Die Übergangsphase endet am 1. Januar 2020 für die Homologation neuer Fahrzeugtypen und am 1. Januar 2021 für alle neu zugelassenen Fahrzeuge. Ab dann dürfen die Überschreitungen unter Realbedingungen auf der Straße die Labor-Grenzwerte nur noch um das 1,5 fache überschreiten.

Insgesamt bleiben die neuen Tests deutlich hinter den US-Standards zurück. Die zugrunde liegende Euro-6-Norm erlaubt einen Stickoxid-Ausstoß im Labor von bis maximal 80 Milligramm pro Kilometer. Gemäß des neuen EU-Beschluss darf die Emission unter realen Fahrbedingungen in der Übergangsphase bis 2020 demnach bis zu 168 Milligramm sowie ab dem Jahr 2021 dann maximal 120 Milligramm betragen.

Kritiker die mangelnde Vergleichbar- und Unberechenbarkeit der geplanten RDE-Tests. Im Gegensatz zum Labor gibt es unter realen Fahrbedinungen eine Vielzahl von Faktoren, die erheblichen einfluss auf die gewonnenn  Messergebnisse haben. Einflussfaktoren sind hier die thermischen Bedingungen, Wind, Straßenbelag oder auch das Streckenprofil.Die zu erwartenden Schwankungen stellt die Hersteller vor eine große Heruasforderung. Allerdings hat sich auch bereits gezeigt dass verschiedene Hersteller – u.a. einige Fahrzeuge von BMW und Mercedes –  die Grenzwerte des RDE-Test auch beständig und unter verschiedenen Bedingungen erfüllen. Gegenüber der jetzigen Situation mit Tests ausschließlich unter Laborbedingungen, stellt das neue Prüfdesign des RDE-Test einen erheblichen Fortschritt zur Begrenzung der Emissionenn unter Praxisbedingungen dar. Alle Hersteller haben genügend Vorlaufzeit sich darauf einzustellen.

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