Außen und innen gewachsen: Der neue Honda Jazz 1,3 i-VTEC-Benziner (75 kW / 102 PS) im Fahrbericht

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Kleinwagen mit viel Platz: Honda Jazz Comfort 1,3 i-VTEC-Benziner

 

Der kleine Raumriese Honda Jazz fährt in dritter Auflage vor

Die dritte Generation des Honda Jazz debütierte in Deutschland im Herbst 2015. Die Dimensionen haben außen wie innen kräftig zugelegt. Wir haben den Kleinwagen mit dem 102 PS starken 1,3 Liter Benziner mit manuellem Handschalter in der mittleren Ausstattungslinie Comfort gefahren und sind gespannt wie sich der neue Japaner im  heiß umkämppften Segement der Kleinwagen schlägt. Direkte Wettbewerber des Jazz dürften in der sogenannten Polo-Klasse neben dem VW Polo im Ford Fiesta, Hyundai i20, Citroen C3, Toyota Yaris, Peugeot 208 oder Seat Ibiza bzw. Skoda Fabia zu suchen sein.

 

Honda Jazz 1,3 i-VTEC-Benziner Comfort
Honda Jazz 1,3 i-VTEC-Benziner Comfort
Der Jazz nutzt die Designlinien seiner großen Fahrzeugbrüder und fügt sich mit seiner markanten Front perfekt in das Portfolio der Japaner ein.
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Design und Optik

Der Jazz nutzt die Designlinien seiner großen Fahrzeugbrüder und fügt sich mit seiner markanten Front  perfekt in das Portfolio der Japaner ein. Im Vergleich zum Vorgänger hat der Kleinwagen mit komplett neuer und leichterer Plattform in der Außenlänge um knapp zehn Zentimeter zugelegt und bewegt sich damit nur knapp unter der magischen Vier-Meter-Marke.

Neben der Länge wächst der der Radstand  um drei Zentimeter. Der gewachsene Achsabstand kommt vor allem den Platzverhältnissen und der Raumökonomie zugute. Optisch präsentiert sich der Honda Jazz evolutionär weiterentwickelt als poppiger Cityflitzer. Die neue Generation bleibt grundsätzlich der bewährten vanartigen Hochbau-Linie treu. Mit prägnanteren Kanten und Sicken zieht das Exterieurdesign deutlich mehr Blicke auf sich als die Vorgängergeneration. Bei den sehr groß gestalteten Luftauslässen am Heck sind die Honda-Designer vermutlich etwas über das Ziel hinausgeschoßen. Es verspricht zumindest optisch deutlich mehr Power als der Kleinwagen zu halten vermag. Einen Teil  zum erhöhten Aufmerksamkeitsfaktor trägt auch die bunte Farbpalette bei.
Das B-Segment Fahrzeug war bereits über die entwicklungsseitige Arbeitsteilung als ein globales Auto ausgelegt worden. Auf selbiger Plattform wie der Jazz baut auch der von uns kürzlich getestete neue HR-V auf. Erhebliche Teile stammen aus dem Entwicklungszentrum in Offenbach am Main und wurden im japanischen Forschungs- und Entwicklungszentrum weiter entwickelt. Dem Jazz kommt bei Honda die Rolle einer Allzweckwaffe des Welt größten Motorenherstellers zu.

Interieur

Gut aufgeräumt und übersichtlich zeigt sich der Innenraum mit innovativen Lösungen. Als Beispiel sei hier der fahrerseitig ausklappbare Becherhalter angeführt. Das gut strukturierte Cockpit mit dem Navigationssystem als Blickfang sorgt für ein großzügiges Raumgefühl. Hier profitiert der Innenraum von seinem neuen Design. Das Touchscreen-Multimedia-System geht mit aktuellen Android-Smartphones eine nahtlose Verbindung ein. Das System reagiert auf die Eingaben am Touchscreen genügend performant. Die Menüstruktur ist weitgehend logisch aufgebaut und nach kurzer Eingewöhnungszeit gut zu bedienen. Nicht gefallen hat uns – völlig trivial – die Regelung der Lautstärke, die anstatt per Drehregler über berührungsempfindliche Tasten erfolgt. Die gewünschte Lautstärke lässt sich über die Touchbedienung nur zu ungenau und unter erhöhtem Zeitaufwand einstellen. Gut gefallen hat uns das Multifunktionslenkrad.  Es ermöglicht eine rasche Bedienung des Bordcomputers und des Honda Connect-Systems. Eine farblich wechselnde Hinterlegung des Tachometers zeigt dem Fahrer an, ob er spritsparend oder ineffizient unterwegs ist.

Die Klimaregelung – direkt unterhalb des Touchscreens platziert – wurde neu gezeichnet. Gut empfanden wir auch die leichte Fahrer-Orientierung der Mittelkonsole. Die Kabine zeigt sich mit ordentlicher Material- und Verarbeitungsqualität – wenn auch kleinwagentypisch mit sehr viel Hartkunststoff.  Der Zuschnitt und die Gestaltung sind allerdings in Bezug auf Funktionalität sehr gut gelungen. Das wohnliche Ambiente im Interieur verdankt der Jazz diversen Applikationen im Chromdesign – wie etwa die Einfassungen der Luftausströmer oder der Bereich rund um den Schalthebel  sowie dem Lederlenkrad  und ebenfalls mit Leder bezogenem Schalthebel.

Kleinwagen mit viel Platz – Raumökonomie und Magic Seats

Der flache Tank ist wie schon beim Vorgänger geschickt unter den Vordersitzen platziert. Honda wendet diesen Trick neben dem Jazz auch bei anderen Fahrzeugen wie bspw. dem Civic an. Diese Maßnahme verschafft mehr Raum und Variabilität im Heck. Dessen „Magic Seats“ können die Sitzflächen hochklappen, die Lehnen lassen sich wie gewohnt 60:40 umlegen. Das Kofferraumvolumen beträgt 354 Liter und läßt sich je nach Umklappmodus auf bis zu 1.314 Liter vergrößern. Alle Sitze eingeklappt erstreckt sich eine eineinhalb Meter lange und vollkommmen ebene Ladefläche. Auch das ist weitgehend Rekord im Kleinwagen-Segment. Mit der einen Meter breiten Heckklappe und den weit öffnenden Türen lässt sich der Laderaum besonders bequem beladen. Hierzu trägt auch die  vorbildlich niedrige Ladekante von nur 60 Zentimetern bei. Wir hatten noch kein Kleinwagen mit derart niedrigerer Ladekante.

Schon Tradition bei Honda sind die großen Öffnungswinkel der hinteren Jazz-Türen. Fast im 90° Winkel erleichtern sie den Zugang zu den ausgesprochen guten Platzverhältnissen im Fond. Soviel Beinfreiheit erwartet man nicht in einem Kleinwagen und eigentlich auch noch nicht einmal in der Kompaktklasse.

1.3 Liter i-VTEC Benziner

Mit dem Modellwechsel beim Jazz entfiel die Hybridvariante. Im Angebot ist nur noch der 1,3 Liter Vierzylinder-Benziner mit Start-Stopp-Automatik. Das Aggregat muss immerhin knapp über eine Tonne bewegen. Hierbei wird das Triebwerk sprübar gefordert. Schattenseite des Sauger-Daseins ist das müde Drehmoment von 123 Nm, dass auch erst  bei erst hohen  5.000 Umdrehungen anliegt. Der kleine Vierzylinder hat hier bereits ab Landstraßen-Tempo fühlbar zu kämpfen. Geschaltet werden darf per neu entwickeltem CVT-Getriebe oder – wie bei unserem  Testwagen – via manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe. Den Null-Hundert-Paradesprint erledigt der Kleinwagen damit in 11,2 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 190 km/h. Der vom Hersteller angegebene kombinierte Normverbrauch von 5,1 Litern auf 100 Kilometern konnten wir in der Fahrpraxis nicht schaffen. Mit einer ermittelten CO2-Bilanz von 153 g/km zeigt sich der Jazz bereits bei den Werksangaben als nicht besonders genügsam. Auf moderne Motorentechnik wie Direkteinspritzung oder Turboaufladung haben die Japaner hier verzichtet. So verlangte unser Testwagen mit 6,2 Litern je hundert gefahrenen Kilometer einen gehörigen Aufschlag.

Fahreigenschaften

Im Kapitel Fahreigenschaften und Komfort kommt beim Jazz das modifizierte Fahrwerk mit McPherson Federbeinen an der Vorderachse und Verbundlenker-Hinterachse zum Tragen. Der längere Radstand und leichtere Fahrwerkskomponenten führten zu einer komfortableren Auslegung als beim Vorgänger. Ausweichmanöver und Einparksituationen stellen den Jazz vor keine große Herausforderung. Fahrbahnunebenheiten werden allerdings nicht immer gut weggefiltert. Ingesamt präsentiert sich der Jazz mit einem gleichsam stabilen wie komfort-oroentierten Fahrverhalten. Die adaptive elektrische Servolenkung ermöglicht ein präzises steuern und gewährt ein direktes Feedback. Durch seine dynamische Abstimmung  animiert der Jazz zuweilen sogar zu flotter Kurvenfahrt.  Zu schnell angegangene Kurven quittiert der Jazz vorbildlich und narrensicher mit Untersteuern.  Gerade auch mit größerer Zuladung nimmt die Tendenz zum Untersteuern und dem sicherem Schieben über die Vorderräder zu. Auch die Lastwechselreaktionen sind stets gut beherrschbar. Das Heck drängt nur leicht nach außen,  um sofort effektiv durch das  Elektronische Stabilitätsprogramm eingefangen zu werden.

Die elektrische Servolenkung arbeitet präzise. Die Bremsen packen fest zu, bis zu einer Geschwindigkeit von 32 km/h hilft der City-Notbremsassistent, Unfälle zu vermeiden oder deren Folgen zu mindern.

 

Technische Daten Honda HR-V Vtec 1.5 i Comfort
Hersteller:Honda
Karosserie:Kleinwagen SUV 5-türer
Motor:1,5i VTEC mit PGM-FI-Direkteinspritzung
Start/Stopp-SystemJa
Getriebe6-Gang-Schaltgetriebe
AntriebFrontantrieb
Hubraum:1.498 ccm
EmissionsklasseEuro 6
Leistung:130 PS / 96kW bei 6.600 U/min
Drehmoment:155 Nm bei 4.600 U/min
Höchstgeschwindigkeit:217 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) in s7,7 Sekunden
Kombinierter Normverbrauch (ECE) 5,7 Liter /100 km
CO2-Ausstoß 134 g/km
EffizienzklasseC
Kraftstoff:Super Bleifrei E10 (95 ROZ)
Tankinhalt50 Liter
Leergewicht 1.312kg
Kofferraum393 bis zu max. 1.533 Litern
Zuladung478 kg
Zul. Gersamtgewicht 1.790 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand 4.294/1.772/1.605/2.610 mm
Testwagenpreisab 17.250 Euro

 

Sonderausstattung und Preise

Bei dem Thema Sicherheit und Assistenten hat Honda nicht gespart: City-Notbrems-, Spurhalte- und Fernlichtassistent sind serienmäßig an Bord und die Verkehrszeichenerkennung ist mit dem Tempomat verknüpft.

Die manuelle Klimaanlage, Tempomat, Sitzheizung vorn und City-Notbremsassistent sind bereits Bestandteil des Serienumfangs der Basisversion Trend ab mindestens 15.990 Euro. Unser handgeschalteter Testwagen in der mittleren Ausstattungslinie „Comfort“  kostet mindestens 17.250 Euro. Die Topausstattung Elegance kostet mindestens 18.990 Euro. Dafür ist dann aber auch die Aufpreisliste mit Design- und ein Sportpaket für 490 oder 1.590 Euro erfreulich übersichtlich. Eine abnehmbare Anhängerkupplung gibt es für 690 euro, Navigation für 600 Euro. Für eine Metallic- oder Pearl-Lackierungen – sechs stehen zur Auswahl – verlangt Honda 460 Euro. Für die Lackierung unseres Testwagen in Milano Red verlangen die Japaner keinen Aufpreis.

 

Fazit: Kleinwagen mit schlank geschnittener Großstadt-Karosserie

Der Honda Jazz ist nicht nur ein chices Stadtfahrzeug, sondern auch ein Fahrzeug mit hohem Nutzwert. Der Innenraum ist nochmals gewachsen und bietet ein Platzangebot für Passagiere und Gepäck, die sonst erst ab der Kompaktklasse anzutreffen sind. Das Raumkonzept mit seinen durchdachten Lösungen wurde noch weiter perfektioniert . Das Highlight des Jazz sind nach wie vor die sogenannten Magic Seats. Der vor einem Jahr neu  gestartete Jazz startet in Deutschland zu Preisen ab 15.900 Euro für die Einstiegsvariante. Honda preist den Kleinwagen damit sehr selbstbewusst ein.  Genauso bekannt sind aber auch die Langzeit-Qualitäten des kleinen Jazz, die Honda sich hier vergüten läßt.

 

Honda Jazz 1,3 i-VTEC-Benziner Comfort
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