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Bitkom: Vier von zehn Deutschen fordern ein Verkaufsverbot für Autos mit Verbrennungsmotor – ab 2050

Bildnachweis: Nokian

 

Als größte Nachteile von E-Autos gelten zu wenige Ladestationen und geringe Reichweite

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt sind sie aktuell die Stars: Autos mit Elektroantrieb. Kaum ein Hersteller, der nicht sein Modell mit E-Antrieb oder zumindest ein Hybrid-Fahrzeug, das konventionellen und Elektroantrieb miteinander verbindet, in den Vordergrund rückt. Das entspricht auch den Interessen der Kunden. Zwei Drittel der Bundesbürger (66 Prozent) haben sich mit dem Gedanken angefreundet, ein Elektroauto zu kaufen. Unter den Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren sind es sogar gut drei Viertel (74 Prozent). Nur 17 Prozent der Deutschen können sich auf keinen Fall vorstellen, ein E-Fahrzeug zu kaufen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Vier von zehn Deutschen (42 Prozent) befürworten ein Verkaufsverbot von Autos mit Verbrennungsmotor spätestens ab dem Jahr 2050, jeder Elfte (9 Prozent) wünscht sich das sogar bereits ab 2030. Nur gut jeder Vierte (28 Prozent) lehnt ein Verkaufsverbot grundsätzlich ab.

„Die Autokäufer sind schon weiter als viele Hersteller. Die Nachfrage dreht sich, es fehlt aber weiterhin das Angebot“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „E-Autos sind wartungsärmer und bieten einen hohen Fahrkomfort, zugleich sind sie umweltfreundlicher und können einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Deutschland liefern.“

Die Kaufinteressenten sehen das ähnlich. Als Vorzüge von E-Autos werden genannt, dass sie umweltfreundlicher (72 Prozent) und leiser (43 Prozent) als herkömmliche Fahrzeuge sind. Nur rund jeder Dritte (31 Prozent) nennt eine Kaufprämie als Vorteil. Kritik gibt es vor allem wegen der fehlenden Verfügbarkeit von Ladestationen (70 Prozent), der geringen Reichweite (63 Prozent) und dem zeitaufwändigen Ladevorgang (60 Prozent). Jeder Zweite (53 Prozent) hält Elektroautos für zu teuer, jeder Fünfte (20 Prozent) befürchtet, dass im E-Mobil der Fahrspaß verloren geht. „Wir müssen das Henne-Ei-Problem lösen. Politik, Hersteller und Energieversorger sollten alles dafür tun, damit die Infrastruktur für E-Mobilität in Deutschland geschaffen wird“, so Rohleder. „Noch hat Deutschland die Chance, bei der E-Mobilität Vorreiter zu werden.“

Aktuell befürchten vier von zehn Bundesbürgern (39 Prozent), dass die deutsche Automobilindustrie die Wende hin zu Elektroautos verpasst. Zugleich sind sich 44 Prozent sicher, dass sich bereits bis 2030 die Marktanteile der heute bekannten Autohersteller durch Elektroautos massiv verschoben haben werden. Wie die Automobilhersteller die Veränderungen ihrer Branche durch die Digitalisierung einschätzen, hat Bitkom zum Start der IAA in einer Studie erfragt.

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