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Ford EcoSport: Das aktualisierte Kleinwagen-SUV als ST-Line im Test

Im Test derFord EcoSport ST-Line 1.0 EcoBoost Start-Stopp-System 103 kW - MJ2020 - Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Kräftig nachgebessert

 

Mini-SUVs erfreuen sich in Deutschland nach wie vor einer großen Beliebtheit. So verzeichnet auch der Ford EcoSport steigende Verkaufszahlen. Doch wie schlägt sich die jüngste Evolutionstufe des kleinen SUVs?

Mit dem zum Modelljahr 2018 eingeführten Facelift soll der Kleine SUV aus Köln erneut um die Gunst der Kunden antreten und nun endlich die erhoffte Resonanz im boomenden Segment der Klein-SUV erzielen. Dies muste der EcoSport in unserem Fahrbericht unter Beweis stellen und testeten dazu den aktuellen Ford EcoSport als ST-Line mit dem 1.0-Liter EcoBoost-Benziner.

 

Design

 

An den beleibten Mini-SUV führt auf den europäischen Automärkten für die Autobauer kein Weg mehr vorbei. Viele Hersteller bieten gleich mehrere Modelle an. Auch Ford wird dem Ecosport künftig den etwas größeren Puma zur Seite stellen. Die bisher zu offensichtlich auf die Emerging-Märkte wie Brasilien und Indien ausgerichtete Design, Materialauswahl und Verarbeitungsqualität musste Ford deutlich nachbessern. Der in Rumänien montierte EcoSport erhielt Ende 2017 eine umfangreiche Überarbeitung im Rahmen einer umfassenden Aktualisierung. Vor allem an der Front hat Ford sichtbar Hand angelegt und lässt den EcoSport nun mit hoch angesetztem Kühlergrill wesentlich bulliger erscheinen.

 

 

Ford EcoSport ST-Line 1.0 EcoBoost Start-Stopp-System 103 kW - MJ2020
Bildnachweis: MOTORMOBILES
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Optisch rücken die Veränderungen den EcoSport nun in die Nähe von Kuga und Edge. Erkennungsmerkmal ist jetzt der markentypische Kühlergrill in Trapezform samt LED-Tagfahrleuchten sowie angewinkelten Hauptscheinwerfern – optional auch mit Xenon-Licht. Hinzu kommen angewinkelte Nebelscheinwerfer. Auch die hinteren Stoßfänger und Rückleuchten wurden modernisiert.

Zudem ist die Zweifarb-Lackierungen, die den EcoSport optisch aufpeppen sollen, als Option hinzugekommen. Allerdings wirken die Übergänge zwischen Dach/A-Säule und Motorhaube beim EcoSport etwas aufgesetzt.

Direkte Wettbewerber des Ford Ecosport sind im Seat Arona, Skoda Kamiq, SSangYong Tivoli, Opel Crossland X, Fiat 500X und VW T-Cross zu sehen.
Ein hausinterner Rivale ist im Ford Puma zu sehen. Preislich liegt der EcoSport aber als Einstiegs-SUV unterhalb des neuen und modernen Puma und startet ab 18.590 Euro.

 

Interieur

 
Das Bedienkonzet ist gut und ausgereift. Alle Testfahrer fanden sich im EcoSport auf Anhieb zurecht. Das Armaturenbrett wurde komplett erneuert und lehnt sich an die Gestaltung des neuen Fiesta an. Auf diesem Wege haben dann auch dessen digitale Instrumente und der große Touchscreen Einzug gehalten. Der in unserem Testfahrzeug verbaute, optionale 8-Zoll-Touchscreen kommt die Rolle als zentrale Bedien- und Infotainmenteinheit zu. Der Touchscreen wird in den Größen 6,5 (Serie bei Titanium und ST-Line) und optional in 8 Zoll verbaut. Nur die schlichtere Basisversion muss sich mit einem kleinen 4,2-Zoll-Monitor ohne Touchfunktion begnügen. Das aktuelle Sync-3-System ermöglicht nunmehr die Kopplung des Smartphones über Apple Carplay und Android Auto und verfügt über eine deutlich verbesserte Sprachsteuerung.

Die Bedientasten der Klimaautomatik liegen zwar recht niedrig, sind aber deutlich beschriftet. Auch das Kombiinstrument lässt sich vorbildlich ablesen und der Bordcomputer bietet alle wichtigen Informationen gut sortiert auf einen Blick.

Bei der Materialauswahl überließ Ford nichts dem Zufall und kombinierte wertige Materialien miteinander. Im Rahmen der Modellpflege Ende 2017 wurde die Oberseite des Armaturenbretts unterschäumt – ansonsten beliess man es primär mit harten Kunststoffoberflächen. Trotzdem können sich Optik und Verarbeitung sehen lassen. Überzeugende Passungen und Spaltmaße zeugen von der neuen Qualität. Das dank ST-Line unten abgeflachte Leder-Lenkrad päsentiert sich sportlich und punktet auch durch seine angenehme Haptik.

Die zuverlässige Klimaautomatik bietet die Möglichkeit, die Lüfter in drei Stufen den eigenen Wünschen anzupassen. Überzeugend ist hier die Luftdüsenverteilung, die – selten in einem Kleinwagen – eine nahezu zugfreie Klimatisierung ermöglicht.

Die Rundumsicht wird durch die massiven A- und C-Säulen merklich eingeschränkt. Die kleinen Fensterchen innerhalb dieser Säulen bewirken zudem keine Besserung dieses Umstands. Parksensoren und die hervorragende Rückfahrkamera konnten diesen Umstand aber gut kompensieren.

Die seitlich angeschlagene Heckklappe hinterläßt einen zweispältigen Eindruck. Nach wie vor gibt es keine Heckklappe, sondern eine seitlich schwenkende Hecktür, die in engen Parklücken den Zugang erschwert. An einem City-SUV hat ein seitlicher Anschlag nichts zu suchen. Ein an der Hecktür befestigtes Reserverad (Option) findet man vielleicht an einem echten Offroader gut und nützlich, macht aber an einem urbanen SUV wie dem EcoSport keinen Sinn. Wer erstmals die Heckklappe öffnen möchte, wird vermutlich zunächst erfolglos im Bereich der Rückfahrkamera die Heckklappenentriegelung ertaste wollen. Diese verbirgt sich jedoch in der rechten Heckleuchte hinter einer Chrom-Apange, wo man durch Anhebeln die seitlich öffnende Klappe entriegeln kann. Die links angeschlagene Hecktür fordert reichlich Kraft .

In der Normalkonfiguration passen 356 Liter in den Kofferraum. Neigt man die verstellbare Rücksitzbank maximal nach hinten, schrumpft das Volumen auf 325 Liter. Klappt man die Rückenlehnen um, erweitert sich der Stauraum auf bis zu 1.238 Liter mit einem nicht ganz ebenen Laderaumboden. Dieser Boden lässt sich übrigens auch als Trennwand nutzen oder in verschienden Niveaus einlegen. Zudem erleichtert der EcoSport mit einer ausgesprochen niedrigen Ladekante den Alltag.

 


Antrieb

 
Das manuelle Sechsganggetriebe punktete im Test mit knackig einrastenden Gängen und moderaten Schaltwegen. Dazu passte die Übersetzung sehr gut zum quirligen Dreizylinder mit seinem typisch kehlig-schnarrigen, aber nicht aufdringlichen Dreizylinder-Klang. Überhaupt wurde im Interieur nicht beim Dämm-Material gespart: Lezlich vernimmt man wenig von der Arbeitsweise des kleinen Benziners. Auch bei höheren Tempi hielt sich die Geräuschkulisse angenehm zurück. Das manuelle 6-Gang-Getriebe punktete mit kurzen Schaltwegen und präziser Gangwahl.

Der kombinierte Verbrauch des Ford EcoSport betrug während unserer Testfahrten ungefähr knapp über 7,0 Litern auf 100 Kilometer ist als gerade noch als günstig zu bezeichnen. Das ist für einen gerade einmal 1.0-Liter großen Dreizylinder zwar recht viel, aber in Anbetracht der SUV-Größe und Mehrgewicht angemessen. Ford zeigt zudem, wie kultiviert und durchzugsstark ein Dreizylinder sein kann. Mit zurückhaltendem Gasfuß sind aber auch kombinierte Verbräuche von knapp unter sechs Litern möglich.

Der kleine Turbobenziner reagiert agil und ohne Zeitverzug auf Gasbefehle und hängt erstaunlich gut am Gas. Mit diesem Motor und der gut darauf abgestimmten manuellen Sechsgang-Schaltung, bereitet der EcoSport richtig Laune. Dabei erweist er sich als Drehfreudig und zeigt insgesamt leichtes Spiel mit dem EcoSport. Seine 140 PS lassen zu keinem Zeitpunkt den Eindruck erwachen, man hätte dieses SUV untermotorisiert. Die 180 Newtonmeter maximales Drehmoment liegen bei 1.400 Touren sehr früh an und bleiben über ein breites Drehzahlband – nämlich bis zu 5.000 Umdrehungen pro Minute – durchgehend bestehen. Die bisher für den EcoSport angebotenen Allradversionen fiel mangels Nachfrage der Modellpflege zum Opfer.

 

Technische Daten Ford EcoSport ST-Line 1.0 EcoBoost Start-Stopp-System 103 kW - MJ2020 
Hersteller:Ford
Karosserie:SUV Subkompaktsegment
Motor:Reihen-Dreizylinder mit Turbo-Aufladung
Getriebemanuelles Getriebe 6-Gang
Antrieb1-Liter Dreizylinder
Hubraum:998 ccm
EmissionsklasseEuro 6d-Temp
EnergieeffizienklasseB
Leistung:103 kW / 140 PS bei 6.300 U/Min
Drehmoment:180 Nm bei 1.400 bis 5.000 U/Min
Von 0 auf 100: Handschalter10,2 s
Höchstgeschwindigkeit:185 km/h
Verbrauch (ECE)5,3 bis 5,4 Liter
CO2-Ausstoß 120 bis 124 g/km
Kraftstoff:Benzin
Wendekreis10,9 Meter
Leergewicht 1.355 kg
Kofferraum325- 385 bis 1.238 Liter
Tankinhalt52 Liter
Zuladung375 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand 4.096/1.765/1.1713/2.519 mm
Basispreis:ab 18.590 Euro
Grundpreis des Testwagen (ST-Line) ab:ab 24.590 Euro
Gesamtpreis des Testwagen:ab 29.360 Euro

 

 
Fahreigenschaften

  
Die geringen Außenabmessungen prädestinieren den Ford EcoSport für den Einsatz im urbanen Umfeld und der Suche nach Parkraum. Die bisher für den EcoSport angebotene Allradversionen wurden mangels Nachfrage gestrichen. Der in Rumänien gebaute Kölner bleibt auch im Grenzbereich sicher in der Spur. Das Fahrwerk steckt auch schlechte Wegstrecken gut weg und lässt den Wagen ohne übermäßige Wankneigung durch schnell gefahrene Kurven frahren. Durch seinen Schwerpunkt ist und bleibt der EcoSport kein Kurvenräuber. Ford traf die Entscheidung, eher auf Komfort als aufs Kurvenkratzen zu setzen.

Der EcoSport erweist sich dafür aber als ein angenehmer Gleiter, mit dem man komfortabel ans Ziel kommt. Fahrwerksabstimmung und Federung orientieren sich nun an dem gehobenen europäischen Geschmack. Dafür erhielt der Kölner optimierte Feder- und Dämpferraten, eine angepasste Lenkübersetzung und -unterstützung sowie modifizierte Radführungen an der Verbundlenker-Hinterachse. Damit bietet die jüngste Evolutionsstufe des Mini-SUV die vorher zuweilen vermisste Balance zwischen Federungskomfort und Handling.

 


Preise und Extras

 
Die Optionsliste ist kurz und führt etwa Tempomat, die Smartphone-Einbindung App Link und Metalliclack auf. Mittlerweile wird der EcoSport in vier Ausstattungslinien angeboten. Als Topausstattunglevel gilt die von uns gefahrene ST-Line und erfreut seine Besitzer mit einer umfangreichen Serienausstattung und einer Optik mit besonders sportlicher Note. Die Preise beginnen bei 18.590 Euro. Als Extras stehen etwa Zweifarblackierung, Xenonlicht und Teilledersitze zur Wahl. Elektronische Assistenten gibt es gegen Aufpreis.

Unser Testfahrzeug hat noch mit dem Styling-Paket (100 Euro), dem Winter-Paket (400 Euro), dem Easy-Driver-Paket 2 plus Toter-Winkel-Assistent (910 Euro), Design-Paket IV (950 Euro), dem Premium-Navi mit 8″-Touchscreen und B&O Soundsystem inkl. DAB-Radio (1.350 Euro), Key-Free (260 Euro) und einer Metallic-Lackierung verwöhnt. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 29.360 Euro, lässt aber auch kaum noch gravierende Wünsche unerfüllt.

 

Fazit – Robuste Optik mit hoher Alltagstauglichkeit

 
Nach seiner grundlegenden Überarbeitung Ende 2017 lohnt es sich das Klein-SUV genauer anzuschauen. Mit Opel Mokka, Seat Arona, Skoda Kamiq und Hyundai Kona und VW T-Roc ist der Wettbewerb im Segment der kleinen SUVs beinhart. Ford hat an den richtigen Stellen nachgelegt, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Die Materialqualität des alten EcoSport war zu schlicht, der Fahrkomfort mit rumpeliger Federung wenig ansprechend. Beide Bereichen hat sich Ford erfolgreich angenommen. War der EcoSport bisher ein eher rustikales Gefährt – auch nach der ersten Überarbeitung, die bereits zum Modelljahr 2016 erfolgte – so punktet er jetzt mit mehr Komfort, mehr Konnektivität und modernen Motoren. Vieles wurde gezielt verbessert und macht den EcoSport nun zu einem interessanten Angebot. Im Vergleich zum EcoSport, der bis 2018 an vielen Stellen zu billig wirkte – hat sich der aktuelle EcoSport weit entfernt. In Ihrer Summe lassen sich die vielen Updates nicht mehr als reine Facelift-Kosmetik beschreiben.

Ford EcoSport ST-Line 1.0 EcoBoost Start-Stopp-System 103 kW - MJ2020
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