TÜPV-Süd: Darauf muss man bei AdBlue achten

17. März 2018 23:15 Autor:
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AdBlue ist Vorausetzung für eine SCR-Abgasnachbehandlung – Bildnachweis: VDA

 

Eingetragenes Warenzeichen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

AdBlue spielt bei der Reduzierung der Stickoxide im Abgas von Dieselmotoren durch so genannte SCR-Kats eine entscheidende Rolle. „Sinkt die Reichweite unter 1.000 Kilometer oder ist der AdBlue-Tank komplett leer, so kann der Motor nicht mehr gestartet werden“, schildert Pascal Mast von TÜV SÜD seine Erfahrungen. Also heißt es, rechtzeitig nachtanken. „Achten Sie darauf, dass Sie nötigenfalls einen Trichter oder eine Einfüllhilfe an Bord haben, oder die gekauften Flaschen über eine solche Einfüllhilfe verfügen“, rät der TÜV SÜD-Fachmann und „die Preise variieren stark“.

AdBlue ist ein in 161 Ländern eingetragenes Warenzeichen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Er besitzt die Markenrechte für 161 Länder weltweit und wacht über die Einhaltung der AdBlue-Standards nach ISO 22241/1 und DIN 70070. „Die Flüssigkeit ist eine wässerige Harnstofflösung, die aus 32,5 Prozent Harnstoff und 67,5 Prozent demineralisierten Wassers besteht“, erläutert Mast: „Der hochreine Harnstoff wird synthetisch hergestellt.“

Dieselautos benötigen die Harnstofflösung, die in einem Extratank im Fahrzeug eingefüllt wird, zur Abgasreinigung. Durch eine thermische Reaktion wird AdBlue in Ammoniak zersetzt, das im SCR-Kat mit den Stickoxiden reagiert und diese in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff umwandelt. SCR steht für selektive katalytische Reduktion. Die Reduktion der Stickstoffemissionen soll bis zu 90 Prozent betragen. Ein Problem: „Die aktuellen SCR-Systeme funktionieren erst ab einer gewissen Abgastemperatur, entsprechend kann bei einem Kaltstart der Harnstoff zunächst nicht umgewandelt werden“, macht der TÜV SÜD-Fachmann aufmerksam. Allerdings bietet die Industrie schon Systeme an, mit deren Hilfe die Umwandlung in Ammoniak schneller erfolgt, mithin ein Kaltstart sauberer abläuft.

AdBlue gibt es an Tankstellen, in Baumärkten oder im Online-Handel in unterschiedlichen Gebindegrößen und Preisen. AdBlue-Zapfsäulen sind hierzulande selten und wenn, dann passt die Zapfpistole oftmals nicht in den Einfüllstutzen eines Pkws. 

Der Füllstand des AdBlue-Tanks wird üblicherweise elektronisch überwacht. Neigt sich der Vorrat seinem Ende, meldet das der Bordcomputer. Einen ersten Hinweis gibt es im Normalfall bei 2.400 Kilometern Restreichweite. Der nächste Warnhinweis erfolgt bei ungefähr 1.600 Kilometern. Bei manchen Fahrzeugen lässt sich der Füllstand zudem manuell im Bordcomputer ablesen. Sinkt die Reichweite unter 1.000 Kilometer oder ist der AdBlue-Tank komplett leer, kann der Motor nicht mehr gestartet werden, weil erhöhte Schadstoffwerte drohen. „Eine realistische und allgemeingültige Angabe zum AdBlue-Verbrauch gibt es nicht“, informiert Mast. Dieser ist abhängig von der individuellen Fahrweise. Verbrauchshinweise finden sich in der Gebrauchsanweisung des Autos. Dort wird zudem die Lage des Einfüllstutzens beschrieben. „Obacht“, mahnt der TÜV SÜD-Fachmann, „AdBlue gehört niemals in den Kraftstofftank, hat man versehentlich doch AdBlue in den Dieseltank gekippt, darf der Motor keinesfalls gestartet werden. Das Malheur ist dann ein Fall für die Werkstatt.“ 

„Grundsätzlich“, beruhigt Mast „ist AdBlue ungiftig und weitgehend geruchsneutral, beziehungsweise kann schwach nach Ammoniak riechen.“ Zwar zählt die Harnstofflösung zu der niedrigsten Wassergefährdungsklasse, gleichwohl sollten Tropfmengen aufgewischt werden und mit Wasser nachgespült werden. Bei Kontakt mit Stahl, Eisen, Nickel und Buntmetallen kann es allerdings zu Korrosion kommen.

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