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Von O bis O – Reifenwechsel leicht gemacht

Bildnachweis: MOTORMOBILES

 


Es ist wieder soweit

 

Der Sommer-Radsatz kommt in den Keller oder die Garage und die Winterreifen auf das geliebte Fahrzeug. Jetzt noch einen Werkstatttermin für das Wechseln der Reifen zu bekommen ist in vielen Fällen jedoch aussichtslos. Doch der Reifenwechsel ist kein Hexenwerk und für jeden Autobesitzer in einfachen Schritten umsetzbar. Der Autoteile-Preisvergleich Daparto erklärt, wie sich die Räder selbst und ungefährlich tauschen lassen.
 

Welche Werkzeuge werden benötigt?

 
Zum Wechseln des Reifens werden verschiedene Werkzeuge gebraucht. Daparto hat hierfür eine Checkliste erstellt, sodass schnell sichtbar wird, welche Werkzeuge und Hilfsmittel dringend benötigt werden und welche optional genutzt werden können.

So läuft der Reifenwechsel reibungslos ab:
 

1. Voraussetzungen

 

Auch wenn der Radwechsel zu den eher einfacheren Arbeiten am PKW zählt, werden technisches Grundverständnis und etwas Kraft für das Lösen der Radmuttern und das Fixieren der Räder benötigt (ein 18-Zoll-SUV-Komplettrad wiegt ca. 25 kg).

 

2. Vorbereitung

 
Eine gute Vorbereitung ist alles – auch beim Reifenwechsel. Zuerst sollten die Reifen geprüft werden: Ist der Reifen beschädigt? Reicht die Profiltiefe bzw. sieht das Reifenprofil abgefahren aus? Dann sollten neue Reifen besorgt werden. Sind die Reifen in gutem Zustand, dann fehlt nur noch das Werkzeug und das Handbuch des Fahrzeugs. Das Auto sollte zudem auf einem stabilen, ebenen und rutschfesten Untergrund stehen.

 

3. Erste Schritte: Sicherheit geht vor

 
Zuerst muss das Fahrzeug gegen das Wegrollen gesichert werden. Hierfür sollte die Handbremse angezogen und der erste Gang eingelegt werden. Bei einem Automatikgetriebe muss das Auto in den Parkmodus (‘P‘) gesetzt werden. Nun werden die Radkappen und Radschrauben bzw. die Radmuttern etwa eine halbe Umdrehung pro Schraube gelöst. Aber Achtung, womöglich sind Radsicherungen verbaut – dies muss vorab geprüft werden. Bei Radsicherungen sollte zum Lösen die fahrzeugeigene Stecknuss aus dem Kofferraum verwendet werden.

 
4. Los geht’s

 
Nun muss der Wagenheber an der korrekten Stelle am Unterboden angesetzt werden. Der richtige Punkt zum Ansetzen unterscheidet sich von Modell zu Modell. Einen universellen Punkt oder eine Kerbe gibt es leider nicht. Schauen Sie daher stets im Handbuch nach, wo sich die richtige Stelle befindet.

Anschließend wird das Fahrzeug mittels Wagenheber angehoben, bis sich das Rad komplett in der Luft befindet. Erst dann können die Radschrauben bzw. Radmuttern ganz abgeschraubt werden.

Nun wird das Rad abgenommen. Aber Achtung, vor allem Alufelgen können fest auf der Radnabe sitzen. Wenn das der Fall ist, können diese mit einem Gummihammer vorsichtig von innen gelöst werden. Nach dem Abnehmen muss die Auflagefläche der Felge an der Radnabe gereinigt und von Rost und Schmutz befreit werden. Ganz besonders den Rost sollte man nicht ignorieren. Verrostete Radnaben oder -bolzen sorgen dafür, dass der nächste Rädertausch zum nervigen Kraftakt wird. Rostige Radbolzen sollten bestenfalls sofort gegen neue getauscht werden. Ist die Radnabe freigelegt, sollte auch gleich nachgesehen werden, ob Bremsscheiben und Bremsbeläge noch in Ordnung sind. Auch ohne Fachwissen kann bei einer ersten allgemeinen Sichtkontrolle geprüft werden, ob die Bremsbeläge und Bremsscheiben Risse haben oder stark von Rost befallen sind. Wer unsicher ist oder Zweifel am ordnungsgemäßen Zustand hat, sollte sicherheitshalber einen Experten hinzuziehen. Vor der Montage sollte geprüft werden, ob gegebenenfalls für die Alu- oder Stahlfelgen andere Radschrauben bzw. Radmuttern verwendet werden müssen. Nun wird das neue Rad montiert. Dabei ist die Laufrichtung des Rads besonders wichtig.
 

Daparto-Expertentipp

Reifen mit der größeren Profiltiefe gehören immer auf die Hinterachse. Jetzt werden die Radschrauben bzw. -muttern mit dem Radkreuz oder dem Radmutternschlüssel handfest angezogen. Das Fahrzeug kann abgelassen werden bis das Rad fest auf dem Boden steht, jedoch nicht so weit, dass bereits jetzt schon das ganze Gewicht des
Autos auf dem Rad lastet. Nun müssen die Radschrauben bzw. Radmuttern mit dem vorgeschriebenen Drehmoment über Kreuz festgezogen werden, damit sich das Rad gleichmäßig der Radnabe anpasst. Für die Stärke sollte unbedingt die Bedienungsanleitung beachtet werden, grob kann man aber sagen,  dass Alufelgen mit 100 Nm und Stahlfelgen mit 120 Nm angezogen werden. Die benötigte Stärke lässt sich mit dem Drehmomentschlüssel genau festlegen.

 

5. Nachbereitung
 


Nachdem nun das Auto mit dem Wagenheber komplett abgelassen wurde, kann dieser entfernt werden. Die abmontierten Räder sollten unbedingt gekennzeichnet werden – hierfür empfiehlt es sich, z.B. Kreppband in die Felge zu kleben und darauf dann die Seiten- und Achsen-Kennzeichnungen (VL, HL, VR, HR) zu schreiben. Nun kann der Drehmomentschlüssel wieder auf ‘0‘ gesetzt werden. Die erste Fahrt nach dem Reifenwechsel sollte zur Tankstelle führen, damit der Reifendruck kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden kann. Wichtig ist, dass nach 50km noch einmal alle Räder mit dem vorgeschriebenen Drehmoment nachgezogen werden.
 


6. Einlagern

 
Die Reifen sollten trocken gelagert und nicht den jahreszeitlichen Witterungen ausgesetzt werden. Kompletträder sollten mit erhöhtem Luftdruck und waagerecht liegend übereinander gelagert werden. Alternativ gibt es “Felgenbäume“ oder Wandhalter. Reifen ohne Felgen sollten hochkant stehend gelagert und von Zeit zu Zeit gedreht werden.

Daparto-Expertentipp:

Abmontierte Räder direkt vom Schmutz befreien. Dies spart Zeit und Nerven beim nächsten Radwechsel. Für die gründliche Reinigung empfiehlt Daparto einen Felgenreiniger und eine Felgenbürste. Wenn die Räder trocken und sauber sind, können sie ergänzend in handelsüblichen Reifensäcken gelagert werden – wirklich zwingend notwendig ist eine derartige Lagerung aber nicht.

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