Detroit NAIAS 2016: Der Audi (Q6) e-tron quattro Concept illustriert die Elektrifizierungs-Strategie von Audi

10. Januar 2016 20:24 Autor:
Static photo,  Colour: electric green

Audi (Q6) e-tron quattro Concept in electric green

 

Elektro-Power: Bis zu 370 kW Leistung

Audis jüngste Studie des e-tron quattro concept nutzt die Power von drei Elektromotoren – eine E‑Maschine treibt die Vorderachse an, die beiden anderen wirken auf die Hinterachse. Gemeinsam leisten sie 320 kW, beim Boosten kann der Fahrer kurzzeitig sogar 370 kW und mehr als 800 Nm Drehmoment abrufen. Die Konzeptstudie bietet Fahrleistungen wie ein Sportwagen: Wenn der Fahrer das rechte Pedal voll durchtritt, sprintet der Audi e-tron quattro concept aus dem Stand in 4,6 Sekunden auf 100 km/h, die elektronisch begrenzte Spitze von 210 km/h ist rasch erreicht.

Das Konzept der drei E‑Maschinen, das Audi erstmalig vorstellt, macht die Technikstudie zum e-tron quattro. Ein intelligentes Antriebsmanagement steuert das Zusammenspiel je nach Situation, wobei ein Höchstmaß an Effizienz im Fokus steht. Der Fahrer entscheidet über den Grad der Rekuperation, das Fahrprogramm S oder D und den Modus des Fahrdynamiksystems Audi drive select. Bei sportlicher Gangart auf einer kurvenreichen Straße verteilt der Torque Control Manager die Momente je nach Bedarf aktiv zwischen den Hinterrädern – dieses Torque Vectoring sorgt für maximale Dynamik und Stabilität.

 

Audi (Q6) e-tron quattro Concept
Detroit NAIAS 2016: Der Audi e-tron quattro Concept illustriert die Elektrifizierungs-Strategie von Audi
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Die direkten Wettbewerber der Studie die den zukünftigen neuen Audi Q6 vorwegnimmt, dürften primär im BMW X6 auszumachen sein. Mit seiner flachen Silhouette, der coupéhaften Dachlinie und dem schnittigen Dachkantenspoiler wirkt das Concept Car trotz SUV-Dimensionen sehr dynamisch. Der cw‑Wert beträgt nur 0,25 – eine neue Bestmarke für das SUV-Segment, wo die Werte zumeist deutlich jenseits von 0,30 liegen.

Dieses Konzept trägt erheblich zur großen rein elektrischen Reichweite bei. Auf der Frontklappe, an den Flanken und am Heck steuern elektrisch bewegliche Aerodynamik-Elemente ab 80 km/h Geschwindigkeit den Luftstrom je nach Bedarf und verbessern so die Durch- und Umströmung. An Bord ist das Windgeräuschniveau niedrig, Motorgeräusche gibt es im Elektroauto ohnehin nicht – die Faszination des elektrischen Fahrens entfaltet sich in aller Stille.

An der Front der Technikstudie präsentiert Audi die neue Designsprache seiner e-tron-Modelle: Der Singleframe-Grill betont die Breite des Autos, fünf horizontal verlaufende Aluminium-Lamellen verbinden die OLED-Elemente (organic light emitting diode) der Lichtsignatur grafisch miteinander. Der untere Bereich des Grills trägt einen e-tron-Schriftzug, der beim Einstieg des Fahrers und der Passagiere zur Begrüßung kurzfristig aufleuchtet. Zudem ist hier ein optisch dezentes, kompaktes Sensor-Rack integriert – es umfasst die meisten Sensoren für die Fahrerassistenzsysteme und die neuen Systeme zum pilotierten Fahren.

95 kWh Energie: Die Lithium-Ionen-Batterie

Die große Lithium-Ionen-Batterie ist in den Boden der Fahrgastzelle integriert. Sie verleiht dem Audi e-tron quattro concept eine ausgewogene Achslast­verteilung und einen tiefen Schwerpunkt – Voraussetzungen für sein dynamisches Handling. Die Energiekapazität der Batterie von 95 kWh ermöglicht mehr als 500 Kilometer Reichweite. Das Combined Charging System (CCS) erlaubt das Laden mit Gleich- und Wechselstrom. Nach einer halben Stunde Ladezeit an einer 150 kWh-Schnellladesäule steht dem Fahrer wieder eine Reichweite von mehr als 400 km zur Verfügung.

Alternativ ist die Studie auf die Technologie Audi Wireless Charging ausgelegt, das kontaktlose Laden per Induktion. Der Ladevorgang ist sehr komfortabel – der Audi e-tron quattro concept nutzt ein System für pilotiertes Parken, das ihn selbstständig auf die richtige Position über der induktiven Boden-Ladeplatte führt. Zudem steuert an sonnigen Tagen ein großes Solardach Strom für die Antriebs­batterie bei. Eine Wärmepumpe klimatisiert den Innenraum hocheffizient. Sie sammelt die Abwärme der elektrischen Komponenten und ist zentraler Bestandteil des Thermomanagements.

Auch das Fahrwerk bringt den Hightech-Charakter der Konzeptstudie zum Ausdruck. Die adaptive air suspension sport, die Luftfederung mit geregelter Dämpfung, senkt die Karosserie bei höherem Tempo ab, was den Luftwiderstand verringert. Die Dynamik-Allradlenkung kombiniert eine Dynamiklenkung an der Vorderachse mit einer Lenkung für die Hinterräder. Je nach Tempo und Fahrsituation schlagen sie gegen- oder gleichsinnig zu den Vorderrädern ein – der Audi e-tron quattro concept reagiert dadurch noch spontaner und fahrstabiler. Bei niedrigen Geschwindigkeiten ist er sehr wendig.

Neues Licht: Matrix Laser und Matrix OLED Technik


Der Audi e-tron quattro concept generiert alle Hauptlichtfunktionen mit der Matrix‑Laser-Technologie, dem nächsten Entwicklungsschritt in der automobilen Lichttechnologie. In kleine Pixel zerlegt, kann ihr Lichtstrahl die Straße hochauflösend und fein geregelt ausleuchten.

Im unteren Bereich der Front liegt eine neue, markante Signaturbeleuchtung aus fünf Leuchten-Elementen. Jedes von ihnen kombiniert einen LED-Leuchtkörper mit einem sehr flachen blauen OLED-Element. Die OLED-Elemente leuchten homogen, lassen sich dimmen und können unterschiedliche Lichtszenarien darstellen. Der Einsatz der Matrix-Laser-OLED-Technologie an der Front des Audi e-tron quattro concept ist eine Weltneuheit.

Über das Heck der Technikstudie verläuft ein LED-Lichtleiter, der die Leuchten miteinander verbindet und so die Breite des Autos unterstreicht. Ähnlich wie die Einheiten an der Front sind auch die Heckleuchten in zwei Zonen gestaltet: Im oberen Bereich befinden sich neun flach angeordnete OLED-Einheiten, die Schlusslicht-Funktionen übernehmen; drei weitere liegen, übereinander gestaffelt, darunter.

Neues Cockpit

Das Cockpit mit dem neuen Infotainmentsystem samit innovativen Bedienkonzept (HMI) des Audi e-tron quattro concept haben die ingolstädter bereits auf der CES in Las Vegas vorgerstellt. Wir berichteten.

 

Audi CES 2016

 

Das zFAS: Zentrale für das pilotierte Fahren

Die Konzeptstudie hat alle Technologien an Bord, die Audi für das pilotierte Fahren entwickelt hat: Radarsensoren, eine 3D Videokamera vom Partner Mobileye, Ultraschall-Sensoren und einen Laserscanner. Die Daten, die sie liefern, laufen im zentralen Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS) zusammen. Es errechnet in Echtzeit ein vollständiges Umgebungsmodell des Autos und stellt die Informationen allen Assistenzsystemen und den Systemen für das pilotierte Fahren zur Verfügung. Auch diese Technologien stehen bei Audi kurz vor dem Serieneinsatz.

 

Der Audi (Q6) e-tron quattro Concept

 

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